Ein Kratzer hier, ein Wasserfleck dort – wer einen Parkettboden zu Hause hat, kennt die Momente, in denen man sich fragt, ob man wirklich alles richtig macht. Mit der richtigen Technik und den passenden Produkten ist das Reinigen des Parketts aber keine Hexerei. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, worauf es bei der Parkettpflege ankommt, wie Sie verschiedene Parkettarten korrekt behandeln und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.
Parkett ist ein natürlicher Bodenbelag mit Leben: Holz arbeitet, dehnt sich aus und zieht sich zusammen, je nach Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Wer seinen Parkettboden reinigen und pflegen will, muss das im Hinterkopf behalten. Falsch angewandte Pflegemittel, zu viel Wasser oder aggressive Reiniger können die Oberfläche aufquellen lassen, die Lackschicht angreifen oder zu unschönen Verfärbungen führen.
Mit der richtigen Pflege von Parkett hingegen lässt sich die Lebensdauer des Bodens auf viele Jahrzehnte ausdehnen. Hochwertige Parkettböden können bei guter Behandlung 50 Jahre und mehr halten – ein klares Argument für etwas Sorgfalt im Alltag.
Bevor Sie mit dem Reinigen des Parkettbodens beginnen, sollten Sie wissen, welche Oberflächenbehandlung Ihr Boden hat. Die drei häufigsten Typen in Schweizer Haushalten sind:
Versiegeltes Parkett, auch bekannt als lackiertes Parkett, ist mit einer Lackschicht überzogen, die das Holz vor Feuchtigkeit und Schmutz schützt. Diese Schutzschicht erleichtert die Reinigung, denn der Boden ist robuster gegenüber Nässe. Trotzdem gilt: Auch versiegelte Parkettböden dürfen nicht nass gewischt werden.
Geölte Parkettböden sind offenporiger und nehmen Pflegeprodukte tiefer ins Holz auf. Die Holzoberfläche fühlt sich matter und natürlicher an. Geölte Böden sind etwas pflegeintensiver, lassen sich aber leichter ausbessern – einzelne beschädigte Dielen können nachgeölt werden, ohne dass der ganze Boden abgeschliffen werden muss.
Gewachstes Parkett ist heute seltener, findet sich aber noch in älteren Schweizer Häusern. Es braucht regelmässige Pflege mit speziellem Wachs und reagiert empfindlich auf falsche Reinigungsmittel. Verwechseln Sie gewachstes Parkett nie mit versiegeltem Boden – das kann zu irreparablen Schäden führen.
Nicht mit Parkett verwechseln sollte man übrigens Laminat, das zwar ähnlich aussieht, aber aus Kunststoff besteht und ganz anders gepflegt wird.
Ausrüstung für die Parkettpflege
Für eine saubere und schonende Parkettpflege brauchen Sie nicht viel, aber das Richtige:
Achten Sie darauf, dass Ihr Wischmopp gut ausgewrungen ist – das Wischwasser sollte keine Pfützen hinterlassen, sondern den Boden nur leicht befeuchten.
Für die tägliche oder wöchentliche Reinigung reicht es, den Parkettboden zu saugen oder mit einem trockenen Mikrofasertuch zu wischen. Damit entfernen Sie Staub, Haare und feinen Schmutz, bevor er sich festsetzt. Staubsaugen ist besonders effizient – verwenden Sie dabei immer einen Aufsatz, der speziell für Hartböden ausgelegt ist.
Für eine gründlichere Reinigung wischen Sie den Boden nebelfeucht. Das bedeutet: Der Wischmopp oder das Mikrofasertuch ist nahezu trocken – Sie spüren kaum Feuchtigkeit, wenn Sie mit der Hand darüberfahren. Verwenden Sie klares Wasser oder einen speziellen Parkettreiniger, der für die jeweilige Oberflächenbehandlung geeignet ist.
Versiegelte Parkettböden reinigen Sie am besten mit einem pH-neutralen Parkettreiniger, den Sie stark verdünnt dem Wischwasser beigeben. Für geölte Böden eignet sich Holzbodenseife, die das Holz gleichzeitig pflegt und rückfettende Eigenschaften hat. Gewachstes Parkett sollten Sie nur mit wenig Wasser und speziellem Wachspflegemittel behandeln.
Hartnäckige Flecken auf dem Parkettboden sind kein Grund zur Panik. Handeln Sie schnell und punktuell – die betroffene Stelle so wenig wie möglich befeuchten.
Für die meisten Flecken hilft ein Mikrofasertuch, das mit einem geeigneten Fleckenentferner oder verdünntem Parkettreiniger leicht angefeuchtet ist. Wischen Sie nie mit kreisenden Bewegungen, sondern immer in Maserungsrichtung des Holzes.
Bei Fettrückständen helfen Hausmittel wie etwas Spülmittel auf einem feuchten Baumwolltuch – dann sofort mit klarem Wasser nachwischen und trocknen. Für stärkere Verschmutzungen oder alte Flecken gibt es spezielle Intensivreiniger für Parkettböden, die kurz einwirken und dann wieder aufgewischt werden. Solche Grundreiniger oder Intensivreiniger sollten aber nur gelegentlich eingesetzt werden, da sie die Oberfläche belasten können.
Das Raumklima spielt für Parkettböden eine grosse Rolle. In der Schweiz sind die Winter oft trocken und die Sommer feucht – das hat direkte Auswirkungen auf den Boden.
Im Winter, wenn die Heizung läuft, sinkt die Luftfeuchtigkeit oft unter 40 %. Holz trocknet aus, es entstehen Fugen zwischen den Dielen. Ein Luftbefeuchter kann helfen, den optimalen Bereich zwischen 45 und 65 % Luftfeuchtigkeit zu halten.
Im Sommer und bei starker Regenfeuchtigkeit arbeitet das Holz in die andere Richtung und dehnt sich aus. Vermeiden Sie es, die Fenster bei Regen auf Kipp zu lassen, wenn direkt darunter Parkett liegt. Nach dem Putzen im Frühling bietet sich eine Auffrischung des Parketts mit Pflegeöl oder Polish an, um die Oberfläche für die wärmere Jahreszeit vorzubereiten.
Die beste Parkettpflege ist die, die verhindert, dass grober Schmutz überhaupt auf den Boden gelangt. Ein paar einfache Massnahmen machen einen grossen Unterschied:
Geölte Parkettböden sollten je nach Beanspruchung einmal pro Jahr oder öfter nachgeölt werden. Dabei tragen Sie ein spezielles Pflegeöl oder einen Öl-Refresher dünn auf und reiben ihn gut ein. Das Pflegeöl zieht ins Holz ein und erneuert den Schutz von innen.
Bei versiegelten Böden können Sie gelegentlich einen Parkettpolish einsetzen, der kleine Kratzer kaschiert und dem Boden neuen Glanz verleiht. Achten Sie darauf, dass der Polish für versiegelte Parkettböden geeignet ist – manche Produkte sind nur für geölte Böden gedacht.
Wenn der Boden trotz regelmässiger Pflege sehr matt und zerkratzt wirkt, bleibt als letzte Option das Abschleifen und eine neue Versiegelung oder Ölbehandlung. Das ist eine grössere Arbeit, gibt dem Parkettboden aber ein komplett neues Aussehen und verlängert seine Lebensdauer nochmals um viele Jahre. Für diese Arbeit empfiehlt es sich, einen Fachbetrieb beizuziehen.
Viele Schäden an Parkettböden entstehen durch gut gemeinte, aber falsche Pflege. Diese Fehler passieren besonders häufig:
Das Parkett zu reinigen ist einfacher, als viele denken – wenn man die Grundregeln kennt. Wenig Wasser, die richtigen Pflegeprodukte für die jeweilige Holzart und Oberflächenbehandlung, und regelmässige Pflege statt seltener Grosseinsätze: Das sind die wichtigsten Punkte für einen Parkettboden, der über Jahrzehnte schön bleibt.
In den LANDI-Läden finden Sie eine Auswahl an Pflegeprodukten für verschiedene Parkettböden – von Holzbodenseife über Pflegeöle bis zu speziellen Parkettreinigern. Das Fachpersonal berät Sie gerne, welches Produkt für Ihren Boden das Richtige ist.
Parkett darf nebelfeucht gewischt werden, so oft es nötig ist – für die meisten Haushalte bedeutet das einmal pro Woche. Wichtig ist, dass der Mopp oder das Tuch wirklich nur leicht angefeuchtet ist und keine stehende Feuchtigkeit auf dem Boden verbleibt. Häufiges Feuchtwischen mit zu viel Wasser schadet dem Boden dauerhaft.
Für versiegelte Parkettböden gibt es spezielle Parkettpolish-Produkte, die den Glanz auffrischen und feine Kratzer kaschieren. Geölte Parkettböden erhalten neuen Glanz durch Nachölen mit einem geeigneten Pflegeöl oder Öl-Refresher. Beides sollte man höchstens ein- bis zweimal jährlich anwenden.
Für die tägliche Trockenpflege (Staubsaugen oder trockenes Wischen) gibt es keine feste Regel – je nach Haushalt und Belastung kann das täglich oder alle paar Tage sein. Das nebelfeuchte Wischen empfiehlt sich etwa einmal pro Woche. Eine Intensivreinigung oder Grundreinigung ist in der Regel ein- bis zweimal pro Jahr sinnvoll.
Mit richtiger Pflege können hochwertige Parkettböden 50 bis 100 Jahre halten. Massivparkett lässt sich mehrfach abschleifen und neu behandeln, was die Lebensdauer erheblich verlängert. Mehrschichtparkett (Fertigparkett) kann in der Regel ein- bis zweimal abgeschliffen werden, je nach Decklagendicke.
Den einen besten Parkettreiniger gibt es nicht – entscheidend ist, dass das Produkt zur Oberflächenbehandlung Ihres Bodens passt. Für versiegelte Parkettböden eignen sich pH-neutrale Parkettreiniger, für geölte Böden spezielle Holzbodenseifen mit rückfettenden Eigenschaften. Lesen Sie immer die Produktbeschreibung und testen Sie neue Mittel an einer unauffälligen Stelle.
Ja, Staubsaugen ist sogar die bevorzugte Methode für die regelmässige Trockenpflege. Verwenden Sie dabei einen Aufsatz für Hartböden ohne rotierende Bürsten, die den Lack zerkratzen könnten. Die Saugleistung sollte nicht zu stark eingestellt sein.
Nach dem normalen, nebelfeuchten Wischen können Sie den Raum sofort wieder betreten – der Boden trocknet innerhalb weniger Minuten. Nach dem Auftragen von Pflegeöl oder Polish sollten Sie je nach Produkt 30 Minuten bis einige Stunden warten. Bei einer Versiegelung oder neuen Ölbehandlung nach dem Abschleifen kann die Wartezeit je nach Produkt und Schichtanzahl mehrere Tage betragen – halten Sie sich dabei an die Angaben des Herstellers.
Wünschen Sie sich eine detailliertere Beratung zu der korrekten Pflege von Parkett oder Reinigungsprodukten aus unserem Sortiment? Gerne können Sie sich in Ihrem nächsten LANDI-Laden oder über das Internet an uns wenden: