Lauch ist aus der Schweizer Küche kaum wegzudenken. Ob in einer währschaften Wähe, in einer feinen Suppe oder als Beilage – das Gemüse überzeugt mit seinem würzigen Geschmack und liefert wertvolle Vitamine. Besonders praktisch: Lauch lässt sich auch im eigenen Garten gut anbauen. Obwohl viele Menschen denken, dass es sich bei Lauch oder Lauch um zwei verschiedene Gemüsearten handelt, beschreiben beide Begriffe exakt dieselbe Pflanze. Lauch gehört botanisch zur Familie der Amaryllisgewächse.
Der Anbau von Lauch ist weniger kompliziert, als oft angenommen wird. Er braucht lediglich etwas Geduld und die richtige Pflege. Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie die Aussaat gelingt, worauf bei der Pflanzung zu achten ist und wie sich Lauch richtig pflegen lässt. Zudem wird erklärt, wie die Ernte optimal eingebracht wird, wie Winterlauchsorten problemlos überwintern und wie sich die schmackhaften Stangen am besten lagern lassen.
Die Frage, ob es nun Lauch oder Lauch heisst, beschäftigt viele Hobbygärtner. Die Antwort ist denkbar einfach: Es gibt keinen Unterschied! Beide Bezeichnungen beschreiben dasselbe Gemüse mit dem botanischen Namen Allium porrum.
Während man im Norden Deutschlands und oft auch im Handel häufiger das Wort Lauch hört, hat sich in der Schweiz und im süddeutschen Raum der Begriff Lauch durchgesetzt. Der Lauch gehört zur selben Gattung wie Zwiebeln und Knoblauch. Die Bezeichnung Allium porrum zeigt die enge Verwandtschaft. Manchmal wird das Gemüse im Fachjargon auch einfach nur Porrum genannt.
Unabhängig von der Bezeichnung bleibt die Kultivierung im Garten dieselbe. Lauch und Lauch sind identisch und bereichern den Speiseplan. Es gibt jedoch unterschiedliche Sorten, die sich in ihrer Winterhärte und Wachstumsgeschwindigkeit unterscheiden:
Damit das Gemüse prächtig wächst, sind der passende Standort und Boden die wichtigste Voraussetzung. Lauch ist ein Starkzehrer, was bedeutet, dass er für sein Wachstum viele Nährstoffe aus dem Boden zieht.
Der ideale Standort
Der ideale Standort im Garten ist vollsonnig, da das Gemüse viel Licht für ein gleichmässiges Wachstum benötigt. Liegt der Garten nicht den ganzen Tag in der prallen Sonne, ist das jedoch kein Problem: Lauch wächst auch an einem sonnigen bis halbschattigen Platz zuverlässig. Alternativ eignet sich daher auch ein halbschattiger Standort.
Die Bodenbeschaffenheit
Der Boden sollte tiefgründig, humos und gut durchlässig sein. Da der Starkzehrer Lauch einen hohen Nährstoffbedarf hat, sollte das Beet bereits einige Wochen vor dem Pflanzen mit reifem Kompost angereichert werden. So ist sichergestellt, dass die Wurzeln von Anfang an optimal versorgt sind.
Tipp für den Boden: Vermeide jedoch einen dauerhaft nassen oder zu feuchten Standort, da dies zu Fäulnis an den Wurzeln führen kann.
Ob das Gemüse in einem klassischen Beet oder in einem Hochbeet kultiviert wird, spielt für das Gedeihen keine grosse Rolle. Wichtig ist nur, dass der Boden nicht zu stark verdichtet ist. Der richtige Standort ist die halbe Miete für eine reiche Ernte.
Der Start der Aussaat hängt davon ab, ob Sommerlauch oder Winterlauch angebaut werden soll.
Vorziehen im Haus
Wer im Sommer ernten möchte, kann die Samen bereits ab Januar oder Februar auf der warmen Fensterbank vorziehen. Die meisten Gärtner starten die Aussaat jedoch ab März im geschützten Frühbeet oder direkt in Schalen im Haus.
Direktsaat im Freiland
Für die Direktsaat ins Beet empfiehlt sich ein Zeitpunkt ab April bis Ende Mai, sobald der Boden nicht mehr gefroren ist und sich etwas erwärmt hat.
So läuft die Aussaat ab:
Wenn die kleinen Pflänzchen etwa die Dicke eines Bleistifts erreicht haben, ist es Zeit fürs Pikieren. Werden die Pflanzen zu dicht ausgesät, konkurrieren sie um Licht und Nährstoffe, wodurch sie dünn und schwächlich bleiben. Durch das Pikieren werden die Jungpflanzen vereinzelt und erhalten den nötigen Platz, damit daraus kräftige Pflanzen entstehen.
Alternativ lassen sich auch fertig vorgezogene Setzlinge in der Gärtnerei kaufen. Das spart Zeit und eignet sich besonders für Garten-Einsteiger. Ab Mai, wenn keine starken Fröste mehr drohen, können die Pflänzchen schliesslich ins Freiland umziehen.
Lauch pflanzen im Freiland: Pflanzung Schritt für Schritt
Wenn die Jungpflanzen die Grösse eines Bleistifts erreicht haben, steht die eigentliche Pflanzung im Freiland an. Ideal ist ein bewölkter Tag, damit die feinen Wurzeln nicht direkt in der prallen Sonne austrocknen.
Hebe die Pflanzen vorsichtig aus der Anzuchtschale oder dem Pflanztopf. Um einen möglichst langen weissen Schaft zu erhalten, greifen Profis zu einem einfachen Trick:
Wichtig ist, die Löcher beim Pflanzen nicht komplett mit Erde aufzufüllen. Nur wenig Erde wird an die Wurzeln geschüttet, anschliessend werden die Pflanzen gut angegossen. Durch das Giessen schwemmt die Erde von selbst an die Wurzeln. Mit der Zeit füllen sich die Löcher durch Wind und Regen von allein auf, und der Schaft bleibt unter der Erde weiss und zart.
Achte auf einen ausreichenden Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen:
Dieser Abstand garantiert, dass sich die Lauchstangen nicht gegenseitig das Licht wegnehmen. Später im Jahr hilft regelmässiges Anhäufeln dabei, dass die Schäfte besonders lang und bleich werden.
Wer seinen Lauch pflegen will, sollte vor allem auf eine gleichmässige Wasserversorgung achten. Der Lauch wächst zwar relativ langsam, benötigt für die Ausbildung der dicken Stangen aber kontinuierlich Nährstoffe und Feuchtigkeit.
Richtiges Giessen
Gerade in trockenen Sommermonaten ist regelmässiges und durchdringendes Giessen wichtig. Lauch braucht ausreichend Feuchtigkeit, verträgt aber keine Staunässe. Am besten wird direkt an die Wurzelbasis gegossen, damit die Blätter trocken bleiben.
Düngung für Starkzehrer
Da Lauch zu den Starkzehrern gehört, reicht der anfänglich eingearbeitete Kompost meist nicht für die gesamte Wachstumsperiode aus. Nach etwa zwei Monaten im Beet profitiert das Gemüse von einer zusätzlichen Gabe organischen Düngers wie Hornspänen oder Pflanzenjauche. Gegen Ende der Wachstumszeit sollte jedoch nicht überdüngt werden. Zu viel Stickstoff im Spätsommer macht das Gewebe weich und anfällig für Frost.
Das Geheimnis des Anhäufelns
Ein ganz wichtiger Pflegeschritt ist das bereits erwähnte Anhäufeln:
SommerLauch wächst schneller und wird meist ab August geerntet. Winterlauch hingegen wächst langsamer, ist aber extrem frosthart. Der erste Frost schadet den späten Sorten in der Regel nicht. Im Gegenteil: Viele Winterlauchsorten entwickeln erst bei kühlen Temperaturen ihr volles Aroma. Wird die Ernte im Herbst verpasst, kann der Lauch einfach den Winter über im Beet stehen bleiben.
Obwohl Lauch recht robust ist und im Vergleich zu manch anderem Gemüse seltener von Krankheiten heimgesucht wird, gibt es ein paar ungebetene Gäste, die man im Auge behalten sollte.
Typische Schädlinge
Der bekannteste Schädling ist die Lauchmotte, deren Larven sich durch die Blätter fressen und die Stangen unbrauchbar machen können. Auch die Zwiebelfliege legt ihre Eier gerne an der Pflanzenbasis ab.
Natürliche Schutzmassnahmen
Während im Frühbeet vielleicht Tomaten wachsen, passt Lauch im Sommer und Herbst hervorragend ins offene Freiland.
Wann das Gemüse geerntet werden kann, hängt davon ab, welche Sorte angebaut wurde und wann die Pflanzung stattfand.
Für die Herbsternte sollten die Stangen einen Durchmesser von mindestens zwei bis drei Zentimetern aufweisen.
Beim Lauch ernten sollte nicht mit voller Kraft an den Blättern gezogen werden, da die Stange sonst leicht abbricht. Stattdessen wird mit einer Grabegabel die Erde rund um die Pflanze vorsichtig gelockert. Anschliessend wird die Stange mitsamt den Wurzeln aus dem Boden gehoben.
Ein kleiner Tipp für die Küche: Der Lauch sollte erst bei der Ernte beziehungsweise kurz vor der Zubereitung geputzt werden. Werden die äusseren, schmutzigen Blätter und die Wurzeln erst direkt vor der Verwendung entfernt, bleibt das Gemüse länger frisch und saftig.
Das Thema Ernten und lagern ist besonders für die Selbstversorgung im Winter von grosser Bedeutung. Wer im Herbst eine reiche Ausbeute aus dem Beet holt, möchte den frischen Lauch natürlich möglichst lange geniessen.
Lagerung im Kühlschrank
Lauch hält sich im Gemüsefach des Kühlschranks problemlos ein bis zwei Wochen. Wickle ihn dazu am besten in ein feuchtes Tuch ein, damit er nicht austrocknet.
Traditionelle Lagerung im Keller
Für eine längere Lagerung eignet sich die traditionelle Methode des Einschlagens. Lauch lässt sich in einem kühlen Keller aufbewahren, am besten in Kisten aufrecht nebeneinander gestellt. Eingeschlagen in Erde oder Sand bleibt er dort über viele Wochen hinweg knackig und frisch. Die Stangen trocknen auf diese Weise nicht aus.
Einfrieren
Steht kein solcher Keller zur Verfügung, lässt sich Lauch auch wunderbar einfrieren:
Lauch überwintern: Winterlauch richtig nutzen
Soll Lauch überwintert werden, muss bereits beim Kauf der Samen oder Setzlinge auf die Sortenbeschreibung geachtet werden. Während Sommer- und Herbstsorten bei starkem Frost Schaden nehmen, trotzt echter Winterlauch selbst eisigen Temperaturen von minus 15 Grad Celsius.
Er wächst bei Kälte zwar kaum noch weiter, bleibt im Boden aber frisch und knackig konserviert. Späte Sorten lassen sich oft noch ab Januar oder Februar mitten aus dem verschneiten Beet ernten, vorausgesetzt, der Boden ist nicht steinhart gefroren. So steht das gesunde Gemüse fast das ganze Jahr zur Verfügung.
Bei extremen Kahlfrösten ohne schützende Schneedecke sollte das Beet vorsichtshalber mit etwas Tannenreisig oder einem Vlies abgedeckt werden. Das schützt die Blätter vor dem Austrocknen durch die Wintersonne. Das Überwintern im Freiland ist die einfachste und natürlichste Methode der Vorratshaltung für dieses robuste Gemüse.
Hier sind alle wichtigen Punkte noch einmal auf einen Blick zusammengefasst:
Das hängt ganz von der Sorte ab. Sommerlauch wird meist ab März im Haus oder im warmen Frühbeet vorgezogen. Für die Direktsaat im Freiland eignet sich der Zeitraum von April bis Ende Mai am besten. Achte darauf, dass der Boden für die Keimung bereits leicht erwärmt und frostfrei ist.
Damit die Pflanzen lange weisse Schäfte bilden, sollten etwa 10 bis 15 cm tiefe Löcher in den Boden gesetzt werden. Die Jungpflanzen werden vorsichtig hineingesetzt. Die Löcher werden beim Pflanzen nicht komplett mit Erde aufgefüllt, sondern nur kräftig angegossen. Die Erde schwemmt dann von allein an die Wurzeln.
Das regelmässige Anhäufeln von Erde rund um die wachsenden Lauchstangen verhindert, dass Sonnenlicht an den unteren Teil der Pflanze gelangt. Dadurch bleibt dieser Bereich zart und weiss. Wer besonders lange, weisse Schäfte in der Küche bevorzugt, sollte diesen Pflegeschritt etwa alle zwei bis drei Wochen wiederholen.
Zieh den Lauch bitte nicht einfach mit den Händen aus dem Boden, da der Schaft dabei leicht durchbrechen kann. Verwende am besten eine Grabegabel. Steche diese mit etwas Abstand zur Pflanze tief in die Erde und heble den Lauch samt Wurzelballen vorsichtig nach oben.
Ja, das funktioniert mit speziellen Winterlauchsorten hervorragend. Diese Sorten sind extrem frosthart und können den ganzen Winter über schrittweise frisch aus dem Beet geerntet werden. Erst wenn der Boden komplett durchgefroren ist, wird die Ernte schwierig. Decke das Beet bei starkem Frost eventuell mit etwas Vlies ab.
In der Mischkultur hat sich die Kombination von Lauch und Karotten (Möhren) besonders bewährt. Die Gerüche der beiden Pflanzen vertreiben jeweils die Schädlinge des anderen. Auch Erdbeeren, Salat oder Sellerie sind gute Nachbarn. Vermeide es jedoch, Lauch neben anderen Zwiebelgewächsen oder Erbsen und Bohnen anzubauen.
Lauch im eigenen Garten anzubauen braucht zwar etwas Geduld, belohnt aber monatelang mit frischem, aromatischem Gemüse. Mit dem richtigen Standort, ausreichend Nährstoffen und regelmässigem Anhäufeln steht einer reichen Ernte nichts im Weg.