Sie stehen im herbstlichen Garten und bewundern die majestätischen, fedrigen Blütenstände, die sich elegant im Wind wiegen. Doch sobald die kalte Jahreszeit anbricht, stellt sich die Frage nach der optimalen Pflege. Wer beim Pampasgras schneiden Fehler macht, riskiert, dass die Pflanze verfault oder im nächsten Jahr nicht mehr austreibt. Das amerikanische Pampasgras (Cortaderia selloana) ist zwar grundsätzlich robust, benötigt aber zum richtigen Zeitpunkt Aufmerksamkeit. Als beliebte Solitärpflanze im Schweizer Garten zieht dieses Ziergras alle Blicke auf sich. Eine fachgerechte Pampasgraspflege und regelmässige Rückschnitte sorgen dafür, dass das Prachtstück gesund bleibt und seine maximale Wuchshöhe erreicht.
Wenn die Tage kürzer werden, möchten viele das Beet winterfest machen. Beim Ziergras wäre ein Rückschnitt vor den Wintermonaten jedoch fatal. Da das Gras wintergrün ist, erfüllen Blätter und Halme im Winter eine wichtige Schutzfunktion für das Herz der Pflanze. Schneidet man sie im Herbst ab, läuft Regenwasser ungehindert in die offenen Rohre direkt in den Wurzelbereich, was schnell zu Schimmel und Fäulnis führt. Zudem bilden die Blütenstiele einen schönen Winterschmuck.
Der ideale Zeitpunkt, um das Pampasgras schneiden zu lassen oder selbst aktiv zu werden, liegt im zeitigen Frühjahr zwischen Ende Februar und Mitte März. Der perfekte Moment ist gekommen, kurz bevor der neue Austrieb an der Basis einsetzt. Wer zu lange wartet, beschädigt die frischen, grünen Neuaustriebe. Sobald der Boden aufgetaut ist, sollten Sie das Pampasgras zurückschneiden, bevor die intensive Wachstumsphase beginnt.
Bevor Sie mit der Gartenarbeit beginnen, sollten Sie unbedingt die passende Schutzkleidung anlegen. Die langen Blätter besitzen winzige, sägeartige Widerhaken an den Rändern, die messerscharf sind. Ohne Schutz zieht man sich beim Hantieren im dichten Horst rasch schmerzhafte Schnittwunden an den Händen und Armen zu. Tragen Sie daher immer reissfeste Handschuhe und ein Oberteil mit langen Ärmeln. Auch eine Schutzbrille ist ratsam, da die starren Blätter leicht zurückschnellen können, wenn Sie Ihr Pampasgras schneiden.
Je nach Alter und Grösse der Pampasgräser kann das Zentrum der Pflanze extrem dicht und holzig sein. Mit minderwertigem Werkzeug stösst man hier schnell an die Grenzen. Für ein sauberes Arbeiten empfiehlt sich eine Auswahl an verschiedenen Werkzeugen:
Um beim Arbeiten den Überblick zu behalten, binden Sie das gesamte Gras im oberen Drittel mit einem Seil locker zusammen. Auf diese Weise fliegen die abgeschnittenen Pflanzenteile nicht unkontrolliert durch den Garten und lassen sich einfacher entsorgen. Kämmen Sie den Horst zunächst vorsichtig durch, um loses Laub zu entfernen, und blicken Sie tief in das Innere, um festzustellen, ob sich bereits erste grüne Spitzen zeigen.
Beim Pampasgras schneiden gilt unter Fachleuten die goldene Regel, das alte Gewächs etwa 15 bis 20 Zentimeter über dem Erdboden zu kappen. Dieser Abstand stellt sicher, dass Sie die schlafenden Augen an der Basis sowie den Wurzelbereich keinesfalls beschädigen. Setzen Sie das gewählte Werkzeug waagerecht an und arbeiten Sie sich langsam von den äusseren Rändern schrittweise bis ins dichte Zentrum des Grases vor.
Die vertrockneten Blütenstände und alten Halme können zerkleinert und auf den Kompost gegeben werden, sofern sie trocken und gesund sind. Anschliessend sollten Sie die verbliebene Basis gründlich ausputzen. Entfernen Sie totes Laub und festsitzenden Filz aus dem Inneren, damit wieder ausreichend Licht und Luft an das Herz des Ziergrases gelangen können, was Pilzerkrankungen effektiv vorbeugt.
Obwohl viele Sorten wie das klassische Silber-Pampasgras oder die Variante Sunningdale Silver als winterhart gelten, vertragen sie das feuchtkalte Schweizer Winterklima oft schlecht. Der eigentliche Feind ist nicht der Frost, sondern die lang anhaltende Staunässe. Wenn permanent Regen oder schmelzender Schnee in das offene Zentrum sickert, beginnt das Ziergras unweigerlich von innen heraus zu faulen. Ein durchdachter Winterschutz ist daher die wichtigste Massnahme, wenn Sie Ihr Pampasgras überwintern möchten.
Die einfachste Methode, um das Gras vor Feuchtigkeit zu schützen, ist das Zusammenbinden der Halme im Spätherbst. Greifen Sie das gesamte Blattschopf wie zu einem Pferdeschwanz und binden Sie es mit einem Strick stabil zusammen. Die dichten Blütenrispen und Blätter formen dadurch ein natürliches Dach. Dieses leitet das Wasser nach aussen ab und hält das empfindliche Herz der Pflanze zuverlässig trocken.
Um den Wurzelbereich vor eisigen Temperaturen zu schützen, empfiehlt sich eine zusätzliche Bodenisolierung. Häufeln Sie rund um die Basis des Grases eine dicke Schicht aus trockenem Laub, Stroh oder Tannenreisig auf. In besonders rauen Schweizer Lagen kann man das zusammengebundene Gras zusätzlich locker mit einem atmungsaktiven Gartenvlies umhüllen. Verwenden Sie niemals Plastikfolie, da sich darunter schädliches Kondenswasser staut.
Kompaktere Sorten wie Pumila eignen sich hervorragend für die Haltung im Pflanzkübel auf der Terrasse. Hier ist die Überwinterung jedoch anspruchsvoller, da die Erde im Topf komplett durchfrieren kann. Rücken Sie den Kübel nah an eine geschützte Hauswand und umwickeln Sie das Gefäss mit mehreren Lagen Jutedecken. Stellen Sie den Topf auf eine isolierende Styroporplatte, damit keine Bodenkälte aufsteigt. So lässt sich das Pampasgras überwintern, ohne dass die feinen Wurzeln Schaden nehmen.
Damit das Ziergras optimal gedeiht, spielen die Standortfaktoren eine tragende Rolle. Die Pflanzen benötigen einen vollsonnigen und warmen Platz im Garten. Da das amerikanische Pampasgras eine enorme Wuchshöhe erreichen kann, sollte man ihm genügend Freiraum einräumen. Es eignet sich perfekt als dekorativer Sichtschutz oder als imposante Solitärpflanze. Der Boden muss zwingend tiefgründig und äusserst durchlässig sein, da verdichtete Erde unweigerlich zu Staunässe führt.
Wenn Sie ein neues Pampasgras pflanzen, sollten Sie das Pflanzloch etwa doppelt so gross ausheben wie den Wurzelballen. Mischen Sie schweren Gartenboden mit reichlich Sand oder Kies, um den Wasserabfluss zu optimieren. Der ideale Zeitpunkt für das Einpflanzen liegt im Frühjahr nach den Eisheiligen im Mai. So hat das Ziergras den gesamten Sommer über Zeit, tiefe Wurzeln zu schlagen, bevor der erste Winter anbricht.
Aufgrund ihrer enormen Biomasse gehören diese Ziergräser zu den Starkzehrern im Garten. Direkt nach dem Pampasgras schneiden im Frühjahr benötigt die Pflanze einen kräftigen Energieschub. Mischen Sie einen hochwertigen Langzeitdünger oder reichlich organischen Dünger wie reifen Kompost unter die Erde im Wurzelbereich. Ein gezieltes Pampasgras düngen zu Beginn des Sommers unterstützt die Ausbildung der prächtigen Blütenstände massiv.
Ein gut eingewurzeltes, älteres Gras übersteht trockene Phasen im Sommer erstaunlich gut. Dennoch sollten Sie in langanhaltenden Hitzeperioden regelmässig giessen. Wässern Sie dabei immer direkt den Boden rund um die Basis und vermeiden Sie es, das Wasser über die Blätter zu schütten, um Pilzkrankheiten keine Chance zu geben.
Bleiben die dekorativen Blütenrispen im Spätsommer aus, liegt das häufig an einem zu schattigen Standort oder akutem Nährstoffmangel. Auch ein zu spätes Pampasgras schneiden im Frühjahr, bei dem die jungen Triebe versehentlich gekappt wurden, kann die Blütenbildung unterdrücken. Haben Sie Geduld: Junge Pflanzen blühen oft erst im zweiten oder dritten Standjahr.
Färben sich die Blätter mitten in der Wachstumsperiode gelb, leidet die Pflanze meist unter verdichtetem Boden. Entdecken Sie beim Ausputzen im Frühling Schimmel im Inneren des Horsts, war der Winterschutz unzureichend. Entfernen Sie alle betroffenen Teile grosszügig und lockern Sie den umgebenden Boden vorsichtig auf.
Mit der passenden Kombination aus einem sorgfältigen Winterschutz im Spätherbst und dem fachgerechten Rückschnitt im Frühjahr bleibt das majestätische Ziergras über viele Jahre hinweg der stolze Mittelpunkt Ihres Gartens. Wenn Sie im Frühling das Pampasgras schneiden, legen Sie das Fundament für ein gesundes Wachstum und eine reiche Blüte im Spätsommer. Alles, was Sie für die erfolgreiche Pflege und den Schutz Ihrer Gartenschätze benötigen – von scharfen Gartenscheren über reissfeste Handschuhe bis hin zu hochwertigen Erden und Düngern –, finden Sie in den LANDI Läden in Ihrer Nähe. Unsere Experten vor Ort beraten Sie gerne bei der Auswahl.
Nein, ein Rückschnitt im Herbst sollte unbedingt unterbleiben. Die stehengelassenen Halme schützen das Innere der Pflanze vor Frost und Nässe. Ein herbstlicher Schnitt erhöht das Risiko von Fäulnis drastisch.
Das alte Gras wird im Frühjahr auf eine Höhe von etwa 15 bis 20 Zentimetern über dem Boden gekürzt. Achten Sie dabei sorgfältig darauf, den frischen, grünen Austrieb an der Basis nicht zu beschädigen.
Für kleinere Pflanzen und filigrane Arbeiten reicht eine scharfe Gartenschere. Bei grossen, stark verholzten Gräsern erleichtert eine mechanische oder elektrische Heckenschere den Rückschnitt erheblich.