Die Sträucher im Garten hängen voll mit grünen Blättern, aber die ersehnte Schale voller süsser, roter Früchte bleibt in dieser Saison mager. Wer im eigenen Garten Beeren anbaut, steht im Spätsommer oft ratlos vor dem dichten Rutenwald. Welche Äste tragen im nächsten Jahr Früchte, und welche können weg? Wenn Sie im Garten erfolgreich Himbeerenschneiden, legen Sie den Grundstein für eine gesunde Pflanze und eine körbeweise Ernte im nächsten Sommer. Das regelmässige Auslichten sorgt dafür, dass die Sträucher vital bleiben und Krankheiten keine Chance haben.
Himbeeren gehören zu den beliebtesten Beeren in Schweizer Gärten. Die Pflanzen wachsen von Natur aus sehr dynamisch und bilden ständig neue Triebe aus der Basis. Ohne korrekten Rückschnitt verwandelt sich das Beet jedoch schnell in ein undurchdringliches Dickicht. In einem solchen Dschungel nehmen sich die Ruten gegenseitig das Sonnenlicht und die Nährstoffe weg. Die Folge sind kleine, saure Früchte und eine mühsame Ernte zwischen dornigen Zweigen. Indem Sie Ihre Himbeeren zurückschneiden, lenken Sie die gesamte Kraft der Pflanze in die wertvollen Fruchttriebe. Zudem trocknet ein gut ausgelichteter Strauch nach einem Regenschauer viel schneller ab, was den Befall durch Pilze massiv reduziert.
Bevor Sie mit der Schere aktiv werden, müssen Sie wissen, welche Himbeersorten in Ihrem Garten wachsen. Die Schnitttechnik unterscheidet sich grundlegend nach dem Fruchtrhythmus der Pflanzen.
Der einfachste Hinweis ist die Erntezeit. Wenn Sie bereits im Juni und Juli reife Früchte pflücken, handelt es sich um klassische Sommer-Sorten. Reifen die Beeren hingegen erst ab August und tragen bis weit in den Oktober hinein Früchte, haben Sie Herbsthimbeeren vor sich. Eine bekannte und beliebte Herbstsorte in Schweizer Gärten ist beispielsweise Himbo-Top.
Botanisch gehören Himbeeren zur Familie der Rosengewächse und tragen den Namen Rubus idaeus. Die Pflanze besitzt mehrjährige Wurzeln, aber die oberirdischen Himbeerruten haben eine begrenzte Lebensdauer. Sommerhimbeeren bilden im ersten Jahr grüne Ruten, überwintern und tragen erst im zweiten Jahr an diesen Ruten Früchte. Herbsthimbeeren hingegen haben die Fähigkeit, noch im selben Jahr an den frisch gewachsenen Trieben Blüten und Früchte auszubilden.
Um den Pflanzen keinen Schaden zuzufügen, ist die Wahl des Werkzeugs entscheidend. Gehen Sie beim Schneiden keine Kompromisse ein.
Eine scharfe Gartenschere ist das wichtigste Utensil. Stumpfe Klingen quetschen die Ruten ab, anstatt sie glatt zu durchtrennen. Solche Quetschwunden heilen extrem schlecht und bilden eine ideale Eintrittspforte für Krankheitserreger. Ein sauberer Schnitt schont das Gewebe der Himbeerpflanzen.
Reinigen und desinfizieren Sie Ihre Gartenscheren regelmässig, besonders wenn Sie von einer Pflanze zur nächsten wechseln. Pilzsporen, die beispielsweise die gefürchtete Rutenkrankheit auslösen, werden sonst unbewusst über die Klingen im gesamten Beet verteilt.
Wenn Sie Sommerhimbeeren schneiden, liegt der Fokus auf dem nächsten Jahr. Das Himbeeren schneiden im Sommer sorgt für die Ernte des nächsten Jahres.
Der beste Moment für diesen Eingriff ist direkt nach der Erntezeit im Hochsommer. Warten Sie nicht bis zum Winter, da die Pflanze sonst unnötig Kraft in alte Pflanzenteile steckt.
Schneiden Sie alle abgetragenen Ruten, die in diesem Jahr Früchte getragen haben, direkt am Boden ab. Sie erkennen diese Äste leicht an ihrer braunen, rissigen Rinde und den getrockneten Fruchtresten. Diese Ruten sterben ohnehin ab und müssen komplett entfernt werden.
Lassen Sie pro laufendem Meter Spalier nur etwa acht bis zehn kräftige, grüne Jungruten stehen. Alle schwachen, dünnen Bodentriebe werden ebenfalls bodennah weggeschnitten. Achten Sie auf einen gleichmässigen Pflanzabstand, damit jede Rute ausreichend Platz und Licht bekommt.
Die verbleibenden jungen Ruten werden vorsichtig an einer stabilen Rankhilfe oder einem Spalier festgebunden. Dies gibt den Trieben Halt, wenn sie im nächsten Jahr schwere Früchte tragen, und verhindert, dass sie bei starkem Wind abknicken.
Die Pflege von Herbsthimbeeren ist im Vergleich zu den Sommersorten ein Kinderspiel und absolut gelingsicher. Wenn Sie Herbsthimbeeren schneiden, gehen Sie radikal vor.
Der ideale Zeitpunkt für den radikalen Rückschnitt ist der späte Winter, etwa im Januar oder Februar, an einem frostfreien Tag, bevor die Pflanze neu austreibt.
Bei diesen Sorten wird nicht selektiert. Schneiden Sie absolut alle Ruten dicht über dem Erdboden ab. Dieses radikale Abschneiden sorgt dafür, dass die Pflanze im Frühjahr völlig neue, vitale Bodentriebe bildet, die im Spätsommer eine reiche Ernte garantieren. Das macht das Himbeeren schneiden bei diesen Sorten besonders unkompliziert.
Der bodennahe Schnitt im Winter bringt einen grossen Vorteil im Pflanzenschutz. Weil im Winter keine oberirdischen Pflanzenteile im Beet stehenbleiben, verliert der gefürchtete Himbeerkäfer sein Winterquartier. Auch der Befall durch Maden geht drastisch zurück. Zudem sind diese Sorten weniger anfällig für die Kirschessigfliege, da die Reifezeit der Früchte später liegt.
Wer sich nicht zwischen einer Ernte im Sommer oder Herbst entscheiden möchte, greift zu modernen Züchtungen.
Spezielle zweimaltragende Himbeeren, wie die bekannten Twotimer-Himbeeren, ermöglichen zwei Erntephasen an derselben Pflanze. Sie tragen im Frühsommer an den Ruten des Vorjahres und im Herbst an den neuen Trieben.
Hier müssen Sie differenziert vorgehen beim Himbeeren schneiden. Im Spätwinter werden nur die oberen Abschnitte der Ruten entfernt, die im vergangenen Herbst bereits getragen haben. Der untere Teil dieser Rute bleibt stehen und liefert im Juni die Sommerernte. Gleichzeitig wachsen neue Triebe für den Herbst heran.
Auch bei einer robusten Pflanze können Fehler passieren, die den Ertrag mindern.
Ein sauberer Schnitt ist wichtig, aber Himbeeren benötigen rundherum die passende Pflege, um optimal zu gedeihen.
Um den kräftigen Austrieb im Frühjahr zu unterstützen, sollten Sie die Pflanzen im zeitigen Frühjahr gezielt düngen. Verwenden Sie einen organischen Beeren- oder Kompostdünger, um dem Flachwurzler alle nötigen Nährstoffe bereitzustellen.
Himbeeren lieben einen gleichmässig feuchten, humosen Boden. Eine dicke Schicht aus Rindenmulch oder Kompost hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und unterdrückt gleichzeitig unerwünschte Wildkräuter. Mulchen schützt zudem die oberflächennahen Wurzeln.
Die grössten Feinde der Himbeere sind Staunässe und Pilzerkrankungen. Vermeiden Sie schweren, verdichteten Boden beim Himbeeren pflanzen. Achten Sie auf Schädlinge wie Blattläuse, die Viren übertragen können. Bei der Neuanlage des Beets sollten Sie den optimalen Pflanzabstand einhalten, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten.
Nicht jeder hat Platz für ein grosses Beerenbeet im Garten. Dank moderner Zwerghimbeeren lassen sich die süssen Früchte auch wunderbar im Topf auf Balkon oder Terrasse anbauen. Beim Himbeeren schneiden im Kübel gehen Sie im Prinzip genau gleich vor wie im Freiland. Da der Platz im Topf begrenzt ist, sollten Sie jedoch noch strenger auslichten, um eine gute Belüftung zu garantieren. Die beste Pflanzzeit für Containerpflanzen ist das Frühjahr oder der Herbst. Wenn Sie bestehende Pflanzen umpflanzen oder Himbeeren vermehren möchten, beispielsweise über Wurzelausläufer oder Stecklingen, ist ein grosser Topf mit guter Drainage entscheidend.
Das richtige Vorgehen beim Himbeeren schneiden ist kein Geheimnis, sondern erfordert lediglich die Unterscheidung zwischen Sommer- und Herbstsorten. Während Sommerhimbeeren nach der Ernte selektiv ausgelichtet werden, vertragen Herbsthimbeeren im Winter einen radikalen Bodenschnitt. Mit scharfem Werkzeug, regelmässiger Düngung und einer schützenden Mulchschicht sichern Sie sich Jahr für Jahr gesunde Pflanzen und saftige Früchte. Alles, was Sie für die Pflege und den Schnitt Ihrer Beeren benötigen, finden Sie in den LANDI Läden.
Der richtige Zeitpunkt hängt von der Sorte aus Ihrem Garten ab. Sommerhimbeeren schneiden Sie am besten direkt nach der Ernte im Juli oder August. Bei Herbsthimbeeren erfolgt der Rückschnitt im späten Winter vor dem neuen Austrieb im Frühjahr. Bei Herbsthimbeeren schneiden Sie alle Ruten komplett bodennah ab, damit sie komplett neu austreiben können. Bei Sommerhimbeeren werden nur die alten, abgetragenen Ruten ganz unten gekappt, während die jungen Ruten für das nächste Jahr stehen bleiben. Himbeeren lassen sich am einfachsten über bodennahe Ausläufer vermehren, die man im Frühjahr abtrennt und an einem neuen Ort einpflanzt. Eine Vermehrung über Stecklinge oder Absenker ist ebenfalls möglich, erfordert aber etwas mehr Geduld bei der Bewurzelung. Die ideale Pflanzzeit für die neuen Pflanzen ist der Herbst oder das zeitige Frühjahr.FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Himbeeren zurückschneiden
Der optimale Zeitpunkt: Wann sollte man Himbeeren schneiden?
Die richtige Schnitttiefe: Wie tief muss man Himbeeren zurückschneiden?
Vermehrung im Garten: Wie kann man Himbeeren vermehren?