Ein brauner Rasen ist die natürliche Schutzreaktion der Gräser auf lang anhaltende Hitze und fehlenden Niederschlag. Wenn die Sommertemperaturen im Schweizer Mittelland steigen und das Wasser im Boden knapp wird, stellen die Halme ihr Längenwachstum ein. Die Pflanze zieht Feuchtigkeit und Nährstoffe aus den oberen Blättern zurück in den Wurzelbereich, um ihr Überleben zu sichern. Das Gewebe an der Oberfläche vergilbt und trocknet ab. Solange die Vegetationspunkte im Wurzelhals intakt bleiben, handelt es sich nur um eine Ruhephase. Wird die Hitzeperiode jedoch von starker Belastung oder extrem flachen Wurzeln begleitet, sterben die Gräser stellenweise komplett ab.
Sommerliche Hitzewellen hinterlassen auf vielen Schweizer Rasenflächen deutliche Spuren. Trockenes, braunes Gras und karge Stellen prägen das Bild nach langen Schönwetterperioden. Doch der Rasen ist oft widerstandsfähiger, als er auf den ersten Blick aussieht. Mit den passenden Massnahmen erwacht das Grün nach der Hitze rasch wieder zu neuem Leben:
Sollte sich der Rasen trotz sorgfältiger Pflege, Düngung und Nachsaat auf grossen Flächen nicht mehr erholen, bietet die Verlegung von Rollrasen eine schnelle und komfortable Alternative. Damit verwandelt sich die kahle Dürrefläche innerhalb eines Tages wieder in einen dichten, begehbaren und saftig grünen Rasenteppich.
Bevor Sie mit Werkzeug im Garten anpacken, sollten Sie den Zustand der kahlen Stellen genau prüfen. Fassen Sie die verfärbten Halme büschelweise an und ziehen Sie vorsichtig daran. Lassen sich die Gräser mühelos und ohne Widerstand aus dem Erdreich lösen, sind die Wurzeln abgestorben. Spüren Sie hingegen einen deutlichen Widerstand und bleibt der Pflanzenkopf fest im Boden verankert, schläft der Rasen nur. In diesem Fall reicht eine gezielte Bewässerung aus, um die Halme wieder zum Austreiben zu bewegen. Ein vermeintlich brauner Rasen ist oft nicht abgestorben, sondern befindet sich in einer Ruhephase.
Doch nicht immer ist reine Trockenheit schuld, wenn braune Flecken im Rasen entstehen. Untersuchen Sie den Boden sorgfältig auf weitere Schädlinge oder Erkrankungen:
Manchmal reicht ein Nachsäen nicht aus und man muss den betroffenen Bereich komplett als Rasen erneuern z.B. unter Verwendung von Rollrasen. Lesen Sie in diesem Fall unseren Artikel zum Thema Rollrasenverlegen.
H3: Tiefmähen als Startschuss
Damit die frischen Samen später optimal keimen können, muss das Altgras vorbereitet werden. Mähen Sie den Rasen auf der tiefsten Stufe Ihres Mähers ab. Dadurch gelangt wieder ausreichend Sonnenlicht an den Erdboden, und die verbliebenen Halme nehmen den jungen Keimlingen später nicht das Licht weg. Wenn Sie eine kahle Stelle oder eine grössere Fläche im Garten Schritt für Schritt Rasen reparieren wollen, ist dieser tiefe Schnitt das unverzichtbare Fundament.
Nach dem Mähen kommt der Vertikutierer zum Einsatz. Das Gerät ritzt die Grasnarbe wenige Millimeter tief an und kämmt abgestorbene Pflanzenteile, Moos und Rasenfilz heraus. Wenn Sie einen stark verfilzten Rasen sanieren, entfernt der Vertikutierer organisches Material, das den Samen sonst den direkten Bodenkontakt versperren würde. Lesen Sie auch unsere Anleitung zum Thema Rasen vertikutieren.
Lockern Sie die freigelegten Vertiefungen mit einer Harke gründlich auf. Entfernen Sie Steine, Wurzelreste und grobe Erdschollen. Gleichen Sie Mulden mit feiner Erde aus, damit eine ebene Fläche entsteht, auf der sich das Wasser beim späteren Giessen nicht ungleichmässig ansammelt.
Bevor Sie den geschädigten Rasen reparieren, sollten Sie bei der Wahl der Samen keine Kompromisse eingehen. Günstige Mischungen enthalten oft Futtergräser, die extrem schnell hochwachsen, breite Blätter bilden und keine dichte Narbe bilden. Dies führt dazu, dass Sie deutlich öfter Rasen mähen müssen und die Fläche trotzdem lückenhaft bleibt.
Wenn Sie die Grasnarbe punktuell oder grossflächig Rasen erneuern wollen, greifen Sie am besten zu einer speziellen Nachsaatmischung wie Rasensamen highspeed Univert oder unseren Rasen Reparatur Mix.
Beobachten Sie die Beschaffenheit der Erde genauer. Bevor Sie die kahl gewordene Fläche gründlich Rasen sanieren, lohnt sich der Blick auf die Beschaffenheit des Untergrunds. Schwerer Lehmboden profitiert von gewaschenem Quarzsand, der in die Oberfläche eingearbeitet wird, um die Belüftung zu verbessern. Bei sandigen Böden hilft das Einmischen von humusreicher Pflanzerde oder reifem Kompost, um Feuchtigkeit und Nährstoffe besser zu speichern.
Verwenden Sie zusammen mit der Aussaat einen speziellen Starterdünger. Im Gegensatz zu normalem Rasendünger weist dieser einen hohen Phosphatgehalt auf. Phosphor regt das Wurzelwachstum der jungen Keimlinge an und sorgt dafür, dass sich die Gräser rasch im Boden verankern. Stickstoffreicher Dünger würde den Altbestand zu stark antreiben und die zarten Keimlinge rasch überwuchern. Lesen Sie auch unseren Artikel zum Thema Rasen düngen.
Halten Sie sich strikt an die Mengenangaben auf der Verpackung. In der Regel werden zwanzig bis dreissig Gramm Saatgut pro Quadratmeter benötigt. Zu wenig Samen hinterlassen erneut Lücken, in denen sich Unkraut breitmacht. Zu viel Saatgut führt zu Konkurrenz unter den Keimlingen, wodurch die zarten Pflänzchen gegenseitig absterben.
Rasen ist ein Lichtkeimer, dennoch dürfen die Samen nicht lose auf der harten Oberfläche liegen. Harken Sie die Samen flach ein, sodass sie maximal einen halben Zentimeter mit Erde bedeckt sind. Wenn Gärtner im Schweizer Mittelland ihren Rasen reparieren, schützt ein gutes Einarbeiten die Saat vor Vögeln.
Drücken Sie das Saatgut nach dem Einarbeiten fest an. Verwenden Sie für grosse Flächen eine leicht gefüllte Rasenwalze, auf kleinen Stellen reichen Trittbretter unter den Schuhen. Das Verdichten stellt den Kapillarkontakt her, damit die Samen die Feuchtigkeit aus dem Boden aufnehmen können.
Nach der Aussaat gilt es, die Geduld zu bewahren, da Wasser beim Rasen reparieren das A und O ist. Sobald der Samen einmal feucht geworden ist und der Keimprozess einsetzt, führt jedes Vertrocknen zum sofortigen Absterben des Keimlings. Der Boden muss über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen durchgehend feucht gehalten werden.
Nutzen Sie eine feine Brause oder einen Rasensprenger mit sanftem Sprühstrahl. Ein harter Wasserstrahl würde die Samen wegschwemmen oder tief in den Schlamm drücken. Giessen Sie an warmen Spätsommertagen lieber vier- bis fünfmal täglich kurz für wenige Minuten, anstatt die Fläche einmal am Tag unter Wasser zu setzen.
Je nach Gräserart dauert die Keimung zwischen sieben und einundzwanzig Tagen. Erst wenn alle enthaltenen Sorten der Mischung aufgelaufen sind und ein grüner Flaum zu sehen ist, können die Giessintervalle der intensiven Rasenpflege langsam reduziert werden.
Sobald die jungen Halme eine Höhe von acht bis zehn Zentimetern erreicht haben, steht der erste Schnitt an. Kürzen Sie das Gras niemals radikal ab. Halten Sie sich an die Ein-Drittel-Regel und schneiden Sie maximal die obersten drei Zentimeter weg, damit die Pflanze nicht geschwächt wird.
Kontrollieren Sie vor dem ersten Schnitt zwingend die Messer Ihres Mähers. Stumpfe Klingen schneiden die zarten Halme nicht sauber ab, sondern reissen sie samt der noch schwachen Wurzel aus dem lockeren Boden.
Wer vorbeugend handelt, muss im nächsten Spätsommer deutlich seltener den Rasen reparieren. Gewöhnen Sie Ihren Rasen bereits im Frühjahr an tiefes Wurzeln. Giessen Sie nicht täglich kleine Mengen, sondern während Trockenperioden einmal pro Woche durchdringend mit fünfzehn bis zwanzig Litern Wasser pro Quadratmeter. Das Wasser dringt tief in den Boden ein und zwingt die Wurzeln, in die Tiefe zu wachsen. Damit braune Flecken im Rasen gar nicht erst wiederkehren, ist die richtige Pflege vor der Sommerhitze entscheidend.
Heben Sie die Schnitthöhe Ihres Mähers ab Juni um ein bis zwei Zentimeter an. Eine Halmlänge von sechs Zentimetern wirft Eigenschatten auf den Boden, schützt das Erdreich vor dem Austrocknen und verhindert das Verbrennen der Vegetationspunkte.
Ein gut genährter Rasen ist stressresistenter. Versorgen Sie die Grünfläche im Frühling mit einem organisch-mineralischen Langzeitdünger und bringen Sie bei Bedarf Bodenaktivator aus, um das Mikroleben im Erdreich anzuregen.
Ein typischer Irrtum beim Rasen reparieren ist das unzureichende Bewässern der Keimlinge. Weitere Fehler lassen sich leicht umgehen:
Wenn Hausbesitzer ihren Rasen reparieren, verlangt dies zwar etwas Ausdauer und diszipliniertes Giessen, belohnt sie aber rasch mit einem dichten Ergebnis. Wer mit der richtigen Methode und hochwertigem Saatgut den heimischen Rasen erneuern möchte, erzielt verlässliche Ergebnisse. Mit der passenden Nachsaatmischung, Starterdünger und Pflege verwandelt sich der braune Boden in kurzer Zeit wieder in das gewohnte Schweizer Traumgrün. Das nötige Werkzeug, Vertikutierer, Rasensamen und organische Dünger für Ihr Projekt finden Sie in den LANDI Läden in Ihrer Region.
Wenn mehr als die Hälfte der Rasenfläche abgestorben ist oder überwiegend aus Unkraut und Moos besteht, ist ein kompletter Neuaufbau oft schneller und wirtschaftlicher als schrittweise Reparaturen.
Das kommt auf den Zustand der Wurzeln an. Ein brauner Rasen, der nur durch Dürre austrocknete, treibt nach ergiebigen Regenfällen innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst wieder grün aus.
Der Frühherbst von Ende August bis Oktober ist der ideale Zeitpunkt. Der Boden ist noch warm vom Sommer, die Sonne brennt nicht mehr so stark und herbstliche Niederschläge unterstützen die Keimung.