Stellen Sie sich vor, Sie öffnen an einem warmen Junitag das Fenster und ein intensiver, beruhigender Duft strömt Ihnen entgegen, während das tiefe Blau der Blütenstände in der Sonne leuchtet. Viele Gartenbesitzer in der Schweiz träumen von diesem mediterranen Flair, sind sich aber unsicher, ob die sonnenhungrigen Halbsträucher in unserem Klima gedeihen. Dabei ist das Lavendel pflanzen kein Hexenwerk, wenn man ein paar grundlegende Regeln beachtet. Ob im weitläufigen Kräutergarten oder im kompakten Balkonkasten – Lavendel ist erstaunlich anpassungsfähig. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie den optimalen Standort finden, welche Lavendelarten für die Schweiz am besten geeignet sind und wie Sie durch die richtige Pflege jahrelang Freude an Ihrer Insektenweide haben.
Die Faszination für Lavendel ist ungebrochen. Ursprünglich aus den trockenen Küstenregionen des Mittelmeers stammend, hat sich die Pflanze zu einem der beliebtesten Begleiter für das heimische Kräuterbeet entwickelt. Doch Lavendel ist mehr als nur ein hübscher Farbtupfer. Seine ätherischen Öle wirken beruhigend auf uns Menschen, während die duftenden Blüten eine magische Anziehungskraft auf Bienen, Hummeln und Schmetterlinge ausüben. Wer erfolgreich Lavendel pflanzen möchte, holt sich also nicht nur Ästhetik, sondern auch nützliches Leben in den eigenen Garten. In der Schweiz müssen wir dabei besonders auf die unterschiedlichen Höhenlagen und die damit verbundenen klimatischen Bedingungen achten.
Bevor Sie Ihren Warenkorb im Onlineshop füllen, sollten Sie sich mit den verschiedenen Lavendelsorten vertraut machen. Nicht jede Lavendelart kommt mit dem Schweizer Winter gleich gut zurecht.
Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) – Der winterharte Klassiker
Der echte Lavendel, botanisch Lavandula angustifolia genannt, ist die robusteste Wahl für unsere Breitengrade. Er gilt als absolut winterhart und übersteht auch zweistellige Minustemperaturen problemlos. Er zeichnet sich durch einen kompakten Wuchs und eine Wuchshöhe von etwa 40 bis 60 Zentimetern aus. Je nach Sorte variiert die Blütenfarbe von hellem Violett bis zu tiefem Dunkelblau, wobei es sogar weisse und rosa Züchtungen gibt.
Schopflavendel (Lavandula stoechas) – Der extravagante Südländer
Der Schopflavendel fällt sofort durch seine markanten Hochblätter auf, die wie kleine Flügel über den eigentlichen Blüten sitzen. Er blüht oft schon früher als der echte Lavendel, ist aber in der Schweiz nur bedingt winterhart. Schopflavendel benötigen einen sehr windgeschützten Platz und sollten im Winter idealerweise frostfrei, aber kühl im Haus oder Keller überwintert werden. Er eignet sich hervorragend für die Kübelpflanzung.
Speik-Lavendel und Hybriden – Kraftvolle Düfte für grosse Flächen
Lavandin ist eine natürliche Kreuzung aus echtem Lavendel und Speik-Lavendel. Diese Hybriden wachsen deutlich schneller und üppiger, was sie ideal für grössere Rabatten macht. Allerdings ist Lavandin nicht ganz so frosthart wie Lavandula angustifolia und sollte in höheren Lagen der Schweiz mit Vorsicht gepflanzt werden.
Der Erfolg beim Lavendel pflanzen steht und fällt mit dem Standort. Da es sich um mediterrane Pflanzen handelt, sind ihre Ansprüche an Licht und Boden sehr spezifisch.
Warum Staunässe der grösste Feind des Lavendels ist
Lavendel liebt trockene Füsse. Wenn Wasser im Boden stagniert, beginnen die Wurzeln sehr schnell zu faulen. Ein durchlässiger Boden ist daher die wichtigste Voraussetzung. Wenn Ihr Gartenboden eher lehmig und schwer ist, sollten Sie ihn unbedingt mit reichlich Sand oder feinem Kies aufbereiten. In einem Hochbeet ist die Drainage meist von Natur aus besser, was es zu einem idealen Ort für ein Kräuterbeet macht.
Bodenbeschaffenheit: Kalkreich und nährstoffarm ans Ziel
Im Gegensatz zu vielen anderen Gartenbewohnern bevorzugt Lavendel einen kalkhaltigen Boden. Ein zu saurer Boden hemmt das Wachstum. Zudem sollte die Erde eher nährstoffarm sein. Wenn Sie Lavendel pflanzen, verzichten Sie auf eine starke Grunddüngung. Ein sonniger Standort in voller Sonne sorgt dafür, dass die Pflanze genügend Energie für die Ausbildung der ätherischen Öle hat. Ein vollsonniger Platz, idealerweise an einer nach Süden ausgerichteten Hauswand, ist perfekt.
Das eigentliche Pflanzen von Lavendel erfordert wenig Aufwand, wenn die Vorbereitung stimmt.
Besonderheiten bei der Topfpflanzung auf Balkon und Terrasse
Für die Kübelpflanze im Topf oder im Balkonkasten gelten besondere Regeln. Verwenden Sie unbedingt Gefässe mit einem Abzugsloch. Eine Tonscherbe über dem Loch verhindert, dass dieses durch Erde verstopft. Nutzen Sie eine spezielle Kräutererde oder mischen Sie herkömmliche Blumenerde mit viel Sand. Lavendel pflanzen im Topf bedeutet auch, dass die Pflanze schneller austrocknet als im Freiland, behalten Sie die Feuchtigkeit also im Auge, ohne sie staunass werden zu lassen.
Lavendel ist äusserst pflegeleicht, solange man ihn nicht "zu Tode pflegt". In seiner Heimat muss er mit monatelanger Trockenheit zurechtkommen, was ihn zu einer idealen Pflanze für pflegeleichte Gärten macht.
Richtig wässern, ohne zu ertränken
Frisch gesetzte Pflanzen benötigen in den ersten Wochen regelmässig Wasser, bis sie angewachsen sind. Danach gilt für etablierte Exemplare: Nur bei extremer, langanhaltender Hitze giessen. Lavendel im Steingarten kommt oft ganz ohne zusätzliches Giessen aus. Bei Kübelpflanzen ist hingegen etwas mehr Fingerspitzengefühl gefragt, da das begrenzte Erdvolumen schneller austrocknet.
Warum Sie beim Dünger getrost sparen können
Wird Lavendel zu stark gedüngt, treibt er zwar schnell aus, aber die Triebe werden weich und instabil. Zudem lässt die Intensität des Duftes nach und die Winterhärte sinkt. Eine leichte Kalkgabe im Frühjahr ist meist völlig ausreichend. Wenn Sie überhaupt düngen möchten, nutzen Sie einen organischen Langzeitdünger in minimaler Dosierung am Anfang der Wachstumsphase.
Viele Gartenbesitzer fragen sich: Wann Lavendel schneiden? Der Rückschnitt ist essentiell, damit die Pflanzen nicht von unten her verkahlen und verholzen. Ein ungeschnittener Lavendel verliert nach wenigen Jahren seine Form und blüht kaum noch.
Der erste Schnitt im Frühjahr: Kraft für neue Triebe
Der wichtigste Termin ist das zeitige Frühjahr, etwa im März oder April, sobald keine starken Fröste mehr drohen. Schneiden Sie die Pflanze um etwa zwei Drittel zurück, aber achten Sie darauf, nicht ins alte, bereits verholzte Holz zu schneiden. Es müssen immer noch ein paar grüne Blattpaare an den Trieben verbleiben, damit der Lavendel neu austreiben kann.
Der zweite Schnitt im Sommer: Die Chance auf eine zweite Blüte
Wann Lavendel schneiden im Sommer? Direkt nach der ersten Hauptblüte, meist im Juli oder August. Hierbei werden lediglich die verblühten Blütenstände und ein kurzes Stück der beblätterten Triebe eingekürzt (etwa ein Drittel). Dies regt die Pflanze oft zu einer zweiten, wenn auch kleineren Blüte im Spätsommer an und hält sie kompakt. Wer diesen Lavendel schneiden Termin einhält, sorgt zudem dafür, dass die Pflanze ihre Kraft nicht in die Samenbildung steckt.
In der Schweiz kann der Winter je nach Region sehr streng ausfallen. Während der echte Lavendel meist problemlos draussen bleibt, benötigen andere Lavendelarten etwas Unterstützung.
Gelbe Blätter sind oft ein Zeichen für zu viel Feuchtigkeit oder einen Nährstoffmangel durch einen falschen pH-Wert. Lavendel ist ein graublättriger Halbstrauch, was ihn vor Verdunstung schützt. Wenn er jedoch kahl wird, liegt das meist an einem versäumten Rückschnitt in den Vorjahren. Schädlinge wie Blattläuse treten selten auf, da der starke Duft sie eher abschreckt. Gelegentlich kann bei zu engem Stand Grauschimmel auftreten – hier hilft nur das Auslichten und Verbessern der Luftzirkulation.
Die beste Zeit für die Ernte der Lavendelblüten ist, wenn etwa die Hälfte der Einzelblüten am Blütenstand geöffnet ist. Schneiden Sie die Stiele etwa zehn Zentimeter unter der Blüte ab. Zu Sträussen gebunden und kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet, behalten die Blüten ihr Aroma über Monate. Sie eignen sich hervorragend für Duftsäckchen im Kleiderschrank oder als Dekoration.
Lavendel pflanzen bereichert jeden Garten in der Schweiz um eine duftende, nützliche und optisch ansprechende Komponente. Wenn Sie beim Standort auf Sonne und Durchlässigkeit achten und den Mut zum regelmässigen Rückschnitt aufbringen, wird Ihnen der Lavendel viele Jahre treu bleiben. Er ist der ideale Partner für Rosmarin oder Rosen und verwandelt Ihren Aussenbereich in eine kleine Wohlfühloase.
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Nein, hauptsächlich der echte Lavendel (Lavandula angustifolia) ist bei uns winterhart. Schopflavendel oder Lavandin benötigen in rauen Lagen zusätzlichen Schutz oder müssen frostfrei überwintert werden.
Mischen Sie beim Lavendel pflanzen grosszügig Sand oder feinen Kies unter die Erde. Auch eine Drainage-Schicht aus Schotter am Boden des Pflanzlochs hilft, Staunässe zu vermeiden.
Ernten Sie die Blütenstände an einem sonnigen Vormittag, sobald der Tau getrocknet ist, aber bevor die Mittagssonne die ätherischen Öle zu stark verdampft.
Ja, optisch sind sie ein Traumpaar. Da Rosen jedoch meist nährstoffreichen, feuchten Boden bevorzugen, sollte Lavendel an einer etwas erhöhten, sandigeren Stelle im Rosenbeet platziert werden, damit beide Pflanzen ihre jeweiligen Standortbedürfnisse erfüllt bekommen.