Der Braten steht im Ofen, die Gäste treffen bald ein, und im Weinregal herrscht Unsicherheit: Welcher Wein zu Weihnachten passt eigentlich zu Fondue, Fischgerichten oder zum klassischen Festtagsbraten? Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie für jeden Gang des Weihnachtsessens die richtige Wahl treffen, welche Rebsorten sich bewähren und worauf es bei der Weinauswahl für die Festtage ankommt.
Weihnachten ist die Zeit der grossen Menüs, und mit jedem Gang stellt sich erneut die Frage nach dem passenden Getränk. Wer sich intensiver mit dem Thema Wein und Weihnachten auseinandersetzt, merkt schnell: Es gibt keine strengen Vorschriften, sondern bewährte Grundregeln, die sich mit etwas Übung leicht anwenden lassen. Ob Sie ein mehrgängiges Festessen planen oder ein einfaches Fondue mit der Familie geniessen, die passende Weinauswahl macht den Unterschied. Dieser Artikel begleitet Sie durch die klassische Menüfolge der Weihnachtszeit, von Apéro bis Dessert, und gibt konkrete Empfehlungen für jede Station, damit der passende Weihnachtswein für jeden Gang bereitsteht.
Bevor es an die einzelnen Gänge geht, lohnt sich ein Blick auf ein paar grundsätzliche Prinzipien der Weinauswahl. Diese helfen dabei, auch ohne Fachwissen eine gute Entscheidung zu treffen.
Diese Grundregeln bilden das Fundament für die folgenden Empfehlungen zu den einzelnen Gängen des Weihnachtsmenus.
Der Apéro eröffnet das Weihnachtsessen und darf leicht, spritzig und einladend sein. Schaumweine sind hier die klassische Wahl: Ein Schweizer Crémant, ein italienischer Prosecco oder für besondere Anlässe ein Champagner sorgen für eine festliche Stimmung. Auch Sekt aus heimischer Produktion eignet sich hervorragend und ist eine preisgünstigere Alternative. Wer es weniger prickelnd mag, greift zu einem trockenen Weissburgunder oder einem leichten Roséwein. An kalten Wintertagen darf auch ein wärmender Glühwein nicht fehlen, wobei dieser eher als gemütlicher Zusatz denn als eigentliche Menübegleitung gilt. Wichtig beim Apéro: Die Weine sollten den Appetit anregen, nicht sättigen, und nicht zu schwer ausfallen.
Auch bei der Vorspeise lohnt es sich, den passenden Wein für Weihnachten nicht zu unterschätzen. Zu Vorspeisen, etwa einer Fischsuppe, einem Carpaccio oder einem leichten Salat mit Krevetten, passen frische Weissweine besonders gut. Ein Sauvignon Blanc bringt mit seiner spritzigen Säure und den grünen Aromen Leben auf den Teller, während ein trockener Riesling durch seine Frische überzeugt. Bei cremigeren Vorspeisen, etwa mit Sauce oder Käse verfeinert, darf es auch ein etwas vollerer Chardonnay sein. Diese Weine bereiten den Gaumen optimal auf die folgenden Gänge vor, ohne ihn zu überladen.
Der Hauptgang ist beim Weihnachtsessen meistens der Höhepunkt des Abends, und entsprechend verdient die Wahl des Weins zu Weihnachten hier besondere Aufmerksamkeit. Da die Gerichte in Schweizer Haushalten sehr unterschiedlich ausfallen, folgen Empfehlungen für die gängigsten Klassiker.
Zu Truthahn, Poularde oder Ente passen mittelkräftige Rotweine mit feiner Frucht besonders gut, etwa ein Pinot Noir oder ein Spätburgunder aus kühleren Lagen. Auch ein vollmundiger Chardonnay funktioniert bei hellem Geflügelfleisch, insbesondere wenn eine cremige Sauce dazugehört.
Zu einem klassischen Rinderbraten oder einem gefüllten Kalbsbraten eignen sich strukturierte Rotweine mit mehr Tanninen. Ein Merlot bringt Fülle und Weichheit, während ein Cabernet Sauvignon oder ein Bordeaux dem Gericht mit seiner Kraft und Tiefe gerecht wird.
Wildgerichte wie Hirsch oder Reh verlangen nach kräftigen, würzigen Rotweinen. Ein Syrah mit seinen pfeffrigen Noten oder ein Rioja aus Spanien mit seiner Reife und Holznote passen ideal zu den intensiven Aromen von Wildfleisch.
Wer an Weihnachten Fischgerichten den Vorzug gibt, etwa gedämpftem Zander oder gebratenem Lachs, sollte auf frische Weissweine setzen. Ein Weissburgunder oder ein trockener Riesling begleiten Fisch dezent, ohne die feinen Aromen zu überdecken.
In vielen Schweizer Familien gehört Fondue fest zur Weihnachtszeit. Zum Käsefondue passt traditionell ein leichter, säurebetonter Weisswein aus den Bergregionen, während zum Fleischfondue je nach Sauce sowohl Weiss- als auch Rotweine denkbar sind. Auch hier gilt: lieber leichter als zu schwer, damit der Wein die reichhaltigen Speisen nicht erdrückt.
Die Käseplatte rundet viele Weihnachtsmenüs ab und bietet Gelegenheit, auch kräftigere Rotweine zu servieren, die zum Hauptgang vielleicht zu wuchtig gewesen wären. Ein Amarone aus Italien oder ein Primitivo aus Süditalien mit ihrer Fülle und Würze harmonieren gut mit reifen, würzigen Käsesorten. Bei milderen Käsesorten darf es auch ein fruchtiger Merlot oder ein spanischer Rotwein sein. Wer es klassisch mag, kombiniert Hartkäse mit einem strukturierten Bordeaux, dessen Tannine der Käsefettigkeit gut standhalten.
Zum süssen Abschluss des Weihnachtsessens dürfen die Weine ruhig süsser ausfallen als das Gericht selbst, sonst wirken sie schnell dünn und sauer. Ein Eiswein mit seiner konzentrierten Süsse und Frische passt hervorragend zu Fruchtdesserts, während ein klassischer Dessertwein aus Süssweinregionen sich mit Gebäck oder Schokolade verbindet. Auch ein leichter, halbtrockener Roséwein kann bei fruchtigen Nachspeisen eine gute Wahl sein. Wichtig ist, den Dessertwein nicht zu gross zu dosieren. Ein kleines Glas genügt meistens vollkommen.
Nicht alle Gäste am Weihnachtstisch möchten oder dürfen Alkohol trinken, und alkoholfreier Wein zu Weihnachten hat sich hier als vollwertige Alternative etabliert. Alkoholfreie Weine, entalkoholisierte Schaumweine und hochwertige Traubensäfte bieten inzwischen erstaunlich komplexe Aromen und lassen sich genauso auf die einzelnen Gänge abstimmen wie klassischer Wein. Für den Apéro eignet sich ein alkoholfreier Schaumwein, zum Hauptgang ein entalkoholisierter Rotwein mit spürbarer Frucht. So bleibt niemand am Tisch aussen vor, und das gemeinsame Anstossen funktioniert für alle Gäste gleichermassen.
Damit der Wein zu Weihnachten sein volles Potenzial entfaltet, lohnt es sich, ein paar einfache Servierregeln zu beachten.
Bei der Wahl von Wein zu Weihnachten schleichen sich immer wieder dieselben Fehler ein, die sich mit etwas Aufmerksamkeit leicht vermeiden lassen.
Der passende Wein zu Weihnachten muss weder kompliziert noch teuer sein. Mit den Grundregeln zu Leichtigkeit, Säure und Tanninen lässt sich für jeden Gang des Festessens eine stimmige Begleitung finden, von der spritzigen Vorspeise bis zum süssen Dessert. Wer sich unsicher ist, findet in den LANDI-Läden eine breite Weinauswahl. Auch als Weingeschenk oder mit Geschenkgutscheinen lassen sich Geschenkideen für die Festtage rund um das Thema Wein einfach umsetzen.
Nein, das ist keine Pflicht. Für ein entspanntes Weihnachtsessen im kleineren Kreis reicht durchaus eine vielseitige Flasche, etwa ein mittelkräftiger Pinot Noir oder ein trockener Weissburgunder, die zu mehreren Gängen passen. Mehrere Weine lohnen sich vor allem bei einem längeren, mehrgängigen Festessen.
Junge, fruchtige Rotweine profitieren kaum vom Dekantieren und können direkt serviert werden. Kräftigere, tanninreiche Rotweine wie ein Bordeaux, ein Amarone oder ein gereifter Rioja entfalten sich dagegen besser, wenn sie etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Servieren geöffnet oder dekantiert werden.
Bei der Weinauswahl zu Weihnachten mit gemischter Gästeschar ist es am einfachsten, sowohl einen Weisswein als auch einen Rotwein bereitzustellen, dazu eine alkoholfreie Variante. So kann jeder Gast selbst wählen, ohne dass eine grosse Weinkarte nötig wird. Auch ein Roséwein deckt oft beide Vorlieben ein Stück weit ab.
Nein, ein guter Wein für Weihnachten muss nicht teuer sein. Preis und Qualität hängen nicht zwingend zusammen. Viele gute Rebsorten aus Spanien, Italien oder der Schweiz bieten bereits im mittleren Preissegment überzeugende Weine. Wichtiger als der Preis ist, dass der Wein zum jeweiligen Gericht passt und den eigenen Gästen schmeckt.