Rhabarber pflanzen: Tipps für Anbau und Pflege    

Wenn im Frühling die ersten warmen Sonnenstrahlen den Boden erwärmen, erwacht im Garten die Lust auf frisches, selbstgezogenes Gemüse. Wer träumt dann nicht von einer herrlich sauren Rhabarberwähe oder einem fruchtigen Kompott direkt aus dem eigenen Beet? Doch oft fehlt im heimischen Grün die passende Pflanze, oder das alte Gewächs liefert kaum noch Ertrag. Wenn Sie in Ihrem Garten erfolgreich Rhabarber pflanzen, legen Sie den Grundstein für eine jahrelange, reiche Ernte im Frühjahr. Das saure Gemüse ist erstaunlich pflegeleicht und gedeiht in fast jedem Schweizer Garten, wenn man ein paar einfache Grundregeln beachtet.

Inhaltsverzeichnis

  1. Der Frühlingsbote im eigenen Garten: Warum sich Rhabarber lohnt
  2. Der optimale Standort: Licht, Boden und Platzbedarf
  3. Rhabarber richtig pflanzen: Anleitung für den erfolgreichen Start
  4. Die richtige Pflege für ein gesundes Wachstum
  5. Rhabarber umpflanzen und vermehren
  6. Fazit: Rhabarber-Genuss aus dem eigenen Garten über viele Jahre
  7. FAQs – Häufige Fragen rund um den Rhabarber-Anbau in der Schweiz

Der Frühlingsbote im eigenen Garten: Warum sich Rhabarber lohnt

Rhabarber gehört botanisch gesehen eigentlich zum Gemüse und nicht zu den Früchten, auch wenn er meistens süss zubereitet wird. Das langlebige Knöterichgewächs ist ein absoluter Gewinn für jeden Selbstversorger. Einmal etabliert, liefert die Pflanze über fünfzehn bis zwanzig Jahre hinweg verlässlich saftige Stängel. Zudem treibt sie bereits im März als eines der ersten Gewächse im Garten aus und bringt frisches Leben ins Beet, wenn andere Gemüsesorten noch im Winterschlaf liegen. Die Kultivierung erfordert erstaunlich wenig Aufwand, was den Rhabarber zum idealen Einsteigerprojekt für Hobbygärtner macht.

Der optimale Standort: Licht, Boden und Platzbedarf

Damit der Rhabarber kräftige Stängel und grosse Blätter entwickeln kann, müssen die Standortbedingungen stimmen. Da die Pflanze viele Jahre am selben Ort verbringt, lohnt sich eine sorgfältige Auswahl des Platzes.

Sonne bis Halbschatten: Die perfekten Lichtverhältnisse

Rhabarber liebt das Licht. Ein vollsonniger bis leicht halbschattiger Platz ist ideal, um ein zügiges Wachstum der Stängel zu garantieren. Je mehr Sonne die Pflanze abbekommt, desto intensiver färben sich die Stängel rot und desto milder wird ihr Geschmack. An schattigen Standorten wächst der Rhabarber zwar ebenfalls, die Ernte fällt jedoch deutlich magerer aus.

Tiefgründig und nährstoffreich: Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit

Als ausgesprochener Starkzehrer benötigt die Pflanze einen Boden, der reichlich Nährstoffe bereitstellt.

  • Bodenstruktur: Die Erde sollte tiefgründig und gut durchlässig sein, da Rhabarber dicke Pfahlwurzeln bildet.
  • Nährstoffe: Mischen Sie vor dem Setzen reichlich reifen Kompost oder verrotteten Mist unter die Erde.
  • Feuchtigkeit: Der Boden sollte die Feuchtigkeit gut speichern können, ohne dass sich Staunässe bildet. Schwere Lehmböden sollten Sie daher mit Sand oder feinem Kies auflockern.

Genügend Freiraum einplanen: Warum Rhabarber ein Einzelgänger ist

Unterschätzen Sie niemals den Platzbedarf einer ausgewachsenen Pflanze. Rhabarberblätter können gigantische Ausmasse annehmen. Planen Sie deshalb pro Pflanze mindestens einen bis eineinhalb Quadratmeter Freiraum ein. Steht das Gewächs zu dicht an anderen Gemüsesorten, nimmt es diesen das Licht und entzieht dem Boden sämtliche Nährstoffe.

Rhabarber pflanzen: Anleitung für den erfolgreichen Start

Der Weg zum eigenen Rhabarberbeet ist unkompliziert, wenn Sie die biologischen Rhythmen der Pflanze berücksichtigen.

Der beste Zeitpunkt im Schweizer Gartenjahr

Wer Rhabarber pflanzen möchte, stellt sich oft die Frage nach der richtigen Saison. Die ideale Pflanzzeit im Schweizer Mittelland liegt im Spätherbst, von Oktober bis November. Der Boden ist dann noch warm genug, und die herbstliche Feuchtigkeit hilft den Wurzeln, sich rasch im Erdreich zu verankern. Auch beim Rhabarber pflanzen im Herbst nutzt die Pflanze die Winterfeuchtigkeit optimal aus, um im darauffolgenden Frühjahr direkt kräftig auszutreiben. Alternativ ist eine Pflanzung im zeitigen Frühjahr ab März möglich, erfordert dann jedoch eine intensivere Bewässerung.

Pflanzabstand und Pflanztiefe: Den Wurzeln Platz geben

Beim Rhabarber pflanzen ist die Tiefe entscheidend. Graben Sie ein grosszügiges Pflanzloch aus, das etwa doppelt so gross ist wie das Wurzelrhizom. Setzen Sie das Rhizom so ein, dass die Knospen am oberen Ende nur etwa zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche liegen. Werden die Knospen zu tief vergraben, verfaulen sie leicht im nassen Schweizer Winter. Treten Sie die Erde rundherum vorsichtig fest und schlämmen Sie die Pflanzstelle mit reichlich Wasser ein.

Erstes Anbauen im Topf: Geht das überhaupt?

Grundsätzlich ist Rhabarber aufgrund seiner tiefen Pfahlwurzeln kein klassischer Kandidat für die Topfkultur. Wer jedoch nur einen Balkon oder eine Terrasse besitzt, kann spezielle, schwachwüchsige Sorten wählen. Das Pflanzgefäss muss in diesem Fall ein Volumen von mindestens vierzig Litern aufweisen und über Abzugslöcher verfügen. Im Topf benötigt die Pflanze deutlich mehr Wasser und regelmässige Düngergaben, da das Nährstoffangebot begrenzt ist.

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Die richtige Pflege für ein gesundes Wachstum

Auch wenn Rhabarber als robust gilt, dankt er eine aufmerksame Pflege mit besonders dicken und zarten Stängeln.

Giessen und Düngen: Nährstoffe für den Starkzehrer

Damit sich das Rhabarber pflanzen auch wirklich lohnt, ist eine regelmässige Nährstoffzufuhr wichtig. Rhabarber ist extrem hungrig. Verwenden Sie im Frühjahr, kurz vor dem Austrieb, einen organischen Langzeitdünger wie Hornmehl oder reichlich reifen Kompost. Während der Hauptwachstumszeit im Frühling darf die Erde niemals ganz austrocknen. Giessen Sie die Pflanze bei Trockenheit regelmässig und durchdringend an der Basis.

Unkraut und Mulch: Den Boden feucht und sauber halten

Eine dicke Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laubkompost rund um die Pflanze ist im Sommer Gold wert. Sie hält die Feuchtigkeit im Boden, unterdrückt den Wuchs von Beikräutern und liefert beim Zersetzen kontinuierlich organische Substanz. Da Rhabarber flach streichende Feinwurzeln besitzt, sollten Sie beim Jäten auf den Einsatz von Hacken verzichten und Unkraut stattdessen vorsichtig von Hand auszupfen.

Rhabarber richtig ernten: Ab wann und wie die Stängel gepflückt werden

Geduld zahlt sich aus: Ernten Sie den Rahbarber im ersten Standjahr am besten gar keine Stängel, damit sich die Pflanze ganz auf die Wurzelbildung konzentrieren kann. Ab dem zweiten Jahr können Sie die sauren Stangen geniessen.

  • Erntezeit: Die Erntezeit beginnt je nach Witterung im April und endet traditionell am 21. Juni, dem St. Johannistag. Danach steigt der Gehalt an ungesunder Oxalsäure in den Stängeln stark an, und die Pflanze benötigt die verbleibende Zeit, um sich für das nächste Jahr zu regenerieren.
  • Technik: Schneiden Sie die Stängel niemals mit dem Messer ab. Dadurch bleiben Reste zurück, die faulen und die gesamte Pflanze schädigen können. Fassen Sie den Stängel stattdessen tief unten an, drehen Sie ihn leicht und ziehen Sie ihn mit einem kräftigen Ruck schwungvoll heraus.

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Rhabarber umpflanzen und vermehren

Irgendwann kommt im Gartenleben der Zeitpunkt, an dem das treue Knöterichgewächs an Kraft verliert oder schlicht zu gross für seinen aktuellen Platz wird.

Warum und wann das Umpflanzen notwendig wird

Nach etwa sieben bis zehn Jahren am selben Standort lässt der Ertrag des Rhabarbers meist merklich nach. Die Stängel werden dünner und holziger. Das ist der perfekte Moment, wenn Sie Ihren Rhabarber umpflanzen wollen, um ihm neues Leben einzuhauchen. Der beste Zeitpunkt hierfür ist der Spätherbst, wenn sich das Laub der Pflanze bereits komplett zurückgezogen hat.

Rhabarberwurzeln richtig teilen und neu einsetzen

Das Umpflanzen lässt sich hervorragend mit der Vermehrung verbinden. Graben Sie das dicke Wurzelrhizom vorsichtig und möglichst grossflächig mit einem Spaten aus. Teilen Sie den Wurzelstock anschliessend mit einem scharfen Spatenstich in zwei oder drei Stücke. Achten Sie darauf, dass jedes Teilstück mindestens eine kräftige Knospe und ausreichend Wurzelmasse besitzt. Danach können Sie die Teilstücke wie gewohnt als neuen Rhabarber pflanzen.

Pflege nach dem Zügeln im Beet

Nachdem Sie den Rhabarber umpflanzen, benötigt die Pflanze am neuen Standort besonders viel Aufmerksamkeit. Giessen Sie die frisch gesetzten Wurzelteile in den ersten Wochen regelmässig an, damit sie im neuen Erdreich schnell Halt finden. Eine schützende Schicht aus Tannenreisig bewahrt die frische Pflanzstelle im ersten Winter vor extremem Frost. 

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Fazit: Rhabarber-Genuss aus dem eigenen Garten über viele Jahre

Mit der Wahl des richtigen Standorts und einer Portion Geduld in den ersten Jahren belohnt der Rhabarber jeden Gärtner mit einer reichen Ernte. Ob im Beet oder bei Platzmangel in einem grossen Kübel: Das robuste Gemüse bringt verlässlich Frische in die Frühlingsküche. In den LANDI Läden in Ihrer Region finden Sie alles, was Sie zum Rhabarber pflanzen benötigen – von hochwertiger Komposterde über organischen Dünger bis hin zu robusten Spaten für die Gartenarbeit. 

FAQ – Häufige Fragen rund um den Rhabarber-Anbau in der Schweiz

Ab dem St. Johannistag am 21. Juni steigt der Gehalt an Oxalsäure in den Stängeln deutlich an. In grossen Mengen ist diese Säure für den Menschen ungesund. Zudem benötigt die Pflanze ab dem Hochsommer ihre Blätter, um über die Photosynthese Kraft für das nächste Frühjahr in den Wurzeln zu speichern.

Ja, Rhabarber ist absolut winterhart und verträgt selbst strenge Schweizer Winter problemlos. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben im Herbst ab, während das Rhizom im Boden überwintert. Ein Winterschutz ist nur im ersten Jahr nach der Pflanzung oder bei Topfkultur ratsam.

Sobald sich im Mai die grossen, weissen Blütenknospen zeigen, sollten Sie diese direkt an der Basis herausschneiden. Die Blütenbildung kostet die Pflanze extrem viel Kraft, die sonst für das Wachstum der leckeren Stängel fehlt.

Ein Rhabarber sollte alle sieben bis zehn Jahre umgepflanzt und geteilt werden. Das Teilen des Rhizoms verjüngt das Gewächs und sorgt dafür, dass die Pflanze wieder neue, kräftige Triebe entwickelt.