Wenn im Frühling die ersten warmen Sonnenstrahlen den Boden erwärmen, erwacht im Garten die Lust auf frisches, selbstgezogenes Gemüse. Wer träumt dann nicht von einer herrlich sauren Rhabarberwähe oder einem fruchtigen Kompott direkt aus dem eigenen Beet? Doch oft fehlt im heimischen Grün die passende Pflanze, oder das alte Gewächs liefert kaum noch Ertrag. Wenn Sie in Ihrem Garten erfolgreich Rhabarber pflanzen, legen Sie den Grundstein für eine jahrelange, reiche Ernte im Frühjahr. Das saure Gemüse ist erstaunlich pflegeleicht und gedeiht in fast jedem Schweizer Garten, wenn man ein paar einfache Grundregeln beachtet.
Rhabarber gehört botanisch gesehen eigentlich zum Gemüse und nicht zu den Früchten, auch wenn er meistens süss zubereitet wird. Das langlebige Knöterichgewächs ist ein absoluter Gewinn für jeden Selbstversorger. Einmal etabliert, liefert die Pflanze über fünfzehn bis zwanzig Jahre hinweg verlässlich saftige Stängel. Zudem treibt sie bereits im März als eines der ersten Gewächse im Garten aus und bringt frisches Leben ins Beet, wenn andere Gemüsesorten noch im Winterschlaf liegen. Die Kultivierung erfordert erstaunlich wenig Aufwand, was den Rhabarber zum idealen Einsteigerprojekt für Hobbygärtner macht.
Damit der Rhabarber kräftige Stängel und grosse Blätter entwickeln kann, müssen die Standortbedingungen stimmen. Da die Pflanze viele Jahre am selben Ort verbringt, lohnt sich eine sorgfältige Auswahl des Platzes.
Rhabarber liebt das Licht. Ein vollsonniger bis leicht halbschattiger Platz ist ideal, um ein zügiges Wachstum der Stängel zu garantieren. Je mehr Sonne die Pflanze abbekommt, desto intensiver färben sich die Stängel rot und desto milder wird ihr Geschmack. An schattigen Standorten wächst der Rhabarber zwar ebenfalls, die Ernte fällt jedoch deutlich magerer aus.
Als ausgesprochener Starkzehrer benötigt die Pflanze einen Boden, der reichlich Nährstoffe bereitstellt.
Unterschätzen Sie niemals den Platzbedarf einer ausgewachsenen Pflanze. Rhabarberblätter können gigantische Ausmasse annehmen. Planen Sie deshalb pro Pflanze mindestens einen bis eineinhalb Quadratmeter Freiraum ein. Steht das Gewächs zu dicht an anderen Gemüsesorten, nimmt es diesen das Licht und entzieht dem Boden sämtliche Nährstoffe.
Der Weg zum eigenen Rhabarberbeet ist unkompliziert, wenn Sie die biologischen Rhythmen der Pflanze berücksichtigen.
Wer Rhabarber pflanzen möchte, stellt sich oft die Frage nach der richtigen Saison. Die ideale Pflanzzeit im Schweizer Mittelland liegt im Spätherbst, von Oktober bis November. Der Boden ist dann noch warm genug, und die herbstliche Feuchtigkeit hilft den Wurzeln, sich rasch im Erdreich zu verankern. Auch beim Rhabarber pflanzen im Herbst nutzt die Pflanze die Winterfeuchtigkeit optimal aus, um im darauffolgenden Frühjahr direkt kräftig auszutreiben. Alternativ ist eine Pflanzung im zeitigen Frühjahr ab März möglich, erfordert dann jedoch eine intensivere Bewässerung.
Beim Rhabarber pflanzen ist die Tiefe entscheidend. Graben Sie ein grosszügiges Pflanzloch aus, das etwa doppelt so gross ist wie das Wurzelrhizom. Setzen Sie das Rhizom so ein, dass die Knospen am oberen Ende nur etwa zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche liegen. Werden die Knospen zu tief vergraben, verfaulen sie leicht im nassen Schweizer Winter. Treten Sie die Erde rundherum vorsichtig fest und schlämmen Sie die Pflanzstelle mit reichlich Wasser ein.
Grundsätzlich ist Rhabarber aufgrund seiner tiefen Pfahlwurzeln kein klassischer Kandidat für die Topfkultur. Wer jedoch nur einen Balkon oder eine Terrasse besitzt, kann spezielle, schwachwüchsige Sorten wählen. Das Pflanzgefäss muss in diesem Fall ein Volumen von mindestens vierzig Litern aufweisen und über Abzugslöcher verfügen. Im Topf benötigt die Pflanze deutlich mehr Wasser und regelmässige Düngergaben, da das Nährstoffangebot begrenzt ist.
Auch wenn Rhabarber als robust gilt, dankt er eine aufmerksame Pflege mit besonders dicken und zarten Stängeln.
Damit sich das Rhabarber pflanzen auch wirklich lohnt, ist eine regelmässige Nährstoffzufuhr wichtig. Rhabarber ist extrem hungrig. Verwenden Sie im Frühjahr, kurz vor dem Austrieb, einen organischen Langzeitdünger wie Hornmehl oder reichlich reifen Kompost. Während der Hauptwachstumszeit im Frühling darf die Erde niemals ganz austrocknen. Giessen Sie die Pflanze bei Trockenheit regelmässig und durchdringend an der Basis.
Eine dicke Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laubkompost rund um die Pflanze ist im Sommer Gold wert. Sie hält die Feuchtigkeit im Boden, unterdrückt den Wuchs von Beikräutern und liefert beim Zersetzen kontinuierlich organische Substanz. Da Rhabarber flach streichende Feinwurzeln besitzt, sollten Sie beim Jäten auf den Einsatz von Hacken verzichten und Unkraut stattdessen vorsichtig von Hand auszupfen.
Geduld zahlt sich aus: Ernten Sie den Rahbarber im ersten Standjahr am besten gar keine Stängel, damit sich die Pflanze ganz auf die Wurzelbildung konzentrieren kann. Ab dem zweiten Jahr können Sie die sauren Stangen geniessen.
Irgendwann kommt im Gartenleben der Zeitpunkt, an dem das treue Knöterichgewächs an Kraft verliert oder schlicht zu gross für seinen aktuellen Platz wird.
Nach etwa sieben bis zehn Jahren am selben Standort lässt der Ertrag des Rhabarbers meist merklich nach. Die Stängel werden dünner und holziger. Das ist der perfekte Moment, wenn Sie Ihren Rhabarber umpflanzen wollen, um ihm neues Leben einzuhauchen. Der beste Zeitpunkt hierfür ist der Spätherbst, wenn sich das Laub der Pflanze bereits komplett zurückgezogen hat.
Das Umpflanzen lässt sich hervorragend mit der Vermehrung verbinden. Graben Sie das dicke Wurzelrhizom vorsichtig und möglichst grossflächig mit einem Spaten aus. Teilen Sie den Wurzelstock anschliessend mit einem scharfen Spatenstich in zwei oder drei Stücke. Achten Sie darauf, dass jedes Teilstück mindestens eine kräftige Knospe und ausreichend Wurzelmasse besitzt. Danach können Sie die Teilstücke wie gewohnt als neuen Rhabarber pflanzen.
Nachdem Sie den Rhabarber umpflanzen, benötigt die Pflanze am neuen Standort besonders viel Aufmerksamkeit. Giessen Sie die frisch gesetzten Wurzelteile in den ersten Wochen regelmässig an, damit sie im neuen Erdreich schnell Halt finden. Eine schützende Schicht aus Tannenreisig bewahrt die frische Pflanzstelle im ersten Winter vor extremem Frost.
Mit der Wahl des richtigen Standorts und einer Portion Geduld in den ersten Jahren belohnt der Rhabarber jeden Gärtner mit einer reichen Ernte. Ob im Beet oder bei Platzmangel in einem grossen Kübel: Das robuste Gemüse bringt verlässlich Frische in die Frühlingsküche. In den LANDI Läden in Ihrer Region finden Sie alles, was Sie zum Rhabarber pflanzen benötigen – von hochwertiger Komposterde über organischen Dünger bis hin zu robusten Spaten für die Gartenarbeit.
Ab dem St. Johannistag am 21. Juni steigt der Gehalt an Oxalsäure in den Stängeln deutlich an. In grossen Mengen ist diese Säure für den Menschen ungesund. Zudem benötigt die Pflanze ab dem Hochsommer ihre Blätter, um über die Photosynthese Kraft für das nächste Frühjahr in den Wurzeln zu speichern.
Ja, Rhabarber ist absolut winterhart und verträgt selbst strenge Schweizer Winter problemlos. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben im Herbst ab, während das Rhizom im Boden überwintert. Ein Winterschutz ist nur im ersten Jahr nach der Pflanzung oder bei Topfkultur ratsam.
Sobald sich im Mai die grossen, weissen Blütenknospen zeigen, sollten Sie diese direkt an der Basis herausschneiden. Die Blütenbildung kostet die Pflanze extrem viel Kraft, die sonst für das Wachstum der leckeren Stängel fehlt.
Ein Rhabarber sollte alle sieben bis zehn Jahre umgepflanzt und geteilt werden. Das Teilen des Rhizoms verjüngt das Gewächs und sorgt dafür, dass die Pflanze wieder neue, kräftige Triebe entwickelt.