Richtig heizen: So sparen Sie Energie, Geld und schonen die Umwelt

Im Herbst stellt sich in vielen Schweizer Haushalten wieder dieselbe Frage: Wann lohnt es sich, die Heizung einzuschalten, und wie heizt man eigentlich richtig? Wer heizen will, ohne unnötig Energie zu verschwenden, kommt an ein paar einfachen Grundregeln nicht vorbei. Richtig heizen bedeutet mehr, als einfach den Thermostat aufzudrehen: Es geht um die passende Raumtemperatur, das richtige Heizsystem, ein gutes Lüftungsverhalten und eine Heizungsanlage, die zum Haus passt. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, worauf es beim Heizen ankommt – praktisch, verständlich und auf die Schweiz zugeschnitten.

Inhaltsübersicht

  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Einführung
  3. Warum richtiges Heizen wichtig ist
  4. Heizsysteme im Überblick
  5. Die richtige Raumtemperatur
  6. Heizkörper richtig einstellen und pflegen
  7. Richtig lüften beim Heizen
  8. Haus und Wohnung besser dämmen
  9. Nachhaltigkeit beim Heizen
  10. Rechtliches beim Heizen in der Schweiz
  11. Tipps
  12. Häufige Fehler
  13. Fazit
  14. FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema “Heizen”

Das Wichtigste in Kürze

  • Raumtemperatur: 20 bis 21 Grad im Wohnzimmer genügen für ein angenehmes Raumklima, jedes Grad weniger spart spürbar Heizkosten.
  • Heizsystem: Wärmepumpen, Fernwärme, Pelletheizungen und Solarthermie gelten als besonders erneuerbare Heizsysteme, während Gasheizungen zunehmend ersetzt werden.
  • Lüften: Kurzes, kräftiges Stosslüften mehrmals täglich statt gekippter Fenster verhindert Schimmelbildung und hält die Luftqualität hoch.
  • Heizkörper: Regelmässiges Entlüften und freie Heizkörper sorgen für eine gleichmässige Wärmeabgabe.
  • Förderung: Für den Ersatz einer fossilen Heizung durch eine Wärmepumpenheizung oder andere erneuerbare Heizsysteme gibt es in vielen Kantonen eine Förderung.

Einführung

Ob Einfamilienhaus, Mietwohnung oder Ferienhaus im Bergdorf: Heizen gehört in der Schweiz zum Alltag, sobald die Temperaturen sinken. Gleichzeitig macht die Heizung in vielen Haushalten den grössten Teil des Energieverbrauchs aus. Wer effizient heizen möchte, kann mit kleinen Anpassungen viel bewirken – ohne auf Komfort zu verzichten. Dieser Artikel begleitet Sie durch die wichtigsten Themen rund ums Heizen: von der Wahl des passenden Heizsystems über die richtige Raumtemperatur bis zu Tipps für die Übergangszeit im Frühling und Herbst.

Warum richtiges Heizen wichtig ist

Wer richtig heizen will, tut das nicht nur für den eigenen Geldbeutel. Ein bewusster Umgang mit Heizenergie wirkt sich gleich auf mehrere Bereiche aus:

  • Heizkosten: Ein tieferer Energieverbrauch senkt die jährliche Heizkostenrechnung spürbar, besonders bei steigenden Energiekosten.
  • Gesundheit: Eine zu tiefe oder zu hohe Raumtemperatur sowie falsches Lüften begünstigen Schimmelbildung und belasten die Atemwege.
  • Umwelt: Wer auf erneuerbare Energien setzt, reduziert den Verbrauch von fossilen Brennstoffen und damit den CO₂‑Ausstoss.
  • Werterhalt: Eine gut gewartete Heizungsanlage hält länger und spart mittelfristig Reparaturkosten.

Richtiges Heizen ist also kein Luxusthema, sondern lohnt sich für Haushalt, Gesundheit und Klima gleichermassen.

Heizsysteme im Überblick

In Schweizer Haushalten kommen verschiedene Heizsysteme zum Einsatz, die sich in Kosten, Komfort und Umweltbilanz deutlich unterscheiden.

  • Wärmepumpe: Die Wärmepumpenheizung nutzt Umgebungswärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und gilt heute als Standardlösung für Neubauten und viele Sanierungen.
  • Fernwärme: In Städten und grösseren Gemeinden liefert Fernwärme Heizwärme aus zentralen Anlagen, oft aus Abwärme von Kehrichtverwertungsanlagen.
  • Pelletheizung: Eine Pelletheizung verbrennt gepresstes Holz und gilt als vergleichsweise klimafreundliche Wärmequelle, sofern das Holz aus der Region stammt.
  • Solarthermie: Sonnenenergie lässt sich über Kollektoren auf dem Dach direkt zur Warmwasseraufbereitung und teilweise zur Unterstützung der Heizung nutzen.
  • Gasheizung: Gasheizungen zählen weiterhin zu den fossilen Heizsystemen und werden in vielen Kantonen beim Ersatz zunehmend durch erneuerbare Heizsysteme abgelöst.

Wer sich für ein neues Heizsystem entscheidet, sollte neben den Anschaffungskosten auch den künftigen Energieverbrauch, mögliche Förderungen und die Lebensdauer der Anlage im Blick behalten.

Heizgeräte

Neben den fest installierten Heizsystemen gibt es eine Reihe von Heizgeräten, die einzelne Räume ergänzend oder vorübergehend beheizen – etwa im Homeoffice, in der Werkstatt oder im Gartenhaus. Auch hier lohnt sich ein Blick auf Energieverbrauch und Einsatzzweck:

  • Gasheizgeräte: Mobile Gasheizgeräte eignen sich vor allem für kurzzeitiges Heizen im Freien oder in gut belüfteten Räumen, etwa auf der Terrasse oder im Wintergarten, sollten aber wegen der Abgase nie in geschlossenen Wohnräumen betrieben werden.

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  • Elektroheizgeräte: Elektroheizgeräte wie Heizlüfter oder Infrarotheizungen sind schnell einsatzbereit und flexibel einsetzbar, verursachen bei dauerhaftem Betrieb aber vergleichsweise hohe Energiekosten.

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  • Pelletöfen: Ein Pelletofen ergänzt als Einzelraumgerät die bestehende Heizungsanlage und sorgt mit Holzpellets für eine wohlige, weitgehend automatisierte Wärme in Wohn- oder Cheminéezimmer.

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  • Konvektorheizgeräte: Konvektorheizgeräte erwärmen die Raumluft, indem kalte Luft am Gerät angesogen und erwärmt wieder abgegeben wird – praktisch als schnelle Zusatzheizung, jedoch mit spürbarem Energieverbrauch im Dauerbetrieb.
  • Ölradiatoren: Ölradiatoren speichern die Wärme im Geräteinneren und geben sie gleichmässig und über längere Zeit ab, was sie zu einer eher ruhigen, aber langsameren Alternative zum Heizlüfter macht.

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  • Petroleumöfen: Petroleumöfen liefern auch ohne Stromanschluss mit Petrol zuverlässig Wärme, etwa im Gartenhaus oder auf dem Bauernhof, benötigen aber eine gute Belüftung und regelmässige Wartung des Dochts beziehungsweise Brenners.

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Solche Heizgeräte ersetzen in der Regel kein vollwertiges Heizsystem, können aber als sinnvolle Ergänzung dienen, wenn nur einzelne Räume oder Aussenbereiche zeitweise beheizt werden sollen.

Die richtige Raumtemperatur

Die passende Raumtemperatur ist einer der wichtigsten Hebel, um effizient zu heizen. Als Richtwerte gelten:

  • Wohnzimmer: rund 20 bis 21 Grad
  • Küche: rund 18 Grad, da hier durch Kochen zusätzliche Wärme entsteht
  • Schlafzimmer: rund 16 bis 18 Grad für einen erholsamen Schlaf
  • Badezimmer: rund 22 bis 23 Grad, meist nur zeitweise beheizt

Bereits ein Grad weniger Raumtemperatur kann den Energieverbrauch spürbar senken. Wichtig ist dabei ein ausgeglichenes Raumklima: Zu kalte Räume begünstigen Schimmelbildung, zu warme Räume trocknen die Luft aus und belasten den Kreislauf.

Heizkörper richtig einstellen und pflegen

Damit die Wärmeabgabe der Heizkörper optimal funktioniert, lohnt sich etwas Pflege:

  • Thermostatventile nutzen: Moderne Thermostatventile regeln die Temperatur automatisch und verhindern ein Überheizen einzelner Räume.
  • Nachtabsenkung einstellen: Eine Nachtabsenkung von ein bis zwei Grad über Nacht spart Heizenergie, ohne den Komfort spürbar zu beeinträchtigen.
  • Heizkörper entlüften: Luft im System führt zu Blubbergeräuschen und ungleichmässiger Wärmeabgabe – regelmässiges Entlüften schafft Abhilfe.
  • Freie Flächen lassen: Möbel oder Vorhänge vor dem Heizkörper behindern die Luftzirkulation und damit eine effiziente Wärmeabgabe im Raum.

Gluckert es in Ihrem Heizkörper? Dann können wir Ihnen unseren Ratgeber zum Thema «Heizung entlüften» ans Herz legen:

Richtig lüften beim Heizen

Wer heizt, sollte auch richtig lüften. Am effektivsten ist das sogenannte Stosslüften: Fenster für fünf bis zehn Minuten weit öffnen, dabei die Heizung kurz herunterdrehen, statt die Fenster über Stunden gekippt zu lassen. So wird die verbrauchte, feuchte Luft ausgetauscht, ohne dass Wände und Möbel unnötig auskühlen. Richtig lüften ist besonders in der kalten Jahreszeit wichtig, weil es Schimmelbildung vorbeugt und die Luftqualität in Wohn- und Schlafräumen verbessert. Zwei- bis dreimaliges Stosslüften pro Tag reicht in den meisten Haushalten aus.

Haus und Wohnung besser dämmen

Eine gute Dämmung reduziert den Bedarf an Heizwärme unabhängig vom gewählten Heizsystem. Schon einfache Massnahmen helfen:

  • Fenster und Türen abdichten: Zugluft an Fenster- und Türrahmen lässt sich oft mit einfachen Dichtungsbändern beheben.
  • Rollläden nutzen: Geschlossene Rollläden oder Vorhänge in der Nacht wirken wie eine zusätzliche Dämmschicht.
  • Heizkörpernischen dämmen: Reflektierende Folien hinter dem Heizkörper verhindern, dass Wärme über die Aussenwand verloren geht.
  • Grössere Sanierung prüfen: Bei älteren Liegenschaften kann eine Fassaden- oder Dachdämmung den Energieverbrauch langfristig deutlich senken.

Nachhaltigkeit beim Heizen

Nachhaltig zu heizen bedeutet vor allem, den Verbrauch von fossilen Energien am Wärmebedarf zu senken. Erneuerbare Energien wie Umgebungswärme, Sonnenenergie oder Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ersetzen zunehmend Öl und Gas. Wer eine alte Gasheizung durch eine Wärmepumpe, eine Pelletheizung oder eine an Fernwärme angeschlossene Heizungsanlage ersetzt, senkt nicht nur den CO₂‑Ausstoss, sondern oft auch die langfristigen Heizkosten. Auch die Kombination bestehender Heizsysteme mit Solarthermie zur Warmwasseraufbereitung ist eine sinnvolle Massnahme auf dem Weg zu erneuerbarem Heizen.

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Rechtliches beim Heizen in der Schweiz

In mehreren Schweizer Kantonen bestehen inzwischen Vorgaben, wonach fossile Heizungen am Ende ihrer Lebensdauer durch erneuerbare Heizsysteme ersetzt werden müssen oder zumindest ein Anteil an erneuerbarer Energie nachgewiesen werden muss. Für den Ersatz einer bestehenden Heizung steht in vielen Kantonen eine Förderung zur Verfügung, etwa über das Gebäudeprogramm. Es lohnt sich, vor einem Heizungsersatz die kantonalen Vorgaben und möglichen Förderbeiträge frühzeitig abzuklären, da sich die Regelungen je nach Kanton und Gemeinde unterscheiden.

Tipps

Mit ein paar einfachen Massnahmen im Alltag lässt sich die Heizsaison spürbar günstiger und komfortabler gestalten.

  • Heizkostenrechner nutzen: Ein Heizkostenrechner hilft, den eigenen Energieverbrauch einzuschätzen und mögliche Sparpotenziale zu erkennen.
  • Übergangszeit clever nutzen: In der Übergangszeit im Frühling und Herbst reicht oft kurzes Heizen am Morgen und Abend statt Dauerbetrieb.
  • Heizung warten lassen: Eine regelmässige Wartung der Heizungsanlage sorgt für einen effizienten Betrieb und eine längere Lebensdauer.
  • Thermostat programmieren: Wer mit einem programmierbaren Thermostat arbeitet, muss nicht mehr manuell an- und ausschalten.
  • Türen schliessen: Wenig oder ungenutzte Räume separat halten, damit warme Luft nicht unnötig entweicht.
  • Alte Heizanlage prüfen: Bei einer betagten Heizanlage lohnt sich frühzeitig eine Beratung, um Ausfälle im Winter zu vermeiden und rechtzeitig Alternativen zu prüfen.

Häufige Fehler

Beim Heizen schleichen sich im Alltag immer wieder dieselben Fehler ein:

  • Fenster dauerhaft gekippt: Das kühlt Wände aus und erhöht den Energieverbrauch, ohne die Luftqualität nachhaltig zu verbessern.
  • Heizkörper zugestellt: Möbel vor dem Heizkörper verhindern eine gleichmässige Wärmeabgabe im Raum.
  • Räume komplett auskühlen lassen: Ein Raum, der ganz auskühlt, muss anschliessend mit viel mehr Heizenergie wieder aufgeheizt werden.
  • Falsche Raumtemperatur: Ein Wohnzimmer deutlich über 21 Grad einzustellen, bringt kaum zusätzlichen Komfort, aber deutlich höhere Heizkosten.
  • Heizung nie entlüftet: Luft im System senkt die Energieeffizienz der ganzen Heizungsanlage.

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Fazit

Richtig heizen ist keine Wissenschaft, sondern eine Frage von ein paar bewussten Gewohnheiten: die passende Raumtemperatur wählen, regelmässig stosslüften, den Heizkörper frei und entlüftet halten und beim Heizsystem langfristig auf erneuerbare Energien setzen. Wer diese Punkte beachtet, senkt seine Heizkosten, sorgt für ein angenehmes Raumklima und schont gleichzeitig die Umwelt. Rund ums Heizen, Dämmen und Lüften finden Sie im LANDI-Sortiment passendes Zubehör, wie Dichtungsbänder oder Thermometer.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema “Heizung entlüften”

Es wird dringend davon abgeraten. Zwar entweicht die Luft, aber die Umwälzpumpe wälzt die Luftblasen im Heizkreislauf um, was eine vollständige Entlüftung der Heizung erschwert. Zudem ist das austretende Wasser unter Umständen sehr heiss, was zu Verbrühungen führen kann. Schalten Sie die Heizungsanlage aus und warten Sie die empfohlene Zeit.

Ja. Der häufigste Fehler ist das zu weite Aufdrehen des Entlüftungsventils oder das Überdrehen beim Schliessen. Achten Sie auf den korrekten Entlüftungsschlüssel (oft ein Vierkant-Schlüssel) und drehen Sie nur eine halbe Drehung auf. Wichtig ist auch, den Wasserdruck anschliessend zu prüfen und Heizwasser nachzufüllen, da sonst der Betriebsdruck der Heizanlage nicht gewährleistet ist.

Das Entlüftungsventil ist ein kleines Ventil, das sich typischerweise an der Seite des Heizkörpers befindet, immer an der obersten Stelle und oft dem Thermostatventil gegenüberliegend. Dies ist die Stelle, an der sich die Luft, die im Heizsystem nach oben steigt, sammeln kann.

Sie bemerken, dass die Heizung entlüftet ist, wenn das anfängliche Zischen der entweichenden Luft aufhört und stattdessen ein gleichmässiger Strom Heizwasser aus dem Entlüftungsventil austritt. Sobald dies geschieht, hat das Heizwasser die gesamte Kammer gefüllt und Sie können das Ventil schliessen. Zudem sollten die gluckernden Geräusche aufhören und der Heizkörper sollte vollflächig warm werden.

Einmal pro Jahr, idealerweise vor Beginn der Heizperiode (Heizsaison), ist normal. Bei neuen Anlagen oder nach grösseren Wartungen, insbesondere wenn viel Heizwasser nachgefüllt wurde, kann die Entlüftung der Heizkörper in den ersten Wochen häufiger notwendig sein. Wenn Sie dauerhaft störende Geräusche hören, sollten Sie einen Heizungsinstallateur konsultieren, da dies auf ein tieferliegendes Problem im Heizungssystem hindeuten kann.