Sie kommen nach einem langen Arbeitstag nach Hause, freuen sich auf ein frisches Nachtessen, und beim Öffnen der Kühlschranktüre stellen Sie fest: Der Salat ist welk, und der Aufschnitt sieht unappetitlich aus. Häufig liegt das gar nicht am Alter der Lebensmittel, sondern an einer falschen Lagerung im Kühlgerät. Die richtige Kühlschranktemperatur spielt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, frische Lebensmittel lange geniessbar zu halten und gleichzeitig das Haushaltsbudget zu schonen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihr Gerät optimal einstellen.
Ein Kühlschrank läuft das ganze Jahr über ununterbrochen. Wenn Sie den Kühlschrank richtig einstellen, sorgen Sie für eine längere Haltbarkeit Ihrer Einkäufe und senken gleichzeitig Ihren Stromverbrauch. Viele Menschen unterschätzen, wie stark die Kühlschranktemperatur die Vermehrung von Keimen beeinflusst. Die richtige Kühlschranktemperatur schützt empfindliche Produkte vor dem vorzeitigen Verderben und verhindert, dass wertvolle Ressourcen im Abfall landen. Somit wird die bewusste Regulierung der Kälte zum wichtigsten Werkzeug für mehr Nachhaltigkeit in Ihrer Küche.
Die optimale Kühlschranktemperatur zu kennen und im Alltag anzuwenden, hilft Ihnen dabei, Ihren Haushalt effizienter zu führen. Wenn es um die Frage geht, wie hoch der ideale Wert sein sollte, nennen Experten meist einen klaren Richtwert.
Als ideale Temperatur im Inneren eines Kühlgeräts wird im Allgemeinen ein Wert von 7 Grad Celsius empfohlen. In der Schweiz orientieren sich die meisten Haushalte an diesem Richtwert. Moderne Kühlschränke halten diesen Wert meist sehr präzise. In diesem Bereich bleibt die Kühlleistung hoch genug, um den Verderb zu verzögern, ohne dass das Gerät unnötig viel Energie benötigt. Um die optimale Kühlschranktemperatur im gesamten Innenraum zu erreichen, müssen Sie jedoch die verschiedenen Kühlzonen beachten.
Sobald die Temperatur im Kühlraum dauerhaft über 7 Grad Celsius steigt, bewegen sich die Lebensmittel in einer mikrobiologischen Gefahrenzone. In diesem wärmeren Klima können sich Bakterien rasant vermehren. Verderbliche Lebensmittel wie Hackfleisch nehmen dann schnell Schaden. Umgekehrt bringt eine zu tiefe Einstellung unter 4 Grad Celsius kaum zusätzliche Haltbarkeit für die Produkte, treibt aber die Stromrechnung unnötig in die Höhe.
Da kalte Luft nach unten sinkt und warme Luft nach oben steigt, entstehen im Inneren verschiedene Temperaturzonen. Wer diese physikalische Eigenschaft versteht, ordnet seine Vorräte strategisch richtig ein.
Im obersten Fach herrscht mit etwa 8 bis 10 Grad Celsius die wärmste Temperatur innerhalb der Kühlzonen. Dieses oberste Fach ist ideal für Produkte, die zwar kühl, aber nicht eiskalt gelagert werden müssen. Dazu gehören zubereitete Speisen als Reste vom Vortag sowie Käse, der bei dieser Temperatur sein volles Aroma entfaltet.
Im mittleren Bereich beziehungsweise dem mittleren Fach stabilisiert sich die Temperatur bei etwa 5 Grad Celsius. Hier ist das mittlere Fach der perfekte Platz für klassische Milchprodukte wie Joghurt, Quark oder Frischkäse. Auch Eier finden in diesem mittleren Bereich optimale Bedingungen vor.
Das unterste Fach, das viele als unteres Fach bezeichnen, befindet sich direkt über dem Gemüsefach. Hier sammelt sich die kälteste Luft des Geräts, wodurch Temperaturen von etwa 2 bis 3 Grad Celsius im unteren Bereich erreicht werden. Dieser Bereich ist ausschliesslich für leicht verderbliche Lebensmittel wie rohes Fleisch und frischen Fisch reserviert.
Ganz unten im Kühlgerät schützt die Glasplatte das Gemüsefach vor der extremen Kälte des Bodens. Hier herrschen milde 8 bis 9 Grad Celsius. Zudem wird in diesem geschlossenen Raum die Luftfeuchtigkeit hoch gehalten. Dies sorgt dafür, dass frisches Gemüse wie Zucchini oder Blattsalate schön knackig bleiben und länger haltbar sind. Kälteempfindliche Zitrusfrüchte gehören allerdings nicht hierher.
Die Kühlschranktür kommt beim Öffnen am intensivsten mit der warmen Raumluft in Kontakt. Hier herrschen Temperaturen von bis zu 10 bis 12 Grad Celsius. Nutzen Sie die Halterungen in der Kühlschranktüre daher nur für unempfindliche Produkte wie Getränke, Senf oder Butter.
Die richtige Einstellung schützt nicht nur die Lebensmittel, sondern schont auch das Portemonnaie, da ein Kühlgerät ununterbrochen läuft.
Eine Senkung der Innentemperatur um nur ein einziges Grad lässt den Stromverbrauch des Geräts um rund sechs Prozent ansteigen. Wer seinen Kühlschrank ohne Grund zu kalt einstellt, verschwendet wertvolle Energie. Wenn Sie bewusst Energie sparen möchten, zahlt sich ein genaues Hinsehen bei der Temperatureinstellung also direkt aus.
Ein voller Kühlschrank benötigt im ersten Moment mehr Energie. Ist er jedoch einmal kalt, wirken die Lebensmittel selbst als Kältespeicher. Das Problem entsteht erst bei Überladung. Wenn die Regale so vollgestopft sind, dass die Luft im Inneren nicht mehr frei zirkulieren kann, sinkt die Kühlleistung und der Motor muss ununterbrochen arbeiten. Achten Sie darauf, dass immer etwas Platz zwischen den Verpackungen bleibt.
Mit den folgenden Schritten können Sie die Kühlschranktemperatur einstellen, damit Ihr Gerät genau die gewünschte Kälte liefert.
Ältere Kühlgeräte besitzen meist einen mechanischen Drehregler mit Zahlen von 1 bis 5. Diese Zahlen stehen nicht für Grad Celsius, sondern beschreiben die Intensität der Kühlung. Stufe 1 bedeutet minimale Kühlleistung, während die höchste Zahl für die maximale Kühlleistung steht. Bei einem Drehregler von 1 bis 5 ist meist die Stufe 2 oder 3 ideal, um die gewünschte Kühlschranktemperatur von etwa 7 Grad in der Mitte des Kühlschranks zu erreichen. Moderne Kühlgeräte verfügen stattdessen über eine digitale Anzeige, über welche die eingestellte Temperatur direkt abgelesen werden kann.
Verlassen Sie sich nicht blind auf den eingebauten Temperaturregler. Stellen Sie ein Glas Wasser auf das mittlere Fach und platzieren Sie ein herkömmliches Thermometer darin. Lassen Sie das Glas für mindestens 24 Stunden im Gerät stehen. Danach zeigt Ihnen die Temperaturanzeige den exakten Wert an. Entspricht dieser nicht der gewünschten Temperatur, passen Sie den Regler an.
Im Sommer, wenn die Zimmertemperatur ansteigt oder das Gerät unter direkter Sonneneinstrahlung leidet, dringt beim Öffnen viel wärmere Luft in den Innenraum. In diesen heissen Monaten muss die Kühlschranktemperatur oft am Regler nachjustiert werden, um die Kühlleistung konstant zu halten. Im Winter hingegen reicht meist eine niedrigere Stufe völlig aus, was beim Energiesparen hilft. Halten Sie das Kühlgerät stets fern von externen Wärmequellen wie dem Backofen.
Vermeiden Sie die folgenden klassischen Fehler im Alltag, um die mühsam regulierte Kälte nicht zu gefährden.
Wer warme Speisen direkt in das Kühlgerät stellt, lässt die Innentemperatur schlagartig in die Höhe schnellen. Das Gerät muss unter Volllast arbeiten, was den Stromverbrauch massiv steigert. Lassen Sie gekochte Speisen daher immer zuerst vollständig auf Zimmertemperatur abkühlen.
Jedes Mal, wenn die Kühlschranktür geöffnet wird, entweicht kalte Luft und warme Raumluft strömt nach. Dadurch steigt die Kühlschranktemperatur rasch an. Gewöhnen Sie sich an, vor dem Öffnen der Kühlschranktüre kurz zu überlegen, was Sie alles benötigen.
Sind die Gummidichtungen rund um die Tür porös oder verschmutzt, entsteht ein unbemerkter Dauerkontakt zur warmen Aussenluft. Das führt zu einem stark erhöhten Energiebedarf und zu einer raschen Eisbildung. In solchen Fällen hilft oft nur noch ein vollständiges Abtauen und das gründliche Reinigen der Dichtungen.
Viele Geräte besitzen ein integriertes Gefrierfach oder sind als praktische Kühl-Gefrierkombinationen konzipiert. Hier gelten andere Regeln als im normalen Kühlraum. Die Europäische Union empfiehlt für die langfristige Lagerung von gefrorenen Lebensmitteln eine Temperatur von mindestens -18 Grad Celsius im Gefrierschrank. Fleisch oder Gemüse bleiben so über viele Monate hinweg haltbar. Achten Sie darauf, dass auch separate Gefrierschränke regelmässig kontrolliert werden. Sollte sich eine dicke Eisschicht gebildet haben, blockiert diese die Kühlleistung. Ein rechtzeitiges Abtauen und anschliessendes Auftauen von festsitzenden Frostschichten spart bares Geld.
Gehen Sie regelmässig nach dieser praktischen Liste vor:
Wer die Kühlschranktemperatur im Auge behält und die Lebensmittel richtig auf die verschiedenen Temperaturzonen verteilt, schützt wertvolle Ressourcen und spart bares Geld bei den Stromkosten. Die optimale Kühlschranktemperatur zu wählen ist also ein einfacher, aber wirkungsvoller Schritt zu mehr Nachhaltigkeit im Alltag. Sollten Sie feststellen, dass Ihr altes Kühlgerät trotz optimaler Einstellungen ungewöhnlich viel Strom verbraucht, kann sich der Wechsel auf energieeffiziente moderne Kühlgeräte lohnen. In den LANDI Läden in Ihrer Nähe finden Sie ein praktisches Sortiment an nützlichem Zubehör wie Kühlschrankthermometern sowie kompetente Beratung für Ihren Haushalt.
Bestimmte Produkte vertragen die Kälte nicht und verlieren an Geschmack. Dazu gehören Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln sowie kälteempfindliche Zitrusfrüchte wie Zitronen. Auch Brot trocknet im Kühlraum deutlich schneller aus und sollte besser bei Zimmertemperatur gelagert werden.
Feine Wassertropfen an der Rückwand sind völlig normal. Da die Rückwand die kälteste Stelle ist, kondensiert dort die Luftfeuchtigkeit. Moderne Geräte leiten dieses Wasser automatisch ab. Bildet sich jedoch eine dicke Eisschicht, deutet das auf defekte Dichtungen oder ein zu langes Offenstehen der Kühlschranktüre hin.
Ein Kühlschrank reagiert recht träge auf Änderungen am Temperaturregler. Nach einer Anpassung der Temperatureinstellung sollten Sie mindestens 24 Stunden warten, bevor Sie die Innentemperatur erneut messen. Erst nach dieser Zeit hat sich das gesamte System gleichmässig an den neuen Wert angepasst.