Sie stehen an der Tankstelle, der Kompressor hängt bereit, und auf einmal sind Sie unsicher: Welcher Wert steht eigentlich auf dem Aufkleber in der Fahrertür, und stimmt der überhaupt noch, wenn das Auto voll beladen in die Ferien fährt? Genau mit solchen Situationen haben viele Autofahrerinnen und Autofahrer in der Schweiz zu kämpfen. Dabei ist die Einstellung des richtigen Reifendrucks beim Auto eine der einfachsten Massnahmen, um Sicherheit, Komfort und Kosten im Griff zu behalten. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie den passenden Reifendruck bestimmen, korrekt messen und bei Bedarf anpassen.
Bevor wir ins Detail gehen, hier die zentralen Schritte für den richtigen Reifendruck beim Auto zusammengefasst:
Ob Fahrt zur Arbeit, Ausflug in die Berge oder Ferienreise mit vollgepacktem Kofferraum: Der Reifendruck beim Auto beeinflusst massgeblich, wie sicher und wirtschaftlich Sie unterwegs sind. Viele Autofahrerinnen und Autofahrer in der Schweiz kontrollieren den Luftdruck im Reifen jedoch nur, wenn die Warnleuchte im Cockpit aufleuchtet oder ein Reifen sichtbar weich wirkt. Dabei lohnt sich eine regelmässige Kontrolle in jedem Fall, denn schon geringe Abweichungen vom empfohlenen Wert wirken sich auf Fahrverhalten, Verschleiss und Treibstoffverbrauch aus. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, worauf es beim Reifendruck ankommt und wie Sie in wenigen Minuten selbst für optimale Werte sorgen.
Der Reifen ist die einzige Verbindung zwischen Fahrzeug und Fahrbahn. Über die Aufstandsfläche wird die gesamte Kraft übertragen, die für Beschleunigung, Lenkung und Bremsung nötig ist. Stimmt der Reifendruck nicht, verändert sich diese Aufstandsfläche, und damit verändern sich auch Grip, Bremsweg und Fahrkomfort spürbar.
Ein korrekter Reifendruck sorgt dafür, dass sich die Lauffläche gleichmässig abnutzt, der Rollwiderstand möglichst gering bleibt und das Fahrzeug berechenbar auf Lenkbewegungen reagiert. Da Fahrzeugmodelle unterschiedliche Anforderungen an Gewicht, Reifengrösse und Fahrwerk haben, gibt jeder Fahrzeughersteller einen spezifischen Wert je Fahrzeugtyp vor. Wer diesen Wert kennt und regelmässig kontrolliert, reduziert nicht nur das Unfallrisiko, sondern spart auch bares Geld beim Treibstoffverbrauch und verlängert die Lebensdauer der Autoreifen.
Der korrekte Reifendruck ist kein einheitlicher Wert, sondern hängt vom jeweiligen Fahrzeug, der Beladung und teilweise auch von der Reifengrösse ab. Die zuverlässigste Quelle ist die Reifendrucktabelle des Herstellers, die Sie an einer der folgenden Stellen finden:
Achten Sie darauf, ob unterschiedliche Werte für Sommerreifen und Winterreifen sowie für unterschiedliche Reifengrössen angegeben sind. Bei voller Beladung oder wenn Sie einen Anhänger ziehen, ist meist ein höherer Reifendruck vorgesehen, da mehr Gewicht auf den Autoreifen lastet.
Für das Messen des Reifendrucks benötigen Sie ein einfaches Messgerät, das an vielen Tankstellen, in Werkstätten oder auch im eigenen Haushalt griffbereit sein sollte. So gehen Sie vor:
Wichtig ist, dass Sie den Reifendruck an kalten Reifen prüfen, also bevor Sie eine längere Strecke gefahren sind. Durch die Fahrt erwärmt sich die Luft im Reifen und der gemessene Wert steigt künstlich an, wodurch das Ergebnis verfälscht wird.
So passen Sie den Druck korrekt an:
Folgen von falschem Reifendruck beim Auto
Ein falscher Reifendruck bleibt selten ohne Folgen, auch wenn die Abweichung im Alltag oft kaum spürbar ist:
Seit einigen Jahren sind Neuwagen in der Schweiz und in der gesamten EU serienmässig mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgestattet, kurz RDKS. Dieses System überwacht mithilfe von Sensoren im Reifen oder über die Raddrehzahl den aktuellen Reifendruck und warnt im Cockpit, sobald ein Reifen deutlich vom Sollwert abweicht.
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen direkten Systemen, die über echte Sensoren im Reifen den Druck messen, und indirekten Systemen, die Druckverluste anhand der Raddrehzahl berechnen. Direkte Reifendruckkontrollsysteme liefern in der Regel genauere Werte, sind dafür aber aufwendiger in Wartung und Reifenwechsel, da die Sensoren bei jedem Reifenwechsel berücksichtigt werden müssen. Auch wenn ein RDKS eine wertvolle Unterstützung ist, ersetzt es die manuelle Kontrolle nicht vollständig, da kleinere Abweichungen mitunter erst spät oder gar nicht angezeigt werden.
Beim Umgang mit Reifendruck und Kompressoren gibt es einige Punkte, die Sie aus Sicherheitsgründen beachten sollten:
Ein paar einfache Gewohnheiten helfen dabei, den Reifendruck beim Auto dauerhaft im grünen Bereich zu halten:
In der Praxis schleichen sich immer wieder dieselben Fehler ein:
Der richtige Reifendruck ist eine kleine Massnahme mit grosser Wirkung: Er beeinflusst Fahrsicherheit, Bremsweg, Fahrkomfort und Treibstoffverbrauch gleichermassen. Wer den Sollwert aus der Bedienungsanleitung oder dem Aufkleber an der Fahrertür kennt, regelmässig an kalten Reifen misst und bei Bedarf mit einem Kompressor nachjustiert, ist auf der sicheren Seite. Auch wenn ein modernes Reifendruckkontrollsystem eine praktische Unterstützung bietet, lohnt sich die manuelle Kontrolle nach wie vor, besonders vor dem saisonalen Wechsel zwischen Sommerreifen und Winterreifen oder vor längeren Fahrten mit voller Beladung. In den LANDI-Läden finden Sie passende Kompressoren für die Kontrolle zu Hause sowie weiteres Zubehör rund um Auto und Fahrzeugpflege.
Als grobe Orientierung gilt: Eine Abweichung von rund 0,2 bar vom empfohlenen Sollwert lässt sich meist noch tolerieren, sollte aber bei der nächsten Gelegenheit korrigiert werden. Grössere Abweichungen wirken sich bereits spürbar auf Fahrverhalten, Verschleiss und Bremsweg aus und sollten zeitnah angepasst werden. Massgeblich ist immer der Wert aus der Reifendrucktabelle des jeweiligen Fahrzeugtyps. Das ist unterschiedlich geregelt. Viele Tankstellen in der Schweiz bieten einen Kompressor zur Selbstbedienung an, wobei die Nutzung teils kostenlos und teils kostenpflichtig ist. Es lohnt sich, kurz zu prüfen, ob ein Hinweis auf Kosten oder eine Zeitbegrenzung angebracht ist, bevor Sie den Reifendruck messen und anpassen. Ja, häufig ist das der Fall. Elektrofahrzeuge sind durch die Batterie in der Regel schwerer als vergleichbare Verbrenner, weshalb Reifenhersteller und Fahrzeughersteller oft einen etwas höheren Reifendruck vorschreiben. Massgeblich ist auch hier ausschliesslich die spezifische Reifendrucktabelle aus der Bedienungsanleitung oder dem Aufkleber an der Fahrertür des jeweiligen Fahrzeugtyps. FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema "Reifendruck beim Auto"
Wie viel Unterschied beim Reifendruck ist noch unbedenklich, bevor ich handeln muss?
Darf ich meinen Reifendruck an jeder Tankstelle kostenlos prüfen?
Muss ich bei Elektroautos einen anderen Reifendruck beachten als bei Verbrennern?