Haben Sie schon einmal das unverwechselbare Aroma eines frisch geernteten Kohlrabis direkt aus dem Beet genossen? Dieses knackige Gemüse gehört in der Schweiz zu den beliebtesten Sorten im Hausgarten, da es vergleichsweise anspruchslos ist und schnell wächst. Wenn Sie erfolgreich Kohlrabi pflanzen möchten, gibt es jedoch einige Kniffe bei der Standortwahl, der Setztiefe und der Wasserversorgung zu beachten, damit die Knollen zart bleiben und nicht verholzen. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen, um von Frühjahr bis Herbst eine reiche Ernte einzufahren.
Das Wichtigste in Kürze
Stellen Sie sich vor, Sie gehen an einem sonnigen Junimorgen durch Ihren Gemüsegarten und entdecken die ersten prallen, hellgrünen Knollen, die stolz über der Erde thronen. Kohlrabi ist das ideale Gemüse für alle, die schnelle Erfolge sehen wollen. Im Vergleich zu anderen Kohlarten ist die Kulturdauer kurz, was ihn zu einer perfekten Zwischenfrucht macht. Zudem ist er äusserst gesund: Die Knollen sind reich an Vitamin C und Magnesium, und sogar die Blätter enthalten wertvolle Inhaltsstoffe. Wer regelmässig Kohlrabi pflanzen möchte, sorgt für eine kontinuierliche Versorgung mit frischem Saisongemüse, das direkt vom Beet in die Küche wandert.
Bevor Sie mit dem Kohlrabi anpflanzen beginnen, sollten Sie sich überlegen, wann Sie ernten möchten. Es gibt eine Vielzahl von Kohlrabi-Sorten, die sich in ihrer Wachstumsgeschwindigkeit und Widerstandsfähigkeit unterscheiden.
Diese Varietäten sind darauf gezüchtet, besonders schnell zu wachsen. Frühe Sorten können oft schon nach acht bis zehn Wochen geerntet werden. Bekannte Vertreter wie die Sorte Azur Star zeichnen sich durch ein zartes Fleisch aus, sollten aber zügig verzehrt werden, da sie bei längerer Standzeit im Beet zum Verholzen neigen.
Wenn Sie Kohlrabi für den späteren Sommer oder Herbst planen, greifen Sie zu schossfesten Sorten. Eine Besonderheit unter den Kohlrabisorten ist der Superschmelz. Diese Sorte kann riesige Knollen von mehreren Kilogramm bilden, ohne holzig zu werden. Die Kulturdauer ist hier deutlich länger, doch das Ergebnis beeindruckt jeden Hobbygärtner.
Optisch unterscheiden wir meist zwischen weissen (eigentlich hellgrünen) und blauen (violetten) Varianten. Geschmacklich sind die Unterschiede eher gering, wobei blaue Sorten oft etwas robuster gegenüber kühleren Temperaturen sind und im Garten für hübsche Farbtupfer sorgen.
Kohlrabi gehört botanisch zu den Kreuzblütlern und ist damit verwandt mit Brokkoli und Blumenkohl. Um kräftige Kohlrabiknollen zu entwickeln, stellt die Pflanze bestimmte Ansprüche an ihre Umgebung.
Grundsätzlich liebt das Gemüse einen sonnigen Platz. In sehr heissen Schweizer Sommern kann jedoch ein halbschattiger Standort von Vorteil sein, da der Boden dort weniger schnell austrocknet. Zu viel Schatten führt allerdings dazu, dass die Pflanzen eher in die Höhe schiessen, anstatt eine dicke Knolle zu bilden.
Der Boden im Gemüsebeet sollte locker und gut durchlässig sein. Da Kohlrabi zu den Mittelzehrern gehört, ist eine gute Nährstoffversorgung wichtig, aber er benötigt weniger Dünger als beispielsweise Starkzehrer wie Kopfkohl. Arbeiten Sie vor dem Kohlrabi anpflanzen etwas reifen Kompost in die Erde ein, um die Bodenstruktur zu verbessern.
Achten Sie in Ihrem Gartenplan auf die Fruchtfolge. Pflanzen Sie Kohlrabi nicht direkt nach anderen Kohlarten, um Krankheiten zu vermeiden. In einer Mischkultur verträgt er sich hervorragend mit Salat, Erbsen oder Bohnen. Vermeiden Sie die unmittelbare Nachbarschaft zu anderen Kreuzblütlern wie Radieschen.
Sie können entweder direkt im Laden fertige Setzlinge kaufen oder den Kohlrabi vorziehen. Letzteres bietet Ihnen eine grössere Auswahl an speziellen Sorten.
Bereits Ende März können Sie mit der Aussaat in Anzuchtschalen beginnen. Die Samen keimen bei Zimmertemperatur zuverlässig. Sobald sich nach den Keimblätter das erste richtige Blattpaar zeigt, ist es Zeit für den nächsten Schritt.
Wenn die jungen Pflanzen zu dicht stehen, müssen Sie diese vereinzeln. Setzen Sie jeden Setzling vorsichtig in einen eigenen kleinen Topf. Achten Sie dabei darauf, die feinen Wurzeln nicht zu beschädigen. Ein kräftiger Setzling ist die beste Basis für eine spätere gesunde Knolle.
Ab Mai, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind, können Sie die Samen auch direkt ins Freiland säen. Ziehen Sie dazu kleine Rillen und achten Sie darauf, die Samen später auf den richtigen Pflanzabstand auszudünnen.
Das eigentliche Kohlrabi pflanzen erfordert Fingerspitzengefühl. Die Jungpflanzen sind empfindlich gegenüber extremen Temperaturwechseln.
Bevor Sie die Pflanzen endgültig auspflanzen, sollten Sie diese schrittweise an die Bedingungen im Freien gewöhnen. Stellen Sie die Töpfe für einige Tage tagsüber nach draussen und holen Sie sie nachts wieder herein.
Dies ist der häufigste Fehler beim Kohlrabi pflanzen. Im Gegensatz zu Tomaten darf Kohlrabi keinesfalls tiefer gesetzt werden, als er im Topf stand. Wenn die Herzblätter mit Erde bedeckt sind, bildet sich keine schöne Knolle oder die Pflanze beginnt zu faulen. Die Pflanze sollte fast ein wenig "wackelig" im Boden stehen.
Geben Sie den Pflanzen Platz zum Atmen. Ein Pflanzabstand von etwa 25 bis 30 Zentimetern zwischen den Pflanzen und 30 Zentimetern zwischen den Reihen ist ideal. So können sich die Blätter entfalten und die Luft zirkulieren, was Pilzkrankheiten vorbeugt.
Damit die Qualität der Kohlrabis stimmt, ist eine gleichmässige Pflege während der gesamten Kulturdauer entscheidend.
Kohlrabi reagiert empfindlich auf stark schwankende Bodenfeuchtigkeit. Wenn der Boden austrocknet und anschliessend massiv gewässert wird, nehmen die Zellen zu schnell Wasser auf und die Knolle platzt auf. Giessen Sie daher regelmässig und gleichmässig, besonders im Hochbeet, wo die Erde schneller austrocknet.
Als Mittelzehrer freut sich der Kohlrabi über eine moderate Nährstoffzufuhr. Ein organischer Dünger oder gelegentliches Giessen mit Brennnesseljauche unterstützt das Wachstum. Übertreiben Sie es jedoch nicht mit Stickstoff, da dies Schädlinge anlocken kann.
Halten Sie den Boden um die Pflanzen herum locker, indem Sie vorsichtig hacken. Das Mulchen mit Rasenschnitt oder Stroh hilft dabei, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und unterdrückt gleichzeitig Beikräuter.
Auch im biologischen Anbau gibt es Herausforderungen, denen man mit Prävention begegnen kann.
Der Moment, auf den jeder Gärtner wartet: Wenn die Knollen erntereif sind, beginnt die Kohlrabi-Ernte.
Warten Sie nicht zu lange. Die meisten Sorten schmecken am besten, wenn sie etwa die Grösse eines Tennisballs erreicht haben. Wenn Sie zu spät Kohlrabi ernten, riskieren Sie, dass die Knollen holzig werden und ihr feines Aroma verlieren. Ausnahmen bilden nur Riesensorten wie der Superschmelz.
Schneiden Sie die Knolle mit einem scharfen Messer direkt über dem Boden ab. Entfernen Sie die Wurzeln und die äusseren grossen Blätter direkt im Garten – diese können wunderbar als Mulch oder auf dem Kompost verwendet werden.
Wussten Sie, dass die Herzblätter des Kohlrabi oft mehr Vitamine enthalten als die Knolle selbst? Fein gehackt eignen sie sich hervorragend als Beigabe zu Salaten, Suppen oder als pestoähnliche Sauce.
Frisch geerntet schmeckt Kohlrabi am besten. Im Kühlschrank hält er sich, in ein feuchtes Tuch eingeschlagen, etwa eine Woche. Wenn Sie eine grössere Menge Kohlrabi anpflanzen, können Sie die Knollen auch blanchieren und einfrieren. Lagerfähige Sorten aus der Herbsternte lassen sich im kühlen Keller in Sandkisten mehrere Monate aufbewahren.
Erfolgreich Kohlrabi pflanzen ist kein Hexenwerk, wenn man die Grundbedürfnisse der Pflanze nach Wasser und der richtigen Setztiefe beachtet. Durch die Wahl verschiedener Sorten und eine gestaffelte Aussaat können Sie fast das ganze Jahr über knackige Knollen geniessen. Ob im klassischen Gemüsebeet oder im modernen Hochbeet – Kohlrabi bereichert jeden Garten. Schauen Sie doch in einem unserer LANDI Läden vorbei, dort finden Sie alles vom hochwertigen Saatgut bis zum passenden Dünger für Ihre Gartenprojekte.
Holzigkeit entsteht meist durch Wassermangel oder zu spätes Ernten. Achten Sie auf eine gleichmässige Bodenfeuchte und ernten Sie die Knollen, solange sie noch jung und zart sind.
Ja, Kohlrabi eignet sich hervorragend für das Hochbeet. Da der Boden dort schneller erwärmt, wachsen die Pflanzen oft sogar schneller. Achten Sie hier besonders auf die Bewässerung.
Besonders die Raupen des Kohlweisslings können in kurzer Zeit ganze Pflanzen kahlfressen. Kontrollieren Sie die Blattunterseiten regelmässig oder nutzen Sie Schutznetze.
Das passiert oft nach einer Trockenperiode, wenn plötzlich viel Regen fällt oder intensiv gegossen wird. Die Zellen füllen sich zu schnell mit Wasser und die Haut reisst. Mulchen hilft, die Feuchtigkeit stabil zu halten.