Ein sicherer Weidezaun ist das A und O für jeden Tierhalter. Ob Rinder, Pferde, Schafe oder Ziegen – der Zaun erfüllt eine Doppelfunktion: Er schützt die eigenen Tiere vor dem Ausbrechen und hält gleichzeitig ungebetene Gäste fern. Ein moderner Elektrozaun basiert auf einem einfachen, aber hocheffektiven System, das bei korrekter Installation über Jahre hinweg zuverlässig funktioniert.
Wer heute vor der Aufgabe steht, einen Weidezaun neu zu errichten oder eine bestehende Anlage zu modernisieren, sieht sich oft mit einer Vielzahl an technischen Begriffen und unterschiedlichen Materialien konfrontiert. Diese Anleitung führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess, erklärt die wichtigsten Komponenten und zeigt auf, worauf Sie beim Aufbau in der Schweiz besonders achten müssen.
Bevor Sie das erste Werkzeug in die Hand nehmen, steht eine sorgfältige Planung an. Die Beschaffenheit des Geländes, die Bodenverhältnisse und vor allem die zu hütende Tierart bestimmen, wie der Zaun schlussendlich dimensioniert sein muss.
Unterschiedliche Tiere stellen ganz eigene Ansprüche an die Hütesicherheit. Während für Rinder oft zwei Zaunreihen in moderater Höhe ausreichen, benötigen Pferde aufgrund ihres Fluchtverhaltens deutlich sichtbarere Breitbänder und höhere Pfähle. Schafe wiederum besitzen durch ihre dicke Wolle eine starke Isolationsschicht, weshalb hier mit einer höheren Impulsenergie und mehr Zaunhorizonten in Bodennähe gearbeitet werden muss. Messen Sie die geplante Strecke exakt aus und planen Sie auch Tore, Geländeecken und topografische Besonderheiten wie Gräben oder Hänge fest ein.
Ein Elektrozaun ist kein physisches Hindernis wie eine Mauer, sondern eine psychologische Barriere. Das Prinzip dahinter ist ein offener Stromkreislauf, der erst durch die Berührung des Tieres geschlossen wird.
Das Weidezaungerät (Viehhüter) sendet in regelmässigen Abständen kurze, harmlose, aber gut spürbare Stromimpulse durch das Leitermaterial. Berührt ein Tier den Zaun, fliesst der Strom durch den Körper des Tieres in den Boden. Über die im Erdreich sitzenden Erdungsstäbe wird der Impuls zurück zum Gerät geleitet. Erst durch diesen Rückfluss schliesst sich der Kreis, und das Tier erhält einen kurzen elektrischen Schlag. Das Tier merkt sich diesen Reiz schnell und meidet den Zaun fortan konsequent.
Für ein funktionierendes System müssen alle Bauteile aufeinander abgestimmt sein. Die Qualität des schwächsten Glieds bestimmt die Zuverlässigkeit der gesamten Anlage.
Sobald das Material bereitsteht, kann der eigentliche Aufbau beginnen. Gehen Sie dabei strukturiert vor, um nachträgliche Korrekturen zu vermeiden.
Reinigen Sie die geplante Zaunlinie von starkem Unterholz, Ästen und hohem Gras. Starker Bewuchs, der später das Leitermaterial berührt, führt zu permanenten Spannungsableitungen und schwächt die Hütesicherheit spürbar. Stecken Sie den Verlauf anschliessend mit einer Richtschnur exakt ab.
Die Eckpfähle sowie die Pfähle an den Toren müssen die gesamten Zugkräfte des gespannten Leitermaterials auffangen. Verwenden Sie hierfür stabile, dicke Holzpfähle und setzen Sie diese besonders tief (mindestens ein Drittel der Gesamtlänge) in den Boden ein. Eine zusätzliche Schrägabstützung der Eckpfähle erhöht die Stabilität der gesamten Konstruktion massiv.
Setzen Sie nun die Streckenpfähle entlang der Richtschnur ein. Der optimale Abstand variiert je nach Material und Tierart. Bei leichten Kunststoffpfählen und Litzen empfiehlt sich ein Abstand von etwa 3 bis 5 Metern. Bei schweren Holzpfählen und straff gespannten Drähten oder Seilen kann der Abstand auf 6 bis 8 Meter erhöht werden.
Befestigen Sie die Isolatoren auf den exakt berechneten Höhen an den Pfählen. Nutzen Sie für den Einzug des Leitermaterials an den Ecken spezielle Eckisolatoren, die den Zugkräften standhalten.
Wichtiger Praxis-Tipp: Verknoten Sie Bänder oder Seile niemals von Hand! Knoten unterbrechen die feinen, eingewebten Metallleiter im Inneren des Materials und stoppen den Stromfluss. Verwenden Sie stattdessen immer passende Edelstahl-Verbinder und Bandspanner aus dem Fachhandel, um eine dauerhafte Leitfähigkeit zu garantieren.
Montieren Sie das Weidezaungerät an einem geschützten, trockenen Ort oder nutzen Sie einen wetterfesten Metallkasten für Akkugeräte direkt am Zaun. Verbinden Sie den Zaunausgang des Geräts mithilfe eines hochspannungsfesten Untergrund- und Zaunanschlusskabels direkt mit dem Leitermaterial des Zauns.
Über 80 Prozent aller Probleme an Elektrozaunanlagen lassen sich auf eine mangelhafte oder unzureichende Erdung zurückführen. Wenn der Strom nach einer Zaunberührung nicht optimal durch das Erdreich zurück zum Gerät fliessen kann, bleibt der spürbare Impuls für das Tier schwach oder bleibt gänzlich aus.
Schlagen Sie für eine zuverlässige Erdung mindestens drei feuerverzinkte Erdungsstäbe mit einer Mindestlänge von einem bis eineinhalb Metern tief in den Boden ein. Der Abstand zwischen den einzelnen Stäben sollte etwa drei Meter betragen. Verbinden Sie die Stäbe untereinander mit einem robusten, verzinkten Erdkabel und schliessen Sie dieses am Erdungsanschluss Ihres Weidezaungeräts an.
Wählen Sie für die Erdung einen Platz, der dauerhaft feucht ist – beispielsweise die Nordseite eines Gebäudes oder einen Bereich in der Nähe eines Grabens. Trockener, sandiger oder steiniger Untergrund leitet Strom extrem schlecht. In solchen Fällen müssen Sie die Anzahl der Erdungsstäbe entsprechend erhöhen, um eine ausreichende Kontaktfläche zum feuchten Tiefenbereich des Bodens herzustellen.
Der Betrieb einer elektrischen Zaunanlage bringt auch rechtliche Pflichten mit sich, die in der Schweiz streng geregelt sind. Ziel dieser Vorschriften ist es, Unfälle mit Passanten, Wanderern und Wildtieren zu verhindern.
Die beiden wichtigsten Unterscheidungsmerkmale bei Weidezaungeräten sind:
Geräte mit Netzanschluss (230 Volt) haben eine uneingeschränkte Hütedauer. Sie sind in allen benötigten Leistungsklassen verfügbar und können an langen Zäunen die notwendige Energie am besten zur Verfügung stellen. Auch bei stärkerem Bewuchs stellen sie noch ausreichend Energie für den Zaun bereit. Ihr Nachteil ist, dass sie nur dort eingesetzt werden können, wo ein Netzanschluss vorhanden ist. Ausserdem ist bei einem Netzausfall der gesamte Zaun stromlos. Trotzdem sollte Netzgeräten, wo immer ihr Einsatz möglich ist, der Vorzug gegeben werden.
Agraro Batteriegeräte mit 9 V Trockenbatterien bieten geringere Impulsenergien. Es kann eine Hütedauer von mehreren Monaten erreicht werden. Die Einsatzmöglichkeit dieser Geräte ist auf kurze Zäune mit geringem Bewuchs beschränkt. Ein Nachladen dieser Batterien ist nicht möglich. Alternativ kann man aber auch hier 12 Volt Akkus verwenden. Alle Agraro 9V-Geräte sind auch für 12 Volt Betrieb ausgelegt und verfügen über einen Tief-Entladeschutz. Laufzeit der 9 V Batterie hängt vom Batterietyp (wieviel AH?), vom Gerätetyp (wie hoch ist die Stromaufnahme?), von der täglichen Laufzeit und von der Zaunisolation ab. 9V Geräte (selbst wenn diese auch mit 12V Batterien betrieben werden können) sind schwächer als 12V-Geräte. 9V-Geräte liegen hier typischerweise bei ca. 0,15 Joule bis ca. 0,35 Joule.
12 Volt-Akkugeräte sind die optimale Lösung für sehr robuste Tiere, lange Zäune bzw. Zäune mit Bewuchs, wenn ein 230 V-Anschluss nicht zur Verfügung steht. Die Entladeenergie ist vergleichbar mit Netzgeräten (ca. 0,5 Joule bis ca. 15 Joule Output). Als Stromquelle werden wiederaufladbare 12 Volt Akkus verwendet die je nach Gerätetyp, Leistungsbedarf und Akkutyp nach ca. 1- 4 Wochen nachgeladen werden müssen. Eine gute Ergänzung sind Solarmodule, welche Sonnenenergie in Strom umwandeln und damit die 12V-Batterie/Akku permanent nachladen.
Die wartungsfreie Batterie hat einen wiederaufladbaren AGM-Vlissakku. Sie wird gefüllt und geladen geliefert und ist somit sofort einbaubereit. Es ist keine Säure erforderlich. Die Garantiedauer bei der Batterie beträgt 1 Jahr (beiTiefentladung kein Garantieanspruch). Kapazitätsangaben bei einer 1GO-stündigen Normalladung (C100). Diese Batterie hat eine geringe Selbstentladung im Vergleich zu Standardbatterien und ist in Erstausrüsterqualität (OEM). Zudem hat sie ein besseres Auflade-Verhalten als herkömmliche Blei-Säure- und AGM-Akkus (z.B. beim Laden über Solarpanels). Sie verträgt kurze Lade-/Entlade-Zyklen besser als herkömmliche Blei-Säure- oder AGM-Akkus (Mikrozyklenfenster). Die Batterie ist mindestens 9 Monate lagerfähig. Aufgrund Doppeldeckel mit Sicherheitsventil, Gasrekombination und Rückzündschutz ist sie auslaufsicher.
Solargeräte - AGRARO SunPOWER = extrem schlagstarke, mobile Kompakt-Solargeräte (1,0 und 3,0 Joule Output). Kristalline Solarmodule in Kombination mit hochleistungs-Solarweidezaungeräten können Zäune mit vielen Kilometern Länge mit Strom versorgen. Selbst nach einer ganzen Woche ohne direktes Sonnenlicht haben diese Weidezaungeräte noch ausreichend Kraft, um Ihren Zaun mit genug Strom zu versorgen. Diese Spezialgeräte eignen sich ausgezeichnet für Einzäunungen relativ grosser Flächen. So ist immer überall genug Spannung auf dem Zaun, ohne dass Sie eine Steckdose in der Nähe benötigen. Falls der integrierte 12V Akku nachgeladen werden muss können Sie ihn mittels des mitgelieferten 230 Volt Netzadadapters aufladen.
Geräte mit niedriger Impulsenergie (bis ca. 0,5 Joule) | empfindliche Tiere wie: - Rinder, Pferde, Hunde und Katzen - Bei kurzen Zäunen (bis ca. 2 Kilometer) - Ohne bzw. sehr wenig Grasbewuchs geeignet |
Geräte mit hoher Impulsenergie (ca. 1 - 5 Joule) | dichtbehaarte/unempfindliche Tiere: - Schafe, Ziegen und Wild (Wildschweine idealerweise ca. 5 Joule) - bei langen Zäunen - leichter bis mittlerer Bewuchs |
Geräte mit einer Impulsenergie über 5 Joule |
vor allem für Zaunanlagen mit: - Netzen die stärker eingewachsen sind - Langen Zäunen (mehrere Kilometer) - Extremen Grasbewuchs - Sehr robuste Tiere (Bullen, Wildschweine) |
Je nachdem für welche Tierart der Zaun aufgestellt wird sind die Drähte in unterschiedlicher Höhe und Dichte am Zaun zu befestigen. Auf der untenstehenden Abbildung ist zu sehen, auf welcher Höhe die Drähte für die jeweilige Tierart angebracht sind.

Weidezaun für Geflügel 25 m × 1,05 m

Weidezaun für Kaninchen 25 m × 0,65 m

Weidezaun für Schafe Premium 50 m × 0,9 m

Weidezaunnetz für Schafe und Ziegen Power blauweiss 50 m × 1,08 m

Weidezaun für Ziegen 50 m × 1,05 m
Bei Pferden empfohlen (insb. bei Aussenzäunen in Risikobereichen):

Elektrozaun für Kleinpferde Empfehlung: Seil 10 mm Band

Elektrozaun für Grosspferde Empfehlung: Seil bis 40 mm Breitband
1. Wichtig ist, dass der Betreiber von Zäunen auch tatsächlich die Funktion und Wirkungsweise von Elektrozaun versteht, denn:
2. Damit auch wirklich der erste Stromschlag auf das Tier die volle Wirkung entfaltet, muss/müssen:

Tipp: zusätzlich blau/weisse Flatterbänder mit ca. 20-30 cm Länge regelmässig einknoten – dies erhöht die Sichtbarkeit der Zäune für den Wolf
Sehr wichtig: Elektrozäune um Weiden, auf denen Tiere gehalten werden, müssen permanent unter Strom stehen. Damit der Wolf nicht den Respekt vor Elektrozäunen verliert, sollten diese, auch wenn keine Tiere/Pferde auf der Weide stehen, permanent unter Strom gehalten oder die Zaunleiter abgebaut werden.
Blitzschutz-Einrichtung: Vor der Einführung einer Zaunzuleitung in ein Gebäude ist eine Blitzschutzeinrichtung (z. B. eine Funkenstrecke) ausserhalb des Gebäudes anzubringen (siehe Bild).

Die Blitzschutzeinrichtung darf nicht mit der Betriebserde des Elektrozaungerätes verbunden werden. Ist eine Gebäude-Blitzschutzanlage vorhanden, sollte die Erdungsleitung der Blitzschutzeinrichtung an die Erdung dieser Anlage angeschlossen werden. Andernfalls ist für die Blitzschutzeinrichtung eine eigene Erdungsanlage erforderlich.
Aufbauanleitung / Installationen eines Zaunes Schritt für Schritt
Hier finden Sie die Checkliste, welche Ausrüstung für einen ortsfesten oder mobilen Zaun notwendig sind.
| Was? | Warum? |
| Weidezaungerät | Das Gerät schickt Impulse in den Zaun. Diese sorgen für die Abschreckung am Weidezaun. |
| Solarlösung | Die Energie der Sonne kann für 9 V Batteriegeräte oder 12 V Akkugeräte genutzt werden. |
| Energieversorgung | Es werden folgende Energiequellen für Weidezaungeräte vorgeschlagen: Akku, Batterie, Netz, Solar oder auch in Kombination möglich. |
Anschlussmaterial (Blitzschutz, Schalter) | Stellt die elektrische Verbindung vom Gerät zum Zaun her. Blitzschutzanalgen sind ein Muss bei Netzgeräten. |
| Erdung | Über den Erdpfahl und das Anschlusskabel fliesst die Energie aus dem Boden in das Weidezaungerät zurück. |
| Kontrollgerät (Zusatzgeräte, Warnschilder) | Kontrollgeräte sind für eine aussagekräftige Zaunkontrolle erforderlich. Sie erleichtern die gesetzlich vorgeschriebene Zaunfunktionsprüfung. |
| Leitermaterial (Bänder, Litzen, Seile Drähte) | Leitet den elektrischen Impuls im Zaun. Der Leiter ist unisoliert und offen verlegt, damit der einen guten Kontakt zum Tier herstellen kann. |
| Verbinden und Spannen | Das Leitermaterial lässt sich mit Verbindern fest und elektrisch leitend verbinden. Die richtigen Spanner sorgen für gespannte Leiter, um Verletzungen von Tieren zu vermeiden. |
| Isolatoren | Diese halten das Leitermaterial gut isoliert in Position. Zu beachten ist, dass der richtige Isolator passend zum Leitermaterial verwendet wird. |
| Torgriffe und Sets | Da das Tor täglich benutzt wird sollte dieses bedienerfreundlich aufgebaut sein. |
| Haspeln | Mit einer Haspel kann ein mobiler Zaun oder mobile Unterteilungen schnell und einfach auf- und abgebaut werden. |
| Pfähle | Es können Kunststoff- oder Metallpfähle für den Bau eines Zaunes verwendet werden. Mit den Isolatoren zusammen, halten und führen die Pfähle das Leitermaterial entlang der Weide und Boden. Idealerweise verwendet man für Tore und Ecken stabilere Holzpfähle. |
Beim Aufbau eines Festzaunes werden als erstes die Eckpfosten maschinell oder von Hand gesetzt. Hier ist zu beachten, dass die Abstände zwischen den Pfosten nicht mehr als 6 Meter betragen. Anschliessend werden die Isolatoren an die Pfosten angebracht und das erste Weidezaunbandes eingezogen. Danach werden für den Zaun die Streckenpfähle montiert. An diesen montiert man die Isolatoren mit Einschraubhilfe. Nachher werden noch Zaunbänder eingezogen. Der letzte Schritt umfasst, dass das Weidezaunband gespannt wird und alle Bänder miteinander leitend elektrisch verbunden werden. Ist das Leitermaterial angebracht wird noch ein Tor eingebaut, die Warnschilder montiert und zum Schluss wird das Weidezaungerät angeschlossen.
| Eckpfosten setzen | Die Eckposten werden mithilfe des Einfluchten richtig positioniert. Je nach Bodenbeschaffenheit sollten die Löcher vorgebohrt und die Pfosten von Hand oder maschinell eingeschlagen werden. |
| Stabilisierung des Zauns | Sobald die Pfosten eingeschlagen sind sollte der Querbalken angepasst werden. Der Durchmesser des Querbalkens gibt die Grösse der Vertiefung am Balken vor. Dort wird er zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt. Zum Befestigen des Balkens werden starke Nägel oder Schrauben empfohlen. |
| Isolatoren anbringen | Je nachdem welche Tierart eingezäunt wird verändert sich die Anzahl und die Höhe der Isolatoren. Die genaue Übersicht der Anzahl Drähte finden Sie weiter oben. Der Standort des Isolators wird an Pfosten markiert und anschliessend werden diese mit Schrauben befestigt. |
| Das erste Weidezaunband einziehen | Zuerst wird mit dem untersten Band am Wechsel beim Endisolator begonnen. Zuerst wird das Band in den Endisolator am Wechsel eingelegt und zum nächsten Eckpfosten oder Wechsel des Weidezauns gespannt. Mit einer Schere wird am Ende eines Abschnittes das Band abgeschnitten. Es werden Isolatoren am Anfang und Ende verwendet, in denen das Leitermaterial gespannt werden kann. |
| Streckenpfähle setzen | Die Pfähle werden entlang des bereits gespannten Bandes und in gleichmässigen Abständen ausgelegt. Wird ein Band verwendet sind die Abstände der Pfosten kleiner als bei der Verwendung von Seilen oder Litzen. Die Ausrichtung der Pfähle orientiert sich nach dem Band. Mit einer Pfahlramme werden die Pfosten an den gewünschten Standort fixiert. |
Weidezaunband miteinander verbinden | Wenn eine neue Bandrolle angefangen wird, sollten die beiden Enden der Rolle mit einem Bandverbinder leitend verbunden werden. Ganz wichtig ist, dass die Bänder nicht verknotet werden. |
| Isolatoren einschrauben | Der Standort der Streckenisolatoren richtet sich nach den Höhen der Isolatoren an den Eckposten aus. Sofern vorhanden werden die Isolatoren mit einer Einschraubhilfe horizontal an den angezeichneten Standort angeschraubt. Anschliessend können die Bänder in die Isolatoren eingelegt. |
| Weidezaunband spannen - Bau eines Zauntores | Auf der ganzen Strecke werden die Bänder am Endisolator gespannt. Das übrige Material kann auch hier mit einer Schere abgeschnitten werden. Alle Bänder werden mit einem Bandverbindungskabel untereinander elektrisch leitend verbunden. Diese Verbindung garantiert die Hütesicherheit des Zaunes. |
| Bau des Zauntors | Damit sich die Tiere nicht verletzen montiert man das Torfgriffset auf die Höhe des Leitermaterials. Optimal an der öffnungsabgewandten Seite des äusseren Wechselpfostens. Das Set wird mit Schrauben am Pfosten befestigt. Zum Schutz wird das Erdkabel durch einen Isolierschlauch gezogen. Bei dem vorgesehenen Tor wird ein Graben gemacht um dort das Erdkabel zu verlegen. Dies dient dem Stromfluss bei geöffneten Tor. Die ausgehobene Erde kann wieder über das Kabel gelegt werden. Das Erdkabel wird elektrisch leitend am bereits vorhandenen Bandverbindungskabel angeschlossen. |
| Weidezaungerät anschliessen | Hier ist wichtig, dass beidseitig bedruckte Warnschilder in regelmässigen Abständen am Zaun angebracht werden. Je nach Tierart wird ein anderer Viehhüter benötigt. Zuerst wird das Zaunanschlusskabel am roten Pluspol angeschlossen. Der Minuspol wird am schwarzen Minuspol befestigt. Um dem Viehhüter mehr Stabilität zu verleihen wird dieser an einem soliden Pfahl montiert der anschliessend im Boden getreten wird. Am untersten Band des Festzaunes wird das Zaunanschlusskabel angeschlossen. Damit der Zaun richtig funktioniert wird der Erdpfosten an einer feuchten Stelle tief in den Boden geschlagen. Am Erdpfahl wird das Erdungskabel angeschlossen. Mit dem Polklemmen wird der Viehhüter mit der Batterie verbunden. Hierbei ist zu beachten, dass der Minus- und Pluspol richtig angeschlossen werden. Um sicher zu sein, dass der Hütezaun richtig funktioniert wird an allen Bändern ein Funktionstest mit einem Zaunprüfer Agraro durchgeführt. |
| Alternativen zum Band am Festzaun | Je nach Tierart kann auch eine Litze oder ein Seil für den Festzaun verwendet werden. |
| Unterschiede Isolatoren | Es gibt zwei unterschiedliche Isolatoren. Bei den freilaufenden Bandisolatoren kann sich das Band frei bewegen. Bei den Klemmisolatoren wird das Band eingelegt und mit dem Klemmisolator verschlossen und das Band ist fixiert. |
| Weidezaunband nachspannen | Dort wo das Band fix am Endisolator befestigt ist kann es auf der gesamten Länge nachgespannt werden. Da das Band in den anderen Isolatoren freiläuft, kann es ganz einfach nachgespannt werden. |
| Störungen am Weidezauntor vermeiden | Untenstehend finden Sie die häufigsten Fehler, welche zu Störungen im Zaun führen.
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| Holz vor Verbiss schützen | Hier ist zu beachten, dass die Bänder auf der Weideinnenseite angebracht werden. So wird der oberste Balken vor Verbiss geschützt. |
Untenstehend finden Sie einige Punkte zum Thema Sicherheit.
Spannung der Starkstromleitung | Luftstrecke |
≤ 1.000 Volt | 3 Meter |
> 1.000 ≤ 33.000 Volt | 4 Meter |
> 33.000 Volt | 8 Meter |
Wird der Elektrozaun entlang einer öffentlichen Strasse oder eines öffentlichen Weges erstellt muss in Abständen von ca. 50 - 100 Meter sowie zusätzlich in der Nähe von Kreuzungen und Einmündungen durch Warnschilder gekennzeichnet sein. Am besten sollten diese an den Zaunpfosten befestigt werden oder fest an den Zaundrähten verklemmt sein.
Ein Weidezaun erfordert eine regelmässige Kontrolle, um die volle Hütesicherheit zu jeder Zeit aufrechtzuerhalten. Gehen Sie einmal pro Woche die Zaunlinie ab und prüfen Sie das System.
Position | Fehlerquellen | Fehlerbehebung |
A | Ableitung durch Bewuchs am Zaun | Bewuchs entfernen (abmähen) |
B | Schlechte Erdung, zu kurzer Erdstab, Rost, trockene Erde | Erdstab ganz einschlagen! Mehrere lange Erdstäbe verwenden und miteinander verbinden |
C | Leitermaterial am Boden (z.B.: Bruchstelle, nicht gespannt) | Zaun reparieren, Leitermaterial spannen |
D | Leitermaterial hat schlechte Eigenschaften (dünner Leiterdraht, hoher Widerstand) | Hochwertige Leiter mit geringem Widerstand und dicken Leiterdrähten verwenden. Bei Breitbändern auf Leiterverbindung achten |
E | Leitermaterial geknotet | Entsprechende Spezialverbinder für Draht / Band / Seil verwenden |
F | Isolator schlägt durch | Defekte und verwitterte Isolatoren austauschen |
G | Ableitung oder Kurzschluss in der Zaunzuleitung | Niemals – Feuchtraumkabel o.ä. für Zuleitung verwenden |
H | Zaun zu lang. Wurde für die Anwendung das richtige Gerät eingesetzt? | Für die Zaunlänge und die zu hütende Tierart richtiges Gerät verwenden – gegebenenfalls vom Fachhändler beraten lassen |
I | Funktioniert das Weidezaungerät? | Gerät vom Zaun abhängen, dann einschalten. Blinkt die LED ist das Gerät i.O., blinkt sie nicht ist das Gerät defekt (an den Händler wenden). Bei Batterie- und Akkugeräten auf Polung achten |
Der erfolgreiche Aufbau eines Weidezauns erfordert zwar etwas Vorbereitung und Präzision, belohnt Sie jedoch mit jahrelanger Zuverlässigkeit und der Gewissheit, dass Ihre Tiere sicher auf der Weide stehen. Sparen Sie nicht am falschen Ende – insbesondere eine sorgfältig ausgeführte Erdung und hochwertige, knotenfreie Verbindungen zahlen sich langfristig aus.
Alles, was Sie für den fachgerechten Zaunbau benötigen – von leistungsstarken Weidezaungeräten über robuste Pfähle bis hin zu langlebigen Isolatoren und passendem Zubehör – finden Sie in bewährter Qualität in den LANDI Läden. Unsere Mitarbeiter vor Ort beraten Sie gerne bei der Auswahl der passenden Komponenten für Ihr spezifisches Projekt.
Für Pferdeweiden sollten Sie primär breite Breitbänder (20 bis 40 Millimeter) oder dicke Elektroseile verwenden. Pferde sind Fluchttiere und sehen extrem schlecht im dreidimensionalen Raum direkt vor sich. Die breiten Bänder bieten eine hervorragende optische Barriere. Dünne Litzen oder Drähte werden von Pferden im Galopp oft übersehen, was zu schweren Verletzungen führen kann.
Die Anzahl der Erdungsstäbe hängt direkt von der Leistung des Weidezaungeräts und der Bodenbeschaffenheit ab. Als Faustregel gilt: Für kleine Batteriegeräte reicht oft ein einzelner Stab von einem Meter Länge. Für leistungsstarke Netzgeräte, lange Zäune oder sehr trockene Böden sollten Sie mindestens drei Erdstäbe mit einer Länge von 1.5 Metern setzen, um den Stromkreis sicher zu schliessen.
Nein, das ist strengstens verboten. Wenn zwei Geräte Impulse in denselben Zaun einspeisen, können sich die Impulse überlagern. Dadurch können gefährlich hohe Stromstärken und unzulässig kurze Impulsabstände entstehen, die für Mensch und Tier lebensbedrohlich sind. Wenn Sie eine Koppel unterteilen möchten, nutzen Sie entweder ein einzelnes, starkes Gerät für die Gesamtanlage oder trennen Sie die Zäune elektrisch komplett voneinander ab.
Das wachsende Gras wirkt wie ein Ableiter. Sobald feuchte Halme das stromführende Band berühren, fliesst ein Teil der Energie über die Pflanze direkt in die Erde ab. Je mehr Gras den Zaun berührt, desto niedriger wird die Gesamtspannung auf dem Zaun. Im schlimmsten Fall sinkt die Spannung so weit ab, dass die Tiere bei Berührung keinen Schlag mehr spüren und ausbrechen. Ein regelmässiges Ausmähen der Zaunlinie ist daher unerlässlich.