Tipps und Tricks für die Anzucht von Gemüse, Kräutern und Blumen

Mit der richtigen Anzucht legen Sie den Grundstein für kräftige Pflanzen und eine erfolgreiche Gartensaison. Ob Gemüse, Kräuter oder Blumen - viele Pflanzen lassen sich bereits im Haus oder Gewächshaus aus Samen vorziehen. So können Sie früher mit der Gartensaison beginnen und die Jungpflanzen unter geschützten Bedingungen heranziehen. Erfahren Sie, worauf es bei der Aussaat, Pflege und beim Auspflanzen ankommt.

  1. Planung
  2. Der richtige Standort für die Anzucht
  3. Anzucht - Schritt für Schritt
  4. Jungpflanzen richtig pflegen
  5. Jungpflanzen abhärten
  6. Jungpflanzen ins Freiland auspflanzen
  7. Häufige Fehler bei der Anzucht vermeiden
  8. Fazit

Planung

Anzucht oder Direktsaat - ja oder nein:  Nicht alle Pflanzen müssen vorgezogen werden. Einige Gemüse- und Blumensorten können direkt ins Freiland gesät werden, während andere von einer geschützten Anzucht profitieren.

Wärmeliebende Pflanzen wie Tomaten, Peperoni und Auberginen benötigen eine längere Wachstumszeit und werden deshalb meist im Haus oder Gewächshaus vorgezogen. Auch Gurken, Kürbisse und Zucchetti können vorgezogen werden, lassen sich bei ausreichend warmen Temperaturen aber direkt ins Freiland säen.

Karotten, Radieschen und Pastinaken eignen sich besonders gut für die Direktsaat, da sie empfindlich auf das Umpflanzen reagieren.

Optimaler Zeitpunkt:  Der richtige Aussaatzeitpunkt hängt von der Pflanzenart und den Temperaturen ab. Während einige Pflanzen bereits ab Februar oder März vorgezogen werden können, benötigen andere mehr Wärme und sollten erst später ausgesät werden.

Eine zu frühe Aussaat ist nicht immer von Vorteil. Fehlt den Jungpflanzen ausreichend Licht, entwickeln sie häufig lange, dünne und schwache Triebe. Beachten Sie deshalb die Angaben auf der Samenverpackung und berücksichtigen Sie die örtlichen Wetterbedingungen.

Notwendige Materialien für die Anzucht:  Für eine erfolgreiche Anzucht benötigen Sie geeignetes Saatgut, Anzuchtgefässe, Aussaaterde und Wasser. Besonders praktisch sind Anzuchtschalen, kleine Töpfe oder Zimmergewächshäuser.

Verwenden Sie möglichst spezielle Aussaaterde. Diese ist nährstoffarm und fein strukturiert, sodass sich die jungen Wurzeln gut entwickeln können. Achten Sie zudem darauf, dass überschüssiges Wasser aus den Anzuchtgefässen abfliessen kann, um Staunässe zu vermeiden.

Folgende Hilfsmittel sind für eine optimale Anzucht Ihrer Gemüse und Kräuter notwendig:

Der richtige Standort für die Anzucht  

Damit Samen zuverlässig keimen und sich kräftige Jungpflanzen entwickeln, sind Licht, Wärme und Feuchtigkeit entscheidend.

Licht: Nach der Keimung benötigen die meisten Jungpflanzen viel Licht. Ein heller Standort am Fenster ist ideal. Bei zu wenig Licht wachsen die Pflanzen oft lang und dünn. Besonders bei einer frühen Aussaat kann eine Pflanzenlampe sinnvoll sein.

Temperatur: Die optimale Keimtemperatur unterscheidet sich je nach Pflanzenart. Wärmeliebende Kulturen wie Tomaten und Peperoni benötigen meist Temperaturen zwischen 20 und 25 °C. Andere Pflanzen keimen bereits bei tieferen Temperaturen. Beachten Sie die Angaben auf der Samenverpackung.

Feuchtigkeit: Halten Sie die Aussaaterde gleichmässig feucht, aber nicht nass. Verwenden Sie zum Giessen am besten eine Sprühflasche oder eine Giesskanne mit feinem Brausekopf, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden.

Luftzirkulation: Bei der Anzucht in einem Zimmergewächshaus sollte die Abdeckung regelmässig gelüftet werden. Dadurch kann überschüssige Feuchtigkeit entweichen und das Risiko von Schimmelbildung wird reduziert.

Anzucht mehr

Anzucht mehr

Anzucht – Schritt für Schritt

Mit der richtigen Vorgehensweise gelingt die Anzucht von Gemüse, Kräutern und Blumen auch ohne grosse Vorkenntnisse.

Schritt 1: Anzuchtgefässe vorbereiten

Füllen Sie die Anzuchtschalen oder Töpfe mit Aussaaterde und drücken Sie diese leicht an. Befeuchten Sie die Erde anschliessend gleichmässig.

Schritt 2: Samen aussäen

Verteilen Sie die Samen mit ausreichend Abstand auf der Erde. Die richtige Saattiefe hängt von der Pflanzenart ab. Lichtkeimer werden nur leicht angedrückt, während Dunkelkeimer mit Erde bedeckt werden. Beachten Sie die Angaben auf der Samenverpackung.

Schritt 3: Erde feucht halten

Befeuchten Sie die Erde vorsichtig mit einer Sprühflasche oder einem feinen Wasserstrahl. Während der Keimung sollte die Erde nicht austrocknen. Vermeiden Sie jedoch Staunässe.

Schritt 4: Anzuchtgefässe aufstellen

Stellen Sie die Gefässe an einen geeigneten Standort mit der benötigten Keimtemperatur. Ein Zimmergewächshaus kann dabei helfen, die Feuchtigkeit zu halten. Sobald die ersten Keimlinge erscheinen, benötigen die meisten Pflanzen besonders viel Licht.

Schritt 5: Keimlinge pflegen

Kontrollieren Sie die Feuchtigkeit regelmässig und sorgen Sie für ausreichend Licht. Entfernen Sie die Abdeckung eines Zimmergewächshauses nach der Keimung schrittweise, damit sich keine übermässige Feuchtigkeit ansammelt.

Schritt 6: Jungpflanzen pikieren

Sobald die Jungpflanzen neben den Keimblättern die ersten echten Laubblätter entwickelt haben, können sie bei Bedarf vereinzelt werden. Heben Sie die Pflänzchen vorsichtig aus der Erde und setzen Sie diese in einzelne Töpfe. Achten Sie darauf, die empfindlichen Wurzeln möglichst nicht zu beschädigen.

Jungpflanzen richtig pflegen

Nach der Keimung benötigen die Jungpflanzen weiterhin ausreichend Licht, Wasser und Platz, damit sie sich kräftig entwickeln können.

Umtopfen: Werden die Anzuchtgefässe zu klein oder wachsen die Wurzeln bereits aus den Abzugslöchern, sollten die Jungpflanzen in grössere Töpfe umgesetzt werden. Verwenden Sie dafür eine geeignete Pflanzerde.

Giessen: Halten Sie die Erde gleichmässig feucht. Lassen Sie die oberste Erdschicht zwischen den Wassergaben leicht antrocknen, ohne dass der Wurzelballen vollständig austrocknet. Vermeiden Sie Staunässe.

Düngen: In der ersten Wachstumsphase reicht die geringe Nährstoffversorgung der Aussaaterde meist aus. Sobald die Jungpflanzen mehrere echte Laubblätter entwickelt haben und kräftig wachsen, kann bei Bedarf mit einer schwachen Düngergabe begonnen werden. Beachten Sie dabei die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzenart.

Licht: Stellen Sie die Jungpflanzen möglichst hell auf. Bei Lichtmangel entwickeln sie lange, dünne Triebe und werden instabil.

Jungpflanzen abhärten

Jungpflanzen, die im Haus oder Gewächshaus vorgezogen wurden, müssen sich zuerst an die Bedingungen im Freien gewöhnen. Direkte Sonneneinstrahlung, Wind und tiefere Temperaturen können die empfindlichen Pflanzen sonst schädigen.

Beginnen Sie etwa 7 bis 14 Tage vor dem Auspflanzen mit dem Abhärten. Stellen Sie die Jungpflanzen zunächst für wenige Stunden an einen geschützten, halbschattigen Platz im Freien. Verlängern Sie die Aufenthaltsdauer schrittweise und gewöhnen Sie die Pflanzen langsam an die Sonne.

Achten Sie darauf, dass die Temperaturen für die jeweilige Pflanzenart geeignet sind. Bei Frostgefahr oder sehr tiefen Temperaturen sollten empfindliche Jungpflanzen wieder ins Haus geholt werden.

Jungpflanzen ins Freiland auspflanzen

Sobald die Jungpflanzen ausreichend kräftig sind und die Temperaturen es zulassen, können sie ins Freiland gepflanzt werden. Der richtige Zeitpunkt hängt von der Pflanzenart und den örtlichen Wetterbedingungen ab.

Frostempfindliche Pflanzen: Tomaten, Gurken, Zucchetti und Kürbisse sollten erst nach den letzten Frösten ausgepflanzt werden. In vielen Regionen der Schweiz ist dies ab Mitte Mai möglich. Entscheidend sind jedoch die tatsächlichen Temperaturen.

Kältetolerante Pflanzen: Verschiedene Salatsorten, Kohlarten und andere robuste Gemüsearten können je nach Sorte und Witterung bereits früher ins Freiland gepflanzt werden.

Blumen und Kräuter: Auch hier hängt der Auspflanzzeitpunkt von der jeweiligen Pflanzenart ab. Während robuste Arten kühlere Temperaturen vertragen, sollten wärmeliebende Pflanzen erst nach der Frostgefahr ausgepflanzt werden.

Wählen Sie zum Auspflanzen möglichst einen bewölkten Tag oder die Abendstunden. So werden die Jungpflanzen nicht unmittelbar starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Giessen Sie die Pflanzen nach dem Einsetzen gründlich an und achten Sie auf ausreichend Pflanzabstand.

Häufige Fehler bei der Anzucht vermeiden

Nicht immer gelingt die Anzucht auf Anhieb. Häufig sind ungünstige Lichtverhältnisse, falsche Temperaturen oder zu viel Feuchtigkeit die Ursache. Mit den richtigen Massnahmen lassen sich viele Probleme vermeiden.

Samen keimen nicht: Mögliche Ursachen sind eine ungeeignete Keimtemperatur, zu trockene oder zu nasse Erde sowie altes Saatgut. Kontrollieren Sie die Angaben auf der Samenverpackung und achten Sie auf gleichmässige Bedingungen.

Jungpflanzen wachsen lang und dünn: Bei Lichtmangel entwickeln Keimlinge häufig lange, schwache Triebe. Stellen Sie die Pflanzen heller auf oder verwenden Sie bei Bedarf eine geeignete Pflanzenlampe.

Schimmel auf der Erde: Zu viel Feuchtigkeit und mangelnde Luftzirkulation begünstigen die Schimmelbildung. Lüften Sie Zimmergewächshäuser regelmässig und vermeiden Sie Staunässe.

Keimlinge kippen plötzlich um: Wenn junge Pflänzchen am Stängelansatz weich werden und umfallen, kann die sogenannte Umfallkrankheit die Ursache sein. Entfernen Sie betroffene Keimlinge und verwenden Sie für die weitere Anzucht saubere Gefässe und frische Aussaaterde.

Jungpflanzen wachsen nur langsam: Neben zu wenig Licht oder ungeeigneten Temperaturen können auch Platzmangel und eine unzureichende Nährstoffversorgung das Wachstum beeinträchtigen. Kontrollieren Sie die Standortbedingungen und topfen Sie die Pflanzen bei Bedarf um.

Fazit

Mit der richtigen Vorbereitung und etwas Geduld gelingt die Anzucht von Gemüse, Kräutern und Blumen auch zu Hause. Entscheidend sind der passende Aussaatzeitpunkt, ausreichend Licht, die richtige Temperatur und eine gleichmässige Wasserversorgung. Werden die Jungpflanzen sorgfältig gepflegt und vor dem Auspflanzen abgehärtet, schaffen Sie gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gartensaison.