Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen den Boden im Frühling erwärmen und die Lust auf frisches Grün im eigenen Garten steigt, stellt sich oft die Frage nach der idealen Gemüsekultur. Vielleicht haben Sie schon einmal vor Ihrem Gemüsebeet gestanden und sich eine Pflanze gewünscht, die nicht nur äusserst dekorativ aussieht, sondern auch über Monate hinweg zuverlässig Erträge liefert. Wer in der Schweiz Mangold pflanzen möchte, findet in diesem Blattgemüse einen treuen Begleiter, der sowohl im klassischen Gartenbeet als auch im modernen Hochbeet eine hervorragende Figur macht. Die farbenfrohen Blattstiele leuchten in Weiss, Gelb oder tiefem Rot und bringen eine optische Abwechslung in den Gemüsegarten, die kaum eine andere Nutzpflanze bietet. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte über den Anbau, die Pflege und die Ernte dieses vielseitigen Klassikers.
Die Entscheidung für den Eigenanbau von Gemüse ist immer auch eine Entscheidung für Frische und Qualität. Ein absoluter Favorit für Hobbygärtner und Selbstversorger ist dabei der Mangold. Wenn Sie Mangold pflanzen, setzen Sie auf ein traditionsreiches Blattgemüse, das botanisch eng mit der Zuckerrübe und der Roten Bete verwandt ist. Alle gehören zur Gruppe der Gänsefussgewächse (Beta vulgaris). In der Schweiz ist vor allem der Stielmangold, lokal oft als Krautstiel bezeichnet, sehr beliebt. Er besticht durch seine kräftigen, fleischigen Rippen, während der Blattmangold eher wegen seiner zarten Blätter geschätzt wird. Beide Formen sind unkompliziert im Anbau und eignen sich bestens für das Schweizer Klima. In Ihren LANDI Läden finden Sie das passende Saatgut und die nötigen Werkzeuge, um dieses Vorhaben erfolgreich umzusetzen.
Mangold ist ein wahres Wunder an Vielseitigkeit. Er liefert nicht nur wertvolle Vitamine und Mineralstoffe, sondern ist auch eine der dankbarsten Kulturen für das Hochbeet. Da er zu den zweijährigen Pflanzen gehört, kann er bei milder Witterung sogar über den Winter im Beet bleiben und im zeitigen Frühjahr erneut austreiben. Wer regelmässig Mangold pflanzen möchte, profitiert von einer langen Ernteperiode, die vom Frühsommer bis weit in den Herbst hineinreicht. Zudem ist die Pflanze äusserst robust gegenüber Krankheiten, was sie besonders für Einsteiger im Gartenbau attraktiv macht.
Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, sollten Sie den Platz für Ihre Kultur sorgfältig auswählen. Die Pflanze stellt zwar keine extremen Ansprüche, dankt einen optimalen Standort jedoch mit kräftigem Wachstum und intensiven Farben.
Für eine reiche Ernte benötigt Mangold einen sonnigen bis halbschattigen Platz. In der vollen Sonne entwickeln sich die Blattstiele besonders kräftig, während im Halbschatten die Blätter oft zarter bleiben. Da die Pflanze zu den Mittelzehrern gehört, ist ein nährstoffreicher Boden die wichtigste Voraussetzung. Der Boden sollte tiefgründig gelockert und gut wasserdurchlässig sein, um Staunässe zu vermeiden. Es empfiehlt sich, vor dem Mangold pflanzen reifen Kompost in das Beet einzuarbeiten. Dies verbessert die Bodenstruktur und liefert die notwendigen Nährstoffe für die erste Wachstumsphase. Ein neutraler bis leicht kalkhaltiger Boden ist ideal für das Gedeihen der Gänsefussgewächse.
In einem gut geführten Garten spielt die Mischkultur eine zentrale Rolle. Es gibt Pflanzen, die sich gegenseitig im Wachstum fördern und Schädlinge fernhalten.
Bevor Sie Mangold pflanzen, müssen Sie sich für eine Variante entscheiden. In der Schweiz wird meist zwischen zwei Hauptformen unterschieden:
Der Erfolg im Garten beginnt mit dem richtigen Timing und der korrekten Technik beim Ausbringen der Samen.
Sie können Mangold direkt ins Freiland säen oder im Haus vorziehen. Eine Anzucht in Töpfen bietet den Vorteil, dass die Jungpflanzen bereits einen Wachstumsvorsprung haben, wenn sie ins Beet kommen.
Ziehen Sie für die Direktsaat Rillen mit einem Abstand von etwa 30 bis 40 Zentimetern. Legen Sie die Samen etwa zwei Zentimeter tief in die Erde. Da aus einem Samenkorn oft mehrere Keimlinge entspringen (es handelt sich botanisch um Knäuelfrüchte), ist ein späteres Vereinzeln meist unumgänglich.
Damit sich kräftige Einzelpflanzen entwickeln können, ist der richtige Pflanzabstand entscheidend. Wenn die jungen Pflanzen etwa fünf Zentimeter gross sind, sollten sie auf einen Abstand von 25 bis 30 Zentimetern (bei Stielmangold) bzw. 15 bis 20 Zentimetern (bei Blattmangold) vereinzelt werden. Zu dichtes Stehen fördert die Ausbreitung von Pilzkrankheiten und behindert die Ausbildung der markanten Blattstiele. Wenn Sie vorgezogene Jungpflanzen verwenden, können Sie diesen Abstand direkt beim Setzen einhalten. Wer Krautstiel pflanzen will, sollte im Hochbeet besonders auf den Platz achten, da die Pflanzen recht ausladend werden können.
Nachdem Sie Mangold pflanzen konnten, benötigt die Kultur regelmässige Aufmerksamkeit, um bis in den Herbst hinein produktiv zu bleiben.
Mangold hat aufgrund seiner grossen Blattoberfläche eine hohe Verdunstungsrate. Besonders an heissen Sommertagen ist eine gleichmässige Wasserversorgung wichtig. Achten Sie darauf, den Boden stets feucht zu halten, aber vermeiden Sie stehendes Wasser. Wenn die Pflanzen unter Wassermangel leiden, werden die Stiele zäh und die Blätter fangen an zu hängen.
Als Mittelzehrer benötigt die Pflanze während der Wachstumsperiode zusätzlichen Stickstoff. Eine Düngung mit Hornspänen oder einem organischen Gemüsedünger aus Ihrer LANDI ist ideal. Arbeiten Sie die Hornspäne leicht in den Boden ein und giessen Sie anschliessend gründlich. Eine Überdüngung mit mineralischem Stickstoff sollte jedoch vermieden werden, da Mangold dazu neigt, Nitrat in den Blättern anzureichern.
Gerade im Hochbeet trocknet die Erde schneller aus als im Gartenboden. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh hilft dabei, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und unterdrückt gleichzeitig das Auflaufen von Unkraut. Dies spart Arbeit und schont die Ressourcen.
Obwohl Mangold als robust gilt, gibt es einige Widersacher, die dem Gärtner das Leben schwer machen können.
Blattläuse treten oft an den jungen Herzblättern auf. Ein scharfer Wasserstrahl oder eine Behandlung mit Schmierseifenlösung schafft hier meist Abhilfe. Erdflöhe hingegen hinterlassen viele kleine Löcher in den Blättern, was besonders bei Trockenheit auftritt. Hier hilft regelmässiges Hacken und Feuchthalten des Bodens.
Die Larven der Rübenfliege fressen Gänge in das Innere der Blätter (Miniergänge). Ein feinmaschiges Vlies, das direkt nach dem Mangold pflanzen über das Beet gespannt wird, verhindert die Eiablage der Fliege zuverlässig. Echter Mehltau tritt meist erst im Spätsommer bei trocken-warmer Witterung auf. Achten Sie auf ausreichend Pflanzabstände, damit die Blätter nach Regen oder Tau schnell abtrocknen können.
Die Erntezeit ist die schönste Zeit im Gartenjahr. Mangold bietet den Vorteil, dass er über einen sehr langen Zeitraum geerntet werden kann.
Der wichtigste Tipp für eine lange Ernteperiode ist das richtige Vorgehen beim Pflücken. Wenn Sie Krautstiel ernten, sollten Sie immer von aussen nach innen vorarbeiten.
Frisch geernteter Mangold sollte idealerweise sofort verarbeitet werden. In ein feuchtes Tuch eingeschlagen hält er sich im Kühlschrank jedoch etwa zwei bis drei Tage. Die weissen Stiele oder bunten Rippen haben eine längere Garzeit als das grüne Blattfleisch, weshalb es sinnvoll ist, diese zuerst in die Pfanne oder den Topf zu geben. Ob in Rahm gedünstet, als Füllung für Capuns oder einfach kurz in Olivenöl geschwenkt – die Verwendungsmöglichkeiten sind grenzenlos.
In vielen Regionen der Schweiz ist Mangold bedingt winterhart. Mit einem leichten Schutz aus Reisig oder Vlies überstehen die Wurzelstöcke den Winter. Im folgenden Frühjahr treibt die Pflanze sehr früh wieder aus und liefert das erste frische Grün der Saison. Sobald die Pflanze jedoch anfängt zu blühen (zu schossen), werden die Blätter bitter und die Stiele holzig. Dann ist es Zeit, die Kultur abzuräumen und erneut Mangold pflanzen zu gehen.
Wer Mangold pflanzen möchte, entscheidet sich für ein äusserst dankbares und gesundes Gemüse, das den Garten optisch bereichert. Die einfache Pflege, die lange Erntezeit und die robuste Natur machen ihn zu einem Muss für jedes Garten- oder Hochbeet. Ob als klassischer Krautstiel oder bunter Blattmangold – mit der richtigen Vorbereitung und ein wenig Pflege werden Sie mit einer reichen Ausbeute belohnt. In Ihrer LANDI unterstützen wir Sie gerne mit kompetenter Beratung und den passenden Produkten für Ihren Gartenerfolg.
Dies passiert oft bei Stress, wie zum Beispiel durch langanhaltende Trockenheit oder plötzliche Kälteeinbrüche nach der Aussaat. Die Pflanze "denkt", ihr Lebenszyklus neigt sich dem Ende zu, und bildet vorzeitig Blüten. Achten Sie auf eine gleichmässige Wasserversorgung. In kleinen Mengen ist das möglich, etwa als feine Streifen im Salat. Mangold enthält jedoch Oxalsäure, weshalb Menschen mit Nierenproblemen vorsichtig sein sollten. Durch Kochen oder Blanchieren wird der Gehalt an Oxalsäure deutlich reduziert. Beim Mangold pflanzen im Hochbeet sollten Sie bedenken, dass die Erde dort schneller austrocknet und mehr Nährstoffe verbraucht werden. Eine gute Düngung und regelmässiges Giessen sind hier noch wichtiger als im herkömmlichen Gemüsebeet. Ja, das funktioniert sehr gut. Blanchieren Sie die Blätter und Stiele (getrennt aufgrund der Garzeiten) kurz in kochendem Wasser, schrecken Sie sie in Eiswasser ab und frieren Sie sie portionsweise ein. So können Sie Ihren eigenen Mangold das ganze Jahr über geniessen.FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema "Mangold pflanzen"
Warum schiesst mein Mangold schon im ersten Jahr?
Kann man Mangold roh essen?
Wie unterscheidet sich der Anbau im Hochbeet vom Gartenbeet?
Kann man Mangold einfrieren?