Bereits vor einem Jahr stellte Lely ein zweigeteiltes, gezogenes Mähwerk ohne Aufbereiter vor, das aus der Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Hersteller Vermeer entstanden ist. Die Ingenieure haben dieses Mähwerk nun nochmals überarbeitet und lancieren es unter der Bezeichnung «Splendimo 550P» als weltweit breitestes gezogenes Mähwerk ohne Aufbereiter. Das Besondere an diesem Mähwerk liegt im zweigeteilten Mähbalken mit je 2.60m Breite, was im Endeffekt eine Arbeitsbreite von 5.50m ergibt. Für den Transport können die beiden pendelnd aufgehängten Mähbalken nach vorne geschwenkt werden. Dank der modularen und deshalb Antriebsenergie sparenden Bauweise kann das Mähwerk mit einem relativ kleinen Traktor betrieben werden. Ein stufenlos verstellbares hydropneumatisches System sorgt für eine gute Entlastung, während ein Doppelgelenk vorne enge Kurvenradien ermöglicht. Die Verstellung der Schnitthöhen, respektive des Schnittwinkels erfolgt über Steckbolzen.
Überarbeitet hat Lely auch die Heckmähwerke der «Splendimo M»-Baureihe. Diese im 3-Punkt angebauten Mähwerke weisen nun weniger Gewicht auf, haben einen Bogen aus einem 4-Kant-Rohr und einen neuen Arm, der das Mähwerk trägt. Eine mechanische Anfahrsicherung mit hydraulischer Unterstützung sorgt für eine entsprechende Betriebssicherheit.
Bereits einige Frontmähwerke hat Lely in einer «Alpin»-Ausführung auf dem Schweizer Markt platzieren können. Aktuell ist man daran, diese Palette noch zu erweitern. Im Gespräch sind dabei Mähwerksbreiten von 2.40, 2.80 und 3.20m. Bei diesen «Alpin»-Ausführungen fehlt der Lely-typische Anbaubock, dafür wird eine speziell gefertigte, leichtere Version verbaut.
Zwettwender
Bereits vor einem Jahr wurde auch der Zwettwender «Lotus 1500 Profi» mit einer Arbeitsbreite von 15m gezeigt. Von diesem Typ laufen bereits drei Maschinen in der Schweiz. In der Ausführung «Profi» ist der Nachlaufkopf der 3-Punkt-Aufhängung um 1.50m nach hinten versetzt, was eine bessere Wendigkeit ergibt. Die «Lotus»-Zettwender sind mit den Lely-typischen Hakenzinken und dem «Anti-Wickel-System «AWS» (montierte Platte entlang der Laufradstütze) ausgestattet. Das Ende sei bei 15m Arbeitsbreite noch nicht erreicht, wurde an den Feldtagen betont. Noch nicht in Serienfertigung ist jedoch der schon früher einmal als Prototyp vorgestellte «Lotus 2050».
Pressen
Ebenfalls schon früher, auf der Agritechnica 2009, zeigte Lely die Festkammerpresse «RP 245 Profi» aus dem Hause Welger. Die Zugdeichsel besteht nun aus zwei unabhängigen Schenkeln. Die Presse selbst hat einen neuen, sichereren Aufstieg. Ganz neu ist aber das ungesteuerte Pickup mit fünf Zinkenreihen, das auf nächste Saison zum Standard beim Aufsammelorgan der Lely-Pressen werden soll. Wie alle Rundballenpressen von Lely ist auch die «RPC 245 Profi» mit dem Hydro-Flex-Control Förderboden ausgestattet. Dieses System ist im vorderen Bereich flexibel gelagert und kann im hinteren Bereich hydraulisch abgesenkt werden, um Verstopfungen zu vermeiden. Hier hätten die Mitbewerber zwar nachgezogen, Lely sei aber nach wie vor der einzige Anbieter, welche diese Dualität aug dem Markt habe, betonten die Lely-Verantwortlichen.
Neu bringt Lely die Rundballenpresse «RP 445» mit variabler Ballenkammer auf den Markt, ebenfalls ausgestattet mit den neuen Features wie ungesteuertes Pickup, Zweischenklige Deichsel und sichererer Aufstieg sowie, dank einer echten Druckluftbremse, einer Zulassung für 40km/h. Gegenüber dem Vorgängermodell «RP 435» hat sich aber im Innern der Ballenkammer einiges verändert, sind doch im unteren Bereich anstelle von bisher zwei nun drei Walzen vorhanden. Dies verändert die Stellung zu den Riemen und erzeugt einen höheren Gegendruck, was gemäss Lely weniger Bröckelverluste, eine höhere Dichte und generell eine bessere Durchsatzleistung ergeben soll. Auf die Endlosriemen gibt Lely zehn Jahre Garantie.
Für grosse Aufmerksamkeit sorgt aber die neue Press-Wickel-Kombination «RPC 445 Tornado». Es sei die schnellste, kürzeste (5.75m, Einzelachse) und schmalste (2.80m) Maschine ihrer Art auf dem Markt. In der Tat weist diese Kombination einige Eigenschaften auf, die sich sehen lassen. So ist die Presskammer höher positioniert, sodass die Ballen mühelos auf den Wickeltisch rollen können. Dieser schnelle Transfer wird noch beschleunigt, indem der Wickelvorgang bereits beginnt, bevor die Klappe wieder geschlossen wird. Der Ringwickler passt sich in seiner Höhe automatisch dem aktuellen Ballendurchmesser an, was nochmals Zeit spart. Zudem kann das System die notwendige Anzahl der Wicklungen selbst berechnen. Der Aufsammler kommt ebenfalls ohne Kurvenbahnsteuerung aus, der 800-mm-Rotor mit sechs Zinkenreihen gibt der Maschine eine neue Dimension. Das «Xtracut»-Schneidwerk lässt Messerschaltungen von 0, 12, 13 und 25 Messern zu.
Ballenwickler
Seit diesem Frühjahr hat Lely drei neue gezogene Wickler im Angebot. Basismodell der neuen Maschinen ist der Lely «Attis PT 130» mit niedrigem Wickeltisch und einem Ladearm. Der grössere Bruder heisst «Attis PT 160», der dank verstellbaren Ballenführungselementen Ballenbreiten von 1.25 bis 1.50m und Ballendurchmesser von 0.90 bis 1.60m wickeln kann. Abgeschlossen wird diese Baureihe mit dem Modell «Attis PS 160», der mit seiner hydraulisch verstellbaren Zugvorrichtung auch versetzt zum Traktor fahren und einen zweiten Ballen mitnehmen kann.
Ladewagen
Seit 2009 hat Lely Ladewagen der Traditionsmarke Mengele im Angebot. In der Zwischenzeit haben die Niederländer dieses Unternehmen zu 100% gekauft und werden künftig neben Ladewagen auch Miststreuer und Kipper in roter Farbe vertreiben. Neustes Modell aus der Ideenschmiede im deutschen Waldstetten ist der Lely «Tigo 50 RD» mit einer theoretischen Ladekapazität von 50 Kubikmetern (30-DIN-Kubikmeter). Der Antrieb des mit 31 Messern ausgestatteten Schneidrotors erfolgt ohne Ketten über verschleissarme Zahnräder. Künftig kann das Schneidwerk hydraulisch ausgefahren werden und mit Hilfe von Transporträdern vollständig aus dem Wagen genommen werden. Wie sich der Vertrieb der Mengele oder Lely Ladewagen in der Schweiz entwickelt, ist momentan noch offen. Mit dem bisherigen Mengele-Importeur Stauffer will Lely bis Ende August eine einvernehmliche Lösung finden.
Allgemein
Lely hat im letzten Jahr mit 1350 Mitarbeitenden einen Umsatz von rund 340 Mio. Euro Umsatz 2009 (minus 50 Mio. Euro als 2008) erzielt. 2350 aktive Patente sind im Besitze dieses Unternehmens, jährlich kommen 40 bis 50 dazu. Dazu investiert Lely 6% seines Umsatzes in die Forschung und Entwicklung. Vier Werke (zwei in Holland für die Hoftechnik und Futterernte) und zwei in Deutschland (Pressen-Werk Welger und Mengele-Werk) werden von Lely geführt.
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