Der Rest der Wandfarbe reicht nicht mehr für die letzte Ecke, und im Laden gibt es genau diesen Ton nicht mehr zu kaufen. Oder Sie basteln mit den Kindern und suchen ein ganz bestimmtes Grün, haben aber nur die Grundfarben zur Hand. In solchen Momenten hilft nur eines: selber Farben mischen. Mit etwas Grundwissen über Farbenlehre, Pigmente und Mischverhältnisse gelingt das auch ohne Vorkenntnisse. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Farben mischen funktioniert, welche Farbkombinationen sich lohnen und welche Fehler Sie besser vermeiden.
Das Mischen von Farben gehört zu den nützlichsten Fertigkeiten für alle, die zu Hause selber Hand anlegen. Wer weiss, wie sich Grundfarben zu neuen Tönen kombinieren lassen, ist bei Malprojekten, beim Streichen von Möbeln oder Wänden und bei handwerklichen Arbeiten deutlich flexibler. Statt für jeden Farbton eine neue Dose zu kaufen, lässt sich aus wenigen Grundfarben eine grosse Farbpalette herstellen. Das spart nicht nur Geld, sondern macht auch einfach Freude, sobald der gewünschte Ton getroffen ist.
In der Schweiz greifen viele Hobbygärtnerinnen, Heimwerker und Landwirtinnen zu Wandfarben, Lacken oder Acrylfarben aus dem Fachhandel. Alle diese Produkte folgen denselben Grundprinzipien der Farbenlehre, auch wenn sich die Pigmente und die Deckkraft je nach Produkt unterscheiden. Wer die Grundlagen einmal verstanden hat, kann das Mischen von Farben für ganz unterschiedliche Projekte anwenden, von der Gartenbank bis zum Aquarellbild.
Der Farbkreis ist die Basis der Farbenlehre und zeigt, wie einzelne Farbtöne miteinander in Beziehung stehen. Er ordnet die Grundfarben, Sekundärfarben und Tertiärfarben so an, dass benachbarte Töne harmonisch wirken, während sich gegenüberliegende Farben als Komplementärfarben besonders stark kontrastieren. Wer den Aufbau des Farbkreises kennt, versteht sofort, weshalb bestimmte Mischungen funktionieren und andere eher zu trüben, unklaren Ergebnissen führen.

Zusammen bilden diese drei Gruppen den kompletten Farbkreis und liefern die Grundlage für praktisch jede Farbmischung, die im Alltag vorkommt.
Jede Farbe besteht aus Pigmenten, die in einem Bindemittel gelöst sind. Die Art und Konzentration der Pigmente bestimmen, wie kräftig ein Farbton wirkt und wie gut er deckt. Bei der Farbmischung ist es wichtig, zu wissen, dass Pigmente unterschiedlich stark färben: Ein winziger Tropfen einer intensiven Pigmentfarbe kann eine ganze Dose heller Wandfarbe deutlich verändern. Deshalb gilt beim Mischen von Farben grundsätzlich, sparsam zu beginnen und die Menge langsam zu steigern.
Neben dem eigentlichen Farbton spielt auch die Helligkeit eine wichtige Rolle. Mit Weiss lässt sich ein Farbton aufhellen, mit Schwarz oder einer Komplementärfarbe abdunkeln. So entstehen unzählige Schattierungen einer einzigen Grundmischung. Wird einem satten Farbton nach und nach Weiss beigemischt, entstehen zarte Pastelltöne wie ein sanftes Rosa aus Rot oder ein helles Türkis aus Blaugrün. Grau entsteht meist durch die Mischung von Schwarz und Weiss oder durch das Zusammenführen zweier Komplementärfarben, die sich gegenseitig neutralisieren.
Wer Farben mischen möchte, geht am besten in klaren Schritten vor, damit das Ergebnis nachvollziehbar bleibt und sich bei Bedarf wiederholen lässt.
Diese Reihenfolge hilft dabei, Farben mischen möglichst kontrolliert und ohne teure Fehlversuche umzusetzen.
Die folgende Übersicht zeigt einige gängige Farbmischungen, wie sie bei Wandfarben, Acrylfarben oder Aquarellfarben häufig vorkommen. Die genauen Ergebnisse hängen immer vom verwendeten Produkt und den enthaltenen Pigmenten ab. Die Tabelle dient daher als Orientierung.
Ausgangsfarben | Mischverhältnis (ungefähr) | Ergebnis |
Gelb und Rot | 1:1 | Orange |
Gelb und Blau | 1:1 | Grün |
Rot und Blau | 1:1 | Violett |
Gelb und Orange | 2:1 | Gelborange |
Rot und Orange | 2:1 | Rotorange |
Blau und Grün | 1:1 | Blaugrün, teils als Petrol oder Türkis bezeichnet |
Blau und Violett | 1:1 | Blauviolett |
Rot und Violett | 1:1 | Rotviolett |
Weiss und Rot | viel Weiss, wenig Rot | Rosa |
Weiss und Braun | viel Weiss, wenig Braun | Beige |
Schwarz und Weiss | je nach Wunschton | Grau |
Grün und Rot | wenig Rot | Braun, gedämpfter Grünton |
Beim Mischen von Farben lohnt es sich, kleine Mengen abzuwiegen oder mit Tropfen zu arbeiten, damit sich ein einmal gefundenes Verhältnis später wieder reproduzieren lässt.
Bei Wandfarben ist Farben mischen vor allem dann gefragt, wenn ein spezieller Ton entstehen oder eine bestehende Farbe leicht angepasst werden soll. Da Wandfarben meist eine dickflüssige, deckende Konsistenz haben, empfiehlt es sich, die Grundfarbe in einem grösseren Gefäss vorzubereiten und die Zusatzfarbe langsam einzurühren. Wichtig ist, die Mischung vor dem Streichen an einer unauffälligen Stelle zu testen, da Wandfarben je nach Untergrund und Lichtverhältnissen unterschiedlich wirken können.
Acrylfarben eignen sich besonders gut zum Mischen von Farben, weil sie schnell trocknen und sich Ergebnisse rasch beurteilen lassen. Acryl lässt sich zudem gut mit Wasser verdünnen, was die Deckkraft und die Konsistenz beeinflusst. Beim Malen mit Acrylfarben lohnt es sich, auf einer Palette zu arbeiten und die gewünschten Mischfarben direkt dort anzumischen, bevor sie auf die Leinwand oder das Werkstück aufgetragen werden.
Bei Aquarellfarben entsteht die gewünschte Farbmischung überwiegend erst auf dem Papier, da die Farben stark von der Wassermenge abhängen. Je mehr Wasser verwendet wird, desto heller und durchscheinender wirkt der Farbton. Aquarellfarben reagieren zudem empfindlich auf die Reihenfolge, in der Farben aufgetragen werden, da sich nasse Schichten ineinander verlaufen können.
Auch bei Lacken kommt das Mischen von Farben zum Einsatz, etwa wenn ein Möbelstück oder ein Metallteil in einem bestimmten Ton gestrichen werden soll. Lacke unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung teilweise stark. Deshalb sollten für eine Mischung nur Produkte desselben Systems verwendet werden, etwa nur wasserbasierte oder nur lösemittelhaltige Lacke. Nach dem Mischen empfiehlt sich auch hier eine Testfläche, da Lacke matt oder glänzend auftrocknen können und dies die Wirkung des Farbtons verändert.
Mit ein paar einfachen Grundregeln lässt sich beim Mischen von Farben viel Ärger und Mehraufwand vermeiden.
Wer sich zum ersten Mal an das Mischen von Farben wagt, stolpert oft über dieselben Stellen.
Das Mischen von Farben ist mit etwas Grundwissen über Farbenlehre, Pigmente und Mischverhältnisse gut zu bewältigen und eröffnet eine grosse Farbpalette, ohne dass für jeden Ton ein neues Produkt gekauft werden muss. Wer sich an die Reihenfolge Testmenge, Notiz und Trockenprobe hält, erzielt zuverlässige Ergebnisse und kann einen einmal gefundenen Farbton bei Bedarf auch später wieder nachmischen. Für Wandfarben, Acrylfarben, Aquarellfarben oder Lacke finden Sie im LANDI-Sortiment sowohl die passenden Grundfarben als auch das nötige Zubehör wie Pinsel, Rührwerkzeuge und Gefässe für eigene Farbmischungen.
Erfahren Sie noch mehr über Farben und Lasuren in unserem umfangreichen Ratgeber:
Bei jeglichen Fragen und Wünschen rund um Do-it-yourself und Farben helfen wir Ihnen gerne in Ihrem nächsten LANDI-Laden.
Grundsätzlich lassen sich fast alle Farben miteinander mischen, allerdings führen manche Kombinationen zu unklaren, trüben Ergebnissen. Direkte Komplementärfarben wie Rot und Grün oder Blau und Orange ergeben in grösserer Menge gemischt meist ein unschönes Grau oder Braun, statt einen kräftigen neuen Farbton. Auch Farben unterschiedlicher Produktsysteme, etwa wasserbasierte und lösemittelhaltige Lacke, sollten nicht zusammengeführt werden, da sich die chemischen Eigenschaften widersprechen können.
Ja, die Reihenfolge spielt durchaus eine Rolle. Am zuverlässigsten ist es, mit der helleren Grundfarbe zu beginnen und die kräftigere, stärker pigmentierte Farbe nach und nach dazuzugeben. So lässt sich der Farbton schrittweise steuern und ein Übermischen wird vermieden. Bei Aquarellfarben kommt zusätzlich, dass sich nass aufgetragene Schichten auf dem Papier ineinander verlaufen können, wodurch die Auftragsreihenfolge das Ergebnis zusätzlich beeinflusst.
Am einfachsten gelingt das, wenn Sie beim ersten Mischen das genaue Mischverhältnis notieren, etwa in Teilen, Tropfen oder mit einer kleinen Waage. So lässt sich die Mischung später in gleicher Proportion wiederholen. Zusätzlich hilft es, einen kleinen Rest der fertigen Mischung oder eine getrocknete Farbprobe aufzubewahren, um neue Mischungen direkt damit zu vergleichen. Wer grössere Mengen benötigt, sollte die Mischung ausserdem stets in einem einzigen Gefäss zusammenführen, damit die Farbe im ganzen Projekt einheitlich bleibt.