Eine scharfe Sägekette ist das A und O für sicheres, kraftschonendes und präzises Arbeiten mit der Motorsäge. Wenn die Kettensäge jedoch nur noch mühsam durch das Holz gleitet oder feines Sägemehl statt grober Späne erzeugt, ist es Zeit für einen Nachschliff. Viele Gartenbesitzer und Holzverarbeiter bringen ihre Kette dafür zum Fachmann – dabei lässt sich eine Kettensäge mit dem passenden Schärfwerkzeug und etwas Übung mühelos selber schärfen.
In dieser Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Sägekette von Hand mit der Rundfeile nachschärfen, den Tiefenbegrenzer korrekt einstellen und woran Sie erkennen, wann sich das Schärfen nicht mehr lohnt und eine neue Ersatzkette fällig wird.
Um Verschleiss am Motor und an der Führungsschiene zu minimieren, sollten Sie nicht warten, bis die Sägekette vollkommen stumpf ist. Achten Sie bei der Holzarbeit auf folgende Warnsignale:
Für das manuelle Schärfen der Sägekette benötigen Sie spezielles Werkzeug. Gewöhnliche Werkstattfeilen sind ungeeignet, da sie einen anderen Hieb aufweisen und das gehärtete Metall der Zähne beschädigen können.
In Ihrem LANDI Laden finden Sie die passenden Werkzeuge im Bereich Forst- und Gartenzubehör:
Nehmen Sie sich für die ersten Schärfvorgänge ausreichend Zeit und arbeiten Sie stets mit festen Lederhandschuhen, um Schnittverletzungen an den scharfen Kanten zu vermeiden.
Schalten Sie den Motor komplett ab (bei Akkusägen den Akku entnehmen). Klemmen Sie die Führungsschiene der Kettensäge in einen Schraubstock oder mobilen Feilbock ein, sodass Kette und Schiene frei zugänglich sind. Spannen Sie die Kette etwas straffer als im normalen Sägebetrieb – so kippt der Zahn beim Feilen nicht zur Seite weg. Lösen Sie die Kettenbremse, damit sich die Kette von Hand durchziehen lässt.
Suchen Sie den kürzesten Schneidezahn der gesamten Kette. Dieser Zahn dient als Referenz («Richtzahn») für alle anderen Zähne.
LANDI Praxis-Tipp: Markieren Sie das Dach des Richtzahns mit einem gut sichtbaren Filzstift. So erkennen Sie sofort, wo Sie mit dem Schärfen begonnen haben, und verhindern, dass Sie einzelne Zähne doppelt bearbeiten oder übersehen.
Setzen Sie die passende Rundfeile von innen nach aussen an die Schneidkante des Richtzahns an:
LANDI Praxis-Tipp: Zählen Sie die Feilenstriche am Richtzahn (meist genügen drei bis vier Züge). Wenden Sie bei allen folgenden Zähnen exakt dieselbe Anzahl Feilenstriche mit gleichem Druck an. So stellen Sie sicher, dass alle Schneidezähne dieselbe Länge behalten und die Säge später perfekt geradeaus schneidet.
Feilen Sie zunächst alle Zähne einer Richtung (z. B. alle nach rechts zeigenden Zähne). Ziehen Sie die Kette dazu schrittweise weiter.
Wenden Sie die Motorsäge im Schraubstock um 180 Grad oder wechseln Sie die Standposition. Schärfen Sie nun alle Schneidezähne der entgegengesetzten Reihe nach demselben Prinzip auf die Länge des Richtzahns.
Vor jedem Schneidezahn sitzt eine kleine Metallnase – der Tiefenbegrenzer. Er bestimmt, wie tief der Zahn in das Holz greift. Da das Zahndach beim Schärfen nach hinten kürzer und flacher wird, wandert der Tiefenbegrenzer relativ gesehen nach oben.
Auch die langlebigste Sägekette erreicht irgendwann das Ende ihrer Lebensdauer. In folgenden Situationen sollten Sie die Kette nicht mehr nachfeilen, sondern durch eine neue Ersatzkette ersetzen:
Im Sortiment der LANDI Läden finden Sie eine grosse Auswahl an passgenauen Ersatzketten namhafter Hersteller für gängige Motorsägen aller Leistungsklassen. Bringen Sie im Zweifelsfall Ihre alte Kette oder die Kennzeichnung auf der Führungsschiene mit – unsere Fachberatung vor Ort hilft Ihnen gerne, die exakte Kettenteilung, Treibgliedstärke und Treibgliederanzahl zu ermitteln.
Eine Kettensäge selber zu schärfen ist keine Hexerei. Wer die Kette nicht erst nachschärft, wenn sie vollkommen stumpf ist, sondern bei jedem zweiten bis dritten Tankstopp mit wenigen Feilenstrichen kurz nachzieht, spart viel Zeit, Kraftstoff und Kraft beim Sägen.
Mit dem passenden Feilenset, der richtigen Rundfeile für Ihre Kettenteilung und einer sauberen Tiefenbegrenzerlehre erhalten Sie die Schnittleistung Ihrer Motorsäge dauerhaft auf Profi-Niveau. Und sollte die Kette einmal ihre Verschleissgrenze erreicht haben, sorgt eine frische Ersatzkette aus dem LANDI Laden für einen sicheren und sauberen Neustart bei der Holzarbeit.
Als Faustregel gilt: Lieber oft und kurz als selten und aufwendig. Bei normaler Brennholzarbeit empfiehlt es sich, die Zähne bei jedem zweiten bis dritten Auftanken mit zwei bis drei leichten Feilenstrichen nachzuschärfen. Nach Boden- oder Steinkontakt ist ein sofortiger Nachschliff erforderlich.
Der Standardschärfwinkel für die meisten Halb- und Vollmeisselketten beträgt 30 Grad zur Führungsschiene bei waagerechter Feilenführung (90 Grad zur Schiene). Bei Längsschnitt- oder Spezialsägeketten können abweichende Winkel (z. B. 10 oder 25 Grad) vorgegeben sein.
Ein schiefer Schnitt entsteht fast immer durch ungleich lange Schneidezähne oder ungleichmässig abgetragene Tiefenbegrenzer. Wurde eine Seite mit mehr Feilenstrichen oder höherem Druck bearbeitet, greift diese Seite aggressiver ins Holz. Durch Angleichen aller Zähne an den kürzesten Richtzahn lässt sich das Problem beheben.