Wenn die bunten Blätter von den Bäumen fallen und die Nächte in der Schweiz spürbar kühler werden, bereiten sich die Heckenbewohner auf den Winter vor. Vielleicht haben Sie beim Aufräumen des Gartens im Laub schon ein leises Rascheln gehört und sich gefragt, wie Sie dem kleinen nützlichen Gast helfen können. Ein sicherer Unterschlupf ist im herbstlichen Garten leider Mangelware geworden. Wenn Sie ein Igelhaus selber bauen, schaffen Sie eine lebenswichtige Zuflucht für die kalte Jahreszeit. So leisten Sie einen wertvollen Beitrag zum Schweizer Artenschutz und zu einem naturnahen Garten direkt vor der eigenen Haustüre.

Die nützlichen Insektenfresser finden in unseren modernen, oft sehr gepflegten Gärten immer seltener natürliche Unterschlüpfe wie dichte Reisighaufen oder morsche Baumstämme. Ein künstliches Quartier bietet den Tieren optimalen Schutz vor winterlicher Kälte, anhaltendem Regen und Schnee. Es gibt viele Gründe, warum Gartenbesitzer ein Igelhaus selber bauen sollten. Es dient nicht nur als geschützter Ort für den Winterschlaf von November bis März, sondern wird im Sommer auch gerne als sicherer Rückzugsort für die Aufzucht der Jungtiere genutzt.
Der beste Unterschlupf nützt wenig, wenn er am falschen Ort platziert wird. Wählen Sie einen absolut ruhigen Platz in einer abgelegenen Ecke Ihres Grundstücks. Ideal ist ein Standort unter dichten Sträuchern, einer Hecke oder unter einem Vordach. Die Wetterseite sollte gemieden werden. Stellen Sie sicher, dass die Eingangsöffnung nach Osten oder Südosten zeigt, damit der kalte Westwind und der Regen nicht direkt in das Innere dringen können.
Igel brauchen während ihres Winterschlafs absolute Ruhe. Der Standort sollte für neugierige Hunde oder spielende Katzen schwer zugänglich sein. Auch natürliche Feinde wie Dachse oder Füchse dürfen keine Möglichkeit haben, das Quartier leicht umzuwerfen oder aufzubrechen. Eine Platzierung tief im dichten Dickicht ist hier der beste Schutz vor Störungen.

Für den Bau haben sich heimische Weichhölzer bestens bewährt. Passendes Gartenholz bildet eine stabile Grundlage für das Projekt. Fichte, Kiefer oder Tanne sind in der Schweiz weit verbreitet, preiswert und lassen sich hervorragend verarbeiten. Wer ein besonders langlebiges Haus bauen möchte, kann auch zu Hartholz wie Eiche greifen. Eiche ist von Natur aus sehr resistent gegen Feuchtigkeit, allerdings etwas teurer und schwerer zu sägen. Verzichten Sie unbedingt auf Spanplatten, da diese im Regen schnell aufquellen und zerfallen.
Die empfindliche Nase des Igels reagiert extrem sensibel auf künstliche Gerüche. Verwenden Sie für die Innenwände und den Boden niemals chemische Holzschutzmittel, Lacke oder lösungsmittelhaltige Farben. Wenn Sie das Holz gegen Witterung schützen möchten, streichen Sie ausschliesslich die Aussenseite mit natürlichem Leinöl. Der Innenraum bleibt komplett unbehandelt, damit das Tier keine giftigen Dämpfe einatmet.
Es muss nicht immer das klassische Holzbrett sein. Wer beim Basteln mit Kindern ein Igelhaus selber bauen möchte, kann auch auf grosse Tontöpfe, alte Harassen oder umgedrehte Weidenkörbe zurückgreifen. Diese Materialien lassen sich mit etwas Geschick und Kreativität wunderbar in ein gemütliches Igelquartier verwandeln und bieten eine tolle Möglichkeit, den Nachwuchs spielerisch an den Naturschutz heranzuführen.
Ein optimales Haus benötigt keine riesigen Ausmasse. Eine Grundfläche von etwa dreissig mal vierzig Zentimetern bei einer Höhe von dreissig Zentimetern ist völlig ausreichend. Diese Masse garantieren, dass das Tier den Raum mit seiner eigenen Körperwärme gut aufheizen kann, während gleichzeitig genügend Platz für das Nestmaterial bleibt.
Für das Projekt Igelhaus selber bauen benötigen Sie kein tiefes Vorwissen, sondern lediglich etwas Freude am präzisen Arbeiten. Zeichnen Sie die Masse aller Bauteile mit einem Bleistift auf das Holz auf. Sie benötigen eine Bodenplatte, zwei Seitenwände, eine Rückwand, eine Vorderseite und eine etwas grössere Dachplatte, die als schützender Dachüberstand dient.
Ein einfacher Eingang reicht oft nicht aus, um Feinde abzuhalten. Bauen Sie deshalb eine Trennwand im Inneren des Hauses ein, die wie eine Schleuse beziehungsweise ein Labyrinth wirkt. Der Igel muss nach dem Betreten um eine Ecke laufen, um in den eigentlichen Schlafraum zu gelangen. Dies verhindert, dass Katzen oder Marder mit ihren Pfoten das Tier erreichen können, und schützt zudem effektiv vor Zugluft. Der Eingang selbst sollte exakt zehn mal zehn Zentimeter gross sein.
Das Igelhaus selber bauen mit Kindern macht besonders viel Spass, wenn es ans Zusammenfügen der Wände geht. Nutzen Sie rostfreie Universalschrauben anstelle von Nägeln, da diese im Schweizer Aussenklima durch den Wechsel von Feuchtigkeit und Trockenheit eine deutlich stabilere Verbindung bieten. Das Dach sollte abnehmbar gestaltet, aber mit einem schweren Stein gesichert werden, um die spätere Reinigung zu erleichtern.
Ein fester Holzboden schützt zwar vor Bodenkälte, kann aber auch Feuchtigkeit anstauen. Wenn Sie sich für eine feste Bodenplatte entscheiden, sollten Sie unbedingt zwei bis drei kleine Löcher hineinbohren, damit Kondenswasser abfliesst. Viele Experten bevorzugen jedoch einen offenen Naturboden, bei dem das Haus auf einer Schicht aus Kies oder flachen Backsteinen steht.
Nachdem Sie das Igelhaus selber bauen erfolgreich abgeschlossen haben, geht es an die Inneneinrichtung. Folgende Naturmaterialien eignen sich bestens für ein behagliches Nest:
Verwenden Sie niemals Heu, da dieses bei Feuchtigkeit schnell schimmelt, und verzichten Sie auf künstliche Watte, in der sich die Füsse des Tieres verfangen könnten.
Damit das Igelhaus selber bauen langfristig Sinn macht, muss die Hygiene stimmen. Die Reinigung darf ausschliesslich im Frühjahr stattfinden, wenn der Igel das Winterquartier sicher verlassen hat. Dies ist meistens im April oder Mai der Fall. Reinigen Sie das Innere gründlich mit einer harten Bürste und heissem Wasser, ohne chemische Putzmittel zu verwenden.
Bevor Sie das Haus öffnen, legen Sie einen kleinen, dünnen Zweig vor den Eingang. Ist der Zweig nach zwei Tagen beiseitegeschoben, wissen Sie, dass jemand ein- und auszieht. Bleibt der Zweig unberührt, ist das Haus leer und bereit für den Frühjahrsputz.
Ein häufiger Fehler beim Igelhaus selber bauen ist das Vernachlässigen des Feuchtigkeitsschutzes. Steht das Haus direkt auf dem feuchten Erdreich, fault das Holz rasch. Platzieren Sie das Quartier immer leicht erhöht auf ein paar Ziegelsteinen oder einer Kiesschicht, damit Regenwasser unterhalb des Bodens versickern kann.
Ohne ausreichende Luftzirkulation schimmelt das Nestmaterial durch die Atemfeuchtigkeit des Tieres. Bohren Sie zwei kleine Belüftungslöcher im oberen Bereich der Rückwand, um einen minimalen, zugluftfreien Luftaustausch zu garantieren und Schimmelbildung zu verhindern.
Ein tolles Haus nützt wenig, wenn der restliche Garten steril ist. Stellen Sie eine flache Schale mit frischem Leitungswasser bereit. Wenn Sie wissen möchten, was fressen Igel in der Natur, lautet die Antwort: Laufkäfer, Regenwürmer und Larven. Diese locken Sie durch einheimische Wildblumen und wilde Ecken im Garten an. Was fressen Igel auf keinen Fall? Geben Sie ihnen niemals Milch, da dies zu tödlichen Durchfällen führt. Bei Bedarf kann im Herbst mit hochwertigem Katzenfeuchtfutter zugefüttert werden.
Achten Sie darauf, dass Mähroboter niemals in der Dämmerung oder in der Nacht laufen, da sie schlafende Tiere schwer verletzen können. Decken Sie offene Lichtschächte ab und lassen Sie bei Zäunen am Boden immer einen Durchlass von zehn Zentimetern frei, damit die Tiere ungehindert wandern können.
Ein Igelhaus selber bauen ist ein lohnendes Wochenendprojekt für den Naturschutz, das mit wenig Aufwand eine grosse Wirkung erzielt. Mit etwas handwerklichem Geschick schaffen Sie einen sicheren Zufluchtsort für die nützlichen Tiere.
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Ja, das gemeinsame Bauen ist eine hervorragende Möglichkeit, um Kindern den praktischen Artenschutz näherzubringen und handwerkliche Fähigkeiten spielerisch zu fördern.
Der Eingang sollte exakt zehn mal zehn Zentimeter messen. Das ist gross genug für jeden Igel, aber zu klein für grössere Raubtiere wie Füchse oder Dachse.
Heimische Nadelhölzer wie Fichte oder Kiefer sind ideal, da sie preiswert, stabil und leicht zu verarbeiten sind. Schützen Sie die Aussenseite einfach mit natürlichem Leinöl.