Sie steigen morgens ins Auto, drehen den Zündschlüssel um, doch der Motor stottert nur. Ein Blick unter die Motorhaube offenbart das Malheur: zerbissene Kabel und zerfetzte Isolierungen. Wenn nachts zudem seltsame Kratzgeräusche über die Decke wandern, ist die Sache meist klar. Ein kleiner Räuber hat es sich bei Ihnen gemütlich gemacht. Jetzt gilt es, schnell zu handeln und den Marder vertreiben zu müssen, bevor teure Folgeschäden entstehen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie das Raubtier wirksam loswerden und Ihr Eigentum langfristig schützen.
Bevor wir uns den Gegenmassnahmen widmen, lohnt sich ein Blick auf den Verursacher. In den allermeisten Fällen handelt es sich bei dem ungebetenen Gast in Siedlungen um den Steinmarder. Im Gegensatz zu seinem nahen Verwandten, dem Baummarder, der dichte Wälder bevorzugt, ist der Steinmarder ein ausgesprochener Kulturfolger. Er hat gelernt, dass die Nähe zum Menschen viele Vorteile bietet.
Unsere Dörfer und Städte bieten den Tieren einen reich gedeckten Tisch und unzählige Verstecke. Ob weggeworfene Lebensmittel im Abfall, reife Beeren im Garten oder Mäuse in der Scheune, das Nahrungsangebot ist riesig. Zudem bieten menschliche Bauwerke hervorragenden Schutz vor Witterung und Feinden. Ein warmer Motorraum oder ein isolierter Dachboden sind für die Tiere ideale Rückzugsorte.
Ein Marderbefall kündigt sich meist durch unmissverständliche Zeichen an. Da die Tiere nachtaktiv sind, hören Sie oft nach dem Eindunkeln oder in den frühen Morgenstunden Poltern und Scharren von oben. Typisch sind auch intensive Gerüche nach Urin und Kot sowie Nahrungsreste wie Knochen oder Federn. Im Garten oder auf dem Autodach hinterlassen die Pfoten oft sichtbare Spuren.
Autobesitzer fürchten die kleinen Nager besonders, da Marderschäden am Fahrzeug schnell ins Geld gehen können. Eine effektive Marderabwehr im Auto schützt nicht nur das Budget, sondern verhindert auch gefährliche Pannen unterwegs.
Wenn ein Fahrzeug im Motorraum beschädigt wird, liegt das meist an der Revierverteidigung. Parkiert das Auto in den Revieren verschiedener Marder, riecht der zweite Marder den Konkurrenten. Das löst aggressive Beissattacken aus. Besonders gefährdet ist das Zündkabel, aber auch Kühlwasserschläuche und die Dämmung der Motorhaube werden regelmässig zerfetzt.
Auf dem Markt und im Volksmund kursieren viele Ratschläge, wie sich ein Marder vertreiben lässt. Nicht jede Methode erweist sich in der Praxis als gleichermassen tauglich. Folgende Ansätze haben sich etabliert:
Hatten Sie bereits Besuch, reicht es nicht aus, eine Marderabwehr einzubauen. Der fremde Duftstoff muss zwingend entfernt werden, da er sonst immer wieder neue Angriffe provoziert. Eine gründliche Motorwäsche ist daher der erste und wichtigste Schritt, um die Duftmarken vollständig zu neutralisieren.
Wenn sich das Tier erst einmal auf dem Dachboden eingenistet hat, leidet die Lebensqualität der Bewohner erheblich. Neben dem Lärm können die Tiere die Isolierung zerstören, was zu hohen Sanierungskosten führt. Um den Marder vertreiben zu können, müssen Sie sein neues Zuhause ungemütlich machen.
Marder sind extrem gelenkig. Ein Loch von der Grösse eines Hühnereis reicht ihnen völlig aus, um ins Gebäude zu gelangen. Suchen Sie nach potenziellen Einstiegen wie lockeren Dachziegeln, offenen Lüftungsschlitzen oder Lücken am Dachguss. Diese Schlupflöcher müssen mit stabilem Maschendraht oder Blechen dauerhaft und fest verschlossen werden. Tun Sie dies jedoch nur, wenn Sie sicher sind, dass das Tier gerade nicht im Haus ist.
Ein elektronischer Marderschreck, der unregelmässige Töne im Ultraschallbereich abgibt, kann das Tier vertreiben. Da Marder sehr scheu sind, helfen im Innenbereich oft auch laute Musik oder das Aufstellen von blinkenden Lichtern, um die Nachtruhe des Tieres so nachhaltig zu stören, dass es freiwillig das Weite sucht.
Viele Betroffene greifen zuerst zu einfachen Mitteln, die ohnehin im Haushalt vorhanden sind. Doch wie effektiv sind diese Methoden wirklich, um einen Marder vertreiben zu können?
Ein bekanntes Hausmittel ist das Auslegen von Hundehaaren oder Katzenhaaren, um dem Marder die Anwesenheit eines Feindes vorzugaukeln. Auch intensiv riechende Gegenstände wie WC-Steine oder Mottenkugeln werden häufig genutzt. Die Praxis zeigt jedoch, dass der Erfolg meist nur von kurzer Dauer ist. Die Tiere gewöhnen sich schnell an die Gerüche oder schieben die Fremdkörper einfach beiseite.
Wer auf Gerüche setzen möchte, sollte eher zu Produkten greifen, die speziell für die Vergrämung entwickelt wurden. Diese Mittel enthalten biologische Duftstoffe, die dem Marder Gefahr oder einen überlegenen Feind signalisieren. Richtig angewendet können sie im Innenbereich oder rund um das Haus temporär helfen, wenn Sie einen Marder vertreiben möchten.
Damit Sie gar erst nicht in die Situation kommen, einen Marder vertreiben zu müssen, ist Vorsorge der beste Weg. Mit ein paar einfachen Anpassungen rund um Ihr Haus senken Sie das Risiko für einen Befall deutlich.
Lassen Sie keine offenen Abfallsäcke draussen stehen und schliessen Sie Mülltonnen immer sorgfältig ab. Essensreste gehören nicht auf den offenen Kompost. Auch das Futter für Haustiere oder Vögel sollte abends nicht frei zugänglich im Garten verbleiben, da dies die Tiere magisch anzieht.
Da die Tiere das Rampenlicht meiden, ist eine gute Aussenbeleuchtung ein wirksamer Schutz. Installieren Sie Bewegungsmelder an dunklen Ecken des Grundstücks, insbesondere an den Laufwegen des Marders wie Regenrinnen oder Bäumen, die nah am Dach stehen. Das plötzliche Licht schreckt die Tiere ab.
Beim Umgang mit Wildtieren sind in der Schweiz klare gesetzliche Regeln verankert. Wer einen Marder vertreiben möchte, darf dies nicht mit allen Mitteln tun, da der Tierschutz und das Jagdrecht streng eingehalten werden müssen.
In der Schweiz unterliegt der Steinmarder dem Jagdgesetz. Das bedeutet, dass private Personen die Tiere weder fangen noch verletzen oder töten dürfen. Diese Aufgaben sind ausschliesslich für den zuständigen Jäger oder Wildhüter vorgesehen. Zudem müssen die gesetzlichen Schonzeiten beachtet werden, in denen die Tiere absolut ungestört bleiben müssen, besonders während der Aufzucht der Jungtiere im Frühling.
Einen Marder vertreiben erfordert Geduld und ein systematisches Vorgehen. Am besten kombiniert man mechanische Barrieren an Haus und Auto mit technischen Hilfsmitteln wie Ultraschall. Denken Sie daran, potenzielle Nahrungsquellen zu eliminieren und Schlupflöcher konsequent abzudichten. Sollten die Probleme bestehen bleiben, finden Sie in den LANDI Läden ein breites Sortiment an bewährten Produkten zur Marderabwehr, die Ihnen helfen, Ihr Eigentum effektiv zu schützen.
Typische Anzeichen sind nächtliche Poltergeräusche, Kratzen, unangenehme Gerüche sowie Kotspuren oder Reste von Beutetieren.
Einfache Hausmittel wie Hundehaare oder Mottenkugeln wirken meist nur kurzfristig. Besser geeignet sind spezielle Duftstoffe aus dem Fachhandel oder technische Geräte.