Weidezaun richtig aufbauen: Die Praxis-Anleitung für optimale Hütesicherheit 

Ein sicherer Weidezaun ist das A und O für jeden Tierhalter. Ob Rinder, Pferde, Schafe oder Ziegen – der Zaun erfüllt eine Doppelfunktion: Er schützt die eigenen Tiere vor dem Ausbrechen und hält gleichzeitig ungebetene Gäste fern. Ein moderner Elektrozaun basiert auf einem einfachen, aber hocheffektiven System, das bei korrekter Installation über Jahre hinweg zuverlässig funktioniert.

Wer heute vor der Aufgabe steht, einen Weidezaun neu zu errichten oder eine bestehende Anlage zu modernisieren, sieht sich oft mit einer Vielzahl an technischen Begriffen und unterschiedlichen Materialien konfrontiert. Diese Anleitung führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess, erklärt die wichtigsten Komponenten und zeigt auf, worauf Sie beim Aufbau in der Schweiz besonders achten müssen. 

Inhaltsverzeichnis

  1. Die richtige Planung vor dem Zaunbau
  2. Das Elektrozaun-Prinzip: So funktioniert der Stromkreislauf
  3. Die wichtigsten Komponenten im Überblick
  4. Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Aufbau
  5. Die Erdung: Der kritische Erfolgsfaktor
  6. Sicherheit und gesetzliche Vorschriften in der Schweiz
  7. Welche Art von Elektrozaungerät für Ihren Bedarf passt
  8. Wie viele Drähte braucht man und in welcher Höhe?
  9. Wartung und effektive Fehlersuche
  10. Fazit: Ein sicherer Zaun sorgt für entspannte Weidetage
  11. FAQ – Häufig gestellte Fragen

Die richtige Planung vor dem Zaunbau 

Bevor Sie das erste Werkzeug in die Hand nehmen, steht eine sorgfältige Planung an. Die Beschaffenheit des Geländes, die Bodenverhältnisse und vor allem die zu hütende Tierart bestimmen, wie der Zaun schlussendlich dimensioniert sein muss.

Unterschiedliche Tiere stellen ganz eigene Ansprüche an die Hütesicherheit. Während für Rinder oft zwei Zaunreihen in moderater Höhe ausreichen, benötigen Pferde aufgrund ihres Fluchtverhaltens deutlich sichtbarere Breitbänder und höhere Pfähle. Schafe wiederum besitzen durch ihre dicke Wolle eine starke Isolationsschicht, weshalb hier mit einer höheren Impulsenergie und mehr Zaunhorizonten in Bodennähe gearbeitet werden muss. Messen Sie die geplante Strecke exakt aus und planen Sie auch Tore, Geländeecken und topografische Besonderheiten wie Gräben oder Hänge fest ein.

Das Elektrozaun-Prinzip: So funktioniert der Stromkreislauf   

Ein Elektrozaun ist kein physisches Hindernis wie eine Mauer, sondern eine psychologische Barriere. Das Prinzip dahinter ist ein offener Stromkreislauf, der erst durch die Berührung des Tieres geschlossen wird.

Das Weidezaungerät (Viehhüter) sendet in regelmässigen Abständen kurze, harmlose, aber gut spürbare Stromimpulse durch das Leitermaterial. Berührt ein Tier den Zaun, fliesst der Strom durch den Körper des Tieres in den Boden. Über die im Erdreich sitzenden Erdungsstäbe wird der Impuls zurück zum Gerät geleitet. Erst durch diesen Rückfluss schliesst sich der Kreis, und das Tier erhält einen kurzen elektrischen Schlag. Das Tier merkt sich diesen Reiz schnell und meidet den Zaun fortan konsequent.

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Die wichtigsten Komponenten im Überblick 

Für ein funktionierendes System müssen alle Bauteile aufeinander abgestimmt sein. Die Qualität des schwächsten Glieds bestimmt die Zuverlässigkeit der gesamten Anlage.

  • Weidezaungerät: Das Herzstück der Anlage versorgt den Zaun mit der nötigen Energie. Je nach Verfügbarkeit eines Stromanschlusses und der Länge des Zauns wählt man ein 230-Volt-Netzgerät, ein mobiles 12-Volt-Akkugerät oder ein kompaktes 9-Volt-Batteriegerät. Für lange Zäune und robustere Tiere sind Netzgeräte aufgrund ihrer konstanten Leistungsabgabe immer die erste Wahl.
  • Leitermaterial: Es transportiert den Strom entlang der Weide. Zur Auswahl stehen unterschiedliche Materialien, die je nach Tierart und Zaunlänge eingesetzt werden. Kordeln und Seile eignen sich hervorragend für windige Lagen, während breite Bänder eine hohe optische Sichtbarkeit für Pferde bieten. Litzen und klassische Drähte kommen meist bei Rinder- und Schafweiden zum Einsatz. Achten Sie beim Kauf auf einen geringen elektrischen Widerstand (gemessen in Ohm pro Meter), besonders bei langen Zaunanlagen.
  • Weidezaunpfähle: Sie bilden das statische Gerüst. Man unterscheidet zwischen permanenten Eck- und Streckenpfählen aus robustem Holz oder Recycling-Kunststoff und mobilen Kunststoff- oder Metallpfählen für temporäre Unterteilungen und Portionsweiden.
  • Isolatoren: Sie verhindern, dass der fliessende Strom unkontrolliert über die Pfähle in den Boden abwandert. Isolatoren müssen eine hohe UV-Beständigkeit und eine gute Isolationswirkung aufweisen, um Spannungsverluste bei Nässe zu minimieren.
  • Erdungsstäbe: Sie sind unverzichtbar für den Rückstrom zum Gerät. Verwenden Sie immer feuerverzinkte Spezial-Erdstäbe, da Rost den Stromfluss massiv behindert.

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Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Aufbau

Sobald das Material bereitsteht, kann der eigentliche Aufbau beginnen. Gehen Sie dabei strukturiert vor, um nachträgliche Korrekturen zu vermeiden.

1. Trasse vorbereiten und ausmessen

Reinigen Sie die geplante Zaunlinie von starkem Unterholz, Ästen und hohem Gras. Starker Bewuchs, der später das Leitermaterial berührt, führt zu permanenten Spannungsableitungen und schwächt die Hütesicherheit spürbar. Stecken Sie den Verlauf anschliessend mit einer Richtschnur exakt ab.

2. Eck- und Torpfähle setzen

Die Eckpfähle sowie die Pfähle an den Toren müssen die gesamten Zugkräfte des gespannten Leitermaterials auffangen. Verwenden Sie hierfür stabile, dicke Holzpfähle und setzen Sie diese besonders tief (mindestens ein Drittel der Gesamtlänge) in den Boden ein. Eine zusätzliche Schrägabstützung der Eckpfähle erhöht die Stabilität der gesamten Konstruktion massiv.

3. Streckenpfähle verteilen und einschlagen

Setzen Sie nun die Streckenpfähle entlang der Richtschnur ein. Der optimale Abstand variiert je nach Material und Tierart. Bei leichten Kunststoffpfählen und Litzen empfiehlt sich ein Abstand von etwa 3 bis 5 Metern. Bei schweren Holzpfählen und straff gespannten Drähten oder Seilen kann der Abstand auf 6 bis 8 Meter erhöht werden.

4. Isolatoren anbringen und Leitermaterial einziehen   

Befestigen Sie die Isolatoren auf den exakt berechneten Höhen an den Pfählen. Nutzen Sie für den Einzug des Leitermaterials an den Ecken spezielle Eckisolatoren, die den Zugkräften standhalten. 

Wichtiger Praxis-Tipp: Verknoten Sie Bänder oder Seile niemals von Hand! Knoten unterbrechen die feinen, eingewebten Metallleiter im Inneren des Materials und stoppen den Stromfluss. Verwenden Sie stattdessen immer passende Edelstahl-Verbinder und Bandspanner aus dem Fachhandel, um eine dauerhafte Leitfähigkeit zu garantieren.

5. Weidezaungerät positionieren und anschliessen

Montieren Sie das Weidezaungerät an einem geschützten, trockenen Ort oder nutzen Sie einen wetterfesten Metallkasten für Akkugeräte direkt am Zaun. Verbinden Sie den Zaunausgang des Geräts mithilfe eines hochspannungsfesten Untergrund- und Zaunanschlusskabels direkt mit dem Leitermaterial des Zauns.

Die Erdung: Der kritische Erfolgsfaktor  

Über 80 Prozent aller Probleme an Elektrozaunanlagen lassen sich auf eine mangelhafte oder unzureichende Erdung zurückführen. Wenn der Strom nach einer Zaunberührung nicht optimal durch das Erdreich zurück zum Gerät fliessen kann, bleibt der spürbare Impuls für das Tier schwach oder bleibt gänzlich aus.

Schlagen Sie für eine zuverlässige Erdung mindestens drei feuerverzinkte Erdungsstäbe mit einer Mindestlänge von einem bis eineinhalb Metern tief in den Boden ein. Der Abstand zwischen den einzelnen Stäben sollte etwa drei Meter betragen. Verbinden Sie die Stäbe untereinander mit einem robusten, verzinkten Erdkabel und schliessen Sie dieses am Erdungsanschluss Ihres Weidezaungeräts an.

Wählen Sie für die Erdung einen Platz, der dauerhaft feucht ist – beispielsweise die Nordseite eines Gebäudes oder einen Bereich in der Nähe eines Grabens. Trockener, sandiger oder steiniger Untergrund leitet Strom extrem schlecht. In solchen Fällen müssen Sie die Anzahl der Erdungsstäbe entsprechend erhöhen, um eine ausreichende Kontaktfläche zum feuchten Tiefenbereich des Bodens herzustellen.

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Sicherheit und gesetzliche Vorschriften in der Schweiz

Der Betrieb einer elektrischen Zaunanlage bringt auch rechtliche Pflichten mit sich, die in der Schweiz streng geregelt sind. Ziel dieser Vorschriften ist es, Unfälle mit Passanten, Wanderern und Wildtieren zu verhindern.

  • Warnschilder: Jeder Elektrozaun, der entlang eines öffentlichen Weges, einer Strasse oder eines Wanderwegs verläuft, muss in regelmässigen Abständen von ca. 50 bis 100 Metern gut sichtbar mit gelben Warnschildern gekennzeichnet sein. Die Aufschrift "Vorsicht Elektrozaun" ist dabei Pflicht.
  • Impulscharakteristik: Es dürfen ausschliesslich offiziell geprüfte und zugelassene Weidezaungeräte verwendet werden, die den aktuellen Sicherheitsnormen entsprechen. Die Geräte müssen die Energie in kurzen Impulsen abgeben – ein permanenter Stromfluss ist verboten und lebensgefährlich.
  • Stacheldraht: Die Kombination von elektrisch geladenem Leitermaterial mit herkömmlichem Stacheldraht ist in der Schweiz aus Tierschutzgründen untersagt, da sich Tiere im Stacheldraht verfangen könnten und dann den Stromimpulsen hilflos ausgeliefert wären.

Welche Art von Elektrozaungerät für Ihren Bedarf passt

Die beiden wichtigsten Unterscheidungsmerkmale bei Weidezaungeräten sind:

  • Die Art der Stromversorgung (Netzbetrieb 230 Vm Akkumulator 12 V, Trockenbatterien 9V)
  • Die Höhe der Impulsenergie

Geräte mit Netzanschluss (230 Volt) haben eine uneingeschränkte Hütedauer. Sie sind in allen benötigten Leistungsklassen verfügbar und können an langen Zäunen die notwendige Energie am besten zur Verfügung stellen. Auch bei stärkerem Bewuchs stellen sie noch ausreichend Energie für den Zaun bereit. Ihr Nachteil ist, dass sie nur dort eingesetzt werden können, wo ein Netzanschluss vorhanden ist. Ausserdem ist bei einem Netzausfall der gesamte Zaun stromlos. Trotzdem sollte Netzgeräten, wo immer ihr Einsatz möglich ist, der Vorzug gegeben werden.

Agraro Batteriegeräte mit 9 V Trockenbatterien bieten geringere Impulsenergien. Es kann eine Hütedauer von mehreren Monaten erreicht werden. Die Einsatzmöglichkeit dieser Geräte ist auf kurze Zäune mit geringem Bewuchs beschränkt. Ein Nachladen dieser Batterien ist nicht möglich. Alternativ kann man aber auch hier 12 Volt Akkus verwenden. Alle Agraro 9V-Geräte sind auch für 12 Volt Betrieb ausgelegt und verfügen über einen Tief-Entladeschutz. Laufzeit der 9 V Batterie hängt vom Batterietyp (wieviel AH?), vom Gerätetyp (wie hoch ist die Stromaufnahme?), von der täglichen Laufzeit und von der Zaunisolation ab. 9V Geräte (selbst wenn diese auch mit 12V Batterien betrieben werden können) sind schwächer als 12V-Geräte. 9V-Geräte liegen hier typischerweise bei ca. 0,15 Joule bis ca. 0,35 Joule.

 12 Volt-Akkugeräte sind die optimale Lösung für sehr robuste Tiere, lange Zäune bzw. Zäune mit Bewuchs, wenn ein 230 V-Anschluss nicht zur Verfügung steht. Die Entladeenergie ist vergleichbar mit Netzgeräten (ca. 0,5 Joule bis ca. 15 Joule Output). Als Stromquelle werden wiederaufladbare 12 Volt Akkus verwendet die je nach Gerätetyp, Leistungsbedarf und Akkutyp nach ca. 1- 4 Wochen nachgeladen werden müssen. Eine gute Ergänzung sind Solarmodule, welche Sonnenenergie in Strom umwandeln und damit die 12V-Batterie/Akku permanent nachladen.

Die wartungsfreie Batterie hat einen wiederaufladbaren AGM-Vlissakku. Sie wird gefüllt und geladen geliefert und ist somit sofort einbaubereit. Es ist keine Säure erforderlich. Die Garantiedauer bei der Batterie beträgt 1 Jahr (beiTiefentladung kein Garantieanspruch). Kapazitätsangaben bei einer 1GO-stündigen Normalladung (C100). Diese Batterie hat eine geringe Selbstentladung im Vergleich zu Standardbatterien und ist in Erstausrüsterqualität (OEM). Zudem hat sie ein besseres Auflade-Verhalten als herkömmliche Blei-Säure- und AGM-Akkus (z.B. beim Laden über Solarpanels). Sie verträgt kurze Lade-/Entlade-Zyklen besser als herkömmliche Blei-Säure- oder AGM-Akkus (Mikrozyklenfenster). Die Batterie ist mindestens 9 Monate lagerfähig. Aufgrund Doppeldeckel mit Sicherheitsventil, Gasrekombination und Rückzündschutz ist sie auslaufsicher.

Solargeräte - AGRARO SunPOWER = extrem schlagstarke, mobile Kompakt-Solargeräte (1,0 und 3,0 Joule Output). Kristalline Solarmodule in Kombination mit hochleistungs-Solarweidezaungeräten können Zäune mit vielen Kilometern Länge mit Strom versorgen. Selbst nach einer ganzen Woche ohne direktes Sonnenlicht haben diese Weidezaungeräte noch ausreichend Kraft, um Ihren Zaun mit genug Strom zu versorgen. Diese Spezialgeräte eignen sich ausgezeichnet für Einzäunungen relativ grosser Flächen. So ist immer überall genug Spannung auf dem Zaun, ohne dass Sie eine Steckdose in der Nähe benötigen. Falls der integrierte 12V Akku nachgeladen werden muss können Sie ihn mittels des mitgelieferten 230 Volt Netzadadapters aufladen. 

Welches Gerät für welchen Bedarf?  

 

Geräte mit niedriger Impulsenergie 

(bis ca. 0,5 Joule)

empfindliche Tiere wie:

   - Rinder, Pferde, Hunde und Katzen

   - Bei kurzen Zäunen (bis ca. 2 Kilometer)

   - Ohne bzw. sehr wenig Grasbewuchs geeignet

Geräte mit hoher Impulsenergie

(ca. 1 - 5 Joule

dichtbehaarte/unempfindliche Tiere:

   - Schafe, Ziegen und Wild (Wildschweine idealerweise ca. 5 Joule)

   - bei langen Zäunen

   - leichter bis mittlerer Bewuchs

 

Geräte mit einer Impulsenergie über 5 Joule

 

vor allem für Zaunanlagen mit:

   - Netzen die stärker eingewachsen sind

   - Langen Zäunen (mehrere Kilometer)

   - Extremen Grasbewuchs

   - Sehr robuste Tiere (Bullen, Wildschweine)

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Wie viele Drähte braucht man und in welcher Höhe?  

Je nachdem für welche Tierart der Zaun aufgestellt wird sind die Drähte in unterschiedlicher Höhe und Dichte am Zaun zu befestigen. Auf der untenstehenden Abbildung ist zu sehen, auf welcher Höhe die Drähte für die jeweilige Tierart angebracht sind.


Weidezaun für Geflügel 25 m × 1,05 m

Weidezaun für Kaninchen 25 m × 0,65 m

Weidezaun für Schafe Premium 50 m × 0,9 m

Weidezaunnetz für Schafe und Ziegen Power blauweiss 50 m × 1,08 m

Weidezaun für Ziegen 50 m × 1,05 m

Bei Pferden empfohlen (insb. bei Aussenzäunen in Risikobereichen):

  • Pony: 120 cm / 75 cm / 45 cm
  • Grosspferde: 140 cm / 100 cm / 60 cm
  • Springpferde/Hengste: 160 cm / 110 cm / 60 cm

Elektrozaun für Kleinpferde Empfehlung: Seil 10 mm Band

Elektrozaun für Grosspferde Empfehlung: Seil bis 40 mm Breitband

Generelle Empfehlungen zur Wolfsabwehr: 

1. Wichtig ist, dass der Betreiber von Zäunen auch tatsächlich die Funktion und Wirkungsweise von Elektrozaun versteht, denn:

  • Ein Elektrozaun ist eine psychologische Barriere und setzt immer eine Lernerfahrung durch das Tier (i.d.F. den Wolf) voraus. Bei Wölfen, die erstmalig mit einem Elektrozaun in Berührung kommen, ist das Risiko erhöht, dass sie nicht zuverlässig zurückweichen. Entfaltet der erste Stromschlag, den ein Wolf am Zaun verspürt die volle Wirkung, bleibt diese stark im Gedächtnis haften. Man spricht von einer negativen Konditionierung.
  • Bleibt diese Wirkung, beispielsweise bei unzureichend installierten Zäunen (mangelhaftes Gerät, mangelnde Leitungsqualität, fehlende Erdung, etc.) aus, kann langfristig das Appetenzverhalten  (hier: Erbeuten der Weidetiere) stärker sein als der unangenehme Reiz des Stromschlages.

2. Damit auch wirklich der erste Stromschlag auf das Tier die volle Wirkung entfaltet, muss/müssen:

  • Schwachstellen im Zaun wie z.B. Tore, Fahrspuren, Gräben, Senken, Bodenunebenheiten gut geschützt werden. Beim Zaunaufbau ist darauf zu achten, dass der unterste Draht der Bodenkontur folgt und straff gespannt ist. Um Bodenunebenheiten auszugleichen, sind gegebenenfalls zusätzliche Massnahmen erforderlich, wie eine Verkürzung des Pfahlabstandes und / oder die stellenweise Installation eines vertikalen Drahtvorhangs.
  • Möglichst schlagstarke Weidezaungeräte (min. 2 Joule – besser 5 Joule Entladeenergie) verwendet werden. Geräte für die klassische 9-Volt-Weidezaunbatterie sind wegen ihrer zu geringen Leistung für die Wolfsabwehr ungeeignet.
  • Mindestens 5000 Volt an jedem Punkt der Zaunanlage täglich messbar sein – auch bei Trockenheit. Der Zustand der Zaunanlage muss mind. wöchentlich geprüft werden.
  • Die Erdung des Weidezaungerätes an einer möglichst feuchten, bewachsenen Stelle errichten. Wir empfehlen min. 3 korrosionsbeständige Erdstäbe mit min 1 m Länge im Abstand von ca. 3 m zu verwenden. Vorteilhaft ist es, die Erdung immer an Standorten mit tiefgründigen, dauerhaft feuchten Böden zu errichten.
  • Grasbewuchs zu den Drahtreihen möglichst vermieden werden, d.h. regelmässig die Zäune ausmähen.
  • Zaundrähte mit sehr guter Leitfähigkeit verwenden werden, d.h. Drähte mit geringem Widerstand (ideal wäre Drahtmaterial mit einem Widerstand von kleiner 1 Ohm/Meter). Kunststofflitzen/-Bänder dürfen nicht geknotet werden.
  • Genügend Drahtreihen in den empfohlenen Abständen gezogen werden (Mindestschutz sind 4 Reihen: Unten max. 20 cm zum Boden, dann in 40, 60 und 90 cm Höhe. Empfehlung: Besser auch noch eine Reihe bei ca. 120 cm – d.h. min. 5 Reihen – aber inkl. den Reihen auf der „Hütetierinnenseite“). Alle Drahtreihen mehrmals vertikal leitend verbinden. Geländebedingte Besonderheiten müssen bei der Errichtung eines wolfsabweisenden Zauns unbedingt berücksichtigt werden. Insbesondere gilt es, Einsprungmöglichkeiten an Böschungen oder Mauern zu vermeiden.

  • Alle Verbindungen und Anschlüsse im Elektrozaun müssen dauerhaft korrosionsbeständig sein. Sie sollten möglichst geschraubt oder fest geklemmt sein.
  • Drähte immer gut spannen, um ein Durchhängen zu vermeiden.

Tipp: zusätzlich blau/weisse Flatterbänder mit ca. 20-30 cm Länge regelmässig einknoten – dies erhöht die Sichtbarkeit der Zäune für den Wolf

Sehr wichtig: Elektrozäune um Weiden, auf denen Tiere gehalten werden, müssen permanent unter Strom stehen. Damit der Wolf nicht den Respekt vor Elektrozäunen verliert, sollten diese, auch wenn keine Tiere/Pferde auf der Weide stehen, permanent unter Strom gehalten oder die Zaunleiter abgebaut werden.

Tipps & Tricks zum Weidezaunsystem:   

Blitzschutz-Einrichtung:  Vor der Einführung einer Zaunzuleitung in ein Gebäude ist eine Blitzschutzeinrichtung (z. B. eine Funkenstrecke) ausserhalb des Gebäudes anzubringen (siehe Bild).

Die Blitzschutzeinrichtung darf nicht mit der Betriebserde des Elektrozaungerätes verbunden werden. Ist eine Gebäude-Blitzschutzanlage vorhanden, sollte die Erdungsleitung der Blitzschutzeinrichtung an die Erdung dieser Anlage angeschlossen werden. Andernfalls ist für die Blitzschutzeinrichtung eine eigene Erdungsanlage erforderlich.

Aufbauanleitung / Installationen eines Zaunes Schritt für Schritt 

Hier finden Sie die Checkliste, welche Ausrüstung für einen ortsfesten oder mobilen Zaun notwendig sind.                           

Was?  Warum?
Weidezaungerät      Das Gerät schickt Impulse in den Zaun. Diese sorgen für die Abschreckung am Weidezaun.
SolarlösungDie Energie der Sonne kann für 9 V Batteriegeräte oder 12 V Akkugeräte genutzt werden.
Energieversorgung  Es werden folgende Energiequellen für Weidezaungeräte vorgeschlagen: Akku, Batterie, Netz, Solar oder auch in Kombination möglich.

Anschlussmaterial (Blitzschutz, Schalter)

Stellt die elektrische Verbindung vom Gerät zum Zaun her. Blitzschutzanalgen sind ein Muss bei Netzgeräten.
ErdungÜber den Erdpfahl und das Anschlusskabel fliesst die Energie aus dem Boden in das Weidezaungerät zurück.
Kontrollgerät (Zusatzgeräte, Warnschilder)        Kontrollgeräte sind für eine aussagekräftige Zaunkontrolle erforderlich. Sie erleichtern die gesetzlich vorgeschriebene Zaunfunktionsprüfung.
Leitermaterial (Bänder, Litzen, Seile Drähte)Leitet den elektrischen Impuls im Zaun. Der Leiter ist unisoliert und offen verlegt, damit der einen guten Kontakt zum Tier herstellen kann.
Verbinden und SpannenDas Leitermaterial lässt sich mit Verbindern fest und elektrisch leitend verbinden. Die richtigen Spanner sorgen für gespannte Leiter, um Verletzungen von Tieren zu vermeiden.
Isolatoren                                          Diese halten das Leitermaterial gut isoliert in Position. Zu beachten ist, dass der richtige Isolator passend zum Leitermaterial verwendet wird.
Torgriffe und Sets      Da das Tor täglich benutzt wird sollte dieses bedienerfreundlich aufgebaut sein.
Haspeln                                             Mit einer Haspel kann ein mobiler Zaun oder mobile Unterteilungen schnell und einfach auf- und abgebaut werden.
Pfähle                                                Es können Kunststoff- oder Metallpfähle für den Bau eines Zaunes verwendet werden. Mit den Isolatoren zusammen, halten und führen die Pfähle das Leitermaterial entlang der Weide und Boden. Idealerweise verwendet man für Tore und Ecken stabilere Holzpfähle.

Beim Aufbau eines Festzaunes werden als erstes die Eckpfosten maschinell oder von Hand gesetzt. Hier ist zu beachten, dass die Abstände zwischen den Pfosten nicht mehr als 6 Meter betragen. Anschliessend werden die Isolatoren an die Pfosten angebracht und das erste Weidezaunbandes eingezogen. Danach werden für den Zaun die Streckenpfähle montiert. An diesen montiert man die Isolatoren mit Einschraubhilfe. Nachher werden noch Zaunbänder eingezogen. Der letzte Schritt umfasst, dass das Weidezaunband gespannt wird und alle Bänder miteinander leitend elektrisch verbunden werden. Ist das Leitermaterial angebracht wird noch ein Tor eingebaut, die Warnschilder montiert und zum Schluss wird das Weidezaungerät angeschlossen. 

Eckpfosten setzenDie Eckposten werden mithilfe des Einfluchten richtig positioniert. Je nach Bodenbeschaffenheit sollten die Löcher vorgebohrt und die Pfosten von Hand oder maschinell eingeschlagen werden. 
Stabilisierung des ZaunsSobald die Pfosten eingeschlagen sind sollte der Querbalken angepasst werden. Der Durchmesser des Querbalkens gibt die Grösse der Vertiefung am Balken vor. Dort wird er zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt. Zum Befestigen des Balkens werden starke Nägel oder Schrauben empfohlen.
Isolatoren anbringen

Je nachdem welche Tierart eingezäunt wird verändert sich die Anzahl und die Höhe der Isolatoren. Die genaue Übersicht der Anzahl Drähte finden Sie weiter oben. Der Standort des Isolators wird an Pfosten markiert und anschliessend werden diese mit Schrauben befestigt.

Das erste Weidezaunband einziehenZuerst wird mit dem untersten Band am Wechsel beim Endisolator begonnen. Zuerst wird das Band in den Endisolator am Wechsel eingelegt und zum nächsten Eckpfosten oder Wechsel des Weidezauns gespannt. Mit einer Schere wird am Ende eines Abschnittes das Band abgeschnitten. Es werden Isolatoren am Anfang und Ende verwendet, in denen das Leitermaterial gespannt werden kann.
Streckenpfähle setzenDie Pfähle werden entlang des bereits gespannten Bandes und in gleichmässigen Abständen ausgelegt. Wird ein Band verwendet sind die Abstände der Pfosten kleiner als bei der Verwendung von Seilen oder Litzen. Die Ausrichtung der Pfähle orientiert sich nach dem Band. Mit einer Pfahlramme werden die Pfosten an den gewünschten Standort fixiert.

Weidezaunband miteinander verbinden

Wenn eine neue Bandrolle angefangen wird, sollten die beiden Enden der Rolle mit einem Bandverbinder leitend verbunden werden. Ganz wichtig ist, dass die Bänder nicht verknotet werden.

Isolatoren einschraubenDer Standort der Streckenisolatoren richtet sich nach den Höhen der Isolatoren an den Eckposten aus. Sofern vorhanden werden die Isolatoren mit einer Einschraubhilfe horizontal an den angezeichneten Standort angeschraubt. Anschliessend können die Bänder in die Isolatoren eingelegt.
Weidezaunband spannen - Bau eines ZauntoresAuf der ganzen Strecke werden die Bänder am Endisolator gespannt. Das übrige Material kann auch hier mit einer Schere abgeschnitten werden. Alle Bänder werden mit einem Bandverbindungskabel untereinander elektrisch leitend verbunden. Diese Verbindung garantiert die Hütesicherheit des Zaunes.
Bau des ZauntorsDamit sich die Tiere nicht verletzen montiert man das Torfgriffset auf die Höhe des Leitermaterials. Optimal an der öffnungsabgewandten Seite des äusseren Wechselpfostens. Das Set wird mit Schrauben am Pfosten befestigt. Zum Schutz wird das Erdkabel durch einen Isolierschlauch gezogen. Bei dem vorgesehenen Tor wird ein Graben gemacht um dort das Erdkabel zu verlegen. Dies dient dem Stromfluss bei geöffneten Tor. Die ausgehobene Erde kann wieder über das Kabel gelegt werden. Das Erdkabel wird elektrisch leitend am bereits vorhandenen Bandverbindungskabel angeschlossen.
Weidezaungerät anschliessenHier ist wichtig, dass beidseitig bedruckte Warnschilder in regelmässigen Abständen am Zaun angebracht werden. Je nach Tierart wird ein anderer Viehhüter benötigt. Zuerst wird das Zaunanschlusskabel am roten Pluspol angeschlossen. Der Minuspol wird am schwarzen Minuspol befestigt. Um dem Viehhüter mehr Stabilität zu verleihen wird dieser an einem soliden Pfahl montiert der anschliessend im Boden getreten wird. Am untersten Band des Festzaunes wird das Zaunanschlusskabel angeschlossen. Damit der Zaun richtig funktioniert wird der Erdpfosten an einer feuchten Stelle tief in den Boden geschlagen. Am Erdpfahl wird das Erdungskabel angeschlossen. Mit dem Polklemmen wird der Viehhüter mit der Batterie verbunden. Hierbei ist zu beachten, dass der Minus- und Pluspol richtig angeschlossen werden. Um sicher zu sein, dass der Hütezaun richtig funktioniert wird an allen Bändern ein Funktionstest mit einem Zaunprüfer Agraro durchgeführt.
Alternativen zum Band am FestzaunJe nach Tierart kann auch eine Litze oder ein Seil für den Festzaun verwendet werden.
Unterschiede IsolatorenEs gibt zwei unterschiedliche Isolatoren. Bei den freilaufenden Bandisolatoren kann sich das Band frei bewegen. Bei den Klemmisolatoren wird das Band eingelegt und mit dem Klemmisolator verschlossen und das Band ist fixiert.
Weidezaunband nachspannenDort wo das Band fix am Endisolator befestigt ist kann es auf der gesamten Länge nachgespannt werden. Da das Band in den anderen Isolatoren freiläuft, kann es ganz einfach nachgespannt werden.
Störungen am Weidezauntor vermeiden

Untenstehend finden Sie die häufigsten Fehler, welche zu Störungen im Zaun führen.

  • Rostige Teile wie z.B. Torgriffe, Isolator o.ä.
  • Mangelhafte Geräteerdung
  • Zusammengeknüpfte Bänder
  • Zaun nicht freistehend
  • Spannung fehlt
  • Falsche Montage des Zaunes
  • Veränderte Form des Griffs
Holz vor Verbiss schützenHier ist zu beachten, dass die Bänder auf der Weideinnenseite angebracht werden. So wird der oberste Balken vor Verbiss geschützt.

Sicherheit 

Untenstehend finden Sie einige Punkte zum Thema Sicherheit.

  • Elektrozaungeräte dürfen nicht in feuergefährdeten Räumen installiert werden.
  • Der Abstand zwischen Schutzerdung des Stromnetzes und Zaunerdung muss mind. 10 m betragen.
  • Ein Elektrozaunsystem darf nur von einem Gerät gespeist werden.
  • Von verschiedenen Elektrozaungeräten gespeiste Zäune müssen einen Mindestabstand von 2 m haben.
  • Erfolgt die Installation des Gerätes innerhalb eines Gebäudes, so ist zu beachten, dass das Elektrozaun­ gerät keinesfalls in einem feuergefährdeten Raum (Stadel, Scheune, Stall) betrieben werden darf. Zudem dürfen keine leicht entzündlichen Materialien in der Nähe des Zauns oder an den Anschlüssen des Elektrozaungerätes gelagert werden.
  • Zur Verhütung von Blitzschäden muss die Zaunleitung am Gebäude vor Anschluss an das Elektrozaungerät über eine Überspannungsschutzeinrichtung mit Drossel und Funkenstrecke geführt werden, welche auf unbrennbarem Material an der Gebäude-Aussenwand angebracht wird.
  • Elektrozäune, in denen Tiere oder Menschen sich verfangen könnten, sind zu vermeiden.
  • Ein Elektrozaun darf nicht von zwei (oder mehreren) verschiedenen Geräten oder von unabhängigen Zaunstromkreisen desselben Gerätes gespeist werden.
  • Stacheldraht oder scharfkantiger Draht darf nicht als Elektrozaun verwendet werden.
  • Wenn Verbindungsleitungen und Drähte von Elektrozäunen in der Nähe einer Starkstromfreileitung verlaufen, dürfen die Luftstrecken nicht geringer als in nachstehender Tabelle sein.

Spannung der Starkstromleitung

Luftstrecke

≤ 1.000 Volt

3 Meter

> 1.000 ≤ 33.000 Volt

4 Meter

> 33.000 Volt

8 Meter

  • Den Erdungsanschluss des Gerätes nicht an bestehende Erdleitungen des Stromversorgungsnetzes anschließen.
  • Durch Gewitter ausgelöste Überspannungen können die Isolierung von Elektrozaungeräten beschädigen. In einem solchen Fall könnte Netzspannung an den Elektrozaun gelangen und dadurch Mensch und Tier ernsthaft gefährden.
  • Wenn Verbindungsleitungen und Drähte von Elektrozäunen in der Nähe einer Fernmeldeleitung oder eines Fernmeldekabels verlegt werden, muss ein Abstand zur Leitung oder Kabel mindestens 2 m betragen.
  • Elektrozäune, die zum Abschrecken von Vögeln, zum Einzäunen von Haustieren oder zum Training von Tieren wie Kühen (Kuhtrainer) bestimmt sind, sollten nur aus Geräten mit niedriger Leistung versorgt werden, womit noch eine ausreichende und sichere Wirkung erzielt wird.
  • Das Weidezaungerät sollte an einer Stelle montiert werden, die nicht direkt dem Sonnenlicht und Regen ausgesetzt ist. Alle Kabel und Drähte, sowie Zaunverbindungen müssen weit entfernt von entflammbaren Materialen montiert werden. Die Befestigung des Weidezaungerätes selbst, muss auf einem nicht entflammbaren Material erfolgen.

Wartung und effektive Fehlersuche 

Wird der Elektrozaun entlang einer öffentlichen Strasse oder eines öffentlichen Weges erstellt muss in Abständen von ca. 50 - 100 Meter sowie zusätzlich in der Nähe von Kreuzungen und Einmündungen durch Warnschilder gekennzeichnet sein. Am besten sollten diese an den Zaunpfosten befestigt werden oder fest an den Zaundrähten verklemmt sein.

Ein Weidezaun erfordert eine regelmässige Kontrolle, um die volle Hütesicherheit zu jeder Zeit aufrechtzuerhalten. Gehen Sie einmal pro Woche die Zaunlinie ab und prüfen Sie das System.

Mögliche Fehlerquellen 

Position

Fehlerquellen

Fehlerbehebung

A

Ableitung durch Bewuchs am Zaun

Bewuchs entfernen (abmähen)

B

Schlechte Erdung, zu kurzer Erdstab, Rost, trockene Erde

Erdstab ganz einschlagen! Mehrere lange Erdstäbe verwenden und miteinander verbinden

C

Leitermaterial am Boden (z.B.: Bruchstelle, nicht gespannt)

Zaun reparieren, Leitermaterial spannen

D

Leitermaterial hat schlechte Eigenschaften

(dünner Leiterdraht, hoher Widerstand)

Hochwertige Leiter mit geringem Widerstand und dicken Leiterdrähten verwenden. Bei Breitbändern auf Leiterverbindung achten

E

Leitermaterial geknotet

Entsprechende Spezialverbinder für Draht / Band / Seil verwenden

F

Isolator schlägt durch

Defekte und verwitterte Isolatoren austauschen

G

Ableitung oder Kurzschluss in der Zaunzuleitung

Niemals – Feuchtraumkabel o.ä. für Zuleitung verwenden

H

Zaun zu lang. Wurde für die Anwendung das richtige Gerät eingesetzt?

Für die Zaunlänge und die zu hütende Tierart richtiges Gerät verwenden – gegebenenfalls vom Fachhändler beraten lassen

I

Funktioniert das Weidezaungerät?

Gerät vom Zaun abhängen, dann einschalten. Blinkt die LED ist das Gerät i.O., blinkt sie nicht ist das Gerät defekt (an den Händler wenden).

Bei Batterie- und Akkugeräten auf Polung achten

Fazit: Ein sicherer Zaun sorgt für entspannte Weidetage

Der erfolgreiche Aufbau eines Weidezauns erfordert zwar etwas Vorbereitung und Präzision, belohnt Sie jedoch mit jahrelanger Zuverlässigkeit und der Gewissheit, dass Ihre Tiere sicher auf der Weide stehen. Sparen Sie nicht am falschen Ende – insbesondere eine sorgfältig ausgeführte Erdung und hochwertige, knotenfreie Verbindungen zahlen sich langfristig aus.

Alles, was Sie für den fachgerechten Zaunbau benötigen – von leistungsstarken Weidezaungeräten über robuste Pfähle bis hin zu langlebigen Isolatoren und passendem Zubehör – finden Sie in bewährter Qualität in den LANDI Läden. Unsere Mitarbeiter vor Ort beraten Sie gerne bei der Auswahl der passenden Komponenten für Ihr spezifisches Projekt.

FAQ-Häufig gestellte Fragen zum Thema "Weidezaun Aufbau"

Für Pferdeweiden sollten Sie primär breite Breitbänder (20 bis 40 Millimeter) oder dicke Elektroseile verwenden. Pferde sind Fluchttiere und sehen extrem schlecht im dreidimensionalen Raum direkt vor sich. Die breiten Bänder bieten eine hervorragende optische Barriere. Dünne Litzen oder Drähte werden von Pferden im Galopp oft übersehen, was zu schweren Verletzungen führen kann.

Die Anzahl der Erdungsstäbe hängt direkt von der Leistung des Weidezaungeräts und der Bodenbeschaffenheit ab. Als Faustregel gilt: Für kleine Batteriegeräte reicht oft ein einzelner Stab von einem Meter Länge. Für leistungsstarke Netzgeräte, lange Zäune oder sehr trockene Böden sollten Sie mindestens drei Erdstäbe mit einer Länge von 1.5 Metern setzen, um den Stromkreis sicher zu schliessen.

Nein, das ist strengstens verboten. Wenn zwei Geräte Impulse in denselben Zaun einspeisen, können sich die Impulse überlagern. Dadurch können gefährlich hohe Stromstärken und unzulässig kurze Impulsabstände entstehen, die für Mensch und Tier lebensbedrohlich sind. Wenn Sie eine Koppel unterteilen möchten, nutzen Sie entweder ein einzelnes, starkes Gerät für die Gesamtanlage oder trennen Sie die Zäune elektrisch komplett voneinander ab.

Das wachsende Gras wirkt wie ein Ableiter. Sobald feuchte Halme das stromführende Band berühren, fliesst ein Teil der Energie über die Pflanze direkt in die Erde ab. Je mehr Gras den Zaun berührt, desto niedriger wird die Gesamtspannung auf dem Zaun. Im schlimmsten Fall sinkt die Spannung so weit ab, dass die Tiere bei Berührung keinen Schlag mehr spüren und ausbrechen. Ein regelmässiges Ausmähen der Zaunlinie ist daher unerlässlich.