Sie stehen im Frühjahr vor Ihrem Gartenbeet, blicken auf verödete Kanten und braune Erdflecken und fragen sich, wie aus dieser kargen Fläche ohne ständiges Neupflanzen ein blühendes Paradies werden kann. Wer Jahr für Jahr viel Zeit und Geld in einjährige Sommerblumen steckt, wünscht sich oft eine nachhaltigere Lösung für das heimische Grün. Mehrjährige Stauden sind die perfekte Antwort für jeden Gartenbesitzer im Schweizer Mittelland oder in den Voralpen. Wer einmal die Grundlagen versteht und das Thema Stauden pflanzen richtig angeht, wird über viele Jahre hinweg mit einer beeindruckenden Blütenpracht belohnt, die von Saison zu Saison immer schöner und üppiger wird.
Im Gegensatz zu einjährigen Beetpflanzen überdauern krautige Gewächse den Schweizer Winter im Boden. Während die oberirdischen Teile im Spätherbst absterben, ruht die Pflanze in ihren Wurzeln, Knollen oder Rhizomen, um im nächsten Frühjahr wieder kraftvoll auszutreiben. Diese Ausdauer macht sie zu den wertvollsten Bausteinen der Gartengestaltung. Doch weil die Gewächse oft viele Jahre am selben Ort verbleiben, entscheidet die Vorbereitung vor dem Einsetzen über Erfolg oder Misserfolg. Fehler bei der Standortwahl oder der Bodenvorbereitung lassen sich später nur schwer korrigieren.
Gärtner nutzen vor allem zwei Zeitfenster für das Setzen im Beet.
Der Herbst, von September bis November, gilt in den meisten Schweizer Regionen als der ideale Zeitpunkt. Der Boden ist von den Sommermonaten noch warm, und regelmässige Niederschläge erleichtern das Anwurzeln. Die Pflanzen bilden vor dem Frost feine Haarwurzeln und starten im Frühjahr mit einem Vorsprung. Der Frühling, von März bis Mai, eignet sich besonders für frostempfindliche Arten oder spätblühende Gewächse.
Heutzutage werden die meisten Exemplare im Topf, als sogenannte Containerware, angeboten. Diese können theoretisch während der gesamten frostfreien Jahreszeit in die Erde gesetzt werden. Allerdings erfordert das Setzen im Hochsommer bei Hitze eine extrem disziplinierte und tägliche Bewässerung, da die jungen Wurzeln im ausgetrockneten Boden schnell Schaden nehmen.
Eine genaue Beobachtung des Gartens vor dem Kauf verhindert Enttäuschungen.
Jede Pflanzenart hat spezifische Ansprüche an das Sonnenlicht. Beobachten Sie Ihr Beet über den Tag hinweg genau:
Der Boden im Schweizer Umschwung variiert stark je nach Region. Lehmige Böden speichern Wasser und Nährstoffe hervorragend, neigen bei Starkregen aber zu Staunässe. Sandige Böden hingegen sind sehr durchlässig, trocknen im Sommer aber rasch aus. Ermitteln Sie die Beschaffenheit, indem Sie eine Handvoll feuchte Erde reiben: Lässt sie sich zu einer Wurst formen, ist der Lehmgehalt hoch.
Achten Sie auf den Endumfang der ausgewachsenen Gewächse. Schwach wüchsige Arten werden leicht von wuchsfreudigen Nachbarn überwuchert. Setzen Sie hochwachsende Leitstauden im Hintergrund ein und umgeben Sie diese mit niedrigeren Begleitstauden und Bodendeckern.
Eine gründliche Erdvorbereitung erleichtert den Wurzeln das Einwachsen ungemein.
Wurzelunkräuter wie Giersch, Ackerwinden oder Löwenzahn müssen vor dem Einsetzen lückenlos entfernt werden. Ein kurzes Oberflächenzupfen reicht nicht aus, da kleinste Wurzelreste im Boden schnell wieder austreiben und die jungen Nutzpflanzen bedrängen. Lockern Sie den Boden tiefgründig mit einer Grabgabel und sortieren Sie alle Pflanzenteile von Hand aus.
Arbeiten Sie je nach Bodenstruktur passende Hilfsstoffe ein:
Gepresstes Erdreich verhindert, dass Wurzeln in die Tiefe wachsen. Lockern Sie die Pflanzfläche mindestens zwei Spatentief auf. Das bricht verhärtete Schichten auf und lässt überschüssiges Regenwasser problemlos in den Untergrund sickern.
Wenn Sie Stauden pflanzen, sollten Sie schrittweise vorgehen, um den Pflanzen den besten Start zu ermöglichen.
Stellen Sie die Töpfe vor dem Einsetzen in einen Eimer mit Wasser, bis keine Luftblasen mehr an die Oberfläche steigen. Ein ausgetrockneter Ballen tut sich im Beet extrem schwer, Feuchtigkeit aus dem umliegenden Boden aufzunehmen.
Heben Sie mit dem Spaten ein Loch aus, das etwa doppelt so breit und etwas tiefer als der Topfballen ist. Lockern Sie die Sohle des Pflanzlochs mit einer kleinen Handhacke gründlich auf.
Nehmen Sie die Pflanze aus dem Kunststofftopf. Wenn die Wurzeln bereits dicht am Rand entlang gewachsen sind, sollten Sie diesen Filz mit den Fingern oder einer Schere leicht anreissen. Das regt die Pflanze an, neue Wurzelspitzen ins umliegende Erdreich zu treiben.
Setzen Sie den Ballen so tief ein, dass die Oberkante der Topferde genau bündig mit der Beetoberfläche abschliesst. Zu tief gesetzte Exemplare verfaulen leicht, während zu flach gesetzte Ballen rasch austrocknen.
Füllen Sie den Hohlraum rund um den Ballen mit der aufbereiteten Erdmischung auf. Drücken Sie die Erde mit den Händen oder vorsichtig mit den Schuhsohlen leicht an, damit ein guter Kontakt zwischen Ballen und Erdreich entsteht.
Die Anwachsphase erfordert Aufmerksamkeit, bis das Wurzelwerk die tiefere Erde erreicht hat.
Giessen Sie die Pflanzstelle direkt nach dem Setzen gründlich mit einer Giesskanne an. Das Wasser schliesst Hohlräume im Boden und sorgt dafür, dass sich die Erde fest an die Wurzeln schmiegt. Auch in den folgenden Wochen ist eine regelmässige Wassergabe bei trockener Witterung essenziell.
Eine dünne Schicht aus Rindenmulch, Mähgut oder Kompost schützt die Erde vor dem Austrocknen durch Sonne und Wind. Zudem keimen Beikräuter auf gemulchten Flächen deutlich langsamer.
Hohe Gewächse wie Rittersporn oder Pfingstrosen benötigen bereits frühzeitig eine Stütze. Stecken Sie Staudenhalter oder Holzstäbe in die Erde, bevor die Triebe zu hoch werden, um Beschädigungen der Wurzeln zu vermeiden.
Kleine Unachtsamkeiten können das Wachstum über Jahre hinweg hemmen.
Auf den ersten Blick wirken junge Beete oft kahl. Der Versuch, diese Lücken durch extrem enges Setzen zu schliessen, rächt sich nach ein bis zwei Jahren. Die Gewächse bedrängen sich gegenseitig, bilden dünne Triebe und werden anfällig für Pilzkrankheiten.
Frisch gesetzte Gewächse benötigen im ersten Jahr kaum zusätzlichen Dünger. Zu viele Nährsalze verbrennen die zarten neuen Haarwurzeln und hemmen das Einwurzeln. Vertrauen Sie auf Kompost und lassen Sie der Natur Zeit.
Mit minimalem Pflegeaufwand bleibt das Beet über Jahre hinweg vital.
Viele Arten vergreisen nach einigen Jahren von der Mitte her und blühen weniger üppig. Ein Teilen des Wurzelstocks im Frühjahr oder Herbst verjüngt die Pflanze spürbar. Schneiden Sie abgestorbene Triebe im Spätwinter vor dem neuen Austrieb bodennah zurück.
Frisch gesetzte Gewächse sollten im ersten Schweizer Winter vor eisigen Winden und Barfrost geschützt werden. Eine Abdeckung aus Tannenreisig oder trockenem Laub bewahrt die empfindliche Herzknospe vor Schäden.
Wer beim Anlegen des Beetes sorgfältig vorgeht, den Standort passend auswählt und dem Boden etwas Aufmerksamkeit schenkt, schafft die Grundlage für ein pflegeleichtes Gartenparadies. Mit der Zeit werden die Gewächse immer kräftiger und belohnen den Aufwand mit einer Farbenpracht über die gesamten Sommermonate. Hochwertige Gartengeräte, Komposterde, organische Dünger und robuste Pflanzen für Ihr nächstes Gartenprojekt finden Sie in den LANDI Läden in Ihrer Region.
Der Herbst zwischen September und November ist der ideale Zeitpunkt in der Schweiz, da die Feuchtigkeit hoch und der Boden noch warm ist. Alternativ ist auch das Frühjahr gut geeignet. Das hängt von der Wuchshöhe ab. Als Faustregel gilt: Der Pflanzabstand entspricht etwa der Hälfte der erwarteten Endhöhe der ausgewachsenen Pflanze. Für schattige Bereiche eignen sich Arten wie Funkien, Farne, Tränendes Herz oder Waldsterngewächse besonders gut. Viele Arten lässt man über den Winter stehen, da die abgestorbenen Stängel Frostschutz bieten und Vögeln als Nahrung dienen. Der Rückschnitt erfolgt meist erst im Spätwinter vor dem Neuaustrieb.FAQ – Häufig gestellte Fragen zu "Stauden pflanzen"
Wann ist die beste Zeit, um Stauden zu pflanzen?
Wie viel Abstand muss man beim Stauden pflanzen einhalten?
Welche Stauden eignen sich für schattige Plätze im Garten?
Muss man mehrjährige Stauden im Winter zurückschneiden?