Ein sauber verlegter Gartenweg oder ein gemütlicher Terrassensitzplatz verleihen dem Aussenbereich Struktur und laden zum Verweilen ein. Doch mit der Zeit setzen Witterung, Feuchtigkeit und herabfallendes Laub den Platten zu: Es bildet sich ein rutschiger Grünbelag aus Moos und Algen, während aus den Fugen unermüdlich Löwenzahn, Wegerich und Gräser spriessen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Gartenplatten materialschonend reinigen, welche umweltfreundlichen Methoden Unkraut in den Fugen wirksam beseitigen und welche strengen Gesetze in der Schweiz beim Thema Unkrautvernichtung gelten.
Bevor Sie zur Tat schreiten, ist ein Blick auf die gesetzlichen Bestimmungen in der Schweiz unerlässlich. Was viele nicht wissen: Die Verwendung chemischer oder vermeintlich natürlicher «Hausmittel» auf versiegelten Flächen ist strafbar.
Gemäss der Schweizer Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) und dem Gewässerschutzgesetz ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Herbiziden) sowie Hausmitteln wie Essigessenz, Essigreinigern und Kochsalz auf Wegen, Plätzen, Terrassen und Garageneinfahrten strikt verboten.
Die klassische Methode ist mühsamer, aber extrem gründlich und umweltschonend.
Das Abflämmen mit einem handlichen Gasbrenner ist besonders auf grossen Pflasterflächen und Gartenwegen eine enorme Zeitersparnis.
LANDI Praxis-Tipp: Abflämmen, nicht verbrennen! Halten Sie die Flamme des Abflammgeräts nur für 2 bis 3 Sekunden über das Unkraut. Die Pflanze muss nicht schwarz verkohlen. Durch die Hitzeeinwirkung gerinnt das pflanzliche Eiweiss in den Zellen und die Zellwände platzen auf. Die Pflanze vertrocknet innerhalb weniger Tage samt Wurzelwerk von selbst. Bei tief wurzelnden Kräutern wiederholen Sie den Vorgang nach 2 bis 3 Wochen.
Nachdem das Fugenunkraut entfernt ist, geht es an die Säuberung der Plattenoberfläche von Schmutz, Algen und Flechten.
Der Hochdruckreiniger ist das beliebteste Gerät für die Terrassenreinigung – bei falscher Anwendung kann er Gartenplatten jedoch nachhaltig schädigen.
LANDI Praxis-Tipp: Niemals mit dem harten Punktstrahl oder Dreckfräser direkt in die Fugen halten! Der scharfe Wasserstrahl spült das Fugenmaterial aus und raut die Oberfläche von Beton- und Natursteinplatten mikroskopisch auf. Auf der aufgerauten Struktur setzen sich Schmutz und Algen künftig doppelt so schnell fest. Nutzen Sie stattdessen immer einen rotierenden Terrassen-Flächenreiniger-Aufsatz. Er reinigt gleichmässig, spritzfrei und schont Material und Fugen.
Damit Sie sich die Arbeit in den nächsten Monaten sparen, versiegeln Sie die Fugen nach der Reinigung neu:
Spülen Sie die Fugen nach der Reinigung gründlich aus und lassen Sie die Platten vollständig abtrocknen. Fegen Sie anschliessend feuergetrocknetenQuarzsand oder unkrauthemmenden Fugensand mit einem weichen Besen diagonal in die Fugen ein. Der feine Sand füllt Hohlräume lückenlos auf und entzieht Unkrautsamen das Licht zum Keimen.
Für dauerhafte Ruhe sorgt ein kunstharzgebundener Pflasterfugenmörtel. Er wird nass eingeschlämmt, härtet wasserdurchlässig aus und verhindert jeglichen Unkrautdurchwuchs über viele Jahre.
Mit den richtigen mechanischen und thermischen Werkzeugen lassen sich Gartenplatten und Fugen rasch und dauerhaft von Unkraut und Moos befreien – ganz ohne Umweltgifte und im vollen Einklang mit dem Schweizer Gewässerschutz. Durch anschliessendes Einfegen von feinem Fugensand bleibt Ihr Gartenweg über viele Monate sauber und gepflegt. Alles für die wirksame Platten- und Fugenpflege – von leistungsstarken Hochdruckreinigern über Fugenbürsten bis hin zum hochwertigen Fugensand –, finden Sie in Ihrem LANDI Laden und Online-Shop.
Die nachhaltigste Methode ist die Kombination aus thermischer/mechanischer Entfernung (Abflammgerät oder Fugenkratzer) und dem anschliessenden, dichten Verfüllen der Fugen mit speziellem Fugensand oder Fugenmörtel.
Nein, keinesfalls. Essig, Essigreiniger, Salze und chemische Herbizide sind auf versiegelten Flächen in der ganzen Schweiz gesetzlich verboten, da sie über Oberflächenwasser in Kläranlagen und Gewässer gelangen.
Biologisch abbaubare Schmierseife oder Soda gelöst in warmem Wasser: Mit einer harten Bürste einarbeiten, 20 Minuten einwirken lassen und mit klarem Wasser abspülen.