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Sojazüchtung bei Agroscope – Erfolge und Perspektiven

28.06.2012

Agroscope hat mit der Sojazüchtung begonnen, bevor die Sojabohne 1988 in der Schweizer Landwirtschaft überhaupt eingeführt wurde. Ergänzend zu den üblichen agronomischen Zielen wurden auch neue, besonders auf die Qualität ausgerichtete Selektionsmethoden entwickelt, um den zahlreichen Ansprüchen der industriellen und gewerblichen Verarbeiter gerecht zu werden.

  • Speziell für die menschliche Ernährung gezüchtete, farblose Sojabohne.
(Foto: Agroscope)

Schweizer Soja
In der Schweiz werden jährlich rund 3.000 To Sojabohnen geerntet – vergleichsweise wenig also im Vergleich mit den 360.000 To, welche pro Jahr importiert werden! Dennoch geniesst die Schweizer Sojabohne in unserer Landwirtschaft einen hohen Stellenwert. Sie bietet eine interessante Möglichkeit für die Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion und stellt sicher, dass in diesen Ernten kein genetisch verändertes Material enthalten ist. Die Soja gehört zu den Leguminosen, das heisst sie vermag atmosphärischen Stickstoff zu fixieren, weshalb sich für diese Kultur eine mineralische Stickstoffgabe erübrigt.

Unerlässliche Anpassung an die Klimazone
Die Anpassung der Soja an die klimatischen Bedingungen der Schweiz ist für Agroscope vorrangig. Nur gut an unsere Regionen angepasste Sorten sichern dem Landwirt einen stabilen und zufriedenstellenden Ertrag. Die Sojabohne stammt ursprünglich aus dem Nordosten Chinas und ist somit wenig angepasst an die klimatischen Bedingungen nördlich der Alpen. Die frühen, photoperiodisch unsensiblen Genotypen eignen sich am besten für die Schweiz. Grossblättrige Pflanzen neigen eher zur Lagerung. Die beschatteten unteren Blätter zeigen eine unerwünschte negative Photosynthese-Bilanz. Während der Blütezeit ist Soja sehr empfindlich gegenüber kühlen Temperaturen. Wiederholt kühle Witterung kann zum Abfallen zahlreicher Blüten und sogar kleiner Hülsen führen, was die Erträge reduziert und die Reife verzögert. Die dadurch erschwerte Ernte kann im Extremfall zu einem teilweisen oder vollständigen Verlust der Kultur führen. Die Wahl von frühen, kleinblättrigen und kälteresistenten Linien ist deshalb unerlässlich.

Qualität als Ziel: kleiner entscheidender Vorteil
68% der weltweit konsumierten Eiweissmehle werden aus dem Anbau der Sojabohne gewonnen. Die Sojabohne ist eine der meistverwendeten Ölsaaten (56 %). Sie ist auch Rohstoff für zahlreiche kulinarische Verarbeitungsprodukte wie beispielsweise das Tonyu beziehungsweise die Sojamilch oder das Tofu. Dank der unbestrittenen gesundheitlichen Vorzüge hat der Konsum verschiedener Soja-Produkte stark zugenommen. Die Verwendung hochwertiger GVO-freier Schweizer Sorten in diesem jungen Sektor führt zu einer steigenden Zahl an Zuchtzielen in unserem Programm. Die geschmackliche Verbesserung von Soja stellt seit langer Zeit ein Hauptziel unserer Züchtung dar. Der ungünstige grasige Geschmack der Sojabohne kann durch die Wahl von Genotypen mit weniger Lipoxygenasen abgeschwächt werden. Diese Enzyme sind durch Oxydation der Fettsäuren für den unangenehmen Geschmack verantwortlich. Aveline und nun Amandine sind zwei Züchtungen von Agroscope, die aus diesen Arbeiten hervorgehen.

Tofu entsteht bei der Gerinnung der Sojamilch. Die Ausbeute, also die Menge Tofu pro Kilogramm Sojabohnen, variiert stark je nach verarbeiteter Sorte. Seit einigen Jahren erforscht Agroscope auch diese Thematik und dank der Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen, insbesondere mit einem grossen europäischen industriellen Verarbeiter, konnte das Verständnis für weitere Aspekte, die eine Rolle spielen, verbessert werden. Es ist nunmehr erwiesen, dass die mittleren bis hohen Proteingehalte günstig sind, doch gibt es auch eine Grenze. Wird diese überschritten, spielt die Qualität der in der Bohne enthaltenen Proteine eine dominierende Rolle. Agroscope erarbeitet neue Untersuchungsmethoden, um die verschiedenen Inhaltsstoffe zu messen. In Zusammenarbeit mit China und Kanada wurden für die erwähnte Nutzung spezifische Linien gekreuzt, welche nun eine solide Grundlage bilden für die Weiterentwicklung des genetischen Materials in der Schweiz. Falbala und Protibus, zwei proteinreiche Sorten, sollen der Schweizer Landwirtschaft bald zur Verfügung stehen. Weitere Sorten mit einem ausgeprägteren Proteinprofil sollen mittelfristig verfügbar sein.

Perspektiven
Die Ziele der Sojazüchtung von Agroscope haben sich seit ihren Anfängen stark verändert. Zu Beginn war die Züchtung hauptsächlich auf die Anpassung an unsere Klimazone ausgerichtet. In der Folge wurden die Ziele mit verschiedenen agronomischen und qualitativen Kriterien ergänzt. Dabei standen die Verbesserung der Produktivität und auch die Ausweitung ihres Nutzungspotenzials mehr und mehr im Vordergrund. Künftig wird Agroscope ihre Arbeiten für den Ernährungsbereich fortsetzen, ohne dabei die agronomischen Eigenschaften zu vernachlässigen, welche das Rückgrat einer Sorte ausmachen.

Agroscope
Gael Monnerat MG

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