Erinnern Sie sich noch an den unvergleichlichen Geschmack von frisch gepflückten grünen Bohnen aus Grossmutters Garten? Wer einmal das Aroma einer sonnenwarmen Schote direkt vom Strauch gekostet hat, weiss, dass das Gemüse aus dem Supermarkt da kaum mithalten kann. Wenn Sie in Ihrem Garten oder auf dem Balkon Bohnen pflanzen, holen Sie sich nicht nur eine geschmackliche Offenbarung ins Haus, sondern auch eine äusserst dankbare Pflanze. Die Kultivierung erfordert zwar ein gewisses Timing in Bezug auf das Schweizer Wetter, ist aber auch für Anfänger problemlos machbar. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie verschiedene Bohnenarten erfolgreich kultivieren und worauf es bei der Pflege ankommt.
Das Wichtigste in Kürze
Das Gärtnern bietet viele Erfolgserlebnisse, doch kaum eine Pflanzengruppe ist so grosszügig wie die Gartenbohnen. Wer Bohnen pflanzen möchte, wird schnell feststellen, dass die grossen Samen zuverlässig keimen und innerhalb weniger Wochen zu kräftigen Pflanzen heranwachsen. Bohnen gehören zur Familie der Schmetterlingsblütler und sind wahre Bodenverbesserer. Dank einer Symbiose mit Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und reichern damit das Erdreich an. Dies macht sie zu einem wertvollen Bestandteil jeder Fruchtfolge in Ihrem Gemüsegarten. Zudem ist die Vielfalt enorm: Von der klassischen grünen Bohne über die violette Bohnensorte bis hin zur imposanten Feuerbohne ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Bevor Sie mit dem Bohnen anpflanzen beginnen, sollten Sie sich für die passende Wuchsform entscheiden. In der Schweiz sind vor allem zwei Typen der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) verbreitet.
Buschbohnen wachsen kompakt und werden meist nicht höher als 40 bis 50 Zentimeter. Sie benötigen keine Rankhilfe und sind daher ideal, wenn Sie in einem Hochbeet oder sogar in Kübeln auf dem Balkon Bohnen pflanzen möchten. Eine beliebte Eigenschaft moderner Züchtungen ist, dass sie fadenlose Schoten bilden, was die Verarbeitung in der Küche erheblich erleichtert. Da die Kulturdauer relativ kurz ist, lassen sie sich wunderbar als Nachkultur einplanen.
Wenn Sie den vertikalen Raum in Ihrem Garten nutzen möchten, ist die Stangenbohne die richtige Wahl. Diese Pflanzen winden sich an Stangen oder Schnüren bis zu drei Meter in die Höhe. Sie liefern pro Quadratmeter oft einen höheren Ertrag als die Buschbohne und dienen im Sommer gleichzeitig als grüner Sichtschutz. Ob im grossen Pflanzgefäss oder direkt im Beet – Stangenbohnen sind ein Blickfang.
Während die klassischen Gartenbohnen Wärme lieben, kommen Feuerbohnen (Prunkbohnen) auch mit rauerem Wetter gut zurecht. Sie blühen wunderschön rot und sind sehr robust. Dicke Bohnen, auch Ackerbohnen genannt, sind streng genommen keine echten Bohnen, werden aber ähnlich verwendet. Sie können bereits viel früher im Jahr gesät werden, da sie leichten Frost vertragen.
Bohnen stammen ursprünglich aus wärmeren Regionen Mittel- und Südamerikas. Entsprechend empfindlich reagieren sie auf Kälte. Wenn Sie Bohnen pflanzen, ist das richtige Timing entscheidend für den Erfolg.
In der Schweiz gilt die alte Gärtnerregel: Bohnen erst nach den Eisheiligen, also nach Mitte Mai, ins Freiland säen. Sobald die Temperaturen unter null Grad sinken, gehen die jungen Keimlinge unweigerlich ein. Selbst Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt können das Wachstum nachhaltig hemmen. Geduld zahlt sich hier also aus.
In höheren Lagen der Schweiz oder wenn Sie eine besonders frühe Ernte anstreben, können Sie Bohnen im Haus oder Gewächshaus vorziehen. Die Jungpflanzen werden ab April in Töpfen gestartet und nach den letzten Frösten ins Freie gesetzt. Der Vorteil ist ein Entwicklungsvorsprung, der Nachteil ist die Empfindlichkeit der Wurzeln beim Auspflanzen. Die Direktsaat ab Ende Mai ist meist unkomplizierter, da die Pflanzen direkt am endgültigen Standort kräftige Wurzeln bilden.
Die Bohnensamen keimen erst zuverlässig, wenn der Boden eine Temperatur von mindestens 12 bis 15 Grad Celsius erreicht hat. Ist die Erde zu kalt und feucht, beginnen die Samen oft zu faulen, bevor sie austreiben können. Ein warmer Frühlingstag ist also das perfekte Startsignal für das Bohnen anpflanzen.
Damit Ihre Bohnen kräftig wachsen und viele Schoten bilden, ist die Wahl des richtigen Platzes essenziell.
Wählen Sie einen sonnigen bis maximal halbschattigen Standort. Die Wärme der Sonne ist wichtig für die Entwicklung des Aromas und die Reifung der Früchte. Da die grossen Blätter der Stangenbohnen viel Angriffsfläche bieten, ist ein windgeschützter Ort von Vorteil. Der Boden sollte locker und wasserdurchlässig sein. Staunässe ist beim Bohnen pflanzen unbedingt zu vermeiden, da dies zu Wurzelfäule führen kann.
Ein grosser Vorteil beim Bohnen anpflanzen ist ihre Bescheidenheit. Da sie sich über die Knöllchenbakterien selbst mit Stickstoff versorgen, benötigen sie kaum zusätzliche Düngung. Zu viel Stickstoff im Boden führt sogar dazu, dass die Pflanzen zwar riesige Blätter bilden, aber kaum Blüten und Früchte ansetzen. Ein wenig reifer Kompost vor der Aussaat reicht in der Regel völlig aus.
Wenn der Boden warm genug ist, geht es an die eigentliche Arbeit. Das Bohnen pflanzen folgt einem einfachen System.
Bohnen sind Dunkelkeimer und sollten etwa 3 bis 5 Zentimeter tief in die Erde gelegt werden. Eine alte Bauernregel besagt: Die Bohne muss die Glocken läuten hören – sie sollte also nicht zu tief vergraben werden. Bei Buschbohnen hält man einen Reihenabstand von 40 Zentimetern und in der Reihe etwa 10 Zentimetern ein. Alternativ ist die Horstsaat beliebt: Dabei legt man alle 30 Zentimeter eine Gruppe von 5 bis 6 Samen in ein Loch.
Sobald die Keimlinge etwa 10 bis 15 Zentimeter hoch sind, sollten Sie die Erde um den Stängel herum leicht anhäufeln. Dies fördert die Bildung zusätzlicher Wurzeln und gibt den Pflanzen deutlich mehr Stabilität, was besonders bei Buschbohnen wichtig ist, damit sie bei Wind nicht umkippen.
Wenn Sie Stangenbohnen pflanzen, müssen die Kletterhilfen stehen, bevor die Samen in den Boden kommen. In der Schweiz sieht man oft klassische Holzstangen, die zu einem Tipi zusammengebunden werden. Aber auch gespannte Schnüre oder Gitter aus Draht funktionieren hervorragend. Die Bohnen winden sich im Gegenuhrzeigersinn nach oben und benötigen keine zusätzliche Befestigung.
Nach dem Bohnen pflanzen ist die Pflege überschaubar, aber an einigen Punkten entscheidend für die Qualität der Ernte.
Besonders in der Phase der Blütenbildung und wenn sich die ersten kleinen Schoten zeigen, brauchen Bohnen ausreichend Wasser. Trockenstress führt dazu, dass die Blüten abgeworfen werden oder die Schoten fadenreich und hart werden. Giessen Sie am besten morgens und vermeiden Sie es, die Blätter nass zu machen, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.
Da Bohnen Flachwurzler sind, sollten Sie beim Hacken von Unkraut vorsichtig sein. Eine Schicht aus Mulch, zum Beispiel angetrockneter Rasenschnitt, hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und unterdrückt gleichzeitig das Unkraut. So müssen Sie weniger gärtnern und die empfindlichen Wurzeln bleiben geschützt.
Der häufigste Schädling beim Bohnen anpflanzen ist die Schwarze Bohnenlaus. Sie tritt oft an den Triebspitzen auf. Ein kräftiger Wasserstrahl oder das Bestäuben mit Gesteinsmehl kann hier helfen. Auch das Pflanzen von Bohnenkraut zwischen die Reihen soll die Läuse durch seinen Duft vertreiben. Achten Sie zudem auf die Bohnenfliege, deren Larven die Keimlinge fressen können; hier hilft ein Vliesschutz in der frühen Phase.
Bohnen sind soziale Pflanzen, aber sie vertragen sich nicht mit jedem Beetnachbarn. Eine kluge Mischkultur hilft, Krankheiten zu vermeiden und den Ertrag zu steigern.
Diese traditionelle Anbaumethode aus Amerika funktioniert auch wunderbar in der Schweiz. Der Mais dient der Bohne als Rankhilfe, die Bohne liefert Stickstoff für den hungrigen Mais, und der Kürbis (oder Zucchini) bedeckt mit seinen grossen Blättern den Boden und schützt ihn vor dem Austrocknen. Es ist ein perfekter kleiner Kreislauf in Ihrem Garten.
Vermeiden Sie die Nachbarschaft zu Zwiebeln, Knoblauch, Lauch oder Schnittlauch. Diese Pflanzen sondern Stoffe über die Wurzeln ab, die das Wachstum der Bohnen hemmen können. Auch Fenchel gilt als eher schlechter Nachbar.
Wann Ihre Bohnen erntereif sind, hängt von der Sorte und dem gewünschten Verwendungszweck ab.
Für grüne Bohnen, die als Ganzes gegessen werden, ist der ideale Zeitpunkt gekommen, wenn die Schoten knackig sind und sich die Kerne im Inneren noch nicht deutlich abzeichnen. Machen Sie den Knack-Test: Wenn die Schote beim Durchbrechen glatt bricht und die Bruchstelle grün und saftig aussieht, ist sie perfekt.
Möchten Sie Bohnen wie Kidney-Bohnen oder Wachtelbohnen für Eintöpfe trocknen, müssen die Schoten so lange an der Pflanze bleiben, bis sie rascheltrocken und braun sind. Erst dann werden die Kerne geerntet und nachgetrocknet.
Ein wichtiger Tipp für eine reiche Ernte: Je öfter Sie pflücken, desto mehr neue Blüten bilden die Pflanzen. Werden die Schoten zu gross und bilden reife Samen, stellt die Pflanze ihre Produktion ein, da ihre Aufgabe der Vermehrung erfüllt ist. Regelmässiges Ernten verlängert den Genuss also erheblich.
Bohnen lassen sich hervorragend konservieren, damit Sie auch im Winter von Ihrer Arbeit im Sommer profitieren können.
Die einfachste Methode ist das Einfrieren. Blanchieren Sie die Bohnen dazu kurz in kochendem Wasser und schrecken Sie sie in Eiswasser ab. So behalten sie ihre Farbe und Vitamine. Auch das klassische Einkochen in Gläsern ist in der Schweiz weit verbreitet und sorgt für einen schnellen Vorrat für Eintöpfe.
Dies kann nicht oft genug betont werden: Rohe Bohnen sind giftig! Sie enthalten Phasin, ein Protein, das die roten Blutkörperchen verklumpen lässt. Erst durch Hitzeeinwirkung beim Kochen (mindestens 10 bis 15 Minuten) wird dieser Stoff zerstört und die Bohnen werden bekömmlich. Achten Sie besonders darauf, wenn Kinder im Garten mithelfen.
Bohnen anpflanzen ist eine Bereicherung für jeden Gartenbesitzer. Mit minimalem Aufwand in der Düngung und etwas Aufmerksamkeit bei der Bewässerung erzielen Sie Ergebnisse, die im Laden unkäuflich sind. Ob Sie sich für die platzsparenden Buschbohnen oder die imposanten Stangenbohnen entscheiden – die Freude über die eigene Ernte ist garantiert. Wenn Sie nun Lust bekommen haben, Ihr eigenes Bohnen-Projekt zu starten, finden Sie in den LANDI Läden alles Nötige, von Bohnensamen bis hin zu stabilen Rankhilfen. Ein erfolgreiches Gartenjahr beginnt mit der richtigen Vorbereitung, und Bohnen sind dabei die idealen Partner.
Bohnen benötigen für eine gute Ernte viel Sonne. Ein Platz im Halbschatten ist möglich, führt aber oft zu einem geringeren Ertrag und einer verzögerten Reife. Vollschatten ist nicht geeignet. Das kann an grosser Hitze und Trockenheit liegen, was den Pollen vertrocknen lässt. Auch ein Überangebot an Stickstoff oder fehlende Bestäuberinsekten können Gründe sein. Ja, eine Pause von mindestens drei Jahren an derselben Stelle ist empfehlenswert, um Bodenmüdigkeit und Krankheiten wie die Brennfleckenkrankheit zu vermeiden. Je nach Sorte und Bodenqualität erreichen sie problemlos eine Höhe von zwei bis drei Metern. Die Rankhilfe sollte entsprechend stabil und hoch genug sein.FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema “Bohnen pflanzen”
Kann man Bohnen im Schatten pflanzen?
Warum blühen meine Bohnen, bilden aber keine Schoten?
Muss ich Bohnen jedes Jahr an eine andere Stelle pflanzen?
Wie hoch wachsen Stangenbohnen?