Ob für den Arbeitsweg, die Velotour am Wochenende oder den Transport der Kinder: Das Velo ist in der Schweiz ein treuer Begleiter. Dieser Velo-Ratgeber zeigt Ihnen, worauf es beim Velokauf ankommt, wie Sie Ihr Velo richtig pflegen, welche Verkehrsregeln gelten und wie Sie sicher unterwegs sind – kompakt, praxisnah und auf die Schweiz zugeschnitten.
Inhaltsübersicht
Das Wichtigste in Kürze
Einleitung
Kaufberatung: Das richtige Velo finden
Zubehör: Was wirklich nötig ist
Reinigung, Pflege und Wartung
Reparatur: Das können Sie selbst
Sicherheit: Gut geschützt unterwegs
Verkehrsregeln in der Schweiz
Wann in die Werkstatt?
Einsteiger-Tipps für den Start
Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
Fazit
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema "Velo-Ratgeber"
Das Wichtigste in Kürze
Velotyp wählen: Citybike, Mountainbike, Rennvelo, Gravelbike oder E-Bike – der Einsatzzweck bestimmt das passende Modell.
Rahmengrösse beachten: Die richtige Rahmengrösse ist entscheidend für Komfort und Sicherheit. Eine Probefahrt lohnt sich immer.
Regelmässige Pflege: Kette schmieren, Reifendruck prüfen und Bremsen kontrollieren verlängern die Lebensdauer deutlich.
Sicherheit zuerst: Velohelm tragen, funktionierende Velolichter montieren und Reflektoren anbringen.
Verkehrsregeln kennen: In der Schweiz gelten klare Regeln für Velofahrende – vom Kreisel bis zum Linksabbiegen.
Einleitung
Samstagmorgen, die Sonne scheint, und eigentlich wäre heute der perfekte Tag für eine Ausfahrt – wäre da nicht die Frage, ob die Bremsen noch zuverlässig greifen, ob das alte Velo überhaupt noch taugt oder ob es Zeit für ein neues wäre. Genau hier setzt dieser Velo-Ratgeber an. Er begleitet Sie durch alle Themen, die Velofahrerinnen und Velofahrer in der Schweiz beschäftigen: vom Velokauf über Zubehör und Wartung bis zu den Verkehrsregeln. Egal, ob Sie täglich Velo fahren oder Ihr Velo nur gelegentlich aus dem Keller holen – hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Übrigens: Was in Deutschland Fahrrad heisst, nennen wir in der Schweiz schlicht Velo. Und die Velobranche hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt: E-Bikes boomen, neue Velotypen wie das Gravelbike erobern die Strassen, und die Auswahl war noch nie so gross. Umso wichtiger ist ein guter Überblick, den wir Ihnen in diesem Velo-Ratgeber geben möchten.
Kaufberatung: Das richtige Velo finden
Ein guter Velo-Ratgeber beginnt dort, wo viele Fragen entstehen: beim Velokauf. Die wichtigste Frage lautet nicht, welches Velo das beste ist, sondern welches Velo am besten zu Ihnen passt. Überlegen Sie sich zuerst, wofür Sie das Velo hauptsächlich nutzen möchten.
Die wichtigsten Velotypen im Überblick
Citybike: Der Klassiker für den Alltag. Aufrechte Sitzposition, Gepäckträger, Schutzbleche und Licht ab Werk. Ideal für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder für kurze Strecken in der Stadt.
Mountainbike: Für Schotterwege, Trails und die Berge. Breite Reifen, Federung und robuste Rahmen machen Mountainbikes zur ersten Wahl für sportliche Fahrten im Gelände.
Rennvelo: Leicht, schnell und auf Asphalt zuhause. Rennvelos – auch als Rennrad bekannt – sind für alle, die im Radsport ambitioniert unterwegs sind oder lange Strecken zügig zurücklegen wollen.
Gravelbike: Die Mischung aus Rennvelo und Geländevelo. Ein Gravelbike fährt sich auf Asphalt flott und meistert auch Kieswege – perfekt für abwechslungsreiche Velotouren.
E-Bike: Das Elektrovelo unterstützt Sie mit Motorkraft. Langsame E-Bikes unterstützen bis 25 km/h, schnelle Modelle bis 45 km/h. Gerade in der hügeligen Schweiz eine beliebte Wahl.
Kindervelo: Für die Kleinsten zählt vor allem die passende Grösse. Ein Kindervelo sollte nie auf Zuwachs gekauft werden – das Kind muss sicher mit den Füssen den Boden erreichen.
Auf die Rahmengrösse kommt es an
Die Rahmengrösse ist das A und O beim Velokauf. Ein zu grosses oder zu kleines Velo führt zu Rücken- und Knieproblemen und macht das Fahren unsicher. Als Faustregel gilt: Bei einem Citybike sollten Sie im Stehen über dem Oberrohr noch einige Zentimeter Platz haben, beim Mountainbike etwas mehr. Die Sattelhöhe ist richtig eingestellt, wenn Ihr Bein beim Treten in der untersten Pedalstellung fast gestreckt ist. Am besten machen Sie vor dem Kauf eine Probefahrt.
Neu oder gebraucht kaufen?
Ein neues Velo bietet Garantie, aktuelle Technik und volle Auswahl. Ein gebrauchtes Velo schont das Budget – hier lohnt sich aber ein genauer Blick auf Rahmen, Bremsen, Schaltung und Verschleissteile. Lassen Sie sich beim Kauf eines Occasionsvelos im Zweifel von einer Fachperson beraten.
Worauf man beim Kauf eines Kindervelos achten sollte
Beim Kauf eines Kindervelos gilt es, vor allem auf Folgendes zu achten:
Passende Velogrösse: Ein Kindervelo sollte so eingestellt sein, dass das Kind im Sitzen mit beiden Füssen flach den Boden berühren kann. Wenn das Kind anhalten möchte, ist es wichtig, dass es das Velo sicher abstützen kann, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Gerade bei Anfängern gibt das Aufsetzen mit beiden Füssen Sicherheit und beugt Stürzen vor.
Position und Bedienbarkeit der Handbremsen: Die richtige Position und Bedienbarkeit der Handbremsen sind essenziell für die Sicherheit und Kontrolle eines Kindervelos. Kinder haben kleinere Hände und weniger Kraft als Erwachsene, weshalb die Bremsen speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sein müssen.
Leichte Rahmen für besseres Handling: Ein leichtes Velo spielt eine entscheidende Rolle für die Sicherheit und den Fahrspass. Je geringer das Gewicht des Velos, desto einfacher lässt es sich anfahren, lenken und kontrollieren. Besonders bei jüngeren Kindern ist ein geringes Fahrradgewicht wichtig, da sie noch nicht über viel Kraft verfügen. In unserem Sortiment finden Sie Kindervelos mit hochwertigen Aluminium- und Magnesiumrahmen, die sich durch ihr geringes Gewicht und ihre Robustheit auszeichnen.
Probefahren: Das Kind sollte testen, ob Sattel und Lenker richtig eingestellt sind und es sich sicher und bequem fühlt. Es sollte ohne Probleme den Boden mit beiden Füssen erreichen können. Beim Fahren merkt das Kind, ob es das Velo gut lenken und kontrollieren kann. Besonders bei Kurven, beim Anhalten und beim Beschleunigen wird deutlich, ob das Velo zu ihm passt. Eine Probefahrt in Ihrer LANDI gibt dem Kind Selbstvertrauen. Es kann die Bremsen, Pedale und Schaltung ausprobieren und sich mit dem neuen Velo vertraut machen.
Konkrete Kauftipps
Damit der Velokauf gelingt, lohnt es sich, strukturiert vorzugehen. Diese Tipps helfen Ihnen bei der Entscheidung:
Budget realistisch ansetzen: Rechnen Sie nebst dem Velo selbst rund 100 bis 200 Franken für die Grundausstattung ein – Helm, Schloss, Licht und Pumpe. Beim E-Bike lohnt sich zudem ein Blick auf die Kosten eines Ersatzakkus.
Im Frühling oder Herbst kaufen: Im Frühling ist die Auswahl am grössten, im Herbst locken Auslaufmodelle der Vorsaison oft mit deutlichen Rabatten – technisch sind sie meist kaum vom Nachfolgemodell zu unterscheiden.
Immer Probe fahren: Mindestens zehn Minuten, idealerweise auch eine kurze Steigung hinauf. Nur so spüren Sie, ob Sitzposition, Schaltung und Bremsen zu Ihnen passen. Testen Sie unsere E-Bikes und Fahrräder bei einer unverbindlichen Probefahrt in Ihrer LANDI.
Auf Ersatzteile achten: Verbreitete Standards bei Schaltung, Bremsen und Reifengrösse erleichtern spätere Reparaturen. Bei exotischen Komponenten kann die Ersatzteilsuche mühsam und teuer werden.
Beim E-Bike auf Motor und Akku schauen: Ein Mittelmotor bietet die ausgewogenste Fahrdynamik. Bei der Akkukapazität gilt: 400 bis 500 Wattstunden reichen für den Alltag, für lange Velotouren dürfen es 600 oder mehr sein.
Beim Occasionskauf die Rahmennummer prüfen: Lassen Sie sich einen Kaufbeleg geben und kontrollieren Sie, dass das Velo nicht als gestohlen gemeldet ist. Seriöse Verkäufer haben damit kein Problem.
Beratung nutzen: Ein gutes Fachgeschäft fragt zuerst nach Ihrem Einsatzzweck, nicht nach Ihrem Budget. Nehmen Sie sich Zeit für das Gespräch – ein Velo kauft man für viele Jahre.
Bei uns finden Sie dank unserer LANDI Eigenmarke Trelago Ihr perfektes Fahrrad.
Beim Velozubehör gilt: Weniger ist oft mehr, aber an der Sicherheit sollten Sie nicht sparen. Dieser Velo-Ratgeber empfiehlt folgende Grundausstattung:
Velohelm: Kein Zubehör, sondern Pflichtprogramm – auch wenn er nur für schnelle E-Bikes gesetzlich vorgeschrieben ist. Ein Velohelm schützt bei Stürzen zuverlässig vor Kopfverletzungen.
Veloschloss: Investieren Sie in ein hochwertiges Veloschloss. Bügel- und Faltschlösser bieten den besten Schutz. Als Richtwert gilt: Etwa zehn Prozent des Velowerts dürfen es sein.
Velolichter: Vorne weiss, hinten rot – und bei Dunkelheit oder schlechter Sicht Pflicht. Moderne LED-Velolichter mit Akku sind hell, leicht und schnell montiert.
Reflektoren: Vorne weiss, hinten rot, an den Pedalen orange. Reflektoren machen Sie für andere Verkehrsteilnehmende sichtbar.
Luftpumpeund Flickzeug: Ein platter Reifen kommt immer ungelegen. Mit einer kleinen Pumpe, Reifenhebern und Flickzeug sind Sie unterwegs gerüstet.
Veloanhänger: Wer Kinder oder Einkäufe transportiert, fährt mit einem Veloanhänger sicher und bequem. Achten Sie auf geprüfte Modelle mit Gurtsystem und Wimpel.
Zur sinnvollen Veloausrüstung gehören je nach Einsatz auch Schutzbleche, ein Gepäckträger, eine Klingel (in der Schweiz vorgeschrieben) und wetterfeste Kleidung.
Vom Helm bis zum Schloss, von Beleuchtung zu Flickzeug bis zur Luftpumpe.
Ein gepflegtes Velo fährt besser, hält länger und ist sicherer. Mit wenig Aufwand erreichen Sie viel – dieser Abschnitt unseres Velo-Ratgebers zeigt, wie es geht.
Velo richtig reinigen
Reinigen Sie Ihr Velo mit Wasser, einem Schwamm und mildem Reinigungsmittel. Verzichten Sie auf den Hochdruckreiniger: Der starke Wasserstrahl drückt Wasser in Lager und Antrieb und beschädigt die Technik. Wichtig in der Schweiz: Waschwasser mit Reinigungsmitteln und gelöstem Kettenöl gilt als verschmutztes Abwasser und darf weder in einen Strassenschacht noch im Boden versickern. Reinigen Sie Ihr Velo deshalb an einem Ort, an dem das Wasser in die Schmutzwasserkanalisation gelangt – etwa auf einem Waschplatz mit entsprechendem Anschluss.
Regelmässige Pflege
Kette schmieren: Nach jeder Reinigung und etwa alle 200 bis 300 Kilometer die Kette mit Kettenöl behandeln. Überschüssiges Öl mit einem Lappen abwischen.
Reifendruck prüfen: Der richtige Reifendruck steht auf der Reifenflanke. Zu wenig Druck erhöht den Rollwiderstand und das Pannenrisiko, zu viel Druck mindert den Komfort. Mindestens einmal im Monat kontrollieren.
Bremsen kontrollieren: Bremsbeläge auf Abnutzung prüfen und Bremshebel testen. Greifen die Bremsen schwammig, ist eine Kontrolle fällig.
Schrauben nachziehen: Lenker, Sattel und Pedale gelegentlich auf festen Sitz prüfen.
Das Velo überwintern
Wer im Winter nicht fährt, lagert das Velo am besten trocken und frostgeschützt. Pumpen Sie die Reifen gut auf, reinigen und schmieren Sie die Kette und hängen Sie das Velo wenn möglich auf. Beim E-Bike den Akku ausbauen und bei Zimmertemperatur mit etwa 50 bis 70 Prozent Ladung lagern.
Lesen Sie dazu auch unseren Artikel, der detailliert auf dieses Thema eingeht:
Reparatur: Das können Sie selbst
Viele kleine Reparaturen lassen sich mit etwas Übung selbst erledigen. Dazu gehören:
Schlauch flicken oder wechseln: Die häufigste Panne überhaupt. Mit Reifenhebern, Flickzeug oder einem Ersatzschlauch ist das in 15 bis 20 Minuten erledigt.
Bremsbeläge wechseln: Bei Felgenbremsen einfach, bei Scheibenbremsen mit etwas Anleitung ebenfalls machbar.
Kette wechseln: Mit einem Kettennietwerkzeug und einer Verschlusslasche gut selbst zu bewältigen. Eine verschlissene Kette frühzeitig zu ersetzen, schont Ritzel und Kettenblätter.
Schaltung justieren: Kleine Anpassungen an den Einstellschrauben beheben unsauberes Schalten oft schon.
Für die Arbeit am Velo lohnt sich eine Grundausstattung: Inbusschlüssel-Set, Reifenheber, Kettenöl, Flickzeug und eine Standpumpe mit Manometer.
Sicherheit: Gut geschützt unterwegs
Sicherheit beginnt nicht erst im Verkehr, sondern bei der Ausrüstung und der eigenen Fahrweise. Dieser Velo-Ratgeber empfiehlt, auf folgende Punkte besonders zu achten:
Velohelm konsequent tragen: Bei einem Sturz kann der Helm Leben retten. Er sitzt richtig, wenn er waagrecht auf dem Kopf liegt und weder wackelt noch drückt. Nach einem Sturz oder spätestens nach fünf bis sieben Jahren sollte der Helm ersetzt werden.
Sichtbar sein: Gerade in der Dämmerung und im Winter werden Velofahrende oft übersehen. Helle Kleidung, Reflektoren an Velo und Kleidung sowie eingeschaltete Velolichter machen den Unterschied.
Schulterblick und Handzeichen: Vor jedem Spurwechsel kurz über die Schulter blicken und beim Abbiegen klare Handzeichen geben – so wissen andere Verkehrsteilnehmende, was Sie vorhaben.
Vorausschauend fahren: Rechnen Sie damit, dass Autotüren plötzlich aufgehen, Fussgänger unvermittelt die Strasse queren und Autofahrende Sie im toten Winkel nicht sehen.
Abstand halten: Mindestens eine Türbreite Abstand zu parkierten Autos einhalten und nie davon ausgehen, dass andere Sie gesehen haben – Blickkontakt schafft Sicherheit.
Verkehrsregeln in der Schweiz
Wer die Verkehrsregeln kennt, fährt entspannter und sicherer. Die wichtigsten Regeln für Velofahrende in der Schweiz:
Velowege und Velostreifen: Wo ein Veloweg signalisiert ist, müssen Sie ihn benutzen. Velostreifen dürfen von Autos nur überfahren werden, wenn der Veloverkehr nicht behindert wird.
Licht und Ausrüstung: Bei Nacht und schlechter Sicht sind ein weisses Licht vorn und ein rotes Licht hinten Pflicht. Reflektoren vorn, hinten und an den Pedalen sind ebenfalls vorgeschrieben.
Kreisel: Im Kreisverkehr dürfen Velofahrende in der Mitte der Fahrspur fahren, damit sie nicht überholt und geschnitten werden. Beim Verlassen des Kreisels rechtzeitig Handzeichen geben. Gerade beim Kreiseln gilt: Position behaupten und sichtbar bleiben.
Linksabbiegen: Beim Linksabbiegen frühzeitig Handzeichen geben, einspuren und auf den Gegenverkehr achten. Wer sich unsicher fühlt, biegt indirekt ab: Geradeaus über die Kreuzung fahren, anhalten und die Strasse wie zu Fuss queren.
Rechtsabbiegen bei Rot: An Ampeln mit entsprechender Signaltafel (gelbes Velo mit Pfeil) dürfen Velofahrende bei Rot rechts abbiegen – Fussgänger haben dabei immer Vortritt.
Trottoir: Das Fahren auf dem Trottoir ist grundsätzlich verboten. Ausnahme: Kinder bis 12 Jahre dürfen auf dem Trottoir fahren, wenn weder Veloweg noch Velostreifen vorhanden sind.
E-Bike-Regeln: Für schnelle E-Bikes bis 45 km/h gelten Helmpflicht, Kontrollschild und Mindestalter 14 Jahre mit Führerausweis Kategorie M. Langsame E-Bikes bis 25 km/h dürfen ab 16 Jahren ohne Ausweis gefahren werden, zwischen 14 und 16 Jahren mit Ausweis Kategorie M. Seit 2022 gilt für E-Bikes zudem die Pflicht, auch tagsüber mit Licht zu fahren.
Alkohol: Auch auf dem Velo gilt eine Promillegrenze. Wer angetrunken fährt, riskiert eine Busse und im Extremfall den Entzug des Autoführerausweises.
Wann in die Werkstatt?
Nicht alles lässt sich selbst erledigen – und manches sollte man Profis überlassen. Kein Velo-Ratgeber ersetzt das geschulte Auge einer Fachperson. In die Werkstatt gehört Ihr Velo, wenn:
Bremsen unzuverlässig sind: Schwammige Hydraulikbremsen, ölige Beläge oder ungewöhnliche Geräusche sind ein Fall für die Fachperson.
Der Rahmen beschädigt ist: Risse oder Verformungen am Rahmen sind ein Sicherheitsrisiko – hier hilft nur die fachmännische Beurteilung.
Laufräder unrund laufen: Das Zentrieren von Laufrädern braucht Erfahrung und Spezialwerkzeug.
Das E-Bike Probleme bereitet: Motor, Akku und Elektronik gehören in geschulte Hände. Eigenmächtige Eingriffe können die Garantie kosten.
Der jährliche Service fällig ist: Einmal pro Jahr – idealerweise im Frühling vor der Saison – lohnt sich ein kompletter Check mit Schaltung, Bremsen, Lagern und Verschleissteilen.
Für alle Velos und E-Bikes aus dem LANDI Sortiment bieten wir einen grossen und einen kleinen Jahresservice an. Mehr erfahren Sie auf der folgenden Seite:
Einsteiger-Tipps für den Start
Sie steigen neu aufs Velo oder kehren nach längerer Pause zurück? Mit diesen Tipps gelingt der Einstieg:
Langsam steigern: Starten Sie mit kurzen Strecken und bauen Sie Distanz und Tempo schrittweise auf. Wer nach Jahren wieder Velo fährt, unterschätzt oft, wie anstrengend Steigungen sein können – gerade hier kann ein E-Bike den Wiedereinstieg erleichtern.
Verkehrsarme Routen wählen: Planen Sie Ihre ersten Velotouren abseits stark befahrener Strassen. Die Schweiz bietet mit dem Routennetz von SchweizMobil hervorragend signalisierte Velorouten für jedes Niveau.
Fahrtechnik in Ruhe üben: Schulterblick, Handzeichen und einhändiges Fahren zuerst auf einem Parkplatz oder einer ruhigen Quartierstrasse trainieren. Wer das sicher beherrscht, fühlt sich auch im Feierabendverkehr wohl.
In die Grundausstattung investieren: Velohelm, Veloschloss und Licht sind keine Posten, an denen man sparen sollte – sie gehören vom ersten Tag an dazu.
Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
Auch erfahrene Velofahrende tappen immer wieder in dieselben Fallen. Die häufigsten Fehler aus der Praxis:
Falscher Reifendruck: Zu weiche Reifen sind die häufigste Ursache für Plattfüsse und träges Fahrverhalten. Monatlich prüfen!
Vernachlässigte Kette: Eine trockene, rostige Kette verschleisst schnell und beschädigt teure Antriebsteile. Regelmässig reinigen und ölen.
Falsche Sattelhöhe: Ein zu tiefer Sattel belastet die Knie und kostet Kraft. Die richtige Einstellung macht das Fahren spürbar leichter.
Billiges Veloschloss: Ein teures Velo mit einem Schloss für zehn Franken zu sichern, ist ein Risiko. Diebe knacken einfache Schlösser in Sekunden.
Helm am Lenker statt auf dem Kopf: Der beste Velohelm nützt nichts, wenn er baumelnd am Lenker hängt.
Velo auf Zuwachs kaufen: Besonders beim Kindervelo ein Klassiker. Ein zu grosses Velo ist unsicher und nimmt Kindern die Freude am Velofahren.
Fazit
Velofahren ist gesund, günstig, umweltfreundlich – und macht schlicht Freude. Mit dem richtigen Velo, einer sinnvollen Grundausstattung und etwas regelmässiger Pflege sind Sie jahrelang sicher und zuverlässig unterwegs. Wer zudem die Verkehrsregeln kennt und vorausschauend fährt, ist im Schweizer Strassenverkehr gut aufgehoben. Wir hoffen, dieser Velo-Ratgeber hat Ihnen die wichtigsten Antworten geliefert. Velos, Velozubehör, Pflegeprodukte und Ersatzteile finden Sie übrigens in vielen LANDI-Läden und im LANDI-Onlineshop.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema "Velo-Ratgeber"
Wie lange hält ein Velo?
Ein gut gepflegtes Qualitätsvelo hält problemlos 10 bis 20 Jahre oder länger. Entscheidend ist die regelmässige Wartung: Verschleissteile wie Kette, Reifen, Bremsbeläge und Züge müssen periodisch ersetzt werden. Beim E-Bike ist meist der Akku das erste Bauteil, das nach 500 bis 1000 Ladezyklen an Kapazität verliert – er lässt sich aber ersetzen.
Was ist eine Velo-Vignette und braucht es die noch?
Die Velo-Vignette war eine obligatorische Haftpflichtversicherung in Klebeform. Sie wurde per 1. Januar 2012 abgeschafft. Heute deckt die private Haftpflichtversicherung Schäden, die Sie mit dem Velo verursachen. Eine Privathaftpflicht ist in der Schweiz zwar freiwillig, aber für Velofahrende dringend empfohlen. Achtung: Für schnelle E-Bikes bis 45 km/h braucht es weiterhin ein Kontrollschild mit Vignette.
Darf man ein Velo im Zug mitnehmen?
Ja. Für den Selbstverlad im Zug brauchen Sie ein Velobillett oder eine Velo-Tageskarte der SBB. Auf vielen Intercity-Strecken ist während der Hauptsaison zusätzlich eine Reservation obligatorisch. Das gilt auch für E-Bikes: Sie reisen zu denselben Bedingungen wie normale Velos mit – wegen ihres Gewichts von oft 25 Kilogramm oder mehr sollten Sie aber das Ein- und Ausladen einkalkulieren, denn das Velo muss selbst verladen werden können. Auch schnelle E-Bikes bis 45 km/h sind bei der SBB erlaubt; bei Fahrten nach Deutschland oder Österreich sind sie hingegen vom Transport ausgeschlossen. Faltvelos im zusammengeklappten Zustand reisen gratis als Handgepäck. In Stosszeiten kann es eng werden – wer flexibel ist, weicht auf Randzeiten aus.
Wie viel ist mein altes Velo noch wert?
Als grobe Faustregel verliert ein Velo im ersten Jahr rund 30 bis 40 Prozent seines Neuwerts, danach etwa 10 bis 15 Prozent pro Jahr. Der tatsächliche Wert hängt stark von Marke, Zustand und Pflege ab. Einen realistischen Marktwert finden Sie über Vergleichsangebote auf Occasionsplattformen oder an einer Velobörse in Ihrer Region.
Was tun, wenn das Velo gestohlen wurde?
Melden Sie den Diebstahl bei der Polizei – mit Rahmennummer, Marke, Modell und Fotos. Die Rahmennummer sollten Sie deshalb bereits beim Kauf notieren. Prüfen Sie anschliessend Ihre Hausratversicherung: Velodiebstahl ausserhalb des Wohnorts ist oft nur mit dem Zusatz «einfacher Diebstahl auswärts» gedeckt. Behalten Sie zudem Occasionsplattformen im Auge – gestohlene Velos tauchen dort manchmal wieder auf.
Wo entsorgt man ein altes Velo?
Ein fahrtüchtiges Velo muss nicht entsorgt werden: Velobörsen, Brockenhäuser oder Organisationen wie Velafrica geben gebrauchten Velos ein zweites Leben. Ist das Velo wirklich am Ende, gehört es als Altmetall in die Entsorgungsstelle Ihrer Gemeinde. E-Bike-Akkus sind Sondermüll und müssen separat bei einer Verkaufsstelle oder Sammelstelle abgegeben werden – sie gehören keinesfalls in den Hauskehricht.