Wenn die Sommertage in der Schweiz immer heisser werden und das Thermometer regelmässig die 30-Grad-Marke knackt, verwandeln sich viele Innenräume in regelrechte Backöfen. Während einer Hitzewelle wird die Situation noch kritischer. Besonders in dicht besiedelten Gebieten oder in einer Dachwohnung wird die Hitze schnell zur Belastung für das Wohlbefinden und die Konzentration. Doch wie lässt sich eine Wohnung kühlen, ohne dass die Stromrechnung ins Unermessliche steigt oder die Umwelt unnötig belastet wird? In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte darüber, wie Sie Ihre Räume effektiv vor der Sommerhitze schützen und auch bei grosser Hitze einen kühlen Kopf bewahren.
Sommerzeit ist Genusszeit, doch in den eigenen vier Wänden kann die Wärme schnell umschlagen. Wer effizient seine Wohnung kühlen möchte, muss verstehen, dass es nicht nur darum geht, die Raumluft nachträglich abzukühlen, sondern vor allem darum, den Wärmeeintrag von vornherein zu minimieren. In der Schweiz sind viele Gebäude für eine hervorragende Wärmespeicherung im Winter konzipiert, was im Sommer paradoxerweise dazu führen kann, dass die Hitze einmal drinnen kaum mehr entweicht.
Ob Sie in einem modernen Neubau oder in einer charmanten Altbauwohnung leben – es gibt zahlreiche Strategien, um die Raumtemperatur angenehm zu halten. Dabei spielen sowohl bauliche Massnahmen als auch das persönliche Verhalten eine entscheidende Rolle. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit einfachen Mitteln und den richtigen Geräten für ein gesundes Raumklima sorgen.
Um eine Wohnung kühlen zu können, muss man zunächst die Quellen der Wärme identifizieren. Die grösste Wärmequelle ist zweifellos die direkte Sonneneinstrahlung. Wenn Sonnenstrahlen ungehindert durch die Fensterscheiben dringen, tritt der sogenannte Glashauseffekt ein. Die kurzwellige Strahlung wird im Innenraum absorbiert und als langwellige Wärmestrahlung wieder abgegeben, die das Glas nicht mehr so leicht passieren kann.
Ein weiterer Faktor ist die Aussentemperatur. Durch Wärmeleitung gelangt die Hitze über das Mauerwerk und das Dach ins Innere. Besonders Dachgeschosswohnungen leiden unter diesem Effekt, da die Dachflächen des Dachgeschosses den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt sind.
Nicht zu unterschätzen sind zudem interne Wärmequellen. Alle Elektrogeräte, die in Betrieb sind oder sich im Stand-by-Modus befinden, geben Abwärme ab. Selbst wir Menschen produzieren Wärme; in einem gut besetzten Wohnzimmer steigt die Temperatur allein durch die Anwesenheit von Personen spürbar an. Auch eine hohe Luftfeuchtigkeit trägt dazu bei, dass wir die Wärme als drückender empfinden, da der Körper Schweiss weniger effektiv verdunsten kann.
Bevor Sie Massnahmen ergreifen, um Ihre Wohnung kühlen zu lassen, empfiehlt sich eine genaue Bestandsaufnahme. Ein einfaches Thermometer reicht oft nicht aus, um die Behaglichkeit zu beurteilen. Sinnvoller ist ein Hygrometer, das neben der Raumtemperatur auch die Luftfeuchtigkeit misst.
Ideale Raumtemperaturen liegen im Sommer zwischen 22 und 26 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit sollte sich idealerweise im Bereich von 40 bis 60 Prozent bewegen. Wenn die Luftfeuchtigkeit bei hohen Temperaturen zu stark ansteigt, fühlt sich die Luft schwül an. In solchen Fällen ist es wichtig zu wissen, dass zusätzliche Verdunstungskälte (zum Beispiel durch feuchte Tücher) das Problem eher verschlimmern kann, da sie die Feuchtigkeit weiter erhöht.
Lesetipp: Unser Ratgeber über Luftfeuchtigkeit in der Wohnung
Wenn Sie Ihre Wohnung kühlen möchten, beginnt die Arbeit bereits beim ersten Sonnenstrahl. An heissen Tagen gilt es, den Rhythmus des Hauses an den Sonnenstand anzupassen. Das bedeutet: Schützen Sie die Fenster konsequent, bevor die Sonne darauf scheint.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Reduzierung der internen Lasten. Schalten Sie Elektrogeräte komplett aus, statt sie im Stand-by-Modus zu lassen. Auch das Kochen langer Mahlzeiten oder das Benutzen des Backofens sollte in die kühleren Abendstunden verlegt werden, um den Innenraum nicht zusätzlich zu belasten
Es braucht nicht immer eine teure Klimaanlage, um ein Zimmer kühl zu halten. Viele bewährte Methoden basieren auf physikalischen Grundsätzen wie der Thermik und der Verdunstung.
Das A und O ist das richtige Lüften. Sobald die Aussentemperatur höher ist als die Temperatur im Innenraum, sollten alle Fenster geschlossen bleiben. In der Schweiz empfiehlt es sich daher meist, die Fenster in der Zeit von 9:00 bis 21:00 Uhr nicht zu öffnen.
Die beste Zeit für Frischluft ist der frühe Morgen zwischen 5:00 und 7:00 Uhr, wenn die Nachtluft ihre tiefste Temperatur erreicht hat. Nutzen Sie hierbei das Querlüften. Öffnen Sie gegenüberliegende Fenster und Innentüren weit, um einen kräftigen Luftstrom zu erzeugen. Dadurch wird die warme Luft effektiv aus den Räumen gedrückt und durch kühle Luft ersetzt.
Ein altbekanntes Hausmittel ist das Aufhängen von feuchten Tüchern oder das Benutzen von feuchten Laken. Wenn Wasser verdunstet, entzieht es der Umgebung Energie in Form von Wärme. Sie können etwa ein nasses Bettlaken vor ein geöffnetes Fenster hängen (nur nachts) oder im Raum einen Wäscheständer mit frisch gewaschener, feuchter Wäsche platzieren.
Für einen noch intensiveren Kühleffekt können Sie eine Wärmflasche mit kaltem Wasser füllen und diese für einige Zeit in den Kühlschrank legen. Als „Kühlflasche“ am Abend ins Bett gelegt, hilft sie beim Einschlafen. Auch ein Fussbad mit kaltem Wasser wirkt Wunder, um die Körpertemperatur zu senken, was oft effektiver ist, als die gesamte Wohnung kühlen zu wollen.
Wenn Verhaltensmassnahmen nicht mehr ausreichen, bietet die LANDI verschiedene technische Lösungen an, um die Wohnung kühlen zu können.
Ein Ventilator kühlt die Luft streng genommen nicht ab. Er erzeugt lediglich einen Luftstrom, der auf unserer Haut die Verdunstung von Schweiss beschleunigt. Dieser Windchill-Effekt wird als sehr angenehm und kühlend empfunden. Ventilatoren sind sehr energieeffizient und in vielen Varianten erhältlich:
Ein mobiles Klimagerät, oft auch als Monoblock bezeichnet, ist die schnellste Lösung für sofortige Abkühlung. Diese Geräte saugen die Raumluft an, kühlen sie über ein Kältemittel ab und leiten die warme Luft über einen Abluftschlauch nach draussen. Wichtig hierbei ist, dass der Schlauch durch ein geöffnetes Fenster geführt wird, welches mit einer speziellen Abdichtung versehen werden sollte, damit keine warme Luft von draussen nachströmt. Achten Sie beim Kauf unbedingt auf die Energieeffizienz, da diese Geräte vergleichsweise viel Strom verbrauchen.
Luftkühler arbeiten mit dem Prinzip der Verdunstung. Sie besitzen einen Wassertank, der oft mit Eiswürfeln bestückt werden kann. Ein Ventilator bläst die Luft durch eine feuchte Membran. Dies erzeugt eine angenehme Brise, erhöht jedoch auch die Luftfeuchtigkeit im Raum. Bei bereits hoher Luftfeuchtigkeit ist ihre Wirkung begrenzt.
Lesetipp: Unser Leitfaden zu Klimageräten.
Langfristig ist der bauliche Sonnenschutz die effektivste Methode, um die Wohnung kühlen zu müssen. Hierbei unterscheidet man zwischen äusserem und innerem Sonnenschutz.
Dies ist die wirkungsvollste Barriere gegen Hitze, da die Sonnenstrahlen gestoppt werden, bevor sie die Fensterscheibe erreichen.
Wenn eine Montage im Aussenbereich nicht möglich ist (beispielsweise in einer Mietwohnung), helfen innenliegende Massnahmen:
Eine gute Dämmung schützt nicht nur vor Kälte im Winter, sondern dient auch als Hitzeschutz im Sommer. In modernen Häusern kommen zudem immer häufiger Wärmepumpen zum Einsatz. Viele dieser Systeme verfügen über eine „Cooling“-Funktion, bei der das Prinzip der Wärmepumpe umgekehrt wird, um dem Haus Wärme zu entziehen und über die Bodenheizung leicht zu kühlen.
Bewohner einer Dachgeschosswohnung stehen vor besonderen Herausforderungen. Die grossen Dachfenster wirken wie Sonnenkollektoren. Hier sind einfache Tipps besonders wertvoll:
Beim Versuch, das Zimmer kühlen zu wollen, unterlaufen vielen Menschen Fehler, die das Gegenteil bewirken:
Eine Wohnung kühlen zu wollen, erfordert eine Kombination aus Disziplin beim Lüften, effektivem Sonnenschutz und punktuellem Einsatz von Technik. Wer die Fenster bei Hitze geschlossen hält und konsequent verschattet, hat bereits die halbe Miete gewonnen. Die LANDI unterstützt Sie dabei mit einer breiten Palette an Produkten – vom einfachen Ventilator bis zum leistungsstarken Klimagerät. So kommen Sie entspannt und erfrischt durch die heissen Tage.
Die effektivste Methode ohne Klimagerät ist das konsequente Verschatten von aussen und das Querlüften in der Nacht. Nutzen Sie zudem die Verdunstungskälte, indem Sie ein feuchtes Tuch vor einen Ventilator hängen oder kühles Wasser in eine Wärmflasche füllen. Reduzieren Sie zudem alle internen Wärmequellen wie Elektrogeräte.
Für die meisten Menschen liegt die Wohlfühltemperatur im Sommer zwischen 22 und 26 Grad. Im Schlafzimmer darf es gerne etwas kühler sein (ca. 18 bis 20 Grad), um einen erholsamen Schlaf zu ermöglichen. Wichtig ist, dass der Unterschied zwischen Innen- und Aussentemperatur nicht mehr als 6 Grad betragen sollte, um den Kreislauf beim Verlassen der Wohnung nicht zu stark zu belasten.
Den stärksten Kühleffekt erzielen Split-Klimageräte oder hochwertige Monoblock-Klimageräte, da sie der Luft aktiv Wärme entziehen und nach draussen befördern. Präventiv ist jedoch ein aussenliegender Sonnenschutz wie ein Rollladen unschlagbar, da er das Aufheizen gar nicht erst zulässt.
Ventilatoren sind sehr sparsam und verbrauchen oft nur zwischen 20 und 60 Watt. Mobile Klimageräte hingegen können zwischen 800 und 2000 Watt benötigen. Wenn diese den ganzen Tag laufen, schlägt sich das deutlich in der Stromrechnung nieder. Achten Sie daher auf die Energieeffizienzklasse (mindestens A oder A++) und nutzen Sie Timer-Funktionen.
Vermeiden Sie es, den Luftstrom direkt und über längere Zeit auf einzelne Körperpartien wie den Nacken oder die Augen zu richten. Dies kann zu Muskelverspannungen oder zum Austrocknen der Schleimhäute führen. Nutzen Sie die Oszillationsfunktion des Gerätes, damit die Luft im Raum zirkuliert, ohne einen konstanten Zug auf den Körper auszuüben.
Bei grosser Hitze sollten Sie die Fenster unbedingt ganz schliessen. Gekippte Fenster lassen kontinuierlich die warme Luft von aussen herein, was die Raumtemperatur stetig ansteigen lässt. Nur wenn die Aussentemperatur unter die Innentemperatur sinkt (meist spät abends oder nachts), sollten die Fenster weit geöffnet werden.
Wünschen Sie sich eine detailliertere Beratung zu einem bestimmten Klimagerät aus unserem Sortiment?