Ein sauberes Velo fährt besser, hält länger und ist sicherer unterwegs. Wer sein Velo reinigen und regelmässig pflegen will, braucht dafür weder teure Spezialgeräte noch viel Zeit. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihr Velo richtig putzen, welche Ausrüstung sich bewährt hat und worauf Sie bei E-Bike und Mountainbike achten sollten.
Nach einer Tour durch den Frühlingsregen steht es da: Der Rahmen voller Spritzer, die Kette grau statt glänzend, die Felgen mit einem Schmutzfilm überzogen. Viele schieben das Putzen vor sich her – dabei ist das regelmässige Reinigen des Velos die einfachste und günstigste Form der Fahrradpflege. Schmutz, Streusalz und alte Schmiermittel wirken wie Schleifpaste auf Kette, Ritzel und Schaltung. Wer den Dreck regelmässig entfernt, verlängert die Lebensdauer der Komponenten deutlich, spart Geld für Ersatzteile und entdeckt kleine Schäden, bevor sie zum Problem werden. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Methode ist das Velo in 15 bis 30 Minuten wieder sauber.
Wie häufig Sie Ihr Velo reinigen sollten, hängt vom Einsatz ab. Wer täglich zur Arbeit pendelt, putzt idealerweise alle zwei bis drei Wochen gründlich. Gelegenheitsfahrerinnen und Gelegenheitsfahrer kommen mit einer Reinigung pro Monat gut über die Runden. Unabhängig davon gilt: Nach Fahrten durch Regen, Schlamm oder über gesalzene Winterstrassen sollten Sie das Velo möglichst rasch abspülen. Gerade Streusalz greift Metallteile an und fördert Rost – im Schweizer Winter ist das der häufigste Grund für vorzeitig verschlissene Ketten und festgefressene Schrauben. Ein einfacher Anhaltspunkt: Wenn die Kette beim Fahren hörbar knirscht oder die Schaltung nicht mehr sauber wechselt, ist die Reinigung überfällig.
Für das Reinigen des Velos brauchen Sie keine teure Spezialausrüstung. Bewährt hat sich folgende Grundausstattung:
Beim Reinigungsmittel gilt: weniger ist mehr. Ein spezieller Veloreiniger löst Schmutz und Fett zuverlässig, ohne Lack, Gummi oder Dichtungen anzugreifen. Achten Sie auf Produkte, die biologisch abbaubar sind – das schont die Umwelt und ist in der Schweiz auch rechtlich relevant, wenn Waschwasser versickern könnte. Für den Antrieb empfiehlt sich ein Kettenreiniger oder Entfetter, der altes Kettenöl und verharzten Schmutz löst. Ein paar Tropfen Spülmittel in warmem Wasser sind als Hausmittel für den Rahmen in Ordnung, sollten aber sparsam dosiert werden, da aggressive Tenside Schmierstellen entfetten können.
Die schnelle Variante dauert rund zehn Minuten und eignet sich für die regelmässige Pflege zwischendurch:
Ein- bis zweimal pro Saison – und auf jeden Fall nach dem Winter – lohnt sich die grosse Wäsche. So gehen Sie vor, wenn Sie Ihr Velo reinigen und dabei auch den Antrieb richtig sauber bekommen wollen:
1. Vorbereiten: Velo in den Montageständer spannen oder umgekehrt auf Lenker und Sattel stellen. Beim E-Bike zuerst den Akku entfernen.Eingebrannter Kettenschmutz, Teerspritzer oder weisse Salzränder sind hartnäckiger Schmutz; entfernen lassen sie sich trotzdem – mit der richtigen Technik und etwas Geduld. Lassen Sie den Entfetter länger einwirken und arbeiten Sie mit der Zahnbürste nach. Teerflecken am Rahmen löst ein Tropfen Speiseöl auf einem Lappen, danach mit Veloreiniger nachwischen. Beginnenden Rost an Schrauben oder Speichen entfernen Sie vorsichtig mit feiner Stahlwolle oder einer Polierpaste und schützen die Stelle anschliessend mit etwas Öl oder Wachs. Wichtig: Auf dem Lack und an den Bremsscheiben haben Stahlwolle und Öl nichts verloren.
In der Schweiz prägen die Jahreszeiten den Reinigungsrhythmus. Im Frühling steht die grosse Grundreinigung an: Streusalz und Splitt vom Winter müssen restlos weg, bevor sie weiter an Kette und Lagern nagen. Der Sommer ist pflegeleicht – Staub abwischen und die Kette regelmässig ölen genügt meist. Im Herbst sorgen nasses Laub und Schmutz auf den Strassen für mehr Putzaufwand. Gleichzeitig ist es der richtige Moment, das Velo auf den Winter vorzubereiten. Wer auch in der kalten Jahreszeit fährt, sollte das Velo nach jeder Fahrt auf gesalzenen Strassen kurz abspülen und die Kette häufiger schmieren. Ein Trockenschmiermittel eignet sich für trockene Sommerbedingungen, im nassen Schweizer Herbst und Winter hält ein Nassschmiermittel besser auf der Kette.
Beim E-Bike gelten ein paar zusätzliche Regeln. Entfernen Sie vor der Wäsche immer den Akku und decken Sie die Kontakte ab oder halten Sie sie trocken. Verwenden Sie nur wenig Wasser rund um Motor, Display und Steckverbindungen – ein feuchter Lappen reicht dort völlig. Ein Hochdruckreiniger ist beim E-Bike doppelt heikel, weil Wasser nicht nur in Lager, sondern auch in die Elektronik gedrückt werden kann. Kontrollieren Sie nach dem Trocknen, dass die Akkukontakte sauber und trocken sind, bevor Sie den Akku wieder einsetzen.
Das Mountainbike verlangt nach jeder Geländetour eine Wäsche, denn Schlamm setzt sich tief in Federgabel, Dämpfer und Antrieb fest. Spülen Sie groben Dreck zuerst ab, bevor Sie bürsten – sonst wirkt der Sand wie Schmirgelpapier auf dem Lack. Die Standrohre von Gabel und Dämpfer wischen Sie nur mit einem weichen, sauberen Tuch ab und sprühen niemals direkt auf die Dichtungen. Wer sein Mountainbike regelmässig stark verschmutzt, sollte zudem die Lager von Steuersatz und Hinterbau im Auge behalten: Knackt oder hakt etwas, gehört das Velo in die Werkstatt.
Eine professionelle Veloreinigung oder ein Service in der Werkstatt lohnen sich, wenn mehr als Putzen nötig ist: etwa wenn die Schaltung trotz sauberer Kette nicht mehr präzise arbeitet, die Bremsen schwammig reagieren oder Lager spürbar Spiel haben. Auch vor dem Saisonstart im Frühling ist ein Service sinnvoll – die Fachperson reinigt nicht nur, sondern prüft Verschleissteile, stellt Schaltung und Bremsen ein und erkennt Schäden, die Laien übersehen. Beim E-Bike empfiehlt sich ohnehin ein jährlicher Check, bei dem auch Software und Elektrik kontrolliert werden. Für die normale Wäsche zwischendurch braucht es aber keinen Profi: Das Velo reinigen kann jede und jeder selbst.
Reinigung ist die halbe Miete – die andere Hälfte ist regelmässige Wartung. Direkt nach dem Reinigen des Velos ist der ideale Zeitpunkt für einen kurzen Check:
Zur Vorbeugung hilft ein trockener, gedeckter Abstellplatz. Wer das Velo draussen parkiert, schützt es mit einer atmungsaktiven Abdeckung vor Regen. Eine dünne Schicht Sprühwachs auf dem Rahmen lässt Schmutz und Wasser abperlen und erleichtert die nächste Wäsche.
Für alle Velos und E-Bikes aus dem LANDI Sortiment bieten wir einen grossen und einen kleinen Jahresservice an. Mehr erfahren Sie auf der folgenden Seite:
Mit ein paar einfachen Kniffen geht die Velowäsche schneller von der Hand und das Ergebnis hält länger:
Beim Reinigen des Velos schleichen sich immer wieder dieselben Fehler ein – diese fünf sollten Sie vermeiden:
Das Reinigen des Velos ist keine lästige Pflicht, sondern die günstigste Versicherung für eine lange Lebensdauer Ihres Velos. Mit Gartenschlauch, Schwamm, Bürste, einem milden Veloreiniger und etwas Kettenöl sind Sie bestens ausgerüstet. Wer alle paar Wochen 20 Minuten investiert, fährt sicherer, schaltet geschmeidiger und spart sich teure Ersatzteile. Alles, was Sie für die Fahrradpflege brauchen – von der weichen Bürste über Kettenreiniger bis zum Montageständer – finden Sie in den LANDI-Läden in Ihrer Nähe oder im Online-Shop.
Davon raten wir ab. Der hohe Wasserdruck eines Hochdruckreinigers oder Druckreinigers presst Wasser in Lager, Dichtungen und beim E-Bike in die Elektronik. Wenn überhaupt, dann nur mit grossem Abstand, niedrigster Stufe und niemals direkt auf Lager, Naben, Tretlager oder elektrische Komponenten. Sicherer ist der Gartenschlauch mit sanftem Strahl.
In der Schweiz gilt das Gewässerschutzgesetz: Waschwasser mit Reinigungsmitteln darf nicht ins Erdreich versickern und nicht in einen Regenwasserablauf gelangen, der direkt in Bäche oder Seen führt. Waschen Sie das Velo deshalb auf einem Platz, dessen Abfluss an die Schmutzwasserkanalisation angeschlossen ist – zum Beispiel auf einem entsprechenden Waschplatz. Mit klarem Wasser ohne Reiniger ist das Abspülen auf der Wiese unproblematisch. Im Zweifel gibt die Gemeinde Auskunft über die lokalen Vorschriften.
In den meisten Selbstbedienungs-Waschboxen ist das grundsätzlich möglich, sofern der Betreiber es erlaubt – fragen Sie im Zweifel nach. Verwenden Sie aber nicht die Hochdrucklanze auf voller Stufe, sondern höchstens das Programm mit niedrigem Druck und grossem Abstand. Die Bürstenanlage für Autos ist für Velos ungeeignet. Der Vorteil der Waschbox: Das Abwasser wird dort korrekt entsorgt.
Geeignet sind warmes Wasser mit wenig Spülmittel für den Rahmen sowie ein Tropfen Speiseöl gegen Teerflecken. Ungeeignet sind Essig und Zitronensäure in höherer Konzentration (greifen Aluminium und Lack an), Backofenreiniger und andere aggressive Haushaltschemie sowie WD-40 als Kettenschmierung – es eignet sich zum Lösen von festsitzenden Schrauben, aber nicht als dauerhaftes Schmiermittel für die Kette. Für den Antrieb leisten ein richtiger Entfetter und danach Kettenöl deutlich bessere Dienste.
Auf Textilien hilft es, den Fleck zuerst mit Gallseife, Spülmittel oder einem Fleckenlöser einzureiben und einwirken zu lassen, dann so heiss zu waschen, wie es das Pflegeetikett erlaubt. Behandeln Sie den Fleck vor dem ersten Waschgang – einmal heiss gewaschen, fixiert sich das Fett. Von den Händen löst eine Handwaschpaste das Kettenfett am besten; alternativ funktionieren etwas Speiseöl oder Spülmittel, gründlich einmassiert und mit warmem Wasser abgespült.