Wenn Gartenplatten oder Platten auf der Terrasse mit den Jahren absacken, entstehen unschöne Fugen, Dellen und gefährliche Stolperfallen. Gerade nach feuchten Wintern oder starken Regenfällen zeigt sich oft: Einzelne Steine geben nach, beginnen zu kippeln oder Wasser sammelt sich in unerwünschten Vertiefungen. Die gute Nachricht: Sie müssen nicht gleich die gesamte Fläche neu verlegen. In den meisten Fällen lassen sich abgesunkene Gartenplatten mit den richtigen Handgriffen und passendem Material gezielt anheben, neu unterfüttern und wieder bündig ausrichten.
In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung erfahren Sie, worauf es beim Anheben ankommt, welches Bettungsmaterial für dauerhafte Stabilität sorgt und wie Sie erneutes Absacken wirksam verhindern.
Bevor Sie mit der Reparatur beginnen, lohnt sich ein Blick auf den Grund für das Nachgeben. Garten- und Terrassenplatten liegen im Aussenbereich meist auf einem mehrschichtigen Aufbau. Sacken einzelne Platten ab, liegt das fast immer an einer Veränderung im Untergrund:
Für die Ausbesserung einzelner Platten ist der Materialaufwand überschaubar. Das meiste Werkzeug finden Sie in Ihrer Werkstatt oder im Sortiment Ihres LANDI Ladens:
Mit der folgenden Vorgehensweise bringen Sie unebene Gartenwege und Terrassenbeläge im Handumdrehen wieder auf ein gleichmässiges Niveau.
Befreien Sie die Fugen rund um die abgesunkene Platte zunächst gründlich von Schmutz, Moos, Unkraut und altem Fugensand. Verwenden Sie dazu einen Fugenkratzer oder einen stabilen Schraubenzieher. Je sauberer die Fugen sind, desto leichter lässt sich die Platte greifen und nach oben herausheben.
Setzen Sie anschliessend einen Plattenheber an. Falls Sie kein Spezialwerkzeug zur Hand haben, können Sie zwei flache Kellen nutzen.
LANDI Praxis-Tipp: Setzen Sie zwei Kellen oder breite Spachtel an gegenüberliegenden Seiten der Platte in die gereinigte Fuge. Hebeln Sie die Platte gleichmässig mit beiden Händen nach oben. Das verhindert, dass die empfindlichen Kanten von Beton- oder Natursteinplatten absplittern oder Nachbarsteine beschädigt werden.
Nehmen Sie die herausgehobene Platte zur Seite und untersuchen Sie das freiliegende Splittbett.
Füllen Sie nun frischen Pflastersplitt in die Vertiefung ein.
LANDI Praxis-Tipp: Verwenden Sie für das Bettungsmaterial stets scharfkantigen Edelsplitt (Körnung 2 bis 5 mm) statt rundkörnigem Sand. Die gebrochenen Steinchen verzahnen sich unter Druck optimal miteinander, bieten Ameisen keinen Lebensraum und lassen sich vom Regenwasser nicht auswaschen.
Verteilen Sie den Splitt gleichmässig mit der Maurerkelle. Ziehen Sie das Splittbett mit einem kleinen Holzbrettchen so ab, dass die Oberfläche etwa 5 bis 10 mm höher liegt als das gewünschte Endniveau. Dieser Überstand ist wichtig, da sich das Splittbett beim anschliessenden Einklopfen der Platte noch verdichtet.
Setzen Sie die gesäuberte Gartenplatte wieder exakt in das Verlegemuster ein. Achten Sie darauf, gleichmässige Fugenabstände (rund 3 bis 5 mm) zu den umliegenden Steinen einzuhalten.
Klopfen Sie die Platte anschliessend mit dem Gummihammer von innen nach aussen vorsichtig fest. Kontrollieren Sie die Höhe mit einer Wasserwaage oder einem Richtscheit in Längs- und Querrichtung: – Die Platte muss bündig mit den Nachbarplatten abschliessen.
Sobald alle Steine eben und fest liegen, werden die Fugen neu verfüllt. Streuen Sie dazu feinen, trockenen Fugensand (Körnung 0 bis 2 mm) grosszügig über die reparierte Fläche.
Damit Ihr Gartenweg oder die Terrassenfläche nach der Reparatur über viele Jahre stabil bleibt, sollten Sie folgende Punkte beachten:
Abgesunkene Gartenplatten müssen nicht zur Grossbaustelle werden. Mit gezieltem punktuellem Anheben, frischem Pflastersplitt und einer sauberen Nachverfugung stellen Sie die Trittsicherheit und das gepflegte Erscheinungsbild Ihrer Gartenwege im Nu wieder her. Das spart nicht nur viel Zeit und Geld im Vergleich zu einer kompletten Neuverlegung, sondern schützt die umliegenden Platten vor Folgeschäden.
Achten Sie beim Ausbessern vor allem auf einen scharfkantigen Edelsplitt und feste Randabschlüsse – so bleibt Ihr Gartenbelag über viele Jahre hinweg eben, belastbar und frei von Stolperfallen.
Ja, einzelne abgesackte Platten lassen sich problemlos punktuell anheben und reparieren. Wenn jedoch grossflächig Dellen auftreten oder die gesamte Fläche zur Seite wegrutscht, liegt das meist an einem mangelhaften Unterbau oder fehlenden Randabschlüssen. In solchen Fällen ist eine umfassende Neunivellierung der Tragschicht ratsam. Scharfkantiger Pflastersplitt (Körnung 2 bis 5 mm) ist einfachem Sand deutlich überlegen. Er bietet eine hervorragende Wasserdurchlässigkeit, verkrallt sich stabil unter Belastung und wird von Ameisen nicht untergraben. Sand neigt bei Starkregen dazu, ausgewaschen zu werden. Damit Oberflächenwasser zügig vom Haus und von den Gehflächen wegleitet wird, empfiehlt sich ein durchgehendes Gefälle von 1,5 bis 2 Prozent (entspricht 1,5 bis 2 cm Gefälle pro Meter Weglänge).FAQ - Häufige Fragen zu "abgesunkenen Platten"
Kann man einzelne Platten anheben, ohne die ganze Fläche aufzureissen?
Sand oder Splitt: Was eignet sich besser zum Unterfüttern?
Wie gross sollte das Gefälle bei Gartenwegen und Terrassen sein?