Kohlrabi pflanzen: Der ultimative Guide vom Samen bis zur Ernte   

Haben Sie schon einmal das unverwechselbare Aroma eines frisch geernteten Kohlrabis direkt aus dem Beet genossen? Dieses knackige Gemüse gehört in der Schweiz zu den beliebtesten Sorten im Hausgarten, da es vergleichsweise anspruchslos ist und schnell wächst. Wenn Sie erfolgreich Kohlrabi pflanzen möchten, gibt es jedoch einige Kniffe bei der Standortwahl, der Setztiefe und der Wasserversorgung zu beachten, damit die Knollen zart bleiben und nicht verholzen. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen, um von Frühjahr bis Herbst eine reiche Ernte einzufahren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zeitpunkt: Vorzucht ab Februar, Auspflanzen ins Freiland ab April möglich.
  • Standort: Sonnig bis halbschattig mit nährstoffreichem, gleichmässig feuchtem Boden.
  • Pflanztiefe: Wichtig ist, die Setzlinge nicht zu tief zu setzen, damit sich die Knolle gut entwickeln kann.
  • Pflege: Regelmässiges Giessen ist entscheidend, um das Aufplatzen der Knollen zu verhindern.
  • Ernte: Je nach Sorte zwischen 8 und 20 Wochen nach der Aussaat.

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Einleitung: Die Faszination Kohlrabi - Warum sich der Anbau im eigenen Garten lohnt
  3. Die Wahl der richtigen Sorte: Blau, Weiss und Riesengross
  4. Der ideale Standort: Was Kohlrabi zum Glücklichsein braucht
  5. Schritt 1: Die Aussaat – Vom kleinen Samen zum kräftigen Setzling
  6. Schritt 2: Das Auspflanzen – Den Nachwuchs in die Freiheit entlassen
  7. Schritt 3: Die richtige Pflege – Wasser, Nährstoffe und Aufmerksamkeit
  8. Schritt 4: Schädlinge und Krankheiten natürlich meistern
  9. Schritt 5: Die Ernte – Den perfekten Zeitpunkt abpassen
  10. Zusammenfassung: Ihr Zeitplan für das Kohlrabi-Jahr
  11. Fazit
  12. FAQ – Häufig gestellte Fragen

Die Faszination Kohlrabi - Warum sich der Anbau im eigenen Garten lohnt

Stellen Sie sich vor, Sie gehen an einem sonnigen Junimorgen durch Ihren Gemüsegarten und entdecken die ersten prallen, hellgrünen Knollen, die stolz über der Erde thronen. Kohlrabi ist das ideale Gemüse für alle, die schnelle Erfolge sehen wollen. Im Vergleich zu anderen Kohlarten ist die Kulturdauer kurz, was ihn zu einer perfekten Zwischenfrucht macht. Zudem ist er äusserst gesund: Die Knollen sind reich an Vitamin C und Magnesium, und sogar die Blätter enthalten wertvolle Inhaltsstoffe. Wer regelmässig Kohlrabi pflanzen möchte, sorgt für eine kontinuierliche Versorgung mit frischem Saisongemüse, das direkt vom Beet in die Küche wandert.

Die Wahl der richtigen Sorte: Blau, Weiss und Riesengross

Bevor Sie mit dem Kohlrabi anpflanzen beginnen, sollten Sie sich überlegen, wann Sie ernten möchten. Es gibt eine Vielzahl von Kohlrabi-Sorten, die sich in ihrer Wachstumsgeschwindigkeit und Widerstandsfähigkeit unterscheiden.

Frühe Sorten für den Frühlingshunger

Diese Varietäten sind darauf gezüchtet, besonders schnell zu wachsen. Frühe Sorten können oft schon nach acht bis zehn Wochen geerntet werden. Bekannte Vertreter wie die Sorte Azur Star zeichnen sich durch ein zartes Fleisch aus, sollten aber zügig verzehrt werden, da sie bei längerer Standzeit im Beet zum Verholzen neigen.

Lagerfähige Sommersorten und der "Superschmelz"

Wenn Sie Kohlrabi für den späteren Sommer oder Herbst planen, greifen Sie zu schossfesten Sorten. Eine Besonderheit unter den Kohlrabisorten ist der Superschmelz. Diese Sorte kann riesige Knollen von mehreren Kilogramm bilden, ohne holzig zu werden. Die Kulturdauer ist hier deutlich länger, doch das Ergebnis beeindruckt jeden Hobbygärtner.

Farbenpracht: Der Unterschied zwischen weissem und blauem Kohlrabi

Optisch unterscheiden wir meist zwischen weissen (eigentlich hellgrünen) und blauen (violetten) Varianten. Geschmacklich sind die Unterschiede eher gering, wobei blaue Sorten oft etwas robuster gegenüber kühleren Temperaturen sind und im Garten für hübsche Farbtupfer sorgen.

Der ideale Standort: Was Kohlrabi zum Glücklichsein braucht

Kohlrabi gehört botanisch zu den Kreuzblütlern und ist damit verwandt mit Brokkoli und Blumenkohl. Um kräftige Kohlrabiknollen zu entwickeln, stellt die Pflanze bestimmte Ansprüche an ihre Umgebung.

Lichtverhältnisse: Sonne vs. Halbschatten

Grundsätzlich liebt das Gemüse einen sonnigen Platz. In sehr heissen Schweizer Sommern kann jedoch ein halbschattiger Standort von Vorteil sein, da der Boden dort weniger schnell austrocknet. Zu viel Schatten führt allerdings dazu, dass die Pflanzen eher in die Höhe schiessen, anstatt eine dicke Knolle zu bilden.

Bodenbeschaffenheit: Humusreich und locker

Der Boden im Gemüsebeet sollte locker und gut durchlässig sein. Da Kohlrabi zu den Mittelzehrern gehört, ist eine gute Nährstoffversorgung wichtig, aber er benötigt weniger Dünger als beispielsweise Starkzehrer wie Kopfkohl. Arbeiten Sie vor dem Kohlrabi anpflanzen etwas reifen Kompost in die Erde ein, um die Bodenstruktur zu verbessern.

Fruchtfolge und gute Nachbarn im Beet (Mischkultur)

Achten Sie in Ihrem Gartenplan auf die Fruchtfolge. Pflanzen Sie Kohlrabi nicht direkt nach anderen Kohlarten, um Krankheiten zu vermeiden. In einer Mischkultur verträgt er sich hervorragend mit Salat, Erbsen oder Bohnen. Vermeiden Sie die unmittelbare Nachbarschaft zu anderen Kreuzblütlern wie Radieschen.

Schritt 1: Die Aussaat – Vom kleinen Samen zum kräftigen Setzling

Sie können entweder direkt im Laden fertige Setzlinge kaufen oder den Kohlrabi vorziehen. Letzteres bietet Ihnen eine grössere Auswahl an speziellen Sorten.

Vorzucht auf der Fensterbank: Der richtige Zeitpunkt

Bereits Ende März können Sie mit der Aussaat in Anzuchtschalen beginnen. Die Samen keimen bei Zimmertemperatur zuverlässig. Sobald sich nach den Keimblätter das erste richtige Blattpaar zeigt, ist es Zeit für den nächsten Schritt.

Die Kunst des Pikierens: Setzlinge vereinzeln

Wenn die jungen Pflanzen zu dicht stehen, müssen Sie diese vereinzeln. Setzen Sie jeden Setzling vorsichtig in einen eigenen kleinen Topf. Achten Sie dabei darauf, die feinen Wurzeln nicht zu beschädigen. Ein kräftiger Setzling ist die beste Basis für eine spätere gesunde Knolle.

Direktsaat ins Freiland: Wann und wie?

Ab Mai, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind, können Sie die Samen auch direkt ins Freiland säen. Ziehen Sie dazu kleine Rillen und achten Sie darauf, die Samen später auf den richtigen Pflanzabstand auszudünnen.  

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Schritt 2: Das Auspflanzen – Den Nachwuchs in die Freiheit entlassen

Das eigentliche Kohlrabi pflanzen erfordert Fingerspitzengefühl. Die Jungpflanzen sind empfindlich gegenüber extremen Temperaturwechseln.

Abhärtung: Vorbereitung auf das Aussenklima

Bevor Sie die Pflanzen endgültig auspflanzen, sollten Sie diese schrittweise an die Bedingungen im Freien gewöhnen. Stellen Sie die Töpfe für einige Tage tagsüber nach draussen und holen Sie sie nachts wieder herein.

Die goldene Regel der Pflanztiefe: Bloss nicht zu tief setzen!

Dies ist der häufigste Fehler beim Kohlrabi pflanzen. Im Gegensatz zu Tomaten darf Kohlrabi keinesfalls tiefer gesetzt werden, als er im Topf stand. Wenn die Herzblätter mit Erde bedeckt sind, bildet sich keine schöne Knolle oder die Pflanze beginnt zu faulen. Die Pflanze sollte fast ein wenig "wackelig" im Boden stehen. 

Pflanzabstände einhalten für optimale Knollenentwicklung

Geben Sie den Pflanzen Platz zum Atmen. Ein Pflanzabstand von etwa 25 bis 30 Zentimetern zwischen den Pflanzen und 30 Zentimetern zwischen den Reihen ist ideal. So können sich die Blätter entfalten und die Luft zirkulieren, was Pilzkrankheiten vorbeugt.

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Schritt 3: Die richtige Pflege – Wasser, Nährstoffe und Aufmerksamkeit

Damit die Qualität der Kohlrabis stimmt, ist eine gleichmässige Pflege während der gesamten Kulturdauer entscheidend.

Richtig Giessen: Das Geheimnis gegen holzige Knollen und Platzen

Kohlrabi reagiert empfindlich auf stark schwankende Bodenfeuchtigkeit. Wenn der Boden austrocknet und anschliessend massiv gewässert wird, nehmen die Zellen zu schnell Wasser auf und die Knolle platzt auf. Giessen Sie daher regelmässig und gleichmässig, besonders im Hochbeet, wo die Erde schneller austrocknet.

Düngung: Moderater Hunger auf Stickstoff

Als Mittelzehrer freut sich der Kohlrabi über eine moderate Nährstoffzufuhr. Ein organischer Dünger oder gelegentliches Giessen mit Brennnesseljauche unterstützt das Wachstum. Übertreiben Sie es jedoch nicht mit Stickstoff, da dies Schädlinge anlocken kann.

Bodenpflege: Hacken und Mulchen für ein stabiles Mikroklima

Halten Sie den Boden um die Pflanzen herum locker, indem Sie vorsichtig hacken. Das Mulchen mit Rasenschnitt oder Stroh hilft dabei, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und unterdrückt gleichzeitig Beikräuter.

Schritt 4: Schädlinge und Krankheiten natürlich meistern

Auch im biologischen Anbau gibt es Herausforderungen, denen man mit Prävention begegnen kann.

  • Schutz vor Kohlweissling und Erdflöhen: Ein engmaschiges Kulturschutznetz oder ein Vlies verhindert, dass der Kohlweissling seine Eier auf den Blättern ablegt. Erdflöhe lassen sich durch ständiges Feuchthalten des Bodens vertreiben.
  • Kohlhernie und falscher Mehltau: Um die gefürchtete Kohlhernie zu vermeiden, ist eine weite Fruchtfolge (mindestens 4 Jahre Pause zwischen Kreuzblütlern) zwingend notwendig. Gegen Mehltau hilft ein luftiger Standort und das Giessen direkt an die Wurzel, ohne die Blätter zu benetzen.

Schritt 5: Die Ernte – Den perfekten Zeitpunkt abpassen 

Der Moment, auf den jeder Gärtner wartet: Wenn die Knollen erntereif sind, beginnt die Kohlrabi-Ernte. 

Grösse vs. Geschmack: Wann ist die Knolle am zartesten?

Warten Sie nicht zu lange. Die meisten Sorten schmecken am besten, wenn sie etwa die Grösse eines Tennisballs erreicht haben. Wenn Sie zu spät Kohlrabi ernten, riskieren Sie, dass die Knollen holzig werden und ihr feines Aroma verlieren. Ausnahmen bilden nur Riesensorten wie der Superschmelz.

Die richtige Erntetechnik

Schneiden Sie die Knolle mit einem scharfen Messer direkt über dem Boden ab. Entfernen Sie die Wurzeln und die äusseren grossen Blätter direkt im Garten – diese können wunderbar als Mulch oder auf dem Kompost verwendet werden.

Verwertung der Blätter: Warum Sie das Grün niemals wegwerfen sollten

Wussten Sie, dass die Herzblätter des Kohlrabi oft mehr Vitamine enthalten als die Knolle selbst? Fein gehackt eignen sie sich hervorragend als Beigabe zu Salaten, Suppen oder als pestoähnliche Sauce.

Lagerung und Haltbarkeit: Den Genuss verlängern

Frisch geerntet schmeckt Kohlrabi am besten. Im Kühlschrank hält er sich, in ein feuchtes Tuch eingeschlagen, etwa eine Woche. Wenn Sie eine grössere Menge Kohlrabi anpflanzen, können Sie die Knollen auch blanchieren und einfrieren. Lagerfähige Sorten aus der Herbsternte lassen sich im kühlen Keller in Sandkisten mehrere Monate aufbewahren.

Zusammenfassung: Ihr Zeitplan für das Kohlrabi-Jahr

  • Februar/März: Vorzucht im Haus oder im beheizten Gewächshaus.
  • April/Mai: Erstes Auspflanzen ins Freiland (eventuell mit Vlies schützen).
  • Juni/Juli: Hauptsaison für die erste Kohlrabi Ernte.
  • August: Letzte Sätze für die Herbsternte auspflanzen.
  • Oktober/November: Ernte der späten Sorten vor den ersten starken Frösten.

Fazit

Erfolgreich Kohlrabi pflanzen ist kein Hexenwerk, wenn man die Grundbedürfnisse der Pflanze nach Wasser und der richtigen Setztiefe beachtet. Durch die Wahl verschiedener Sorten und eine gestaffelte Aussaat können Sie fast das ganze Jahr über knackige Knollen geniessen. Ob im klassischen Gemüsebeet oder im modernen Hochbeet – Kohlrabi bereichert jeden Garten. Schauen Sie doch in einem unserer LANDI Läden vorbei, dort finden Sie alles vom hochwertigen Saatgut bis zum passenden Dünger für Ihre Gartenprojekte.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema «Kohlrabi pflanzen»

Holzigkeit entsteht meist durch Wassermangel oder zu spätes Ernten. Achten Sie auf eine gleichmässige Bodenfeuchte und ernten Sie die Knollen, solange sie noch jung und zart sind.

Ja, Kohlrabi eignet sich hervorragend für das Hochbeet. Da der Boden dort schneller erwärmt, wachsen die Pflanzen oft sogar schneller. Achten Sie hier besonders auf die Bewässerung.

Besonders die Raupen des Kohlweisslings können in kurzer Zeit ganze Pflanzen kahlfressen. Kontrollieren Sie die Blattunterseiten regelmässig oder nutzen Sie Schutznetze.

Das passiert oft nach einer Trockenperiode, wenn plötzlich viel Regen fällt oder intensiv gegossen wird. Die Zellen füllen sich zu schnell mit Wasser und die Haut reisst. Mulchen hilft, die Feuchtigkeit stabil zu halten.