Schimmel in der Wohnung: Ursachen, Entfernung und Vorbeugung  

 

Ein modriger Geruch in der Ecke, dunkle Flecken hinter dem Schrank oder grüne Verfärbungen an der Wand – wer so etwas entdeckt, möchte sofort handeln. Schimmel in der Wohnung ist nicht nur unästhetisch, sondern kann die Gesundheit belasten und im schlimmsten Fall die Bausubstanz dauerhaft schädigen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Schimmelbefall entsteht, was Sie selbst tun können und wann Sie eine Fachperson beiziehen sollten. 

Inhaltsübersicht

  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist Schimmel?
  3. Schimmel erkennen und testen
  4. Ursachen von Schimmel in der Wohnung
  5. Mögliche Folgen für Gesundheit und Gebäude
  6. Sofortmassnahmen bei Schimmel in der Wohnung
  7. Schimmel entfernen – was Sie selbst tun können
  8. Professionelle Hilfe – wann ist sie nötig?
  9. Produkte und Hilfsmittel
  10. Rechtliche Fragen bei Schimmel in der Mietwohnung
  11. Fazit
  12. FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Thema “Schimmel in der Wohnung”

Das Wichtigste in Kürze

  • Ursache: Schimmelbildung entsteht meist durch hohe Luftfeuchtigkeit und ungenügende Lüftung.
  • Vorbeugung: Stosslüften, richtiges Heizen und gute Luftzirkulation beugen Schimmel wirksam vor.
  • Selbst handeln: Kleine Schimmelflecken können Sie mit geeigneten Mitteln selbst entfernen – bei grossflächigem Befall brauchen Sie professionelle Hilfe.
  • Mietrecht: Bei Schimmel in einer Mietwohnung sind klare Meldepflichten zu beachten.
  • Behörde: Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt, Schimmel stets ernst zu nehmen.

Was ist Schimmel?

Schimmelpilze sind mikroskopisch kleine Pilze, die überall in der Umgebung vorkommen. In Innenräumen werden sie zum Problem, wenn sie auf feuchten Oberflächen Kolonien bilden. Schimmelsporen sind permanent in der Raumluft vorhanden – sie keimen aber nur aus, wenn Feuchtigkeit, Wärme und ein geeigneter Nährboden zusammenkommen. Schimmelarten gibt es viele: von grünem Aspergillus über weissen Penicillium bis zum berüchtigten schwarzen Stachybotrys.

Schimmel erkennen und testen

Die ersten Anzeichen sind oft ein modriger Geruch, bevor überhaupt sichtbare Schimmelflecken entstehen. Weitere Hinweise sind Verfärbungen an Wänden, Decken oder hinter Möbeln sowie feuchte Flecken, die sich nicht erklären lassen. Mit einem Hygrometer lässt sich die relative Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen einfach messen: Werte über 60 Prozent über längere Zeit begünstigen Schimmelbildung deutlich. Im Handel erhältlich sind auch Schimmeltests, mit denen sich Proben von betroffenen Stellen nehmen und auf Schimmelarten untersuchen lassen.

Ursachen von Schimmel in der Wohnung

Schimmel in der Wohnung hat selten nur eine einzelne Ursache. Meistens spielen mehrere Faktoren zusammen:

  • Hohe Luftfeuchtigkeit: Kochen, Duschen, Wäschetrocknen und sogar Atmen erzeugen Wasserdampf. Wenn dieser nicht entweichen kann, steigt die relative Luftfeuchtigkeit und bietet Schimmelpilzen ideale Bedingungen.
  • Falsches Lüften: Gekippte Fenster bringen wenig Luftaustausch, kühlen dafür die Wände ab – ein klassischer Fehler, der Schimmelwachstum begünstigt.
  • Wärmebrücken: An Stellen, wo die Wärmedämmung unterbrochen ist – etwa an Fensterrahmen, Aussenecken oder Rollladenkästen –, ist die Wandoberfläche kälter. Dort kondensiert Wasserdampf leichter zu Kondenswasser.
  • Wasserschäden und Rohrbrüche: Ein Wasserschaden oder ein Rohrbruch, der nicht vollständig getrocknet wird, schafft in der Bausubstanz ideale Bedingungen für Schimmelpilze.
  • Baumängel: Bauliche Mängel oder Bauschäden wie undichte Fassaden, fehlende oder beschädigte Wärmedämmung oder schlecht abgedichtete Kellerräume können zu dauerhaften Feuchtigkeitsproblemen führen.

Mögliche Folgen für Gesundheit und Gebäude

Schimmelpilze in Wohnräumen können ernsthafte Folgen haben – für die Gesundheit der Bewohnenden ebenso wie für die Bausubstanz. Besonders empfindlich reagieren Kinder, ältere Menschen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem.

Gesundheitliche Probleme durch Schimmel in der Wohnung:

  • Atemwegserkrankungen: Husten, Bronchitis und Asthma können durch dauerhaften Kontakt mit Schimmelsporen ausgelöst oder verstärkt werden
  • Allergien: Schimmelpilze sind häufige Auslöser von allergischen Reaktionen wie Niesen, tränenden Augen oder Hautausschlägen
  • Schleimhautreizungen und Müdigkeit: Brennende Augen, laufende Nase oder anhaltende Erschöpfung sind typische Beschwerden bei längerem Schimmelbefall in Innenräumen

Schäden am Gebäude:

  • Bausubstanz: Schimmelpilze zersetzen Holz, Tapeten und Dämmstoffe. Was als oberflächlicher Fleck beginnt, kann sich tief ins Material fressen und zu kostspieligen Bauschäden führen.
  • Wärmedämmung: Durchfeuchtete Dämmstoffe verlieren ihre Wirkung und begünstigen weiteres Schimmelwachstum – ein Teufelskreis.
  • Wertverlust: Unbehandelter Schimmelbefall kann den Wert einer Immobilie dauerhaft mindern.

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt deshalb, bei Schimmel in der Wohnung rasch zu handeln, anstatt auf Besserung zu hoffen.

Sofortmassnahmen bei Schimmel in der Wohnung

Wer Schimmel an der Wand oder in einem anderen Bereich der Wohnung entdeckt, sollte sofort handeln:

  • Quelle suchen: Klären Sie zuerst, woher die Feuchtigkeit kommt. Ohne Beseitigung der Ursache kehrt der Schimmel nach der Entfernung zurück.
  • Betroffene Stellen trocknen: Senken Sie die Luftfeuchtigkeit im Raum und lüften Sie grosszügig.
  • Meldung: Mieterinnen und Mieter einer Mietwohnung sind verpflichtet, einen Schimmelbefall sofort der Verwaltung oder dem Vermieter zu melden.
  • Keine Verbreitung riskieren: Bewegen Sie schimmelbelastete Gegenstände nicht durch die ganze Wohnung, um eine weitere Verbreitung von Schimmelsporen zu vermeiden.

Schimmel entfernen – was Sie selbst tun können

Kleine Schimmelflecken auf nicht porösen Oberflächen können Sie unter Umständen selbst entfernen. Dazu brauchen Sie geeignete Schutzausrüstung und das richtige Reinigungsmittel:

  • Schutzausrüstung:Schutzbrille, Handschuhe und Atemschutzmaske tragen – Schimmelsporen sollten nicht eingeatmet oder in die Augen gelangen.
  • Reinigungsmittel: Als Reinigungsmittel eignen sich spezielle Schimmelentferner auf Basis von Ethylalkohol oder anderen Wirkstoffen.
  • Vorgehen: Betroffene Stellen grosszügig behandeln und danach gut trocknen lassen.
  • Hausmittel: Hausmittel wie Essig oder Backpulver werden oft empfohlen, bekämpfen aber nur die sichtbaren Sporen – nicht die Wurzel des Problems.

Wichtig: Ist der Schimmel auf porösen Materialien wie Tapeten, Gipsplatten oder Holz eingedrungen, reicht oberflächliche Schimmelentfernung nicht aus. Das Material muss ausgewechselt werden.

Erfahren Sie in unserem Ratgeber ausführlich, wie man Schimmel entfernen kann:

Professionelle Hilfe – wann ist sie nötig?

Bei grossflächigem Schimmelbefall (ab etwa 0,5 m²) ist eine professionelle Schimmelsanierung notwendig. Dasselbe gilt, wenn der Schimmel immer wieder zurückkehrt, wenn Baumängel oder Wasserschäden vorliegen oder wenn gesundheitliche Probleme im Raum stehen. Spezialisierte Unternehmen können den Befall analysieren, die Ursache beheben und die Bausubstanz fachgerecht sanieren.

Schimmel vorbeugen: Pflege und Gewohnheiten

Die wirksamste Strategie gegen Schimmel in der Wohnung ist konsequente Vorbeugung:

  • Stosslüften statt Kipplüften: Drei- bis viermal täglich für fünf bis zehn Minuten die Fenster weit öffnen. Das senkt die Luftfeuchtigkeit effektiv, ohne die Wände auszukühlen.
  • Richtig heizen: Gleichmässige Raumtemperaturen ohne grosse Temperaturunterschiede verhindern Kondensation. Auch selten genutzte Räume sollten nicht zu stark ausgekühlt werden.
  • Luftzirkulation fördern: Möbel nicht direkt an Aussenwände stellen – ein paar Zentimeter Abstand verbessern die Luftzirkulation erheblich.
  • Feuchtigkeit reduzieren: Beim Kochen Dunstabzug nutzen, beim Duschen Fenster öffnen, keine Wäsche in der Wohnung trocknen oder dies nur bei geöffnetem Fenster tun.
  • Hygrometer nutzen: Kontrollieren Sie regelmässig die relative Luftfeuchtigkeit. Ideal sind Werte zwischen 40 und 55 Prozent.

Produkte und Hilfsmittel

Im LANDI-Sortiment finden Sie verschiedene Hilfsmittel rund um das Thema Feuchtigkeit und Schimmelvorbeugung: Hygrometer zur Überwachung der Raumluft, Entfeuchter für feuchte Räume, Schimmelentferner für den Einsatz an betroffenen Stellen sowie Schutzausrüstung wie Schutzbrillen und Handschuhe. Auch Reinigungsmittel zur Vorbeugung und Behandlung von Schimmelflecken sind erhältlich.

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Rechtliche Fragen bei Schimmel in der Mietwohnung

Das Schweizer Mietrecht regelt die Verantwortlichkeiten klar: Entsteht Schimmel durch bauliche Mängel am Gebäude, liegt die Verantwortung beim Vermieter. Ist der Schimmelbefall hingegen auf falsches Lüften oder Heizen durch die Mieterinnen und Mieter zurückzuführen, kann die Verantwortung beim Mietenden liegen. Im Streitfall hilft der Mieterinnen- und Mieterverband Schweiz weiter. Halten Sie Meldungen, Fotos und Korrespondenz schriftlich fest.

Fazit

Schimmel in der Wohnung ist kein Schicksal – in den meisten Fällen lässt er sich mit dem richtigen Wissen, konsequentem Lüften und Heizen sowie frühem Handeln dauerhaft verhindern oder beheben. Wer die ersten Anzeichen ernst nimmt, schützt nicht nur die Gesundheit der Bewohnenden, sondern auch die Bausubstanz des Hauses. Bei hartnäckigen Feuchtigkeitsproblemen oder grossflächigem Schimmelbefall lohnt sich der Beizug einer Fachperson – der Schaden wird sonst erfahrungsgemäss grösser und teurer. In den LANDI-Läden finden Sie die nötigen Produkte, um rasch und wirkungsvoll handeln zu können. 

Häufig gestellte Fragen zum Thema “Schimmel in der Wohnung”

Das hängt von der Ursache ab. Entsteht Schimmel infolge eines versicherten Ereignisses – etwa durch einen Rohrbruch oder Wasserschaden – übernimmt in der Regel die Gebäudeversicherung die Kosten für die Schimmelsanierung. Schimmel, der durch falsches Lüften oder Heizen entsteht, gilt hingegen meist als selbst verursacht und wird von keiner Versicherung gedeckt. Sprechen Sie im Zweifelsfall direkt mit Ihrer Versicherung und klären Sie den Fall schriftlich ab.

Nicht unbedingt. Zwar gilt schwarzer Schimmel (Stachybotrys chartarum) als besonders problematisch, weil er Mykotoxine produzieren kann. Doch auch weisse oder grüne Schimmelarten können gesundheitliche Folgen verursachen. Die Farbe allein lässt keine zuverlässige Aussage über die Gefährlichkeit zu. Lassen Sie bei unsicherer Lage eine Fachperson die Schimmelart bestimmen.

Das ist ein sicheres Zeichen, dass die Ursache des Schimmelbefalls nicht beseitigt wurde. Entweder bestehen weiterhin Feuchtigkeitsprobleme – zum Beispiel durch eine Wärmebrücke, einen nicht entdeckten Wasserschaden oder einen Baumangel –, oder das Lüft- und Heizverhalten muss angepasst werden. Solange warme Luft mit hoher Luftfeuchtigkeit auf kalte Oberflächen trifft und kondensiert, bleibt der Nährboden für Schimmelpilze bestehen. Holen Sie sich in diesem Fall fachkundigen Rat.

Visuell lässt sich das nur bedingt beurteilen, da Schimmelpilze auch unsichtbar in der Bausubstanz vorhanden sein können. Ein guter Hinweis ist das Verschwinden des modrigen Geruchs. Verlässlichere Auskunft gibt ein professioneller Schimmeltest, bei dem Proben im Labor auf Schimmelsporen und Schimmelarten untersucht werden. Auch ein Fachbetrieb für Schimmelsanierung kann den Befall messtechnisch prüfen.

 

Wünschen Sie sich eine detailliertere Beratung zu Schimmelbefall oder Reinigungsprodukten aus unserem Sortiment? Gerne können Sie sich in Ihrem nächsten LANDI-Laden oder über das Internet an uns wenden: