Der Vorhang im Wohnzimmer hängt schief, im Garten fehlt ein Hochbeet, und die Kinder wollen am Wochenende etwas basteln – solche Situationen kennen viele Haushalte in der Schweiz gut. Statt für jede kleine Aufgabe gleich eine Fachperson zu engagieren, greifen immer mehr Menschen selbst zu Werkzeug, Farbe und Bastelmaterial. Genau darum geht es bei DIY: Dinge selber machen, statt sie fertig zu kaufen. Ob Heimwerken, Gartenarbeit oder kreatives Basteln – DIY deckt ein breites Feld ab und lässt sich mit etwas Anleitung auch ohne Profi-Erfahrung umsetzen. Dieser Ratgeber zeigt, was hinter dem Begriff steckt, welche DIY-Projekte sich für Einsteiger eignen und wo die LANDI mit Material und Werkzeug unterstützen kann.
DIY ist die Abkürzung für den englischen Begriff "Do-it-yourself", auf Deutsch etwa "mach es selbst". Der Ausdruck beschreibt Tätigkeiten, bei denen man Arbeiten, Reparaturen oder Gestaltungsaufgaben ohne professionelle Hilfe erledigt – vom Zusammenbauen eines Möbelstücks bis zum Anlegen eines Gartenbeets. Do-it-yourself ist damit kein festes Handwerk, sondern eher eine Haltung: Man traut sich zu, Dinge selber machen zu können, informiert sich vorher und probiert es aus.
In der Schweiz hat DIY in den letzten Jahren spürbar an Beliebtheit gewonnen, unter anderem weil Baumärkte und LANDI-Läden praktische Anleitungen, Werkzeug und Materialien für eigene Projekte anbieten. Auch soziale Medien tragen dazu bei: Bilder von selbstgebautenHochbeeten, umgestalteten Möbeln oder liebevoll gestalteter Deko wecken Lust, ein eigenes Projekt anzupacken. Wer mit DIY startet, muss dabei kein Profi sein – wichtig sind Geduld, die richtige Ausrüstung und der Mut, eine Aufgabe zuerst im Kleinen anzugehen, bevor man sich an grössere Vorhaben wagt. Mit der Zeit wächst nicht nur das handwerkliche Können, sondern auch das Gefühl dafür, welche Arbeiten man sich selbst zutrauen kann und wo eine Fachperson die bessere Wahl bleibt.
Heimwerken ist einer der klassischen Bereiche fürs Selbermachen und reicht von kleinen Reparaturen bis zu grösseren Umbauten in der Wohnung. Wer sich hier sicher fühlt, erledigt vieles selbst, was früher automatisch an eine Fachperson ging. Typisch für diesen Bereich ist, dass Wissen und Werkzeug sich gegenseitig ergänzen: Mit den richtigen Grundtechniken lassen sich viele Arbeiten Schritt für Schritt selbst erlernen, ohne dass gleich eine kostspielige Fachperson nötig wird. Gleichzeitig ist Heimwerken auch eine Frage der Selbsteinschätzung – wer die eigenen Grenzen kennt, spart am Ende Zeit, Nerven und unnötige Kosten für Nachbesserungen.
Schleifen gehört zu den Grundtechniken jedes Heimwerkers. Ob Holzoberflächen vor dem Streichen oder Metallteile vor dem Schweissen – mit dem passenden Schleifpapier und etwas Übung gelingt eine glatte, gleichmässige Oberfläche.
Schweissen erfordert mehr Übung und die richtige Schutzausrüstung, lohnt sich aber für alle, die öfter mit Metall arbeiten – etwa beim Bau eines Gartenzauns oder von Palettenmöbeln mit Metallrahmen. Einsteiger sollten zunächst einen Kurs besuchen, bevor sie zu Hause selber schweissen.
Ob beim Streichen der Wände oder beim Montieren einer Lampe – viele Arbeiten für Heimwerkerinnen und Heimwerker sind ohne Leiter kaum möglich. Wichtig sind ein stabiler, rutschfester Stand, das Sichern der Leiter und ausreichend Abstand zu Stromleitungen. Eine geprüfte Haushaltsleiter aus dem LANDI-Sortiment bietet dafür eine solide Grundlage.
Auch grössere Renovationsarbeiten lassen sich mit etwas Wissen selbst umsetzen, sofern keine baulichen Eingriffe an der Gebäudesubstanz nötig sind. Vor dem Start lohnt sich eine kurze Planung: Welche Räume werden angegangen, welches Material wird benötigt, und wie viel Zeit braucht das Projekt realistisch? Wer diese Fragen vorab klärt, vermeidet Verzögerungen und unnötige Zusatzkosten.
Frische Farbe verändert einen Raum spürbar. Vor dem Streichen lohnt sich das Abkleben von Fenstern, Steckdosen und Bodenleisten. Mit Schablonen lassen sich zudem einfache Muster oder Akzente an der Wand gestalten, ganz ohne Tapete.
Wandfarben, Lacke und Lasuren unterscheiden sich in Deckkraft, Trocknungszeit und Eignung für Innen- oder Aussenbereiche. Für Holzoberflächen im Garten empfehlen sich witterungsbeständige Lasuren, für Wände im Wohnbereich eher matte oder seidenmatte Wandfarben.
Bei Renovationen in älteren Schweizer Liegenschaften kann Asbest in Bodenbelägen, Wandplatten oder Fassaden vorkommen. Da eine sichere Erkennung ohne Labor kaum möglich ist, gilt bei Verdacht: Arbeiten stoppen und eine Fachperson für eine Probe beiziehen. Genau hier verläuft die Grenze von DIY – eine Asbestsanierung gehört nicht in Eigenregie.
Beim Montieren einer Lampe ist vor allem eines wichtig: die Stromzufuhr vorher am Sicherungskasten abschalten und mit einem Spannungsprüfer kontrollieren. Danach lassen sich Kabel anschliessen, die Lampe befestigen und die Sicherung wieder einschalten.
Der Garten bietet besonders viele Möglichkeiten für eigene Projekte, da hier oft mehr Spielraum besteht als in der Wohnung. Kleinere Fehler lassen sich draussen zudem leichter korrigieren, was den Garten zu einem guten Einstiegsfeld für Heimwerkerinnen und Heimwerker macht, die sich an erste grössere Bauprojekte herantasten möchten. Vom kleinen Hochbeet bis zum kompletten Gartenweg lassen sich viele Vorhaben in mehreren Etappen umsetzen, sodass man mit überschaubaren Projekten beginnen und sich Schritt für Schritt an grössere Bauaufgaben herantasten kann. Wer zuerst ein kleineres Projekt umsetzt, gewinnt zudem ein besseres Gefühl dafür, wie viel Material, Zeit und Werkzeug ein grösseres Vorhaben tatsächlich benötigt.
Ein Hochbeet lässt sich mit Holzbrettern, Winkeln und etwas Grundwissen an einem Wochenende bauen. Wichtig sind eine stabile Konstruktion, ein Wühlmausschutz aus Draht am Boden und der richtige Schichtaufbau aus grobem und feinem Material.
Auch ohne Garten lässt sich ein Balkon mit Pflanzkästen, Sichtschutz und selbstgebauten Möbeln gemütlich einrichten. Vertikale Begrünung spart dabei Platz und schafft trotzdem viel Grün.
Ein Gartenweg gliedert den Garten und verbindet einzelne Bereiche miteinander. Für den Unterbau braucht es eine tragfähige Kiesschicht, damit der Weg auch nach Regen stabil und begehbar bleibt.
Beim Verlegen von Gartenplatten kommt es auf ein sauberes, ebenes Fundament an. Ein Splittbett sorgt für gleichmässigen Halt und verhindert, dass sich einzelne Platten mit der Zeit absenken. Eine Wasserwaage hilft dabei, ein leichtes Gefälle einzuplanen, damit Regenwasser kontrolliert abfliessen kann, statt sich auf den Platten zu sammeln.
Ein selbst montierter Gartenzaun schafft Sichtschutz und markiert die Grundstücksgrenze. Vor dem Setzen der Pfosten lohnt sich ein Blick in die kommunalen Bauvorschriften, da diese je nach Schweizer Gemeinde unterschiedlich sind.
Palettenmöbel sind ein beliebtes Upcycling-Projekt: Aus gebrauchten Holzpaletten entstehen mit wenig Aufwand Sitzbänke, Tische oder Lounge-Möbel für Balkon und Garten. Wichtig ist geschliffenes, splitterfreies Holz, besonders wenn Kinder mit dabei sind.
Basteln ist der kreative Teil des Selbermachens und eignet sich besonders gut für gemeinsame Projekte mit der ganzen Familie. Anders als beim Heimwerken oder im Garten geht es hier weniger um Funktion als um Freude am Gestalten – und darum, mit einfachen Materialien etwas Eigenes entstehen zu lassen. Viele Bastelprojekte lassen sich zudem an den Jahresverlauf anpassen: Ostern, Weihnachten, Geburtstage oder der Valentinstag liefern regelmässig neue Anlässe für kleine, überschaubare Ideen. Gerade weil Bastelmaterial meist günstig und der Zeitaufwand pro Projekt gering ist, eignet sich dieser Bereich besonders gut, um erste Erfahrungen mit Werkzeug, Farben und unterschiedlichen Techniken zu sammeln.
Für gute Bastelideen muss es nicht immer aufwendig sein: Papier, Stoffreste, Naturmaterialien oder alte Gläser reichen oft schon aus. Wer regelmässig bastelt, legt sich am besten eine kleine Grundausstattung an Bastelmaterialien zu, damit spontane Ideen nicht am fehlenden Kleberoder Klebeband scheitern. Zu jeder DIY-Idee lohnt sich zudem ein Blick in eine einfache Bastelanleitung, damit die Arbeitsschritte von Anfang an klar sind.
Kinder lieben es, mit den Händen zu arbeiten. Geeignet sind einfache Techniken wie Steinebemalen, Papier falten oder erste Nähprojekte mit einer stumpfen Nadel. Wichtig ist kindgerechtes, ungiftiges Bastelmaterial.
Ein Traumfänger lässt sich mit einem Holzreif, Wolle und Federn einfach selber machen. Die Knüpftechnik ähnelt dem Makramee und eignet sich gut als Einstieg ins textile Basteln.
Steinebemalen ist ein einfaches Projekt für alle Altersgruppen. Mit Acrylfarbe und feinen Pinseln entstehen Motive, Muster oder kleine Botschaften – ideal auch mit Schablonen für gleichmässige Formen.
Auch bei der Deko im eigenen Zuhause lässt sich vieles selber machen, statt fertige Ware zu kaufen. Kleine Anpassungen reichen oft schon, damit sich eine Wohnung stimmiger und persönlicher anfühlt – ganz ohne grosse Umbauarbeiten. Selbst gestaltete Deko hat zudem den Vorteil, dass sie sich genau an die eigenen Räume, Farben und Vorlieben anpassen lässt, was bei gekauften Standardartikeln oft schwierig ist. Wer regelmässig kleine Elemente austauscht oder ergänzt, kann eine Wohnung so mit wenig Aufwand über das ganze Jahr hinweg immer wieder neu wirken lassen.
Beim Einrichten des Wohnzimmers spielen Möbel, Textilien und Wanddeko zusammen. Ein selbstgebautes Regal oder ein Couchtisch aus Massivholz setzen individuelle Akzente im Raum.
Innendekoration lässt sich mit wenigen Handgriffen verändern: Neue Kissenbezüge, ein Wandbild oder frische Vorhänge wirken oft mehr als eine ganze Umgestaltung.
Wer dekorieren lernen möchte, sollte mit wenigen, aufeinander abgestimmten Elementen beginnen. Farben, Materialien und Formen sollten zueinander passen, statt willkürlich kombiniert zu werden.
Zu den beliebten Dekoartikeln gehören Vasen, Kerzenhalter, Bilderrahmen und Tischdekoration für besondere Anlässe. Viele davon lassen sich mit einfachen Materialien auch selber herstellen.
Wer gerne mit Stoff und Garn arbeitet, findet in Häkeln, Stricken, Punch-Needle oder Stickerei vielseitige Techniken für Kissen, Decken oder Wandbehänge. Mit Textilfarbe lassen sich zudem alte Stoffe und Kleidungsstücke im Shabby-Chic-Stil auffrischen. Viele dieser Techniken lassen sich mit wenig Grundausstattung erlernen und eignen sich gut, um Wartezeiten oder Zugfahrten kreativ zu nutzen. Wer erst einmal die Grundtechniken beherrscht, kann Muster, Farben und Materialien beliebig kombinieren und so mit der Zeit einen ganz eigenen Stil entwickeln – von schlichten Kissenbezügen bis zu aufwendigeren Wandbehängen.
Wer öfter Möbel selber bauen möchte, sollte in solides Werkzeug investieren: Stichsäge, Akkuschrauber und ein Massband gehören zur Grundausstattung. Mit etwas Übung entstehen so individuelle Möbelstücke, die genau in die eigenen vier Wände passen. Ein grosser Vorteil selbstgebauter Möbel ist, dass Masse, Material und Optik exakt auf den vorhandenen Platz und die persönlichen Vorlieben abgestimmt werden können – etwas, das bei Katalogware selten möglich ist. Wer mit einem kleinen Projekt wie einem Regal oder einem Beistelltisch beginnt, sammelt zudem wertvolle Erfahrung mit Mass, Material und Werkzeug, bevor grössere Möbelstücke wie ein Bett oder ein Schrank in Angriff genommen werden.
DIY bietet für praktisch jeden Bereich des Zuhauses eine Möglichkeit, selbst aktiv zu werden – vom Heimwerken über den Garten bis zur Deko. Wer mit kleinen Projekten startet, sammelt Erfahrung für grössere Vorhaben und spart dabei oft auch Geld. Wichtig bleibt, die eigenen Grenzen zu kennen: Bei Elektrik, Statik oder Asbestverdacht ist eine Fachperson die sicherere Wahl. Für alles andere gilt: Mit dem passenden Werkzeug und etwas Anleitung lässt sich beim Do-it-yourself vieles selber machen – und die LANDI-Läden bieten dafür Werkzeug, Material und Beratung aus einer Hand.
Bei einfachen Projekten wie Deko, Gartenbauten oder Möbeln aus Paletten spart das Selbermachen meist Geld, da vor allem Material- statt Arbeitskosten anfallen. Bei komplexen Arbeiten mit Spezialwerkzeug oder hohem Zeitaufwand kann ein fertiges Produkt oder eine Fachperson unter dem Strich günstiger sein.
Schon ab dem Vorschulalter können Kinder bei einfachen Aufgaben wie Steine bemalen oder Papierbasteleien mithelfen. Mit zunehmendem Alter lassen sich anspruchsvollere Techniken wie Nähen, Sägen oder erste Werkzeugarbeiten unter Aufsicht dazunehmen.
Bei Arbeiten an der Elektrik, an tragenden Bauteilen, bei Gasleitungen oder bei Asbestverdacht sollte grundsätzlich eine Fachperson beigezogen werden. Auch bei fehlender Erfahrung mit gefährlichem Werkzeug, etwa beim Schweissen, ist ein Kurs oder professionelle Unterstützung sinnvoll. Als Faustregel gilt: Sobald ein Fehler die Sicherheit von Personen oder die Bausubstanz gefährden könnte, ist der Beizug einer Fachperson die verantwortungsvollere Wahl.
Am besten eignen sich stapelbare Boxen, beschriftete Schubladen und Wandhalterungen für Werkzeug. So bleibt der Überblick erhalten, Material wird geschont, und Platz in Keller, Garage oder Bastelzimmer wird optimal genutzt. Wer Werkzeug und Bastelmaterial thematisch trennt – etwa nach Holzarbeiten, Garten und textilem Gestalten –, findet auch nach längerer Pause schnell wieder zurück ins Projekt.