Das Pflanzen von Bambus: Der ultimative Guide für Garten und Topf

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen an einem warmen Sommerabend auf Ihrer Terrasse und lauschen dem sanften Rascheln der Blätter, während Sie durch eine grüne Wand vor neugierigen Blicken geschützt sind. Viele Gartenbesitzer träumen von dieser privaten Oase, schrecken aber vor der vermeintlich komplizierten Handhabung dieser exotischen Gräser zurück. Dabei ist das Pflanzen von Bambus kein Hexenwerk, wenn man die wichtigsten Regeln beachtet und die richtige Sorte für den eigenen Standort auswählt. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen, um Ihren Garten oder Balkon dauerhaft mit diesen eleganten Pflanzen zu verschönern.

Bambusse gehören zu den vielseitigsten Gartenpflanzen, die wir in unseren Breitengraden kennen. Sie bieten nicht nur einen hervorragenden Sichtschutz, sondern setzen mit ihren markanten Halmen auch architektonische Akzente. Da das Pflanzen von Bambus eine langfristige Entscheidung ist, sollte die Planung sorgfältig erfolgen. Ob als Hecke, Solitärpflanze oder als Kübelpflanze auf der Terrasse – für fast jede Situation gibt es die passende Bambusart. In den LANDI Läden finden Sie eine grosse Auswahl an passenden Sorten und das nötige Zubehör für ein erfolgreiches Anwachsen. 

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung: Die Faszination Bambus: Warum er in Ihren Garten gehört 
  2. Die Qual der Wahl: Den richtigen Bambus finden
  3. Die alles entscheidende Barriere: Rhizomsperren richtig einbauen
  4. Schritt-für-Schritt: Bambus im Garten einpflanzen
  5. Grüner Sichtschutz auf Balkon und Terrasse: Bambus im Topf
  6. Die Kunst der Pflege: Wasser, Dünger und Schnitt
  7. Häufige Fehler vermeiden: So bleibt Ihr Bambus gesund
  8. Fazit: Ihr Weg zum privaten Bambushain
  9. FAQ – Häufig gestellte Fragen

Die Faszination Bambus: Warum er in Ihren Garten gehört

Bambusse sind botanisch gesehen Gräser, die eine beeindruckende Wuchsgeschwindigkeit an den Tag legen. Viele Bambus-Sorten sind zudem immergrün und behalten ihr Laub auch im kältesten Schweizer Winter. Das macht sie zur idealen Wahl für alle, die das ganze Jahr über eine grüne Struktur im Garten wünschen. Zudem sind viele Arten sehr pflegeleicht, sobald sie einmal fest eingewurzelt sind. Ein weiterer Vorteil ist die enorme Vielfalt der Halme, die von sattem Grün über leuchtendes Gelb bis hin zu tiefem Schwarz reichen können. Das Pflanzen von Bambus ist daher eine Investition in eine dauerhaft attraktive Gartengestaltung.

Die Qual der Wahl: Den richtigen Bambus finden

Bevor Sie mit dem Pflanzen von Bambus beginnen, müssen Sie eine grundlegende Entscheidung treffen. Die Welt der Bambusse teilt sich grob in zwei Lager, die sich in ihrem Wurzelwachstum fundamental unterscheiden. In Ihrer lokalen LANDI Laden beraten wir Sie gerne, welche Gattung für Ihre Platzverhältnisse am besten geeignet ist.

Ausläuferbildend (Leptomorph) vs. Horstbildend (Pachymorph)

Dies ist der wichtigste Punkt bei der Planung. Wenn Sie die falsche Wahl treffen, kann der Bambus innerhalb weniger Jahre Ihren gesamten Garten – und vielleicht auch den des Nachbarn – einnehmen.

  • Fargesia (Horstbildend): Diese Bambusgattung, auch als Schirmbambus oder Gartenbambus bekannt, wächst horstig. Das bedeutet, dass die neuen Triebe direkt neben den alten erscheinen. Die Pflanze wird zwar mit der Zeit breiter, wandert aber nicht durch den Garten. Beliebte Sorten sind etwa Fargesia murielae, Fargesia rufa oder die Sorte Simba.
  • Phyllostachys (Ausläuferbildend): Die Gattung Phyllostachys bildet lange, unterirdische Ausläufer (Rhizome). Diese können mehrere Meter pro Jahr zurücklegen und sogar Asphalt oder Teichfolien durchbohren. Zu dieser Gruppe gehören imposante Arten wie die Phyllostachys aureosulcata. Hier ist eine fachgerechte Rhizomsperre zwingend erforderlich.

Standortfaktoren: Sonne, Schatten und Windschutz

Die meisten Phyllostachys-Arten lieben sonnige Plätze, während viele Fargesia-Sorten wie die Fargesia nitida sich auch in halbschattigen oder schattigen Lagen wohlfühlen. Ein wichtiger Faktor in der Schweiz ist der Windschutz. In exponierten Lagen können kalte Winterwinde die Blätter austrocknen, was oft fälschlicherweise für Frostschäden gehalten wird. Ein geschützter Standort erhöht die Winterhärte der Pflanzen erheblich.

Die alles entscheidende Barriere: Rhizomsperren richtig einbauen

Wenn Sie sich für eine ausläuferbildende Art entscheiden, ist das Pflanzen von Bambus ohne eine hochwertige Rhizomsperre ein riskantes Unterfangen. Eine gewöhnliche Teichfolie oder eine dünne Beeteinfassung reicht hier bei weitem nicht aus. Die Rhizome entwickeln eine enorme Kraft.

Warum eine Wurzelsperre kein optionales Extra ist

Ohne eine Wurzelsperre wird aus dem dekorativen Sichtschutz schnell eine Plage. Die Ausläufer können unter Terrassenplatten auftauchen oder Fundamente beschädigen. Eine korrekte Rhizomsperre besteht aus einer 2 Millimeter dicken Hochdruck-Polyethylen-Folie (HDPE), die meist 70 Zentimeter breit ist. Diese Folie wird senkrecht in den Boden eingegraben und umschliesst den gesamten Wurzelbereich der Pflanze.

Materialwahl und die korrekte Versiegelung der Schienen

Damit die Sperre wirklich sicher ist, müssen die Enden der Folie mit einer speziellen Verschlussschiene aus Aluminium oder Edelstahl fest verschraubt werden. Ein blosses Überlappen der Enden wird von den Rhizomen ignoriert – sie finden jede noch so kleine Lücke. Achten Sie beim Einbau darauf, dass die Sperre etwa 5 Zentimeter aus dem Gartenboden herausragt. So verhindern Sie, dass Rhizome einfach über den Rand der Sperre hinwegwachsen.

Schritt-für-Schritt: Bambus im Garten einpflanzen

Der ideale Zeitpunkt für das Bambus pflanzen ist das zeitige Frühjahr oder der frühe Herbst. So hat die Pflanze genügend Zeit, vor dem ersten Frost oder der grossen Sommerhitze Wurzeln zu schlagen.

  1. Vorbereitung: Stellen Sie den Wurzelballen Ihrer neuen Bambuspflanze vor dem Einsetzen in einen Eimer mit Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  2. Pflanzloch: Heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so breit und tief ist wie der Wurzelballen selbst.
  3. Bodenverbesserung: Lockern Sie den Boden im Pflanzloch gut auf. Mischen Sie schweren Boden mit Sand und Kompost, um den Wasserbedarf der Pflanze zu decken, ohne Staunässe zu riskieren.
  4. Einsetzen: Setzen Sie den Bambus so tief ein, dass die Oberkante des Ballens bündig mit der Erdoberfläche abschliesst oder maximal ein bis zwei Zentimeter mit Erde bedeckt ist.
  5. Auffüllen: Füllen Sie das Loch mit einer Mischung aus Gartenboden und hochwertiger Pflanzerde auf. Treten Sie die Erde vorsichtig fest.
  6. Angiessen: Wässern Sie die Pflanze nach dem Pflanzen von Bambus gründlich ein, damit der Kontakt zwischen Wurzeln und Erde hergestellt wird.

Das richtige Einsetzen und die ideale Pflanztiefe

Achten Sie beim Pflanzen von Bambus darauf, dass Sie ihn nicht zu tief setzen. Zu tief gepflanzte Bambusse neigen zur Fäulnis an den Halmbasen. Eine erste Gabe von Langzeitdünger im Frühjahr hilft der Pflanze, schnell neue Kraft für den Austrieb zu sammeln. Wir führen in unserem Online-Shop speziellen Bambusdünger, der genau auf die Bedürfnisse dieser Gräser abgestimmt ist. Das Pflanzen von Bambus gelingt so besonders nachhaltig.

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Grüner Sichtschutz auf Balkon und Terrasse: Bambus im Topf

Nicht jeder hat einen grossen Garten, aber auf einen grünen Sichtschutz muss niemand verzichten. Ein Bambus im Topf ist eine hervorragende Lösung für Terrassen und Balkone. Allerdings ist die Haltung im Kübel anspruchsvoller als im Freiland.

Die Wahl des richtigen Gefässes: Grösse und Drainage

Für einen Bambus im Topf gilt: Je grösser das Gefäss, desto besser. Ein Volumen von mindestens 40 bis 50 Litern ist für kleinere Arten der Startpunkt. Das Gefäss muss unbedingt über Abzugslöcher verfügen. Eine Schicht aus Blähton am Boden des Topfes dient als Drainage und schützt vor Staunässe, die der Bambus gar nicht verträgt.

Substrat und Winterschutz für Kübelpflanzen

Verwenden Sie eine strukturstabile Erde, die nicht so schnell zusammensackt. Da die Wurzeln im Topf dem Frost viel stärker ausgesetzt sind, ist ein guter Winterschutz essenziell. Umwickeln Sie den Kübel im Winter mit Noppenfolie oder Jutesäcken und stellen Sie ihn auf Füsse, um den Kontakt zum eiskalten Boden zu unterbrechen. Auch als Kübelpflanze benötigt der Bambus im Winter an frostfreien Tagen Wasser. Das Pflanzen von Bambus im Kübel erfordert also etwas mehr Aufmerksamkeit im Winter.

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Die Kunst der Pflege: Wasser, Dünger und Schnitt

Bambusse sind eigentlich sehr genügsame Zeitgenossen, doch ein wenig Aufmerksamkeit danken sie mit üppigem Wachstum und sattgrünen Blättern.

  • Das Giessverhalten: Ein Bambus ist ein durstiger Gast. Die grossen Blattflächen verdunsten viel Wasser. Rollen sich die Blätter ein, ist das ein klares Zeichen für Wassermangel. Giessen Sie durchdringend, aber vermeiden Sie, dass die Pflanze nasse Füsse bekommt.
  • Düngung: Bambus benötigt viel Stickstoff. Eine regelmässige Düngung von März bis August ist wichtig. Verwenden Sie am besten einen speziellen Bambusdünger oder einen hochwertigen Rasendünger. Ab September sollte nicht mehr gedüngt werden, damit die neuen Halme vor dem Winter ausreifen können.
  • Schnitt: Sie können Ihren Bambus jederzeit in Form schneiden. Das Auslichten alter, vertrockneter Halme im Frühjahr fordert die Belüftung der Pflanze und lässt Licht an die neuen Triebe. Wenn Sie eine Hecke aus Fargesia murielae haben, können Sie diese mit der Heckenschere wie eine normale Hecke stutzen.

Häufige Fehler vermeiden: So bleibt Ihr Bambus gesund

Oft erreichen uns Fragen zu gelben Blättern oder kümmerlichem Wuchs. Meist lassen sich diese Probleme auf einfache Ursachen zurückführen, die man schon beim Pflanzen von Bambus hätte minimieren können.

Gelbe Blätter und Schädlinge richtig deuten

Ein gewisser Blattverlust im Frühjahr ist normal, da der Bambus sein Laub erneuert. Sind jedoch übermässig viele Blätter gelb, kann dies an einem Nährstoffmangel (oft Eisen oder Stickstoff) oder an Staunässe liegen. Schädlinge wie Wollläuse oder Spinnmilben treten gelegentlich auf, lassen sich aber mit biologischen Mitteln aus unserem Sortiment gut bekämpfen.

Der Umgang mit Trockenstress im Winter

Das grösste Risiko für winterharte Bambusse in der Schweiz ist nicht der Frost, sondern die Trockenheit. Da die Pflanzen immergrün sind, verdunsten sie auch im Winter Wasser. Bei gefrorenem Boden kann die Pflanze kein Wasser nachsaugen und vertrocknet (Frosttrocknis). Giessen Sie Ihren Bambus daher unbedingt auch im Winter an frostfreien Tagen, besonders wenn er an einem sonnigen Platz steht.

Fazit: Ihr Weg zum privaten Bambushain

Das Pflanzen von Bambus bereichert jeden Garten um eine exotische und zugleich beruhigende Komponente. Wenn Sie die Unterscheidung zwischen horstbildenden und ausläuferbildenden Arten beachten und bei Bedarf eine Rhizomsperre korrekt einbauen, werden Sie viele Jahre Freude an Ihren Pflanzen haben. Ob als dichter Sichtschutz oder elegante Kübelpflanze – Bambus ist modern, funktional und überraschend anpassungsfähig an unser Schweizer Klima. Mit dem richtigen Wissen über das Pflanzen von Bambus steht Ihrem Projekt nichts mehr im Weg.

In Ihrer LANDI finden Sie alles, was Sie für Ihr Projekt benötigen: Von der kräftigen Bambuspflanze aus der Baumschule über die passende Erde bis hin zum Profi-Dünger. Wir freuen uns darauf, Sie bei der Gestaltung Ihres Gartens zu unterstützen. 

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema "Bambus pflanzen"

Nein, nur für ausläuferbildende Arten wie Phyllostachys. Horstbildende Arten wie Fargesia benötigen keine Sperre, da sie keine weiten Ausläufer bilden. Das Pflanzen von Bambus der Gattung Fargesia ist daher für kleine Gärten unkomplizierter.

Nach dem Bambus pflanzen benötigt die Pflanze meist ein bis zwei Jahre, um sich am neuen Standort zu etablieren. Danach können viele Arten, je nach Nährstoffversorgung, zwischen 30 und 100 Zentimetern pro Jahr wachsen.

Solange der Boden nicht gefroren ist, kann man theoretisch das ganze Jahr über Bambus-Pflanzen setzen. Wir empfehlen jedoch das Frühjahr für das Pflanzen von Bambus, damit die Pflanze vor dem ersten harten Winter gut eingewurzelt ist.

Einige Bambusarten blühen nur alle 80 bis 120 Jahre. Nach der Blüte sterben viele Arten leider ab. Bei modernen Züchtungen der Fargesia murielae wurde jedoch darauf geachtet, Sorten zu selektieren, die eine hohe Blühresistenz aufweisen.