Ihr Bambus ist aus dem Topf herausgewachsen, die Wurzeln drängen schon durch die Abzugslöcher – oder Sie möchten den Bambus im Garten an eine bessere Stelle setzen? Dann ist es Zeit, Bambus umzupflanzen. Das klingt nach einer grossen Aufgabe, ist aber mit dem richtigen Vorgehen gut machbar. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie beim Umpflanzen des Bambus wissen müssen: vom besten Zeitpunkt über die nötige Ausrüstung bis hin zur Pflege danach.
Bambus ist eine erstaunlich robuste Pflanze – und genau deshalb vergessen viele Gartenbesitzerinnen und -besitzer, dass auch er seine Grenzen hat. Wenn die Halme jedes Jahr kleiner werden statt grösser, wenn der Topf sich verformt oder wenn der Bambus im Garten an einem neuen Ort besser aufgehoben wäre, dann ist das Umpflanzen von Bambus die richtige Massnahme.
Gründe für das Umpflanzen von Bambus gibt es viele: Ein zu kleiner Topf bremst das Wachstum. Ein ungünstiger Standort mit zu viel Wind oder zu wenig Licht schwächt die Pflanze. Manchmal soll der Garten einfach neu gestaltet werden. Und bei horstbildenden Sorten kann das regelmässige Umpflanzen des Bambus sogar zur Verjüngung beitragen.
Was auch immer Ihr Grund ist – wenn Sie beim Umpflanzen des Bambus die wichtigsten Regeln beachten, erholt sich die Pflanze rasch und wächst am neuen Standort kräftig weiter.
Der beste Zeitpunkt für das Umpflanzen von Bambus ist der Frühling – konkret die Monate März bis Mai. In dieser Zeit beginnen die Rhizome wieder zu treiben, aber die neuen Halme sind noch nicht vollständig ausgebildet. Die Pflanze steckt ihre Energie gerade in den Neuaustrieb und kann sich am neuen Standort gut verwurzeln, bevor der Sommer mit Wärme und Wachstumsdruck kommt.
In der Schweiz gilt: Warten Sie, bis der Boden frostfrei ist und die Nachttemperaturen stabil über 5 Grad liegen. Im Mittelland ist das meist ab Mitte März der Fall, in höheren Lagen etwas später.
Als zweite Möglichkeit bietet sich der frühe Herbst an, von September bis Anfang Oktober. Dann hat der Bambus die Hauptwachstumsphase abgeschlossen und kann sich noch vor dem Winter am neuen Ort einwurzeln. Dieser Zeitpunkt ist aber nur empfehlenswert, wenn der Winter nicht zu hart wird und der Bambus keine langen Frostnächte überstehen muss, bevor er sich etabliert hat.
Wie oft sollten Sie Bambus umpflanzen? Bei Kübelpflanzen empfiehlt sich ein Umtopfen alle zwei bis drei Jahre, bevor die Wurzelmasse zu dicht wird. Im Garten ist das Umpflanzen von Bambus weniger häufig nötig – in der Regel nur bei einer Neugestaltung oder wenn der Bambus zu stark in eine unerwünschte Richtung treibt.
Gut vorbereitet ist halb gewonnen. Für das Umpflanzen von Bambus benötigen Sie Folgendes:
Bevor Sie mit dem eigentlichen Umpflanzen des Bambus beginnen, lohnt sich etwas Vorbereitung. Sowohl die Pflanze als auch der neue Standort sollten gut vorbereitet sein.
Stechen Sie mit dem Spaten rund um die Pflanze in einem Abstand von mindestens 30 bis 40 cm zu den äusseren Halmen. Arbeiten Sie sich senkrecht nach unten, um möglichst viele Wurzeln zu erhalten. Fahren Sie dann mit dem Spaten unter den Wurzelballen und hebeln Sie die Pflanze vorsichtig heraus. Bei grossen, eingewachsenen Bambuspflanzen braucht es manchmal zwei Personen.
Sind einzelne Rhizome sehr weit ausgebuchtet, können Sie diese mit einer scharfen Gartenschere oder einem sauberen Spaten abtrennen. Scharfe Schnitte heilen besser als Quetschwunden.
Setzen Sie den Bambus sofort in das vorbereitete Pflanzloch – je kürzer der Bambus zwischen Ausgraben und Einpflanzen in der Luft liegt, desto besser. Füllen Sie das Loch schichtweise mit Erde auf, stampfen Sie leicht an und giessen Sie danach ausgiebig.
Legen Sie den Kübel auf die Seite und klopfen Sie sanft dagegen, um den Wurzelballen zu lösen. Ziehen Sie die Pflanze heraus und inspizieren Sie die Wurzeln. Entfernen Sie abgestorbene, braune Wurzeln und trennen Sie allzu dichte Wurzelfilze auf. Verwenden Sie dafür ein sauberes Messer oder eine Gartenschere.
Wählen Sie einen neuen Kübel, der maximal 5 bis 10 cm grösser im Durchmesser ist als der alte. Ein zu grosser Kübel birgt das Risiko von Staunässe. Füllen Sie den Boden mit einer Drainageschicht aus Kies oder Blähton, dann etwas frische Bambuserde, setzen Sie die Pflanze ein und füllen Sie mit Erde auf. Gut angiessen und an einem windgeschützten Platz aufstellen.
Horstbildende Sorten wie Fargesia breiten ihre Rhizome nur wenig aus. Beim Umpflanzen dieser Art genügt es, den Horst zu teilen oder vollständig zu versetzen. Die Rhizome sind kurz und die Pflanze lässt sich gut kontrolliert ausgraben. Eine Rhizomsperre ist bei diesen Sorten in der Regel nicht nötig, kann aber trotzdem sinnvoll sein, wenn man klare Grenzen setzen möchte.
Sorten wie Phyllostachys bilden lange, weit streichende Rhizome. Beim Umpflanzen dieser Art müssen Sie besonders sorgfältig vorgehen und unbedingt eine Rhizomsperre am neuen Standort einplanen. Achten Sie darauf, dass keine Rhizomreste am alten Standort zurückbleiben, die neu austreiben könnten.
Die erste Zeit nach dem Umpflanzen des Bambus ist entscheidend. Der Bambus braucht jetzt vor allem Wasser und Ruhe.
Mit diesen Praxistipps machen Sie beim Umpflanzen des Bambus das Beste aus Ihrem Einsatz und geben der Pflanze die besten Voraussetzungen für einen guten Start am neuen Standort.
Wer beim Umpflanzen von Bambus diese Fehler vermeidet, hat deutlich bessere Chancen auf eine schnelle Erholung der Pflanze:
Das Umpflanzen von Bambus gelingt am besten, wenn Sie den richtigen Zeitpunkt wählen, den Wurzelballen schonend behandeln und in den ersten Wochen für genügend Wasser sorgen. Mit der passenden Vorbereitung und etwas Geduld erholt sich der Bambus rasch und wächst am neuen Standort kräftig weiter.
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Beim Umpflanzen von Bambus sind drei Punkte besonders wichtig: der Zeitpunkt (Frühling oder früher Herbst), ein ausreichend grosser Wurzelballen beim Ausgraben und regelmässiges Wässern in den ersten Wochen nach dem Einpflanzen. Zudem sollten Sie bei ausläufertreibenden Sorten immer eine Rhizomsperre am neuen Standort verwenden, um unkontrolliertes Ausbreiten zu verhindern. Das Umpflanzen von Bambus ist mit etwas Vorbereitung gut machbar – auch ohne Gartenfachkenntnisse. Kleine und mittelgrosse Pflanzen lassen sich problemlos alleine versetzen. Bei grossen, eingewachsenen Bambuspflanzen kann der Wurzelballen schwer werden, weshalb eine zweite Person hilfreich ist. Horstbildende Sorten wie Fargesia sind einfacher zu verpflanzen als grosswüchsige Phyllostachys-Arten. Bambus verträgt weder dauerhaft staunasse Böden noch lang anhaltende Trockenheit. Auch starke Windbeschattung schadet der Pflanze und führt zu gelblichen Blättern. Frisch umgepflanzter Bambus reagiert empfindlich auf Dünger – daher im ersten Jahr nach dem Umpflanzen von Bambus auf Düngergaben verzichten. Bei empfindlicheren Sorten kann auch intensiver Frost in Kombination mit Wintersonne zu Schäden führen.FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema "Bambus umpflanzen"
Was ist beim Umpflanzen von Bambus zu beachten?
Wie schwierig ist das Umpflanzen von Bambus?
Was verträgt Bambus nicht?