Wenn der herbstliche Nebel langsam in die Schweizer Täler zieht oder die ersten Frühlingsblumen den Asphalt erwärmen, merken viele Autofahrer, dass eine wichtige Arbeit ansteht. Man blickt auf die Räder und fragt sich, ob der Weg in die Garage wirklich nötig ist oder ob man das Ganze nicht selbst erledigen kann. Mit etwas Geschick und dem passenden Werkzeug lässt sich der anstehende Radwechsel problemlos in der eigenen Einfahrt durchführen. Das spart Geld und macht unabhängig von vollen Terminkalendern in den Werkstätten.
Wer im Frühling oder Herbst seine Räder wechseln möchte, steht oft vor der Entscheidung, wann der ideale Zeitpunkt gekommen ist. Ein sachgemässer Radwechsel schützt das Fahrzeug und trägt massgeblich zur Verkehrssicherheit bei. Um optimal vorbereitet zu sein, sollten Sie den Zustand Ihrer Bereifung genau prüfen.
In der Schweiz hat sich die Faustregel von Oktober bis Ostern bewährt. Von Oktober bis Ostern sollten Autofahrer mit Winterpneus fahren, in der wärmeren Jahreszeit mit Sommerreifen. Entscheidend ist auch die Temperatur: Sobald das Thermometer dauerhaft unter sieben Grad fällt, verhärtet die Gummischicht von Sommerreifen, was den Grip reduziert. In höheren Lagen oder Alpentälern ist es ratsam, Winterreifen früher zu montieren beziehungsweise länger damit zu fahren. Wer im Winter in höhere Lagen fährt, sollte sich zudem frühzeitig mit dem Montieren von Schneeketten vertraut machen.
Vor der Montage müssen Sie die Profiltiefe kontrollieren. Das Radwechsel-Set mit Reifenprofilmesser und Reifenkreide hilft bei der Prüfung und Kennzeichnung der Pneus. Das Gesetz schreibt mindestens 1,6 Millimeter vor. Der TCS empfiehlt jedoch aus Sicherheitsgründen mindestens 3 Millimeter für Sommerreifen und 4 Millimeter für Winterreifen, um das Risiko für Aquaplaning zu senken. Ein bewährter Trick ist der Zweifränkler-Test: Stecken Sie eine Zwei-Franken-Münze in die Profilrille. Ist der Sockel der Helvetia sichtbar, ist das Profil zu gering und der Reifen muss ersetzt werden. Reifen, die älter als sechs bis acht Jahre sind, sollten Sie aufgrund spröden Gummis ebenfalls austauschen.
Kennzeichnen Sie die Reifen vor dem Abmontieren mit Wachskreide (z.B. VR für vorne rechts). Sobald Sie an allen vier Rädern die Pneus wechseln, bietet sich ein Tausch der Positionen an. Dieser Radwechsel sorgt für eine gleichmässige Abnutzung des Profils. Der TCS rät, die Reifen mit dem besseren Profil immer auf der Hinterachse zu montieren, da diese für die Spurtreue verantwortlich ist. Geeignete Lagergestelle schaffen in Garage oder Keller zusätzlichen Stauraum; achten Sie dabei auf die jeweilige Tragkraft. Lagern Sie Räder kühl, trocken und dunkel – Kompletträder liegend, Reifen ohne Felgen stehend.

Ein erfolgreicher Radwechsel setzt gutes Werkzeug voraus. Wer den Radwechsel regelmässig selbst erledigt, spart Werkstattkosten und gewinnt an Flexibilität. Legen Sie sich vor dem Start alle Geräte bereit.
Für die Arbeit zu Hause benötigen Sie drei unverzichtbare Werkzeuge:
Ein Druckluft-Schlagschrauber kann das Lösen der Radschrauben zusätzlich erleichtern. Für das endgültige Anziehen bleibt der Drehmomentschlüssel nach Herstellervorgabe unverzichtbar.
Sicherheit hat oberste Priorität. Für einen reibungslosen Radwechsel benötigen Sie einen ebenen, festen Untergrund. Sichern Sie das Auto mit Unterlagskeilen vor dem Wegrollen. Robuste Arbeitshandschuhe schützen Ihre Hände vor Schmutz und scharfen Kanten.
In den LANDI Läden finden Sie ein breites Sortiment an Zubehör – von Wagenhebern über Radkreuze und Radwechsel-Sets bis zu Handschuhen. Unsere Mitarbeiter vor Ort beraten Sie gerne bei der Auswahl der passenden Ausrüstung.
Das Selbermachen ist mit der richtigen Anleitung unkompliziert. Gehen Sie beim Austausch strukturiert vor, um Fehler zu vermeiden.

Stellen Sie das Auto auf einer ebenen Fläche ab, ziehen Sie die Handbremse an und legen Sie den ersten Gang (oder P bei Automatik) ein. Sichern Sie das Auto mit Unterlagskeilen. Lösen Sie die Radschrauben des Rades mit dem Radkreuz um eine halbe Umdrehung, solange das Auto noch am Boden steht.

Setzen Sie den Wagenheber an den markierten Aufnahmepunkten am Unterboden an. Diese finden Sie im Handbuch Ihres Autos. Heben Sie das Fahrzeug an, bis der Reifen etwa drei Zentimeter über dem Boden schwebt. Drehen Sie die Radschrauben ganz heraus und nehmen Sie das Rad ab.
Reinigen Sie die Radnabe mit einer Drahtbürste von Schmutz und Rost. Wenn Sie Ihre Räder wechseln, ist das der ideale Zeitpunkt, um die Bremsscheiben und Bremsbeläge kurz zu kontrollieren. Setzen Sie das neue Rad auf und drehen Sie die Schrauben von Hand fest.
Lassen Sie das Fahrzeug so weit herab, bis der Reifen den Boden leicht berührt und sich nicht mehr mitdreht. Ziehen Sie die Radschrauben über Kreuz handfest an, um die Felge gleichmässig zu spannen.

Lassen Sie das Auto ganz herunter und entfernen Sie den Wagenheber. Stellen Sie das vorgegebene Drehmoment am Drehmomentschlüssel ein. Ziehen Sie die Schrauben über Kreuz fest, bis der Schlüssel hörbar klickt. Gehen Sie beim Radwechsel äusserst sorgfältig vor.
Nach dem erfolgreichen Radwechsel ist die Arbeit noch nicht ganz getan. Damit Sie sicher unterwegs sind, stehen noch wichtige Kontrollen an.
Der Reifendruck beeinflusst das Fahrverhalten und den Verschleiss massgeblich. Prüfen Sie den Luftdruck direkt nach der Montage mit einem Mini-Kompressor, einem Pneufüller oder an einer Tankstelle. Die korrekten Werte finden Sie im Türrahmen oder im Tankdeckel. Vergessen Sie nicht das Reserverad.
Moderne Autos besitzen ein Reifendruck-Kontrollsystem. Nach dem Radwechsel müssen Sie dieses im Bordcomputer neu kalibrieren, damit das System die neuen Werte lernt. Andernfalls leuchtet bald eine Fehlermeldung auf.
Radschrauben können sich nach den ersten Fahrten minimal setzen. Kontrollieren Sie diese nach 50 bis 100 Kilometern und ziehen Sie sie bei Bedarf mit dem Drehmomentschlüssel nach. Das verhindert ein gefährliches Lockern der Räder.
Wer den Radwechsel selbst in die Hand nimmt, spart Kosten und bleibt flexibel. Mit der richtigen Vorbereitung und passendem Werkzeug ist die Arbeit sicher erledigt. In den LANDI Läden finden Sie ausgewähltes Autozubehör für Autopflege, Wartung und saisonale Arbeiten. So ist Ihr Fahrzeug für jede Jahreszeit gut vorbereitet.
Nein, es gibt keine gesetzliche Pflicht für den Reifenwechsel im Winter. Allerdings müssen Fahrzeuge in jeder Situation betriebssicher sein. Wer bei winterlichen Strassen mit Sommerreifen fährt, riskiert bei einem Unfall hohe Bussen und Leistungskürzungen der Versicherung.
Das Drehmoment hängt von der Felge und dem Modell ab. Meistens liegt es bei Alufelgen zwischen 110 und 140 Newtonmetern. Genaue Angaben finden Sie in der Betriebsanleitung Ihres Autos.
Falls Sie keinen Keller haben, können Sie Räder professionell einlagern lassen. Bei einer Lagerung auf dem Balkon sollten Sie die Reifen mit einer lichtundurchlässigen Schutzhülle vor schädlicher UV-Strahlung schützen.
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