Der kühle Herbstwind streicht durch die Wipfel, und das Knistern des eigenen Schwedenofens bringt wohlige Wärme in die Stube. Doch bevor das Scheitholz gemütlich im Kamin brennt, wartet schwere körperliche Arbeit im Forst und auf dem Werkplatz. Viele Waldbesitzer, Landwirte und Heimwerker schätzen die schwere, aber erfüllende Arbeit im Schweizer Wald. Damit die Arbeit verletzungsfrei gelingt und das Brennholz die optimale Heizkraft erreicht, ist Umsicht unerlässlich. Wer richtig Holzen möchte, muss von der Fällung über das Spalten bis hin zur Aufschichtung auf Sicherheit und System setzen.
Die Arbeiten im Forst gehören zu den anspruchsvollsten Tätigkeiten in der Land- und Forstwirtschaft. Ungünstige Witterung, unwegsames Gelände und hohe Kräfte beim Umschlagen der Bäume bergen Risiken. Wer eigenhändig Holz ernten will, sollte deshalb niemals unüberlegt zur Kettensäge greifen. Eine strukturierte Planung der Arbeitsschritte, die Kontrolle des Werkzeugs und die Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften der Suva bilden das Fundament. Beim Holzen steht das eigene Wohl immer an erster Stelle.
Die Arbeit mit der Kettensäge birgt ein hohes Unfallrisiko. Deshalb stellt sich für viele Heimwerker und Selbstwerber die Frage, ob für das Holzen im Wald ein offizieller Kursnachweis gesetzlich vorgeschrieben ist. Die rechtlichen Vorgaben in der Schweiz unterscheiden sich je nach Einsatzort und Umfang der Arbeiten:
In einem mehrtägigen Grundkurs lernen Sie neben der Wartung der Motorsäge vor allem die korrekten Fälltechniken, das Entasten, die Beurteilung von Spannungen im Holz sowie das richtige Verhalten in Notfällen.
Offizielle Motorsägenkurse und Holzerkurse in der Schweiz können Sie unter anderem bei folgenden Organisationen und Anbietern buchen:
Zusätzlich bieten viele regionale Forstbetriebe, Waldwirtschaftsverbände der Kantone sowie landwirtschaftliche Bildungszentren regelmässig Praxiskurse für Privatholzer an. Fragen Sie bei Ihrem örtlichen Revierförster nach, welche Kurse in Ihrer Region anerkannt werden.
Schwere Werkzeuge und herabfallende Äste verzeihen keine Unachtsamkeit. Eine vollständige und geprüfte Schutzausrüstung ist daher Pflicht.
Die Schnittschutzhose ist das wichtigste Kleidungsstück bei allen Sägearbeiten. In die Hose eingewebte Fasern verfangen sich bei Berührung im Bruchteil einer Sekunde im Kettenrad der Säge und stoppen die Kette sofort. Ergänzt wird die Ausrüstung durch Schnittschutzstiefel mit Stahlkappe und griffiger Profilsohle, die auf feuchtem Waldboden oder Rutschhängen sicheren Halt geben.
Ein robuster Forsthelm schützt den Kopf vor herabfallenden Ästen. Das integrierte Visier bewahrt das Gesicht vor herumfliegenden Holzsplittern und Sägemehl. Der Gehörschutz dämpft den Lärm von Kettensägen oder Holzspaltern effektiv ab, um langfristige Gehörschäden zu vermeiden.
Beim Sägen auf dem Bock oder beim Spalten mit dem Keil fliegen feine Holzsplitter und Späne mit hoher Geschwindigkeit durch die Luft. Eine gutsitzende Schutzbrille schützt die Augen zuverlässig. Dicke Lederhandschuhe verhindern Blasen, schützen vor Spreisseln und sorgen für festen Griff an Axt und Stammstücken.
Das Einschlagen von Bäumen verlangt Fachwissen, Präzision und Konzentration.
Bevor der erste Schnitt ansteht, bestimmen Sie den Gefahrenbereich. Dieser entspricht mindestens der doppelten Baumlänge rund um den Stamm. Halten sich unbefugte Personen im Bereich auf, darf nicht gesägt werden. Säubern Sie den Standplatz rund um den Baum von Geäst und legen Sie zwei schräge Fluchtwege nach hinten seitlich ab.
Der sichere Umgang mit der Motorsäge erfordert Konzentration und eine saubere Handhabung. Beim Holzen im Forst verlangt das Gerät volle Aufmerksamkeit: Starten Sie die Kettensäge niemals frei aus der Hand heraus, sondern stellen Sie sie auf ebenen Boden und sichern Sie das Griffgehäuse mit dem rechten Fuss. Umgreifen Sie den vorderen Handgriff immer vollständig mit dem Daumen der linken Hand im sogenannten Griffkontakt. Stehen Sie beim Schneiden seitlich zur Führungsschiene und niemals direkt dahinter, damit Sie im Falle eines unerwarteten Rückschlags aus der Schnittlinie bleiben. Testen Sie vor dem Einsatz stets die Kettenbremse und legen Sie diese bei jedem Standortwechsel konsequent ein. Sägen Sie ausserdem nur mit voll durchgedrücktem Gashebel und vermeiden Sie das Schneiden mit der Schienenspitze, da dies die Hauptursache für gefährliche Rückschläge ist.
Wer im Wald sicher Holz ernten möchte, muss die Fälltechnik beherrschen.
Liegendes Holz steht oft unter enormer Zug- oder Druckspannung, insbesondere bei Schräglage oder Astauflagen. Schneiden Sie immer zuerst die Druckseite ein, um ein Einklemmen der Sägeschiene zu verhindern. Danach durchtrennen Sie vorsichtig die Zugseite. So vermeiden Sie ein gefährliches Aufplatzen des Stammholzes. Wenn Sie im Bestand sturmfeste Buchen oder Fichten für Brennholz aufarbeiten und gezielt Holz ernten, schützt diese Schnittfolge vor unberechenbaren Stammbewegungen.
Ist das Stammholz im Forst aufgearbeitet und an den Lagerplatz transportiert, folgt das Aufbereiten zu handlichen Holzscheiten.
Sägen Sie die Stämme mit der Kettensäge auf einem stabilen Sägebock auf die passenden Ofenlängen, meist dreissig oder fünfzig Zentimeter. Achten Sie auf festen Stand und führen Sie die Säge immer mit beiden Händen. Für grössere Mengen Brennholz bietet eine Wippsäge mit Schutzabdeckung eine schnelle und sichere Alternative.
Verarbeiten Sie frisch geschlagenes Holz möglichst rasch, da es sich feucht deutlich leichter spalten lässt als ausgetrocknetes Holz.
Hydraulische Holzspalter erleichtern das Holzen bei grossen Mengen erheblich. Bedienen Sie das Gerät ausschliesslich allein, um Quetschungen an den Händen zu vermeiden. Eine moderne Zweihand-Sicherheitsbedienung stellt sicher, dass sich Ihre Hände während des Spaltvorgangs ausserhalb der Gefahrenzone befinden.
Nasses Holz brennt schlecht, qualmt stark und führt zu Verrussung im Kamin. Erst die richtige Lagerung macht das Scheitholz zu hochwertigem Brennstoff.
Wählen Sie einen sonnigen und winddurchströmten Ort auf Ihrem Grundstück.
Schichten Sie die Scheite mit der Rinde nach unten auf. Das beschleunigt die Trocknung über die Holzfasern. Kreuzstösse an den Enden des Holzstapels sorgen für die nötige Stabilität, damit der Stapel bei Wind nicht umkippt.
Schützen Sie die Oberseite des Stapels mit einem leicht schrägen Wellblech oder einer Abdeckplane vor Regen und Schnee. Die Seiten sollten offen bleiben, damit die Luft ungehindert hindurchstreichen kann. Je nach Holzart benötigt das Brennholz ein bis zwei Jahre Trocknungszeit, bis die Restfeuchte unter zwanzig Prozent sinkt. Wer regelmässig im eigenen Waldstück Holzen geht, legt sich am besten einen Dreijahresvorrat an.
Das Aufarbeiten von Brennholz erfordert Kraft, Übung und verlässliche Schutzausrüstung. Wer die grundlegenden Sicherheitsregeln beim Holzen beachtet, den Baum kontrolliert zu Boden bringt und das Scheitholz fachgerecht spaltet und lagert, wird mit hervorragendem Brennmaterial belohnt. In den LANDI Läden in Ihrer Region finden Sie eine grosse Auswahl an Schnittschutzbekleidung, Forstwerkzeugen, Äxten, Holzspaltern und Planen für Ihr nächstes Holzprojekt.
Beim Spalten sind Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe, eine gutsitzende Schutzbrille gegen fliegende Holzsplitter sowie robuste Arbeitshandschuhe zwingend erforderlich. Ein Gehörschutz ist bei der Arbeit mit elektrischen oder benzinbetriebenen Spaltern ratsam.
Die ideale Zeit zum Fällen liegt im Winter, zwischen November und Februar. In diesen Monaten ruht der Saftstrom in den Bäumen, wodurch das Holz einen geringeren Feuchtigkeitsgehalt aufweist und weniger schnell schimmelt.
Weichholz wie Fichte oder Tanne benötigt bei richtiger Lagerung etwa ein Jahr Trocknungszeit. Hartholz wie Buche, Esche oder Eiche sollte mindestens eineinhalb bis zwei Jahre lagern, bis der Feuchtigkeitsgehalt unter zwanzig Prozent liegt.
Decken Sie nur die Oberseite des Stapels mit einem Dach oder einer Plane ab. Die Seiten müssen zwingend offen bleiben, damit der Wind durch die Stösse streichen und die enthaltene Feuchtigkeit abtransportieren kann.