Richtig Holzen: Sicherheit bei der Holzernte, Verarbeitung und Lagerung 

Der kühle Herbstwind streicht durch die Wipfel, und das Knistern des eigenen Schwedenofens bringt wohlige Wärme in die Stube. Doch bevor das Scheitholz gemütlich im Kamin brennt, wartet schwere körperliche Arbeit im Forst und auf dem Werkplatz. Viele Waldbesitzer, Landwirte und Heimwerker schätzen die schwere, aber erfüllende Arbeit im Schweizer Wald. Damit die Arbeit verletzungsfrei gelingt und das Brennholz die optimale Heizkraft erreicht, ist Umsicht unerlässlich. Wer richtig Holzen möchte, muss von der Fällung über das Spalten bis hin zur Aufschichtung auf Sicherheit und System setzen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Vom Wald bis zum Kamin: Gute Vorbereitung für sicheres Holzen
  2. Ab wann braucht man einen offiziellen Kurs für die Forstarbeiten?
  3. Die persönliche Schutzausrüstung: Unverzichtbar von der Fällung bis zum Holzstoss
  4. Sichere Holzernte im Wald: Bäume fällen und aufarbeiten
  5. Brennholz richtig verarbeiten: Sägen und Spalten wie ein Profi
  6. Brennholz richtig lagern: Für optimale Trocknung und maximale Heizkraft
  7. Fazit: Mit Sicherheit und System zum eigenen Brennholz
  8. FAQs – Häufige Fragen zu Holzernte, Holzverarbeitung und Lagerung in der Schweiz

Vom Wald bis zum Kamin: Gute Vorbereitung für sicheres Holzen 

Die Arbeiten im Forst gehören zu den anspruchsvollsten Tätigkeiten in der Land- und Forstwirtschaft. Ungünstige Witterung, unwegsames Gelände und hohe Kräfte beim Umschlagen der Bäume bergen Risiken. Wer eigenhändig Holz ernten will, sollte deshalb niemals unüberlegt zur Kettensäge greifen. Eine strukturierte Planung der Arbeitsschritte, die Kontrolle des Werkzeugs und die Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften der Suva bilden das Fundament. Beim Holzen steht das eigene Wohl immer an erster Stelle.  

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Ab wann braucht man einen offiziellen Kurs für die Forstarbeiten?

Die Arbeit mit der Kettensäge birgt ein hohes Unfallrisiko. Deshalb stellt sich für viele Heimwerker und Selbstwerber die Frage, ob für das Holzen im Wald ein offizieller Kursnachweis gesetzlich vorgeschrieben ist. Die rechtlichen Vorgaben in der Schweiz unterscheiden sich je nach Einsatzort und Umfang der Arbeiten:

  • Privater Grund: Auf Ihrem eigenen Grundstück dürfen Sie Bäume theoretisch ohne offiziellen Motorsägenkurs fällen. Dennoch empfehlen die Suva und Unfallversicherungen dringend die Absolvierung eines Grundkurses, da Sie auch auf eigenem Boden für die Arbeitssicherheit verantwortlich sind.
  • Fällen im Gemeindewald oder Staatswald: Wenn Sie Holz im öffentlichen Wald erwerben oder aufarbeiten (sogenannter Holzschlag oder Bezug von Bürgerholz), verlangen die meisten Schweizer Revierförster und Forstbetriebe zwingend einen Ausbildungsnachweis. Ohne einen anerkannten Basiskurs für Kettensägen wird in der Regel keine Bewilligung für die Holzernte erteilt.
  • Gewerbliche und landwirtschaftliche Arbeiten: Sobald Sie Forstarbeiten im Auftrag Dritter, im Betrieb oder mit Angestellten durchführen, gelten die strengen Vorschriften der Suva und der landwirtschaftlichen Unfallverhütung. Hier sind zertifizierte Ausbildungsmodule (zum Beispiel die Codoc-Module) Pflicht.

In einem mehrtägigen Grundkurs lernen Sie neben der Wartung der Motorsäge vor allem die korrekten Fälltechniken, das Entasten, die Beurteilung von Spannungen im Holz sowie das richtige Verhalten in Notfällen.

Offizielle Motorsägenkurse und Holzerkurse in der Schweiz können Sie unter anderem bei folgenden Organisationen und Anbietern buchen:

  • Kurse und Ausbildungen bei WaldSchweiz
  • Übersicht der anerkannten Forstmodule bei Codoc
  • Präventions- und Sicherheitshinweise für Forstarbeiten der Suva

Zusätzlich bieten viele regionale Forstbetriebe, Waldwirtschaftsverbände der Kantone sowie landwirtschaftliche Bildungszentren regelmässig Praxiskurse für Privatholzer an. Fragen Sie bei Ihrem örtlichen Revierförster nach, welche Kurse in Ihrer Region anerkannt werden.

Die persönliche Schutzausrüstung: Unverzichtbar von der Fällung bis zum Holzstoss

Schwere Werkzeuge und herabfallende Äste verzeihen keine Unachtsamkeit. Eine vollständige und geprüfte Schutzausrüstung ist daher Pflicht.

Schnittschutzhose und Sicherheitsschuhe: Schutz vor der Sägekette

Die Schnittschutzhose ist das wichtigste Kleidungsstück bei allen Sägearbeiten. In die Hose eingewebte Fasern verfangen sich bei Berührung im Bruchteil einer Sekunde im Kettenrad der Säge und stoppen die Kette sofort. Ergänzt wird die Ausrüstung durch Schnittschutzstiefel mit Stahlkappe und griffiger Profilsohle, die auf feuchtem Waldboden oder Rutschhängen sicheren Halt geben.

Schutzhelm mit Visier und Gehörschutz: Sicheres Arbeiten im Wald und am Sägeplatz

Ein robuster Forsthelm schützt den Kopf vor herabfallenden Ästen. Das integrierte Visier bewahrt das Gesicht vor herumfliegenden Holzsplittern und Sägemehl. Der Gehörschutz dämpft den Lärm von Kettensägen oder Holzspaltern effektiv ab, um langfristige Gehörschäden zu vermeiden.

Schutzbrille und robuste Handschuhe beim Holzspalten

Beim Sägen auf dem Bock oder beim Spalten mit dem Keil fliegen feine Holzsplitter und Späne mit hoher Geschwindigkeit durch die Luft. Eine gutsitzende Schutzbrille schützt die Augen zuverlässig. Dicke Lederhandschuhe verhindern Blasen, schützen vor Spreisseln und sorgen für festen Griff an Axt und Stammstücken.

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Sichere Holzernte im Wald: Bäume fällen und aufarbeiten

Das Einschlagen von Bäumen verlangt Fachwissen, Präzision und Konzentration.

Gefahrenzone beurteilen und Fluchtwege freimachen

Bevor der erste Schnitt ansteht, bestimmen Sie den Gefahrenbereich. Dieser entspricht mindestens der doppelten Baumlänge rund um den Stamm. Halten sich unbefugte Personen im Bereich auf, darf nicht gesägt werden. Säubern Sie den Standplatz rund um den Baum von Geäst und legen Sie zwei schräge Fluchtwege nach hinten seitlich ab.

Korrekte Verwendung der Kettensäge: Sichere Technik und stabiler Halt

Der sichere Umgang mit der Motorsäge erfordert Konzentration und eine saubere Handhabung. Beim Holzen im Forst verlangt das Gerät volle Aufmerksamkeit: Starten Sie die Kettensäge niemals frei aus der Hand heraus, sondern stellen Sie sie auf ebenen Boden und sichern Sie das Griffgehäuse mit dem rechten Fuss. Umgreifen Sie den vorderen Handgriff immer vollständig mit dem Daumen der linken Hand im sogenannten Griffkontakt. Stehen Sie beim Schneiden seitlich zur Führungsschiene und niemals direkt dahinter, damit Sie im Falle eines unerwarteten Rückschlags aus der Schnittlinie bleiben. Testen Sie vor dem Einsatz stets die Kettenbremse und legen Sie diese bei jedem Standortwechsel konsequent ein. Sägen Sie ausserdem nur mit voll durchgedrücktem Gashebel und vermeiden Sie das Schneiden mit der Schienenspitze, da dies die Hauptursache für gefährliche Rückschläge ist.

Fallkerb und Fällschnitt: Die richtige Fälltechnik im Bestand

Wer im Wald sicher Holz ernten möchte, muss die Fälltechnik beherrschen.

  • Fallkerb: Schneiden Sie zuerst ein Dachprofil aus dem Stamm, das genau in die gewünschte Fällrichtung zeigt. Die Kerbsohle sollte waagerecht verlaufen.
  • Fällschnitt: Setzen Sie den Fällschnitt etwas höher als die Sohle des Fallkerbs an.
  • Bruchleiste: Sägen Sie den Stamm niemals komplett durch. Es muss eine Bruchleiste stehen bleiben, die als Scharnier dient und den Baum sicher führt.

Holz unter Spannung: Gefahrloses Entasten und Ablängen am Boden

Liegendes Holz steht oft unter enormer Zug- oder Druckspannung, insbesondere bei Schräglage oder Astauflagen. Schneiden Sie immer zuerst die Druckseite ein, um ein Einklemmen der Sägeschiene zu verhindern. Danach durchtrennen Sie vorsichtig die Zugseite. So vermeiden Sie ein gefährliches Aufplatzen des Stammholzes. Wenn Sie im Bestand sturmfeste Buchen oder Fichten für Brennholz aufarbeiten und gezielt Holz ernten, schützt diese Schnittfolge vor unberechenbaren Stammbewegungen.

Brennholz richtig verarbeiten: Sägen und Spalten wie ein Profi

Ist das Stammholz im Forst aufgearbeitet und an den Lagerplatz transportiert, folgt das Aufbereiten zu handlichen Holzscheiten.

Stammholz auf Länge sägen: Sicheres Arbeiten mit Kettensäge und Wippsäge

Sägen Sie die Stämme mit der Kettensäge auf einem stabilen Sägebock auf die passenden Ofenlängen, meist dreissig oder fünfzig Zentimeter. Achten Sie auf festen Stand und führen Sie die Säge immer mit beiden Händen. Für grössere Mengen Brennholz bietet eine Wippsäge mit Schutzabdeckung eine schnelle und sichere Alternative.

Spalten mit Axt und Spalthammer: Die richtige Technik für kräfteschonendes Arbeiten

Verarbeiten Sie frisch geschlagenes Holz möglichst rasch, da es sich feucht deutlich leichter spalten lässt als ausgetrocknetes Holz.

  • Untergrund: Verwenden Sie einen breiten, schweren Hackklotz für rückenschonendes Arbeiten.
  • Haltung: Stehen Sie hüftbreit und führen Sie die Spaltaxt mit gestreckten Armen aus der Schulter nach unten.
  • Keile nutzen: Bei verdrehtem oder harzigem Holz erleichtern Drehspaltkeile aus Alu oder Kunststoff das Auftrennen dicker Stämme.

Einsatz von hydraulischen Holzspaltern: Sicherheitsregeln und Bedienung

Hydraulische Holzspalter erleichtern das Holzen bei grossen Mengen erheblich. Bedienen Sie das Gerät ausschliesslich allein, um Quetschungen an den Händen zu vermeiden. Eine moderne Zweihand-Sicherheitsbedienung stellt sicher, dass sich Ihre Hände während des Spaltvorgangs ausserhalb der Gefahrenzone befinden.

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Brennholz richtig lagern: Für optimale Trocknung und maximale Heizkraft

Nasses Holz brennt schlecht, qualmt stark und führt zu Verrussung im Kamin. Erst die richtige Lagerung macht das Scheitholz zu hochwertigem Brennstoff.

Der ideale Lagerplatz: Besonnung, Wind und Schutz vor Bodenfeuchte

Wählen Sie einen sonnigen und winddurchströmten Ort auf Ihrem Grundstück.

  • Bodenabstand: Lagern Sie das Holz niemals direkt auf dem nassen Erdreich. Paletten, Kantenhölzer oder Steine als Unterbau verhindern aufsteigende Feuchtigkeit.
  • Wandabstand: Halten Sie bei der Stapelung an einer Hauswand mindestens zehn Zentimeter Abstand, damit die Luft hinter dem Holzstoss zirkulieren kann.

Brennholz korrekt schichten: Stabilität und ausreichende Durchlüftung garantieren

Schichten Sie die Scheite mit der Rinde nach unten auf. Das beschleunigt die Trocknung über die Holzfasern. Kreuzstösse an den Enden des Holzstapels sorgen für die nötige Stabilität, damit der Stapel bei Wind nicht umkippt.

Abdecken und Trocknungszeit: Wie lange das Holz lagern muss

Schützen Sie die Oberseite des Stapels mit einem leicht schrägen Wellblech oder einer Abdeckplane vor Regen und Schnee. Die Seiten sollten offen bleiben, damit die Luft ungehindert hindurchstreichen kann. Je nach Holzart benötigt das Brennholz ein bis zwei Jahre Trocknungszeit, bis die Restfeuchte unter zwanzig Prozent sinkt. Wer regelmässig im eigenen Waldstück Holzen geht, legt sich am besten einen Dreijahresvorrat an.

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Fazit: Mit Sicherheit und System zum eigenen Brennholz 

Das Aufarbeiten von Brennholz erfordert Kraft, Übung und verlässliche Schutzausrüstung. Wer die grundlegenden Sicherheitsregeln beim Holzen beachtet, den Baum kontrolliert zu Boden bringt und das Scheitholz fachgerecht spaltet und lagert, wird mit hervorragendem Brennmaterial belohnt. In den LANDI Läden in Ihrer Region finden Sie eine grosse Auswahl an Schnittschutzbekleidung, Forstwerkzeugen, Äxten, Holzspaltern und Planen für Ihr nächstes Holzprojekt.

FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Thema “Holzen"

Beim Spalten sind Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe, eine gutsitzende Schutzbrille gegen fliegende Holzsplitter sowie robuste Arbeitshandschuhe zwingend erforderlich. Ein Gehörschutz ist bei der Arbeit mit elektrischen oder benzinbetriebenen Spaltern ratsam.

Die ideale Zeit zum Fällen liegt im Winter, zwischen November und Februar. In diesen Monaten ruht der Saftstrom in den Bäumen, wodurch das Holz einen geringeren Feuchtigkeitsgehalt aufweist und weniger schnell schimmelt.

Weichholz wie Fichte oder Tanne benötigt bei richtiger Lagerung etwa ein Jahr Trocknungszeit. Hartholz wie Buche, Esche oder Eiche sollte mindestens eineinhalb bis zwei Jahre lagern, bis der Feuchtigkeitsgehalt unter zwanzig Prozent liegt.

Decken Sie nur die Oberseite des Stapels mit einem Dach oder einer Plane ab. Die Seiten müssen zwingend offen bleiben, damit der Wind durch die Stösse streichen und die enthaltene Feuchtigkeit abtransportieren kann.