Stehen Sie auch manchmal vor einem neuen Haushaltsgerät und fragen sich, warum das Modell, das früher mit der Bestnote A+++ ausgezeichnet war, nun plötzlich nur noch ein C oder D trägt? Diese Verunsicherung ist absolut verständlich, denn die Kennzeichnung von Elektrogeräten hat in den letzten Jahren einen massiven Wandel durchlaufen. In der LANDI stellen wir oft fest, dass Kunden beim Blick auf die bunten Aufkleber erst einmal stutzen. Tatsächlich steckt hinter der neuen Systematik eine kluge Strategie, um den technischen Fortschritt der Industrie abzubilden und das Energiesparen für uns alle noch transparenter zu machen. Wer die Logik hinter den Energieeffizienzklassen versteht, trifft eine klügere Kaufentscheidung und schont langfristig das Haushaltsbudget.
Die Energieetikette dient als Ihr persönlicher Kompass im Dschungel der technischen Daten. Sie ist weit mehr als nur ein Aufkleber mit bunten Balken. In einer Zeit, in der die Strompreise schwanken und das Bewusstsein für Ressourcen wächst, ist Transparenz beim Stromverbrauch heute wichtiger ist denn je. Jedes Kilowatt, das Sie über die gesamte Lebensdauer eines Geräts einsparen, summiert sich zu einem beachtlichen Betrag auf Ihrer Stromrechnung.
Was sind die Energieetiketten eigentlich? Im Kern handelt es sich um eine standardisierte Kennzeichnung, die den Energiebedarf und weitere Gebrauchseigenschaften von Produkten vergleichbar macht. So sehen Sie auf den ersten Blick, wie effizient ein Gerät im Vergleich zu ähnlichen Modellen arbeitet.
Da die Schweiz eng mit dem europäischen Markt verknüpft ist, übernimmt sie in der Regel die Vorgaben der Europäischen Union. Das bedeutet, dass die Energieetiketten in der Schweiz nahezu identisch mit jenen in unseren Nachbarländern wie Frankreich oder Deutschland sind.
Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Zeit, als fast jedes Gerät ein A+, A++ oder gar A+++ trug. Diese Plus-Klassen sind mittlerweile Geschichte. Die EU-Kommission und die Schweizer Behörden haben erkannt, dass diese Skala an ihre Grenzen stiess. Da die Geräte immer sparsamer wurden, drängten sich fast alle Produkte im A-Bereich, während die unteren Klassen leer blieben.
Das Problem der alten Skala war die mangelnde Differenzierung. Wenn alles "A" ist, fällt es schwer, das wirklich beste Gerät zu finden. Deshalb wurde das Prinzip des Rescaling eingeführt. Die neue Skala reicht nun wieder einheitlich von A bis G. Das bedeutet: Ein Gerät, das früher ein A+++ war, kann heute in die Klasse B oder C rutschen. Das Gerät ist dadurch nicht schlechter geworden – die Messlatte wurde lediglich höher gelegt.
Hinter jedem Buchstaben steckt eine komplexe Berechnung. Die Grundlage bildet der sogenannte Energieeffizienzindex (EEI). Dieser Index setzt den tatsächlichen Energieverbrauch eines Geräts in Bezug zu einem standardisierten Referenzgerät.
In der EU-Datenbank EPREL müssen Hersteller zusätzliche Informationen und technische Datenblätter hinterlegen, auf die auch Schweizer Konsumenten Zugriff haben.
Nicht für jede Produktgruppe wurde die neue Skala gleichzeitig eingeführt. Es ist wichtig zu wissen, welches Label für welches Haushaltsgerät aktuell gültig ist.
Bei Waschmaschinen und Geschirrspülern ist die neue Skala bereits Standard. Hier finden Sie Angaben zum Wasserverbrauch pro Betriebszyklus und zur Programmdauer des Eco-Modus. Besonders bei Waschtrocknern gibt es oft zwei Skalen auf einem Etikett: eine für den kompletten Wasch- und Trockenzyklus und eine nur für das Waschen.
Kühlschränke und Gefrierschränke sind die "Marathonläufer" im Haushalt, da sie 365 Tage im Jahr laufen. Hier ist die Energieeffizienzklasse besonders kritisch. Ein Gerät der Klasse A oder B kann hier über die Jahre massiv Stromkosten einsparen im Vergleich zu einem günstigeren Modell der Klasse E.
Auch bei Leuchtmitteln hat sich viel getan. Da herkömmliche Glühbirnen längst verschwunden sind, wurde die Skala für Lichtquellen angepasst. Heutige LED-Lampen decken das gesamte Spektrum ab, wobei die effizientesten Modelle bereits wieder die vorderen Ränge belegen.
Bei Fernsehern wird der Energiebedarf oft getrennt für Standard-Inhalte (SDR) und kontrastreiche Bilder (HDR) ausgewiesen. Da Displays immer grösser werden, ist hier ein genauer Blick auf die Kilowattstunden pro 1000 Stunden Laufzeit ratsam.

Die moderne Energieetikette bietet deutlich mehr als nur den Stromverbrauch. Ein zentrales Element ist der QR-Code auf dem Aufkleber. Wenn Sie diesen mit dem Smartphone scannen, gelangen Sie direkt zur EPREL-Datenbank und erhalten detaillierte Informationen zum Produkt.
Das Prinzip der Effizienzkennzeichnung beschränkt sich in der Schweiz nicht nur auf Elektrogeräte. Auch bei Immobilien und Autos finden wir ähnliche Systeme.
Wann lohnt sich der Aufpreis für eine bessere Energieklasse? Oft kosten Geräte der Klasse A oder B in der Anschaffung mehr als ein Modell der Klasse D oder E. Hier hilft die Lebenszykluskosten-Rechnung.
Überlegen Sie, wie oft Sie das Gerät nutzen. Ein Geschirrspüler, der täglich läuft, amortisiert seinen höheren Kaufpreis durch die gesparten Stromkosten viel schneller als ein Zweitkühlschrank im Keller, der nur selten gebraucht wird. Zudem bieten einige Kantone oder Energieversorger in der Schweiz spezielle Förderprogramme oder Rabatte für den Kauf besonders effizienter Haushaltsgeräte an. Informieren Sie sich vor dem Kauf auf den Webseiten Ihrer Gemeinde.
Ein weit verbreiteter Trugschluss ist die Annahme, ein Gerät der Klasse B oder C sei "schlecht". Nach der neuen Skala ist ein C-Gerät oft immer noch ein technisches Spitzenprodukt, das vor wenigen Jahren noch ein A+++ gewesen wäre.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Gerätegrösse. Die Energieeffizienzklasse beschreibt die Effizienz im Verhältnis zur Grösse oder Kapazität. Ein riesiger amerikanischer Kühlschrank der Klasse B kann in absoluten Zahlen mehr Strom verbrauchen als ein kleiner, kompakter Kühlschrank der Klasse D. Vergleichen Sie daher immer auch die absoluten Kilowattstunden.
Die Anforderungen an energieeffiziente Geräte werden stetig strenger. Die Schweiz hat sich das Ziel Netto-Null bis 2050 gesetzt. Ein bewusster Konsum und die Wahl von Produkten, die wenig Energie benötigen, sind wichtige Schritte auf diesem Weg. In den kommenden Jahren werden weitere Produktgruppen auf die neue Skala umgestellt, um die Transparenz weiter zu erhöhen.
Die Energieetikette ist ein mächtiges Werkzeug für jeden Haushalt. Nutzen Sie sie, um:
In Ihrer LANDI unterstützen wir Sie gerne dabei, das passende Gerät für Ihre Bedürfnisse zu finden. Besuchen Sie uns in einem unserer Läden vor Ort oder stöbern Sie in unserem LANDI Online Shop, wo wir bei vielen Geräten die entsprechenden Effizienzdaten direkt ausweisen. So leisten wir gemeinsam einen Beitrag zu einem nachhaltigeren Umgang mit Energie.
Die neue Skala reicht einheitlich von A bis G. Die unübersichtlichen Plus-Klassen (A+, A++, A+++) wurden abgeschafft. Das Ziel war eine bessere Differenzierung, weshalb viele ehemals sehr gute Geräte nun in niedrigeren Klassen wie C oder D zu finden sind.
Ja, bei Waschmaschinen und Geschirrspülern gibt es bereits erste Modelle, die die strengen Kriterien der Klasse A erfüllen. Bei anderen Gruppen wie Fernsehern oder Kühlgeräten ist die Klasse A momentan noch oft leer, um Raum für künftige Innovationen zu lassen.
Der Code führt Sie zur europäischen Produktdatenbank EPREL. Dort sind alle technischen Details hinterlegt, die über die Kurzinformationen auf dem Papieretikett hinausgehen, wie zum Beispiel detaillierte Abmessungen oder genauere Testergebnisse.
Die Messverfahren wurden ebenfalls modernisiert und sind nun praxisnäher. Oft beziehen sich die Angaben auf spezielle Eco-Programme, die zwar länger laufen (Programmdauer), aber durch niedrigere Temperaturen insgesamt deutlich weniger Strom und Wasser verbrauchen.