Der Rasen ist staubtrocken, die Tomaten hängen, die Blätter und im Gemüsebeet zeigen sich erste Risse in der Erde – wer einen Garten hat, kennt diese Situation aus den Sommermonaten nur zu gut. Eine durchdachte Bewässerung entscheidet massgeblich darüber, ob Pflanzen gesund wachsen oder unter Trockenstress leiden. Dabei geht es längst nicht nur darum, möglichst viel Wasser auszubringen, sondern den richtigen Zeitpunkt, die passende Menge und die geeignete Methode zu finden. In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf es bei der Bewässerung von Rasen, Beeten und Töpfen ankommt und wie Sie dabei auch noch Wasser sparen.
Ob grosszügiger Rasen, üppiges Gemüsebeet oder Topfpflanzen auf dem Balkon: Jede Pflanze hat einen eigenen Wasserbedarf, der von Standort, Bodenbeschaffenheit und Witterung abhängt. Wer diesen Bedarf kennt und gezielt darauf eingeht, spart nicht nur Wasser, sondern erhält auch gesündere und robustere Pflanzen. Gerade in Zeiten, in denen Trockenperioden auch in der Schweiz häufiger vorkommen, lohnt es sich, die eigene Bewässerung zu überdenken und effizienter zu gestalten. Gleichzeitig steigen vielerorts die Wasserpreise, was einen bewussten Umgang mit Regenwasser und Leitungswasser zusätzlich attraktiv macht. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie dabei vorgehen.
Eine gut geplante Bewässerung berücksichtigt mehrere Faktoren gleichzeitig: den Pflanzentyp, die Bodenbeschaffenheit, den Standort und die verfügbare Wasserquelle wie etwa einen eigenen Brunnen. Wer diese Grundlagen versteht, trifft bei der Wahl der passenden Bewässerungstechnik und Methode deutlich bessere Entscheidungen und vermeidet unnötigen Aufwand. Auch die verfügbare Zeit und das Budget spielen eine Rolle, denn nicht jede Bewässerungslösung muss von Anfang an vollautomatisch sein. Die folgenden Abschnitte führen Sie durch die wichtigsten Überlegungen, von der ersten Planung bis zur passenden Vorbereitung.
Bevor Sie mit der Bewässerung beginnen, lohnt sich ein Blick auf die Gegebenheiten im eigenen Garten. Folgende Faktoren sollten Sie bei der Planung berücksichtigen:
Bewässern Sie Ihren Rasen, sobald die ersten Gräser schlaff werden und das Grün einen leichten Graustich zeigt. Bei lockeren Böden sollten Sie zwei- bis dreimal pro Woche giessen und bei festen und lehmigen Böden einmal pro Woche. Bei Temperaturen ab 30 Grad sollten sie mindestens zweimal in der Woche giessen. Die Bewässerung kann grosszügig erfolgen. Besser ist es, selten mit grossen Wassermengen, statt täglich mit kleinen Wassermengen zu wässern. Das Wasser sollte bei jeder Beregnung 15 Zentimeter tief einsickern. Je nach Bodenart benötigen Sie unterschiedliche Wassermengen: Bei lockeren Sandböden reichen rund 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter zur Bewässerung des Rasens aus, lehmige bis tonige Böden müssen mit 15 bis 20 Litern beregnet werden.
Durch die Wahl des richtigen Zeitpunkts sorgen Sie für eine optimale Wasserversorgung Ihres Rasens und beugen gleichzeitig möglichen Schäden vor. Eine effiziente Bewässerung am frühen Morgen fördert nicht nur das gesunde Wachstum Ihres Rasens, sondern spart auch wertvolles Wasser. Frühmorgens bietet die kühle Bodentemperatur die besten Voraussetzungen, für eine effiziente Wasseraufnahme der Graswurzeln, da die Verdunstung minimal ist. Eine abendliche Bewässerung kann im Gegensatz dazu problematisch sein, da das Erdreich noch aufgeheizt ist und ein grosser Teil des Wassers bereits an der Oberfläche verdunstet und die Wurzeln nicht erreicht. Zudem begünstigt die nächtliche Feuchtigkeit in Kombination mit fallenden Temperaturen die Entwicklung von Pilzerkrankungen. Auch die Bewässerung in der Mittagssonne sollte vermieden werden. Die intensive Sonneneinstrahlung kann in Verbindung mit den Wassertropfen wie eine Lupe wirken und Grashalme oder Blätter verbrennen.
Ist der Herbst trocken und sehr sonnig, können der Rasen und die noch vorhandenen Pflanzen im Gemüse- oder Gartenbeet bewässert werden. Ansonsten kann die Bewässerung bis zum nächsten Frühling warten. Auch die Pflanzen drinnen haben je nach Jahreszeit einen angepassten Wasserbedarf. Im Winter befinden sich viele Zimmerpflanzen in einer Ruhephase, in der sie seltener gegossen werden müssen. In der Wachstumszeit und wenn sie Blüten tragen, benötigen sie in der Regel deutlich mehr Wasser. Auch bei starker Sonneneinstrahlung und bei hohen Temperaturen steigt der Wasserbedarf von Zimmerpflanzen.
Es gibt verschiedene Methoden, um Pflanzen mit Wasser zu versorgen. Je nach Fläche, Aufwand und Pflanzentyp eignet sich eine andere Herangehensweise:
Erfahren Sie noch mehr über Bewässerungssystem in unserem Ratgeber zu diesem Thema:
Je nach gewählter Methode braucht es unterschiedliche Ausrüstung. Folgende Komponenten kommen dabei am häufigsten zum Einsatz:
Vor der ersten Inbetriebnahme eines Bewässerungssystems lohnt sich eine sorgfältige Vorbereitung. Prüfen Sie den Wasserdruck am Wasseranschluss, kontrollieren Sie Schläuche und Verbindungen auf Dichtheit und stellen Sie sicher, dass alle Tropfer und Düsen frei von Verunreinigungen sind. Bei der Verwendung von Regenwasser aus Zisternen oder Regentonnen empfiehlt sich zusätzlich ein Filter, damit keine Partikel die Bewässerungsanlage verstopfen. Ein kurzer Testlauf vor Saisonbeginn hilft, Leckagen oder falsch ausgerichtete Düsen frühzeitig zu erkennen.

Nicht jede Pflanze hat denselben Wasserbedarf. Ein Überblick nach Pflanzentyp hilft dabei, die Bewässerung gezielt anzupassen:
Nicht immer verläuft die Bewässerung nach Schema. Einige Situationen erfordern eine angepasste Herangehensweise:
Damit eine Bewässerungsanlage zuverlässig funktioniert, braucht sie regelmässige Wartung. Folgende Punkte sollten Sie im Blick behalten:
Wer beim Giessen Wasser sparen möchte, findet dafür mehrere Ansatzpunkte:
Mit ein paar einfachen Handgriffen lässt sich die Bewässerung im Alltag noch effizienter gestalten:
Auch mit guten Absichten schleichen sich beim Giessen immer wieder dieselben Fehler ein:
Eine durchdachte Bewässerung ist mehr als blosses Giessen: Sie berücksichtigt Pflanzentyp, Bodenbeschaffenheit, Zeitpunkt und Wasserquelle gleichermassen. Wer auf wassersparende Methoden wie die Tropfbewässerung setzt und Regenwasser nutzt, tut nicht nur den Pflanzen, sondern auch der Umwelt einen Gefallen. Mit der passenden Ausrüstung und etwas Routine wird die Bewässerung im eigenen Garten schnell zur unkomplizierten Aufgabe, die sich nach kurzer Zeit fast von selbst erledigt. In den LANDI-Läden finden Sie eine breite Auswahl an Bewässerungssystemen, von der klassischen Giesskanne bis zum automatischen Bewässerungscomputer, und erhalten dazu auch persönliche Beratung.
Der Wasserverbrauch hängt stark von Fläche, Methode und Witterung ab. Ein Rasensprenger kann pro Stunde mehrere hundert Liter Wasser ausbringen, während eine Tropfbewässerung mit gezielter Wasserabgabe deutlich sparsamer arbeitet. Als grobe Orientierung gilt: Ein Quadratmeter Rasen benötigt bei sommerlichen Temperaturen etwa 15 bis 20 Liter Wasser pro Woche, verteilt auf ein bis zwei Wassergaben.
Kalkhaltiges Leitungswasser kann auf Dauer zu Ablagerungen in Tropfern, Düsen und Schläuchen führen und dadurch die Bewässerungssysteme verstopfen. Einige Pflanzen reagieren zudem empfindlich auf hohe Kalkwerte und zeigen mit der Zeit gelbliche Blätter oder ein verlangsamtes Wachstum. Regenwasser aus der Regentonne ist eine kalkarme Alternative, die sich besonders für kalkempfindliche Pflanzen wie Hortensien oder Rhododendren eignet.
In den meisten Fällen kann die Bewässerung nach ergiebigem Regen pausiert werden. Ein moderner Bewässerungscomputer mit Regensensor übernimmt diese Anpassung automatisch und passt die Wassermenge an die tatsächliche Witterung an. Ausnahmen bilden Topfpflanzen unter einem Vordach oder dichten Baumkronen, da diese vom Regen kaum profitieren und weiterhin von Hand gegossen werden sollten.
Bei anhaltender Trockenheit können Kantone und Gemeinden in der Schweiz zeitlich begrenzte Einschränkungen für die Bewässerung erlassen, etwa Verbote für die Rasenbewässerung tagsüber oder für die Verwendung von Trinkwasser zum Autowaschen. Diese Regelungen werden lokal festgelegt und können je nach Region und Wasserstand der Grundwasserspeicher variieren. Es lohnt sich, bei anhaltender Trockenheit die Mitteilungen der eigenen Gemeinde zu beachten.
Mit einem smarten Bewässerungssystem ist eine dezentrale Steuerung der Bewässerung möglich. Im Garten werden vorab alle Schläuche und Bewässerungselemente sowie die smarte Bewässerungssteuerung eingerichtet. Zusätzlich können ein oder mehrere Sensoren installiert werden. Diese messen die Bodenfeuchtigkeit sowie die Oberflächentemperatur und liefern die Daten an das Gateway Smart Garden. Dieses Gerät ist das Verbindungselement zur kostenlosen Smart Gateway App, über die die Bewässerung gesteuert werden kann. Egal ob Sie zuhause, unterwegs oder im Urlaub sind, mit der App können Sie die ganze Bewässerung jederzeit überwachen und bei Bedarf anpassen.