Ein unachtsamer Moment beim Parkieren, eine Unachtsamkeit mit dem Einkaufswagen oder ein tiefhängender Ast am Strassenrand – schon ziert eine Schramme den Autolack. Solche Lackschäden sehen nicht nur unschön aus, sondern können unbehandelt zu Folgeschäden wie Rost führen. Doch nicht wegen jedem Kratzer müssen Sie sofort eine teure Werkstatt aufsuchen.
Ob feine Oberflächenschramme oder tieferer Kratzer: In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie den Schaden richtig diagnostizieren, welche Kratzer Sie selbst ausbessern können und wann ein Profi ran sollte.
Bevor Sie zu Politur oder Werkzeug greifen, müssen Sie die Tiefe des Schadens bestimmen. Moderner Autolack besteht in der Regel aus drei Schichten:
Um herauszufinden, welche Schicht beschädigt ist, hilft ein bewährter Test aus der Praxis.
LANDI Praxis-Tipp: Befeuchten Sie die beschädigte Stelle mit etwas Wasser und fahren Sie mit dem Fingernagel quer über den Kratzer. Gleitet der Nagel glatt über die Vertiefung und verschwindet die Schramme im nassen Zustand optisch kurzzeitig, ist nur der Klarlack betroffen – der Kratzer lässt sich mühelos wegpolieren. Bleibt der Fingernagel spürbar hängen oder ist bereits die weisse/graue Grundierung beziehungsweise das metallische Blech sichtbar, liegt ein tieferer Kratzer vor.

Ist nur die oberste Klarlackschicht beschädigt, lässt sich der Schaden meist in wenigen Minuten zu Hause entfernen.
Finden Sie geeignete Pflegemittel im LANDI Autopflege Sortiment.
Bei tieferen Lackschäden reicht eine Politur nicht aus. In diesem Fall muss die beschädigte Lackschicht gezielt ausgebessert werden.

Reicht der Kratzer bis auf den Farblack oder die Grundierung, genügt einfaches Polieren nicht mehr. Hier müssen Sie neue Farbe auftragen, um den Lack zu versiegeln.
Nutzen Sie ausschliesslich einen Lackstift, der exakt zum Farbcode Ihres Fahrzeugs passt. Den dreistelligen Code finden Sie auf einem Aufkleber oder Metallschild im Motorraum, an der Innenseite der Fahrertür oder im Serviceheft.
LANDI Praxis-Tipp: Nutzen Sie für schmale Kratzer nicht den breiten Pinsel aus der Lackstift-Kappe, sondern die feine Spitze eines Holz-Zahnstochers. Befeuchten Sie die Spitze ganz leicht mit Farbe und tupfen Sie die Schramme tröpfchenweise aus. Das verhindert unschöne Farbnasen und sorgt für ein gleichmässiges Ergebnis.
Nicht jedes vermeintliche Hausmittel eignet sich für empfindlichen Fahrzeuglack. Einige Tricks kaschieren einen Kratzer höchstens kurzfristig oder können die Oberfläche zusätzlich beeinträchtigen.
Im Internet kursieren zahlreiche Wundermittel gegen Lackkratzer. Doch halten Zahnpasta, WD-40 oder Nagellack wirklich, was sie versprechen?
Vorsicht! Zahnpasta enthält zwar Schleifkörper, diese sind jedoch für Zähne und nicht für empfindlichen Autolack entwickelt. Häufig sind die Partikel zu grob oder ungleichmässig, was den umliegenden Klarlack mattiert und verkratzt. Zudem fehlt das schützende Finish.
Keine Dauerlösung! WD-40 legt einen dünnen Ölfilm über die Stelle, wodurch der Kratzer optisch kurzzeitig verschwindet. Sobald der nächste Regen kommt oder das Auto gewaschen wird, wäscht sich das Öl ab – der Kratzer ist unverändert vorhanden.
Ungeeignet! Nagellack ist nicht UV- und witterungsbeständig. Bei Sommerhitze wirft er Blasen oder bröckelt rasch ab. Zudem lässt sich der Farbton kaum exakt treffen.
Wenn das Karosserieblech bereits frei liegt oder die Beschädigung eine grosse Fläche umfasst (z. B. Vandalismusschaden über die gesamte Tür), sollten Sie eine Fachwerkstatt aufsuchen.
Je tiefer und grossflächiger ein Lackschaden ist, desto wichtiger ist eine fachgerechte Beurteilung und Reparatur.
Kleine Schrammen im Autolack sind ärgerlich, lassen sich mit der richtigen Methode aber rasch und kostengünstig selber beheben. Mit dem einfachen Fingernagel-Test bestimmen Sie im Handumdrehen die Kratzertiefe. Oberflächliche Schäden polieren Sie einfach aus; bei tieferen Schrammen schützt ein Lackstift verlässlich vor Rost. Verlassen Sie sich dabei lieber auf geprüfte Pflegemittel statt auf zweifelhafte Hausmittel. Alles, was Sie für die wirksame Lackpflege und Ausbesserung benötigen, finden Sie in Ihrem LANDI Laden und Online-Shop.
Weitere Antworten zu häufigen Fragen rund um Lackkratzer finden Sie im nachfolgenden FAQ.
Auf öffentlichem Grund ist die Autoreinigung verboten. Auf dem eigenen Grundstück kommt es darauf an, welches Kanalisationssystem angeschlossen ist: Beim Mischsystem, dass das Abwasser zur Kläranlage führt, kann die Autowäsche erlaubt sein. Beim Trennsystem fliesst das Wasser direkt in die Natur – dann ist es verboten. Welches System bei Ihnen gilt, erfahren Sie beim Bauamt Ihrer Gemeinde. Rechtlich bedenkenlos ist die Reinigung in zugelassenen Waschanlagen und auf ausgewiesenen Waschplätzen.
Eine grobe Faustregel: Aussen alle zwei bis vier Wochen waschen, bei starker Verschmutzung (Winter, Reisen) öfter. Die Innenreinigung reicht in der Regel alle vier bis sechs Wochen, abhängig davon, wie intensiv das Fahrzeug genutzt wird. Wer Haustiere transportiert, wird häufiger staubsaugen und Tierhaare entfernen müssen.
Ja, ein Dampfreiniger eignet sich gut für die Auto-Innenreinigung: Er löst hartnäckigen Schmutz auf Polstern, Türverkleidungen und Kunststoffteilen, ohne aggressive Chemie. Auf dem Lack aussen ist Dampfreinigung aber nicht zu empfehlen, da die intensive Hitze und der Druck die Lackversiegelung beschädigen können. Für die Innenraumreinigung ist der Dampfreiniger hingegen eine gute Ergänzung zur klassischen Polsterreinigung.