Tipps bei Hitze: So schützen Sie sich an heissen Sommertagen  

Wenn das Thermometer in der Schweiz auf über 30 Grad klettert und die Hitze Tag für Tag anhält, wird der Alltag zur echten Herausforderung. Ob im Garten, auf dem Hof oder im Haushalt – wer weiss, wie er sich bei Hitze richtig verhält, schützt seine Gesundheit und bleibt leistungsfähig. Dieser Ratgeber gibt Ihnen praktische Tipps zum Hitzeschutz, erklärt typische Fehler und zeigt, worauf besonders gefährdete Personen achten müssen.  

Inhaltsübersicht

  1. Die wichtigsten Informationen auf einen Blick
  2. Wenn die Temperaturen steigen: Warum Hitze ernst zu nehmen ist
  3. Was passiert im Körper bei Hitze?
  4. Wer ist besonders gefährdet?
  5. So bleiben Sie über Hitze informiert
  6. Verhaltensempfehlungen bei Hitze
  7. Hitzebedingte Beschwerden erkennen und richtig handeln
  8. Praktische Tipps gegen die Hitze
  9. Häufige Fehler bei Hitze – und wie man sie vermeidet
  10. Fazit: Mit den richtigen Massnahmen gut durch den Sommer
  11. FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema „Hitze“ 

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick

  • Hitzewarnungen beachten: Das Bundesamt für Gesundheit, MeteoSchweiz und wir informieren über aktuelle Hitzewarnungen.
  • Kühle Orte aufsuchen: Verbringen Sie die heissesten Tagesstunden drinnen oder im Schatten.
  • Viel trinken: Mindestens 1.5 bis 2 Liter pro Tag – bei körperlicher Anstrengung deutlich mehr.
  • Gefährdete Personen schützen: Ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen sind besonders hitzeempfindlich.
  • Symptome kennen: Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit können erste Anzeichen eines Hitzschlags oder Sonnenstichs sein.

Wenn die Temperaturen steigen: Warum Hitze ernst zu nehmen ist

Hitzewellen gehören in der Schweiz inzwischen zum Sommer dazu. Klimadaten zeigen, dass hohe Temperaturen häufiger und intensiver auftreten als noch vor einigen Jahrzehnten. Was sich manchen als angenehmes Badewetter anfühlt, stellt für andere ein echtes Gesundheitsrisiko dar. Gerade in Hitzeperioden mit mehreren aufeinanderfolgenden heissen Tagen – sogenannten Tropennächten, in denen die Temperatur auch nachts kaum unter 20 Grad fällt – erholt sich der Körper nicht mehr richtig.

Extremer Hitze ausgesetzt zu sein, ist nicht nur unangenehm, sondern kann bei unzureichendem Schutz vor Hitze ernst zu nehmende gesundheitliche Folgen haben. Wer die Mechanismen kennt und die richtigen Massnahmen trifft, bleibt auch in den Sommermonaten fit.

Ab wann spricht man von Hitze?

Die Definition ist nicht einheitlich, orientiert sich in der Schweiz aber an klaren Schwellenwerten: MeteoSchweiz bezeichnet einen Tag mit mindestens 30 Grad Celsius als heissen Tag. Von einer Hitzewelle spricht man, wenn mindestens drei solche Tage hintereinander auftreten. Eine Tropennacht liegt vor, wenn die Temperatur nachts nicht unter 20 Grad sinkt – der Körper kommt dann nicht mehr zur Erholung.

Das Bundesamt für Gesundheit berücksichtigt bei seinen Hitzewarnungen zusätzlich die gefühlte Temperatur und die Dauer der Belastung, weil anhaltende Hitze über mehrere Tage gesundheitlich deutlich belastender ist als ein einzelner heisser Tag. International variieren die Schwellenwerte je nach Region und Klima – was in Nordeuropa als Extremhitze gilt, ist im Mittelmeerraum ein normaler Sommertag.

Was passiert im Körper bei Hitze?

Der menschliche Körper ist auf eine konstante Kerntemperatur von rund 37 Grad angewiesen. Steigt die Umgebungstemperatur, muss er aktiv kühlen – hauptsächlich durch Schwitzen. Dabei verliert der Körper nicht nur Wasser, sondern auch wichtige Mineralstoffe wie Natrium und Kalium. Wer bei Hitze zu wenig trinkt, riskiert eine gefährliche Dehydrierung.

Gleichzeitig weiten sich die Blutgefässe nahe der Haut, um Wärme abzugeben. Das Herz muss mehr Arbeit leisten, der Blutdruck kann sinken. Bei hoher Lufttemperatur und hoher Luftfeuchtigkeit funktioniert das Kühlsystem des Körpers schlechter, da der Schweiss langsamer verdunstet. Genau deshalb fühlt sich feuchte Hitze besonders belastend an.

Hitzestress entsteht, wenn der Körper die aufgenommene Wärme nicht mehr ausreichend abführen kann. Die Folgen reichen von Erschöpfung und Kreislaufproblemen bis zu gefährlichen Zuständen wie Hitzschlag oder Sonnenstich.

Wer ist besonders gefährdet?

Nicht alle Menschen reagieren gleich auf hohe Temperaturen. Gefährdete Personen benötigen in Hitzeperioden besondere Aufmerksamkeit:

  • Ältere Menschen: Bei älteren Menschen ist das Durstgefühl oft vermindert, und die Temperaturregulation des Körpers funktioniert weniger effizient. Ältere Menschen trinken daher häufig zu wenig, ohne es zu merken.
  • Säuglinge und Kleinkinder: Ihr Körper kann Hitze schlechter regulieren als der von Erwachsenen. Besondere Vorsicht gilt bei Autofahrten und in direkt besonnten Räumen.
  • Personen mit Vorerkrankungen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenprobleme oder Diabetes erhöhen die Hitzebelastung erheblich.
  • Menschen, die regelmässig Medikamente einnehmen: Bestimmte Wirkstoffe beeinflussen die Schweissproduktion oder den Wasserhaushalt. Sprechen Sie in Hitzeperioden mit Ihrer Fachperson.
  • Personen mit körperlicher Anstrengung im Freien: Wer draussen arbeitet oder Sport treibt, ist durch körperliche Anstrengungen einem erhöhten Hitzestress ausgesetzt.

So bleiben Sie über Hitze informiert

Das Bundesamt für Gesundheit, MeteoSchweiz und wir veröffentlichen während Hitzephasen regelmässig Hitzewarnungen. Diese geben Auskunft über die erwartete Hitzebelastung und richten sich speziell an gefährdete Personen und das Pflegepersonal.

Empfehlenswert ist es, die kostenlosen Wetter-Apps von diesen Stellen zu nutzen. Hitzewarnungen werden auch über Radio und Fernsehen verbreitet. Wer in der Nähe älterer oder kranker Personen lebt, sollte diese aktiv über anstehende Hitzetage informieren und regelmässig nach ihnen schauen.

Verhaltensempfehlungen bei Hitze

Mit den richtigen Massnahmen lässt sich auch an heissen Tagen der Alltag gut bewältigen. Hier die wichtigsten Empfehlungen:

Kühle Räume und richtiges Lüften

Lüften Sie morgens früh und abends, wenn die Aussentemperatur tief ist. Tagsüber – besonders während der heissesten Tageszeit zwischen 11 und 16 Uhr – sollten Sie Fenster, Rollläden und Storen schliessen, um die Hitze draussen zu halten. Suchen Sie kühle Orte auf: Bibliotheken, Einkaufszentren oder klimatisierte Räume bieten willkommene Abkühlung. Wer zu Hause über eine Klimaanlage verfügt, nutzt diese sinnvollerweise, um die Raumtemperatur auf einem erträglichen Niveau zu halten.

Trinken und Ernähren

Auch wenn Sie kein stark ausgeprägtes Durstgefühl spüren: Trinken Sie regelmässig und ausreichend. Wasser und ungesüsste Tees eignen sich am besten. Alkohol und Koffein fördern die Ausscheidung von Flüssigkeit und sind bei grosser Hitze zu meiden. Leichte, wasserreiche Speisen wie Salate, Gurken und Früchte unterstützen die Flüssigkeitszufuhr zusätzlich.

Kleidung und Sonnenschutz

Tragen Sie luftige Kleidung aus hellen, natürlichen Materialien wie Baumwolle oder Leinen. Eine Kopfbedeckung – ob Hut oder Kappe – ist bei direkter Sonneneinstrahlung unverzichtbar. Vergessen Sie nicht den UV-Schutz: Cremen Sie sich mit einem Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor ein und schützen Sie die Augen mit einer guten Sonnenbrille, die UV-Strahlen filtert.

UV-Strahlung ist nicht nur an wolkenlosen Tagen ein Thema. Auch bei Bewölkung gelangen grosse Mengen UV-Strahlung durch die Wolkenschicht. Regelmässige UV-Schutz-Massnahmen sind daher an jedem heissen Tag wichtig.

Körperliche Anstrengung reduzieren

Verlegen Sie körperliche Anstrengungen – Sport, Gartenarbeit oder schwere Arbeiten – in die kühleren Morgen- oder Abendstunden. Planen Sie regelmässige Pausen im Schatten ein und hören Sie auf Ihren Körper. Bei anhaltender Hitzebelastung ist es ratsam, intensive körperliche Anstrengungen ganz zu vermeiden.

Lesen Sie in diesem Artikel, wie Sie es sich in Ihrer Wohnung schön kühl einrichten können:

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Hitzebedingte Beschwerden erkennen und richtig handeln

Wer die Warnsignale des Körpers kennt, kann rechtzeitig reagieren und Schlimmeres verhindern.

Sonnenstich

Ein Sonnenstich entsteht durch direkte Sonneneinstrahlung auf den unbedeckten Kopf. Typische Zeichen sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und ein geröteter, heisser Kopf. Bringen Sie die betroffene Person in den Schatten, kühlen Sie den Kopf mit kalten Tüchern und sorgen Sie für frische Luft. Ruhe und Flüssigkeit sind wichtig. Bei schwerem Verlauf sofort eine Fachperson hinzuziehen.

Hitzschlag

Der Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall. Er tritt auf, wenn die Körpertemperatur auf über 40 Grad steigt und der Körper die Hitze nicht mehr selbst regulieren kann. Anzeichen sind Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit, heisse und trockene Haut sowie fehlende Schweissproduktion. Rufen Sie sofort die Notrufnummer 144 an. Kühlen Sie die Person mit kalten oder feuchten Tüchern, bis der Rettungsdienst eintrifft. Ein Hitzschlag ist immer ein Notfall, bei dem keine Zeit verloren werden darf.

Hitzeerschöpfung

Die Hitzeerschöpfung ist eine Vorstufe des Hitzschlags. Betroffene wirken erschöpft, schwitzen stark, klagen über Kopfschmerzen und Schwindel. Bringen Sie die Person an einen kühlen Ort, geben Sie ihr zu trinken und lassen Sie sie ruhen. Verschlechtert sich der Zustand, ist ärztliche Hilfe notwendig.

Praktische Tipps gegen die Hitze

  • Kühle Schlafumgebung: Lüften Sie abends das Schlafzimmer und schliessen Sie tagsüber Rollläden und Storen. Ein Ventilator kann die Luft zirkulieren lassen. Verwenden Sie leichte Bettwäsche aus Naturfasern. 
  • Kalte Tücher und Erfrischungen: Legen Sie kalte Tücher auf Handgelenke, Nacken oder Stirn. Ein kühles Fussbad oder eine kurze Dusche senken die gefühlte Umgebungstemperatur spürbar.
  • Schutz vor UV-Strahlen: Gehen Sie möglichst nicht zwischen 11 und 16 Uhr in die pralle Sonne. Nutzen Sie schattige Wege und Aufenthaltsorte.
  • Haustiere nicht vergessen: Auch Tiere leiden unter hohen Temperaturen. Sorgen Sie für frisches Wasser, Schatten und kühle Liegeflächen – und lassen Sie Tiere niemals im geparkten Auto.
  • Klimaanlage richtig nutzen: Stellen Sie die Klimaanlage nicht auf eine zu grosse Temperaturdifferenz zur Aussentemperatur ein (maximal 6 bis 8 Grad Unterschied), um Kreislaufprobleme beim Rein- und Rausgehen zu vermeiden.

Häufige Fehler bei Hitze – und wie man sie vermeidet

  • Zu wenig trinken: Viele unterschätzen, wie viel Flüssigkeit der Körper bei Hitze benötigt. Trinken Sie regelmässig, auch wenn Sie kein ausgeprägtes Durstgefühl haben – besonders ältere Menschen sollten sich daran erinnern lassen.
  • Sport in der Mittagshitze: Körperliche Anstrengungen in der heissesten Tageszeit sind ein häufiger Fehler. Verlegen Sie Training und Gartenarbeit in die kühleren Tagesstunden.
  • Zu dichte Kleidung: Synthetische oder dunkle Kleidung hält die Hitze im Körper. Greifen Sie stattdessen zu luftiger Kleidung in hellen Farben.
  • Fenster tagsüber offen lassen: Wer tagsüber lüftet, heizt die Wohnung auf. Richtig ist: nachts und morgens lüften, tagsüber alles schliessen.
  • Eiskalte Getränke trinken: Eiskalt ist verlockend, aber kontraproduktiv: Zu kalte Getränke belasten den Magen und können die Körperwärme kurzfristig sogar erhöhen. Kühle bis zimmerwarme Getränke sind besser.
  • Warnsignale ignorieren: Wer trotz Schwindel, Übelkeit oder starken Kopfschmerzen weitermacht, riskiert einen Hitzschlag. Hören Sie auf Ihren Körper und holen Sie sich bei Bedarf Unterstützung durch eine Fachperson.

Fazit: Mit den richtigen Massnahmen gut durch den Sommer

Hitze ist in der Schweiz kein Ausnahmeereignis mehr – Hitzewellen und Hitzetage mit extremer Hitze werden regelmässiger. Wer vorbereitet ist, die Verhaltensempfehlungen kennt und besonders auf gefährdete Personen achtet, kommt auch durch intensive Hitzeperioden gut durch. Denken Sie an ausreichendes Trinken, angepasste Kleidung mit UV-Schutz, das richtige Lüften und die Vermeidung von körperlichen Anstrengungen zur heissesten Tageszeit.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema „Hitze“

Ja – tagsüber sollten Sie Fenster, Rollläden und Storen schliessen, um die heisse Aussenluft draussen zu halten. Lüften Sie stattdessen morgens früh und in den Abendstunden, wenn die Lufttemperatur gesunken ist. So halten Sie die Wohnung deutlich kühler als bei dauerhaft geöffneten Fenstern.

In Tropennächten fällt die Temperatur kaum unter 20 Grad, was das Einschlafen und Durchschlafen erschwert. Lüften Sie das Schlafzimmer abends und schliessen Sie tagsüber die Storen. Leichte Bettwäsche, ein Ventilator und kühle Tücher auf dem Nacken helfen zusätzlich. Vermeiden Sie kurz vor dem Schlafengehen körperliche Anstrengungen und grosse Mahlzeiten. Auch ein kühles Fussbad oder eine lauwarme Dusche vor dem Zubettgehen können die Einschlafzeit verkürzen.

Eiskalte Getränke sind zwar verlockend, können aber den Magen reizen und ein unangenehmes Völlegefühl auslösen. Zudem reagiert der Körper auf sehr kalte Flüssigkeiten mit einer Gegenreaktion – er produziert Wärme, um die Kerntemperatur zu halten, was kurzfristig das Wärmegefühl sogar verstärken kann. Kühle bis zimmertemperaturwarme Getränke löschen den Durst besser und werden vom Körper effizienter aufgenommen.

Bei trockener Hitze kann der Körper über Schwitzen effizient kühlen, weil die Feuchtigkeit auf der Haut schnell verdunstet und dabei Wärme abtransportiert. Bei feuchter Hitze – also hoher Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit hohen Temperaturen – funktioniert dieser Mechanismus kaum noch, weil die Luft bereits mit Wasserdampf gesättigt ist. Der Schweiss verdunstet kaum, der Körper kann die Hitze nicht abführen, und die Hitzebelastung steigt deutlich. Daher ist feuchte Hitze physiologisch belastender – auch wenn die Lufttemperatur gleich hoch ist wie an trockenen Hitzetagen.