Einen Baum zu pflanzen ist eine der lohnendsten Investitionen in den eigenen Garten. Ob als natürlicher Schattenspender an heissen Sommertagen, als markanter Hausbaum, als wertvoller Lebensraum für Vögel und Insekten oder als ertragreicher Obstbaum: Bäume prägen das Bild eines Grundstücks über Generationen hinweg. Damit das junge Gehölz rasch anwächst und sich zu einem vitalen, sturmfesten Baum entwickelt, kommt es auf die richtige Standortwahl, die passende Pflanztechnik und eine sorgfältige Anwachspflege an. In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Bäume fachgerecht einpflanzen, welche Pflanzzeitpunkte ideal sind und worauf Sie in Schweizer Gärten achten sollten.
In der Schweiz regeln das Zivilgesetzbuch (ZGB) sowie vor allem das kantonale Nachbarrecht und die kommunalen Bauordnungen, wie nah Bäume an die Grundstücksgrenze gepflanzt werden dürfen. Die Mindestabstände orientieren sich an der Wuchshöhe und der Baumart:
Informieren Sie sich vor dem Pflanzen bei Ihrer Gemeinde über die exakten kantonalen Bestimmungen, um späteren Nachbarschaftsstreitigkeiten vorzubeugen.
Grundsätzlich gilt der Spätherbst (von Oktober bis zum ersten Frost) als beste Pflanzzeit für die meisten Baumarten in der Schweiz. Der Boden speichert die Restwärme des Sommers, während herbstliche Niederschläge für ausreichende Feuchtigkeit sorgen. Der Baum verdunstet ohne Laub kaum Wasser und kann bis zum Wintereinbruch feine Haarwurzeln bilden. Im Frühjahr startet das Gehölz mit einem deutlichen Wachstumsvorsprung.
Eine Frühjahrspflanzung (März bis April) empfiehlt sich vor allem für frostempfindliche Baumarten (z. B. Magnolien, Feigen oder bestimmte Nadelgehölze). Pflanzen Sie im Frühjahr, müssen Sie den Baum in den trockenen Sommermonaten allerdings besonders intensiv giessen.
Im Gartenfachhandel werden Bäume in drei unterschiedlichen Qualitäten angeboten. Jede Form hat ihre spezifischen Eigenschaften:
Angebotsform | Vorteile | Nachteile / Grenzen | Pflanzzeit |
Wurzelnackte Bäume | Sehr preiswert, geringes Transportgewicht, bildet rasch feine Verzweigungen | Wurzeln trocknen an der Luft extrem schnell aus, Pflanzung muss sofort nach Kauf erfolgen | Nur in der Vegetationsruhe (Spätherbst / Vorfrühling) |
Ballenware
| Wurzelraum bleibt weitgehend intakt, kräftige Jungbäume, gut eingewurzelt | Schwerer Ballen, Ballentuch muss sorgfältig geöffnet werden, Erddrahtgeflecht kann stören | Oktober bis April (ausser bei Bodenfrost) |
Containerpflanzen (im Topf) | Höchste Anwachssicherheit, flexibles Pflanzen fast das ganze Jahr über möglich | Höherer Anschaffungspreis, Wurzeln neigen im Topf zu Drehwuchs und müssen aufgerissen werden | Nahezu ganzjährig (frostfreier Boden vorausgesetzt) |
Mit der richtigen Technik gelingt das Einsetzen mühelos und der Baum steht von Beginn an stabil.
Legen Sie vor Arbeitsbeginn einen robusten Spaten, eine Grabgabel, feste Holzpfähle, Baumband oder Kokosstrick, einen Vorschlaghammer, Pflanzerde, reifen Kompost und reichlich Wasser bereit.
Heben Sie das Pflanzloch mindestens doppelt so breit und anderthalbmal so tief wie den Wurzelballen aus. Lockern Sie die Sohle der Grube mit der Grabgabel spatentief auf. Mischen Sie den Erdaushub im Verhältnis 2:1 mit reifem Kompost oder frischer Pflanzerde.
Schlagen Sie den Stützpfahl in den unberührten Grund der Grube ein, bevor Sie den Baum platzieren. So verhindern Sie, dass der Pfahl die empfindlichen Wurzeln verletzt. Platzieren Sie den Pfahl auf der Hauptwindseite (in der Schweiz meist westlich), damit der Wind den Baumstamm vom Pfahl weggedrückt und die Rinde nicht scheuert.
Wässern Sie den Wurzelballen vor dem Einsetzen ausgiebig in einem Wasserbad. Setzen Sie den Baum gerade in die Grube. Der Wurzelhals bzw. die Oberkante des Ballens muss ebenerdig mit dem umliegenden Gartenboden abschliessen. Ein zu tief gesetzter Baum leidet unter Sauerstoffmangel an den Wurzeln.
Füllen Sie die vorbereitete Erdmischung schrittweise ein. Rütteln Sie den Stamm zwischendurch sanft, damit die Erde in sämtliche Hohlräume zwischen den Wurzeln gelangt. Treten Sie das Erdreich mit den Füssen vorsichtig, aber mit gleichmässigem Druck fest.
Formen Sie aus der restlichen Erde einen etwa zehn Zentimeter hohen Wall rund um die Pflanzgrube. Dieser Giessrand verhindert, dass Giesswasser oberflächlich abläuft. Füllen Sie die Mulde anschliessend mit zwei bis drei grossen Giesskannen Wasser vollständig auf (Einschlämmen), um den optimalen Bodenschluss herzustellen.
Verbinden Sie den Stamm rund zehn Zentimeter unterhalb des Kronenansatzes mit dem Stützpfahl. Legen Sie das Baumband in Form einer Achterschlaufe um Pfahl und Stamm. Die Achterform polstert den Zwischenraum und verhindert das Aneinanderschlagen bei Sturm.
LANDI Praxis-Tipp: Bei schweren, verdichteten Lehmböden wirkt die ausgehobene Pflanzgrube oft wie eine wasserundurchlässige Wanne. Füllen Sie deshalb auf die aufgelockerte Grubensohle eine fünf bis zehn Zentimeter dicke Schicht Rundkies oder Blähton als Drainage ein. So kann überschüssiges Regenwasser versickern und die Wurzeln sind zuverlässig vor Fäulnis geschützt.
Ein frisch gepflanzter Baum benötigt in den ersten beiden Standjahren regelmässige Unterstützung:
LANDI Praxis-Tipp: Nach einigen Wochen setzt sich die Erde in der Pflanzgrube naturgemäss um einige Zentimeter. Kontrollieren Sie die Baumbindung im ersten Frühjahr und lockern oder erneuern Sie die Achterschlaufe bei Bedarf, damit das Band nicht in die dicker werdende Rinde einwächst.
Einen eigenen Baum zu pflanzen bereichert jeden Garten nachhaltig. Mit der sorgfältigen Auswahl der Baumart, einer gut vorbereiteten Pflanzgrube, einer stabilen Pfahlverankerung und dem kräftigen Einschlämmen schaffen Sie die idealen Voraussetzungen für gesundes Wachstum. Alles, was Sie für Ihr Baumpflanzprojekt benötigen – von stabilen Holzpfählen über hochwertige Erden bis zu professionellen Spaten –, finden Sie in Ihrem regionalen LANDI Laden und im Online-Shop.
Für begrenzte Platzverhältnisse sind kleinbleibende Baumarten mit kompakter Krone ideal. Dazu zählen beispielsweise der Feldahorn 'Nanum', die Kugelakazie, die Kupfer-Felsenbirne oder Zierapfelbäume. Im ersten Frühjahr und Sommer nach der Pflanzung sollte der Baum bei ausbleibendem Regen alle sieben bis zehn Tage ausgiebig mit mehreren Giesskannen gewässert werden. In der Regel hat der Baum nach zwei bis drei Vegetationsperioden ausreichend feste Haltewurzeln gebildet. Nach diesem Zeitraum kann der Stützpfahl vorsichtig entfernt werden.FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Thema "Bäume pflanzen"
Welcher Baum eignet sich für kleine Schweizer Hausgärten?
Wie oft muss ein frisch gepflanzter Baum gegossen werden?
Wann kann der Stützpfahl entfernt werden?