Im Herbst stellt sich in vielen Schweizer Haushalten wieder dieselbe Frage: Wann lohnt es sich, die Heizung einzuschalten, und wie heizt man eigentlich richtig? Wer heizen will, ohne unnötig Energie zu verschwenden, kommt an ein paar einfachen Grundregeln nicht vorbei. Richtig heizen bedeutet mehr, als einfach den Thermostat aufzudrehen: Es geht um die passende Raumtemperatur, das richtige Heizsystem, ein gutes Lüftungsverhalten und eine Heizungsanlage, die zum Haus passt. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, worauf es beim Heizen ankommt – praktisch, verständlich und auf die Schweiz zugeschnitten.
Ob Einfamilienhaus, Mietwohnung oder Ferienhaus im Bergdorf: Heizen gehört in der Schweiz zum Alltag, sobald die Temperaturen sinken. Gleichzeitig macht die Heizung in vielen Haushalten den grössten Teil des Energieverbrauchs aus. Wer effizient heizen möchte, kann mit kleinen Anpassungen viel bewirken – ohne auf Komfort zu verzichten. Dieser Artikel begleitet Sie durch die wichtigsten Themen rund ums Heizen: von der Wahl des passenden Heizsystems über die richtige Raumtemperatur bis zu Tipps für die Übergangszeit im Frühling und Herbst.
Wer richtig heizen will, tut das nicht nur für den eigenen Geldbeutel. Ein bewusster Umgang mit Heizenergie wirkt sich gleich auf mehrere Bereiche aus:
Richtiges Heizen ist also kein Luxusthema, sondern lohnt sich für Haushalt, Gesundheit und Klima gleichermassen.
In Schweizer Haushalten kommen verschiedene Heizsysteme zum Einsatz, die sich in Kosten, Komfort und Umweltbilanz deutlich unterscheiden.
Wer sich für ein neues Heizsystem entscheidet, sollte neben den Anschaffungskosten auch den künftigen Energieverbrauch, mögliche Förderungen und die Lebensdauer der Anlage im Blick behalten.
Neben den fest installierten Heizsystemen gibt es eine Reihe von Heizgeräten, die einzelne Räume ergänzend oder vorübergehend beheizen – etwa im Homeoffice, in der Werkstatt oder im Gartenhaus. Auch hier lohnt sich ein Blick auf Energieverbrauch und Einsatzzweck:
Solche Heizgeräte ersetzen in der Regel kein vollwertiges Heizsystem, können aber als sinnvolle Ergänzung dienen, wenn nur einzelne Räume oder Aussenbereiche zeitweise beheizt werden sollen.
Die passende Raumtemperatur ist einer der wichtigsten Hebel, um effizient zu heizen. Als Richtwerte gelten:
Bereits ein Grad weniger Raumtemperatur kann den Energieverbrauch spürbar senken. Wichtig ist dabei ein ausgeglichenes Raumklima: Zu kalte Räume begünstigen Schimmelbildung, zu warme Räume trocknen die Luft aus und belasten den Kreislauf.
Damit die Wärmeabgabe der Heizkörper optimal funktioniert, lohnt sich etwas Pflege:
Gluckert es in Ihrem Heizkörper? Dann können wir Ihnen unseren Ratgeber zum Thema «Heizung entlüften» ans Herz legen:
Wer heizt, sollte auch richtig lüften. Am effektivsten ist das sogenannte Stosslüften: Fenster für fünf bis zehn Minuten weit öffnen, dabei die Heizung kurz herunterdrehen, statt die Fenster über Stunden gekippt zu lassen. So wird die verbrauchte, feuchte Luft ausgetauscht, ohne dass Wände und Möbel unnötig auskühlen. Richtig lüften ist besonders in der kalten Jahreszeit wichtig, weil es Schimmelbildung vorbeugt und die Luftqualität in Wohn- und Schlafräumen verbessert. Zwei- bis dreimaliges Stosslüften pro Tag reicht in den meisten Haushalten aus.
Eine gute Dämmung reduziert den Bedarf an Heizwärme unabhängig vom gewählten Heizsystem. Schon einfache Massnahmen helfen:
Nachhaltig zu heizen bedeutet vor allem, den Verbrauch von fossilen Energien am Wärmebedarf zu senken. Erneuerbare Energien wie Umgebungswärme, Sonnenenergie oder Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ersetzen zunehmend Öl und Gas. Wer eine alte Gasheizung durch eine Wärmepumpe, eine Pelletheizung oder eine an Fernwärme angeschlossene Heizungsanlage ersetzt, senkt nicht nur den CO₂‑Ausstoss, sondern oft auch die langfristigen Heizkosten. Auch die Kombination bestehender Heizsysteme mit Solarthermie zur Warmwasseraufbereitung ist eine sinnvolle Massnahme auf dem Weg zu erneuerbarem Heizen.
In mehreren Schweizer Kantonen bestehen inzwischen Vorgaben, wonach fossile Heizungen am Ende ihrer Lebensdauer durch erneuerbare Heizsysteme ersetzt werden müssen oder zumindest ein Anteil an erneuerbarer Energie nachgewiesen werden muss. Für den Ersatz einer bestehenden Heizung steht in vielen Kantonen eine Förderung zur Verfügung, etwa über das Gebäudeprogramm. Es lohnt sich, vor einem Heizungsersatz die kantonalen Vorgaben und möglichen Förderbeiträge frühzeitig abzuklären, da sich die Regelungen je nach Kanton und Gemeinde unterscheiden.
Mit ein paar einfachen Massnahmen im Alltag lässt sich die Heizsaison spürbar günstiger und komfortabler gestalten.
Beim Heizen schleichen sich im Alltag immer wieder dieselben Fehler ein:
Richtig heizen ist keine Wissenschaft, sondern eine Frage von ein paar bewussten Gewohnheiten: die passende Raumtemperatur wählen, regelmässig stosslüften, den Heizkörper frei und entlüftet halten und beim Heizsystem langfristig auf erneuerbare Energien setzen. Wer diese Punkte beachtet, senkt seine Heizkosten, sorgt für ein angenehmes Raumklima und schont gleichzeitig die Umwelt. Rund ums Heizen, Dämmen und Lüften finden Sie im LANDI-Sortiment passendes Zubehör, wie Dichtungsbänder oder Thermometer.
Es wird dringend davon abgeraten. Zwar entweicht die Luft, aber die Umwälzpumpe wälzt die Luftblasen im Heizkreislauf um, was eine vollständige Entlüftung der Heizung erschwert. Zudem ist das austretende Wasser unter Umständen sehr heiss, was zu Verbrühungen führen kann. Schalten Sie die Heizungsanlage aus und warten Sie die empfohlene Zeit.
Ja. Der häufigste Fehler ist das zu weite Aufdrehen des Entlüftungsventils oder das Überdrehen beim Schliessen. Achten Sie auf den korrekten Entlüftungsschlüssel (oft ein Vierkant-Schlüssel) und drehen Sie nur eine halbe Drehung auf. Wichtig ist auch, den Wasserdruck anschliessend zu prüfen und Heizwasser nachzufüllen, da sonst der Betriebsdruck der Heizanlage nicht gewährleistet ist.
Das Entlüftungsventil ist ein kleines Ventil, das sich typischerweise an der Seite des Heizkörpers befindet, immer an der obersten Stelle und oft dem Thermostatventil gegenüberliegend. Dies ist die Stelle, an der sich die Luft, die im Heizsystem nach oben steigt, sammeln kann.
Sie bemerken, dass die Heizung entlüftet ist, wenn das anfängliche Zischen der entweichenden Luft aufhört und stattdessen ein gleichmässiger Strom Heizwasser aus dem Entlüftungsventil austritt. Sobald dies geschieht, hat das Heizwasser die gesamte Kammer gefüllt und Sie können das Ventil schliessen. Zudem sollten die gluckernden Geräusche aufhören und der Heizkörper sollte vollflächig warm werden.
Einmal pro Jahr, idealerweise vor Beginn der Heizperiode (Heizsaison), ist normal. Bei neuen Anlagen oder nach grösseren Wartungen, insbesondere wenn viel Heizwasser nachgefüllt wurde, kann die Entlüftung der Heizkörper in den ersten Wochen häufiger notwendig sein. Wenn Sie dauerhaft störende Geräusche hören, sollten Sie einen Heizungsinstallateur konsultieren, da dies auf ein tieferliegendes Problem im Heizungssystem hindeuten kann.