Bambus umpflanzen: So gelingt der Standortwechsel

Ihr Bambus ist aus dem Topf herausgewachsen, die Wurzeln drängen schon durch die Abzugslöcher – oder Sie möchten den Bambus im Garten an eine bessere Stelle setzen? Dann ist es Zeit, Bambus umzupflanzen. Das klingt nach einer grossen Aufgabe, ist aber mit dem richtigen Vorgehen gut machbar. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie beim Umpflanzen des Bambus wissen müssen: vom besten Zeitpunkt über die nötige Ausrüstung bis hin zur Pflege danach. 

Inhaltsübersicht

  1. Die wichtigsten Schritte im Überblick
  2. Einleitung: Wann und warum Bambus umpflanzen?
  3. Zeitpunkt und Frequenz: Wann ist das Umpflanzen von Bambus sinnvoll?
  4. Ausrüstung: Was Sie zum Umpflanzen von Bambus brauchen
  5. Vorbereitung: Standort und Pflanze richtig vorbereiten
  6. Anleitung: Bambus umpflanzen Schritt für Schritt
  7. Pflege nach dem Umpflanzen des Bambus
  8. Tipps für erfolgreiches Umpflanzen von Bambus
  9. Häufige Fehler beim Umpflanzen von Bambus 
  10. Fazit
  11. FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema "Bambus umpflanzen"

Die wichtigsten Schritte im Überblick

  1. Zeitpunkt wählen: Im Frühling zwischen März und Mai, wenn der Boden aufgetaut ist.
  2. Ausrüstung bereitstellen: Spaten, Gartenschere, Rhizomsperre und nährstoffreiche Erde.
  3. Standort vorbereiten: Lockern, düngen und bei Bedarf eine Rhizomsperre einsetzen.
  4. Bambus ausgraben: Grosszügig um den Wurzelballen stechen, Pflanze vorsichtig herausheben.
  5. Einpflanzen: Auf gleicher Tiefe wie vorher einsetzen, gut angiessen.
  6. Nachpflegen: Regelmässig wässern und im ersten Jahr nicht düngen.

Einleitung: Wann und warum Bambus umpflanzen?

Bambus ist eine erstaunlich robuste Pflanze – und genau deshalb vergessen viele Gartenbesitzerinnen und -besitzer, dass auch er seine Grenzen hat. Wenn die Halme jedes Jahr kleiner werden statt grösser, wenn der Topf sich verformt oder wenn der Bambus im Garten an einem neuen Ort besser aufgehoben wäre, dann ist das Umpflanzen von Bambus die richtige Massnahme.

Gründe für das Umpflanzen von Bambus gibt es viele: Ein zu kleiner Topf bremst das Wachstum. Ein ungünstiger Standort mit zu viel Wind oder zu wenig Licht schwächt die Pflanze. Manchmal soll der Garten einfach neu gestaltet werden. Und bei horstbildenden Sorten kann das regelmässige Umpflanzen des Bambus sogar zur Verjüngung beitragen.

Was auch immer Ihr Grund ist – wenn Sie beim Umpflanzen des Bambus die wichtigsten Regeln beachten, erholt sich die Pflanze rasch und wächst am neuen Standort kräftig weiter.

Zeitpunkt und Frequenz: Wann ist das Umpflanzen von Bambus sinnvoll?

Der beste Zeitpunkt für das Umpflanzen von Bambus ist der Frühling – konkret die Monate März bis Mai. In dieser Zeit beginnen die Rhizome wieder zu treiben, aber die neuen Halme sind noch nicht vollständig ausgebildet. Die Pflanze steckt ihre Energie gerade in den Neuaustrieb und kann sich am neuen Standort gut verwurzeln, bevor der Sommer mit Wärme und Wachstumsdruck kommt.

In der Schweiz gilt: Warten Sie, bis der Boden frostfrei ist und die Nachttemperaturen stabil über 5 Grad liegen. Im Mittelland ist das meist ab Mitte März der Fall, in höheren Lagen etwas später.

Als zweite Möglichkeit bietet sich der frühe Herbst an, von September bis Anfang Oktober. Dann hat der Bambus die Hauptwachstumsphase abgeschlossen und kann sich noch vor dem Winter am neuen Ort einwurzeln. Dieser Zeitpunkt ist aber nur empfehlenswert, wenn der Winter nicht zu hart wird und der Bambus keine langen Frostnächte überstehen muss, bevor er sich etabliert hat.

Wie oft sollten Sie Bambus umpflanzen? Bei Kübelpflanzen empfiehlt sich ein Umtopfen alle zwei bis drei Jahre, bevor die Wurzelmasse zu dicht wird. Im Garten ist das Umpflanzen von Bambus weniger häufig nötig – in der Regel nur bei einer Neugestaltung oder wenn der Bambus zu stark in eine unerwünschte Richtung treibt.

Ausrüstung: Was Sie zum Umpflanzen von Bambus brauchen

Gut vorbereitet ist halb gewonnen. Für das Umpflanzen von Bambus benötigen Sie Folgendes:

  • Spatenoder Grabgabel: Für das Ausstechen des Wurzelballens. Ein scharfer Spaten ist wichtig, da Bambuswurzeln zäh sein können.
  • GartenschereoderSäge: Zum Durchtrennen starker Rhizome. Eine scharfe, saubere Klinge verhindert Quetschwunden.
  • Rhizomsperre: Unverzichtbar bei horstbildenden Bambussorten, um das Ausbreiten zu kontrollieren. Im Fachhandel erhältlich in verschiedenen Tiefen – für die meisten Gartenbambus-Arten reichen 60 bis 70 cm.
  • Neue Pflanzerde: Bambus mag nährstoffreiche, leicht saure bis neutrale Erde mit guter Drainage. Eine Mischung aus Gartenerde und Kompost bewährt sich gut.
  • Mulch:Rindenmulch oder Häckselgut hält Feuchtigkeit und schützt die Wurzeln.
  • GiesskanneoderGartenschlauch: Für das gründliche Angiessen nach dem Einpflanzen.
  • Arbeitshandschuhe: Bambushalme können scharfe Kanten haben.

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Vorbereitung: Standort und Pflanze richtig vorbereiten

Bevor Sie mit dem eigentlichen Umpflanzen des Bambus beginnen, lohnt sich etwas Vorbereitung. Sowohl die Pflanze als auch der neue Standort sollten gut vorbereitet sein.

  • Neuen Standort vorbereiten: Lockern Sie den Boden am Zielort grosszügig auf – mindestens in einem Durchmesser von 80 cm und einer Tiefe von 40 bis 50 cm. Mischen Sie reichlich reifen Kompost oder gut verrotteten Mist unter. Falls Sie eine Rhizomsperre verwenden möchten, setzen Sie diese ein, bevor Sie den Bambus einpflanzen.
  • Pflanze vorbereiten: Giessen Sie den Bambus einen Tag vor dem Umpflanzen gründlich durch. Ein gut gewässerter Wurzelballen bleibt beim Ausgraben besser zusammen und leidet weniger. Kürzen Sie sehr lange Halme um ein Drittel zurück – das reduziert den Wasserverlust, während sich die Wurzeln am neuen Ort noch nicht vollständig etabliert haben.
  • Kübelpflanze vorbereiten: Bei Topfbambus empfiehlt es sich, den Kübel einen Tag vorher in eine Wanne mit Wasser zu stellen. Das erleichtert das Lösen des Wurzelballens.

Anleitung: Bambus umpflanzen Schritt für Schritt

Nach Szenarien

Bambus im Garten umpflanzen

Stechen Sie mit dem Spaten rund um die Pflanze in einem Abstand von mindestens 30 bis 40 cm zu den äusseren Halmen. Arbeiten Sie sich senkrecht nach unten, um möglichst viele Wurzeln zu erhalten. Fahren Sie dann mit dem Spaten unter den Wurzelballen und hebeln Sie die Pflanze vorsichtig heraus. Bei grossen, eingewachsenen Bambuspflanzen braucht es manchmal zwei Personen.

Sind einzelne Rhizome sehr weit ausgebuchtet, können Sie diese mit einer scharfen Gartenschere oder einem sauberen Spaten abtrennen. Scharfe Schnitte heilen besser als Quetschwunden.

Setzen Sie den Bambus sofort in das vorbereitete Pflanzloch – je kürzer der Bambus zwischen Ausgraben und Einpflanzen in der Luft liegt, desto besser. Füllen Sie das Loch schichtweise mit Erde auf, stampfen Sie leicht an und giessen Sie danach ausgiebig.

Bambus im Kübel umpflanzen (Umtopfen)

Legen Sie den Kübel auf die Seite und klopfen Sie sanft dagegen, um den Wurzelballen zu lösen. Ziehen Sie die Pflanze heraus und inspizieren Sie die Wurzeln. Entfernen Sie abgestorbene, braune Wurzeln und trennen Sie allzu dichte Wurzelfilze auf. Verwenden Sie dafür ein sauberes Messer oder eine Gartenschere.

Wählen Sie einen neuen Kübel, der maximal 5 bis 10 cm grösser im Durchmesser ist als der alte. Ein zu grosser Kübel birgt das Risiko von Staunässe. Füllen Sie den Boden mit einer Drainageschicht aus Kies oder Blähton, dann etwas frische Bambuserde, setzen Sie die Pflanze ein und füllen Sie mit Erde auf. Gut angiessen und an einem windgeschützten Platz aufstellen.

Nach Art

Horstbildende Bambussorten (klumpig wachsend)

Horstbildende Sorten wie Fargesia breiten ihre Rhizome nur wenig aus. Beim Umpflanzen dieser Art genügt es, den Horst zu teilen oder vollständig zu versetzen. Die Rhizome sind kurz und die Pflanze lässt sich gut kontrolliert ausgraben. Eine Rhizomsperre ist bei diesen Sorten in der Regel nicht nötig, kann aber trotzdem sinnvoll sein, wenn man klare Grenzen setzen möchte.

Ausläufertreibende Bambussorten (weit wachsend)

Sorten wie Phyllostachys bilden lange, weit streichende Rhizome. Beim Umpflanzen dieser Art müssen Sie besonders sorgfältig vorgehen und unbedingt eine Rhizomsperre am neuen Standort einplanen. Achten Sie darauf, dass keine Rhizomreste am alten Standort zurückbleiben, die neu austreiben könnten.

Pflege nach dem Umpflanzen des Bambus

Die erste Zeit nach dem Umpflanzen des Bambus ist entscheidend. Der Bambus braucht jetzt vor allem Wasser und Ruhe.

  • Wässern: In den ersten vier bis sechs Wochen nach dem Umpflanzen des Bambus regelmässig und gründlich giessen, besonders bei trockenem und warmem Wetter. Der Boden sollte gleichmässig feucht, aber nicht nass sein. In der Schweiz sind Trockenperioden im Sommer keine Sel­tenheit – planen Sie das Giessen ein.
  • Mulchen: Eine fünf bis zehn Zentimeter dicke Mulchschicht aus Rindenmulch oder Häckselgut hält die Feuchtigkeit im Boden, hält Unkraut in Schach und schützt die Wurzeln vor Temperaturschwankungen.
  • Düngen: Im ersten Jahr nach dem Umpflanzen des Bambus auf Dünger verzichten. Zu viel Nährstoffangebot hemmt die Wurzelbildung. Ab dem zweiten Frühjahr können Sie mit einem stickstoffbetonten Langzeitdünger starten.
  • Stabilisieren: Bei windiger Lage oder grossen Pflanzen kann es helfen, den Bambus mit einem Pflanzenstab kurzzeitig zu stützen.

Tipps für erfolgreiches Umpflanzen von Bambus

Mit diesen Praxistipps machen Sie beim Umpflanzen des Bambus das Beste aus Ihrem Einsatz und geben der Pflanze die besten Voraussetzungen für einen guten Start am neuen Standort. 

  • Nie in der Mittagshitze: Pflanzen Sie Bambus in den frühen Morgen- oder Abendstunden um. Direkte Sonne stresst die Pflanze zusätzlich.
  • Wurzelballen feucht halten: Wenn Sie den Bambus zwischenzeitlich lagern müssen, wickeln Sie den Wurzelballen in feuchte Jute oder eine Folie ein.
  • Alte Halme reduzieren: Das Kürzen der Halme auf die Hälfte oder ein Drittel der ursprünglichen Höhe reduziert den Wasserverlust und gibt der Pflanze mehr Kraft für die Wurzelbildung. 
  • Qualitätserde verwenden: Investieren Sie in gute Bambus- oder Pflanzenerde mit hohem Kompostanteil. Das zahlt sich langfristig aus.
  • Geduld haben: Bambus kann nach dem Umpflanzen im ersten Jahr wenig Neuaustrieb zeigen. Das ist normal. Die Energie fliesst zuerst in die Wurzeln.

Häufige Fehler beim Umpflanzen von Bambus 

Wer beim Umpflanzen von Bambus diese Fehler vermeidet, hat deutlich bessere Chancen auf eine schnelle Erholung der Pflanze:

  • Falscher Zeitpunkt: Bambus im Hochsommer oder bei Frost umpflanzen ist riskant. Die Pflanze ist dann entweder im Hitzestress oder kann sich nicht mehr einwurzeln.
  • Zu kleines Pflanzloch: Der Wurzelballen braucht Platz. Ein zu enges Loch zwingt die Wurzeln zur Deformation.
  • Zu tiefes Einpflanzen: Bambus sollte auf der gleichen Tiefe wie vorher stehen. Zu tiefes Einpflanzen fördert Fäulnis am Rhizom.
  • Zu wenig giessen: Besonders in den ersten Wochen nach dem Umpflanzen des Bambus ist ausreichend Wasser der wichtigste Erfolgsfaktor.
  • Keine Rhizomsperre: Bei ausläufertreibenden Sorten ohne Rhizomsperre kann der Bambus den Garten in wenigen Jahren unkontrolliert erobern.  
  • Sofort düngen: Frisch umgepflanzte Bambuspflanzen werden durch Düngergaben zusätzlich gestresst und können Wurzelschäden erleiden.

Fazit

Das Umpflanzen von Bambus gelingt am besten, wenn Sie den richtigen Zeitpunkt wählen, den Wurzelballen schonend behandeln und in den ersten Wochen für genügend Wasser sorgen. Mit der passenden Vorbereitung und etwas Geduld erholt sich der Bambus rasch und wächst am neuen Standort kräftig weiter.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema "Bambus umpflanzen"

Beim Umpflanzen von Bambus sind drei Punkte besonders wichtig: der Zeitpunkt (Frühling oder früher Herbst), ein ausreichend grosser Wurzelballen beim Ausgraben und regelmässiges Wässern in den ersten Wochen nach dem Einpflanzen. Zudem sollten Sie bei ausläufertreibenden Sorten immer eine Rhizomsperre am neuen Standort verwenden, um unkontrolliertes Ausbreiten zu verhindern.

Das Umpflanzen von Bambus ist mit etwas Vorbereitung gut machbar – auch ohne Gartenfachkenntnisse. Kleine und mittelgrosse Pflanzen lassen sich problemlos alleine versetzen. Bei grossen, eingewachsenen Bambuspflanzen kann der Wurzelballen schwer werden, weshalb eine zweite Person hilfreich ist. Horstbildende Sorten wie Fargesia sind einfacher zu verpflanzen als grosswüchsige Phyllostachys-Arten.

Bambus verträgt weder dauerhaft staunasse Böden noch lang anhaltende Trockenheit. Auch starke Windbeschattung schadet der Pflanze und führt zu gelblichen Blättern. Frisch umgepflanzter Bambus reagiert empfindlich auf Dünger – daher im ersten Jahr nach dem Umpflanzen von Bambus auf Düngergaben verzichten. Bei empfindlicheren Sorten kann auch intensiver Frost in Kombination mit Wintersonne zu Schäden führen.