Der Rasen im Garten zeigt gelbe Flecken, wirkt löchrig oder ist einfach nur müde und blass – kennen Sie das? Viele Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner in der Schweiz stehen irgendwann vor genau diesem Problem und fragen sich, wo sie mit der Pflege überhaupt ansetzen sollen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Rasenpflege, angepasst an die Schweizer Jahreszeiten und Bodenverhältnisse, lässt sich ein schöner Rasen erzielen, der dicht, belastbar und gesund ist – ganz ohne Profi-Ausrüstung. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen alle wichtigen Schritte, von der Neuanlage bis zur saisonalen Pflege, damit Sie Ihren Rasen gezielt und mit realistischem Aufwand fit halten können.
Rasenpflege ist mehr als nur gelegentliches Rasenmähen. Ein gesunder Rasen entsteht durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren: die richtige Rasengräser-Mischung, ein gut durchlüfteter Boden, ausreichend Nährstoffe und eine dem Wetter angepasste Bewässerung. Wer diese Grundlagen kennt und den Pflegekalender im Griff hat, spart sich langfristig viel Ärger mit kahlen Stellen, Moos oder Unkraut. In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, worauf es bei der Neuanlage, der laufenden Pflege und der Regeneration eines bestehenden Rasens ankommt – abgestimmt auf das Schweizer Klima mit seinen teils grossen Unterschieden zwischen den Regionen.
Bevor Sie mit der eigentlichen Rasenpflege beginnen, lohnt sich ein Blick auf die Grundvoraussetzungen. Der Boden sollte einigermassen locker und durchlässig sein, damit Wasser nicht stehen bleibt und Staunässe entsteht. Der pH-Wert des Bodens beeinflusst massgeblich, wie gut die Rasengräser Nährstoffe aufnehmen können – ein Wert zwischen 5,5 und 7 gilt für die meisten Rasentypen als ideal. Auch die Wahl der Rasengräser spielt eine Rolle: Je nach Standort, Nutzung und Lichtverhältnissen eignen sich unterschiedliche Saatgutmischungen. Wer diese Grundlagen von Anfang an berücksichtigt, hat es bei der späteren Rasen- und Gartenpflege deutlich einfacher.
Nicht jeder Rasen muss gleich sein, denn ein wichtiger Teil der Rasenpflege beginnt bereits bei der Wahl des passenden Rasentyps. Ein Spiel- und Gebrauchsrasen für Familien mit Kindern und Haustieren wird strapazierfähig und schnell nachwachsend gewählt, während ein Zierrasen eher feine Grashalme und ein dichtes, gleichmässiges Bild bietet, dafür aber empfindlicher ist. Für schattige Lagen gibt es spezielle Schattenrasenmischungen mit Rasengräsern, die auch mit wenig Sonnenlicht auskommen. Die passende Saatgutmischung ist die Basis für eine erfolgreiche Neuanlage.
Für die Neuanlage wird der Boden zunächst von Steinen, Wurzeln und Unkraut befreit, anschliessend gelockert und eingeebnet. Danach erfolgt die Aussaat der Rasensamen, idealerweise gleichmässig verteilt und leicht in den Boden eingearbeitet. Nach der Aussaat ist eine regelmässige, aber schonende Bewässerung entscheidend, damit die jungen Graswurzeln nicht austrocknen. Die beste Zeit für die Neuanlage in der Schweiz liegt im späten Frühjahr oder im Frühherbst, wenn die Temperaturen mild und die Niederschläge ausreichend sind.
Wer schneller ein fertiges Ergebnis möchte, greift zu Rollrasen. Dabei wird bereits fertig angezogener Rasen in Bahnen auf den vorbereiteten Boden verlegt. Der Vorteil: Die Fläche ist innerhalb weniger Wochen begehbar, während eine klassische Aussaat mehrere Monate braucht, bis die Grasnarbe stabil ist. Wichtig ist auch hier eine gute Bodenvorbereitung sowie eine intensive Bewässerung in den ersten Tagen nach dem Verlegen, damit der Rollrasen anwächst.
Ein stark geschädigter Rasen mit vielen kahlen Stellen muss nicht komplett neu angelegt werden. Häufig reicht eine Renovation: Der Boden wird vertikutiert, aerifiziert und anschliessend mit frischem Saatgut nachgesät. Diese Kombination aus Belüftung und Nachsaat gibt geschwächten Rasenflächen die Chance, sich innerhalb einer Saison deutlich zu erholen.
Von April bis Oktober braucht der Rasen einen regelmässigen Schnitt. Regelmässiges Rasenmähen fördert eine dichte Grasnarbe und verdrängt gleichzeitig Unkraut und Moos. Als Faustregel gilt: Nie mehr als ein Drittel der Halmlänge auf einmal abschneiden, da zu radikales Mähen die Rasengräser schwächt. Der Grund dafür liegt im Vegetationspunkt der Grashalme, der etwa auf halber Höhe sitzt – wird dieser mit abgeschnitten, erholt sich der Trieb nur langsam und der Rasen wächst lückenhaft nach. Die passende Schnitthöhe liegt je nach Rasentyp meist zwischen 3,5 und 5 Zentimetern – bei Hitze und Trockenheit darf der Rasen ruhig etwas länger bleiben, da längere Grashalme den Boden besser beschatten und Feuchtigkeit speichern. Das Schnittgut kann bei kurzem Rasenschnitt problemlos liegen bleiben, bei grösseren Mengen sollte es entfernt werden, damit sich kein Rasenfilz bildet.
Eine ausgewogene Rasendüngung versorgt die Rasengräser mit den wichtigsten Nährstoffen, allen voran Stickstoff für das Blattwachstum und Kalium für die Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit und Kälte. Rasendünger gibt es als schnell wirkende Varianten oder als Langzeitdünger, die über mehrere Wochen kontinuierlich Nährstoffe abgeben. In der Regel wird zwei- bis viermal im Jahr gedüngt: im Frühjahr zum Start der Wachstumsphase, im Frühsommer, gegebenenfalls im Spätsommer und im Herbst mit einem kaliumbetonten Herbstdünger, der den Rasen auf den Winter vorbereitet. Dabei gilt: Nicht nur ein unterernährter Rasen ist anfälliger für Krankheiten, auch eine zu starke Düngung kann Krankheiten begünstigen – die richtige Menge ist entscheidend.
Eine gute Bewässerung ist gerade in trockenen Sommermonaten entscheidend für einen gesunden Rasen. Wichtig ist, lieber seltener, dafür durchdringend zu bewässern, damit das Wasser tief zu den Rasenwurzeln vordringt und diese zu tieferem Wachstum angeregt werden. Häufiges, oberflächliches Giessen fördert dagegen flache Wurzeln, die bei Trockenheit schnell Schaden nehmen. Am besten wird früh morgens bewässert, idealerweise bei Windstille und bedecktem Himmel, damit das Wasser nicht sofort verdunstet und die Grashalme über Nacht abtrocknen können, was Pilzkrankheiten vorbeugt. Bleibt es nachts wärmer als 18 °C, sollte ausschliesslich morgens bewässert werden.
Ein wichtiger, oft unterschätzter Teil der Rasenpflege spielt sich unter der Grasnarbe ab. Erst ein gut durchlässiger, belüfteter Boden ermöglicht es den Rasengräsern, Wasser und Nährstoffe optimal aufzunehmen.
Beim Vertikutieren wird die oberste Bodenschicht mit einem Vertikutierer angeritzt, um Rasenfilz, Moos und abgestorbene Pflanzenreste zu entfernen. Verfilzter Boden verhindert, dass Wasser, Luft und Nährstoffe die Rasenwurzeln erreichen. Vertikutiert wird idealerweise einmal im Frühjahr und bei Bedarf im Frühherbst, jeweils bei nicht zu feuchtem Boden und mildem Wetter.
Aerifizieren geht einen Schritt weiter als Vertikutieren: Mit einem Aerifizierer werden kleine Löcher in den Rasen gestochen, die den Boden tiefer belüften und stark verdichtete Böden lockern. Das ist besonders bei stark genutzten Rasenflächen oder schweren, lehmigen Böden empfehlenswert, um Staunässe vorzubeugen und die Graswurzeln zu stärken.
Das Sanden vom Rasen bedeutet, eine dünne Schicht Sand auf die Rasenfläche aufzubringen und leicht einzuarbeiten. Das verbessert vor allem bei schweren, verdichteten Böden die Durchlässigkeit und wirkt Staunässe entgegen. Sanden wird meist nach dem Vertikutieren oder Aerifizieren durchgeführt, da der Sand dann besser in die entstandenen Löcher und Ritzen gelangt.
Ist der Boden zu sauer, also der pH-Wert zu niedrig, hilft Kalken, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Ein zu saurer Boden begünstigt das Wachstum von Moos und Unkräutern wie Hirse, die saure Böden bevorzugen, und erschwert den Rasengräsern die Nährstoffaufnahme. Vor dem Kalken lohnt sich eine Bestimmung des pH-Werts, damit die richtige Menge Kalk verwendet wird.
Kahle Stellen oder dünne Bereiche im Rasen lassen sich mit einer gezielten Nachsaat auffüllen. Dabei wird frisches Saatgut auf die betroffenen Flächen ausgebracht, leicht angedrückt und regelmässig feucht gehalten, bis die jungen Rasengräser angewachsen sind. Wer nach dem Vertikutieren oder Aerifizieren nachsät, profitiert vom bereits gelockerten Boden, in dem sich die neuen Wurzeln leichter entwickeln.
Unkräuter wie Löwenzahn, Klee, Hirse oder Winden nutzen jede Schwächung des Rasens, um sich auszubreiten. Der beste Schutz gegen Unkraut ist ein dichter, gut gepflegter Rasen, der wenig Platz für Konkurrenzpflanzen lässt. Einzelne Unkräuter lassen sich mechanisch entfernen. Bei stärkerem Befall helfen gezielte Massnahmen aus der Rasenpflege wie Nachsaat und Düngung, um die Grasnarbe wieder zu schliessen.
Moos im Rasen ist ein häufiges Problem, vor allem an schattigen oder feuchten Stellen sowie bei saurem Boden. Es entsteht oft dort, wo die Rasengräser aus Lichtmangel, Nährstoffmangel oder Verdichtung geschwächt sind. Vertikutieren, Kalken und eine Anpassung der Standortbedingungen helfen, Moos langfristig zurückzudrängen.
Engerlinge, Wiesenschnakenlarven oder Ameisen können dem Rasen zusetzen, indem sie Wurzeln fressen oder den Boden aufwühlen. Erste Anzeichen sind welke, leicht abhebbare Rasenstücke oder kleine Erdhügel. Eine gezielte Beobachtung und bei Bedarf der Einsatz geeigneter Massnahmen helfen, den Befall einzudämmen.
Pilzkrankheiten wie Schneeschimmel oder Rotspitzigkeit treten häufig bei feuchter Witterung, mangelnder Durchlüftung oder falscher Düngung auf. Vorbeugend wirken eine gute Bodenpflege, eine ausgewogene Rasendüngung und das Vermeiden von Staunässe. Bei einem Befall hilft es oft schon, die Pflege anzupassen, statt sofort zu chemischen Mitteln zu greifen.
Die Rasenpflege im Frühjahr legt den Grundstein für die ganze Saison. Nach dem Winter wird der Rasen zunächst von Laub und Ästen befreit, anschliessend vertikutiert und mit einem Frühjahrsdünger versorgt. Wer jetzt den Rasen nachsäen lässt oder kahle Stellen selbst ausbessert, sorgt dafür, dass sich die jungen Rasengräser über den Sommer gut entwickeln können.
Im Sommer stehen regelmässiges Mähen und eine angepasste Bewässerung im Vordergrund. Bei Hitze empfiehlt sich eine etwas höhere Schnitthöhe, um den Boden zu beschatten und Wasserverlust zu reduzieren. Eine leichte Düngung mit Langzeitdünger kann den Rasen zusätzlich unterstützen.
Die Rasenpflege im Herbst bereitet den Rasen auf den Winter vor. Ein kaliumbetonter Herbstdünger stärkt die Widerstandsfähigkeit gegenüber Frost und Krankheiten. Zudem lohnt sich ein letztes Vertikutieren, um Rasenfilz vor dem Winter zu entfernen, sowie das regelmässige Entfernen von Laub, damit die Grashalme genügend Licht bekommen.
Im Winter braucht der Rasen vor allem Ruhe. Er sollte möglichst wenig betreten werden, besonders bei Frost oder wenn er mit Raureif oder Schnee bedeckt ist, da die gefrorenen Grashalme dann leicht brechen. Ansonsten ist der Winter eine gute Zeit, um Gartengeräte wie den Rasenmäher oder den Vertikutierer zu reinigen und für die nächste Saison vorzubereiten.
Weitere Informationen mit Produktempfehlungen zur ganzjährigen Rasenpflege erhalten Sie im nachfolgenden Dokument:
An schattigen Standorten wachsen viele klassische Rasengräser nur spärlich. Hier empfiehlt sich eine spezielle Schattenrasenmischung, kombiniert mit einer etwas höheren Schnitthöhe, damit die Grashalme mehr Blattfläche für die Photosynthese haben. Auch eine reduzierte Nutzung der Fläche hilft, den ohnehin geschwächten Rasen zu schonen.
Bei anhaltender Hitze und Trockenheit sollte seltener, dafür intensiver bewässert werden. Eine höhere Schnitthöhe schützt den Boden vor Austrocknung, und auf eine intensive Düngung wird bei grosser Hitze besser verzichtet, da sie den gestressten Rasen zusätzlich belasten kann.
Stark genutzte Rasenflächen brauchen eine robuste Saatgutmischung sowie regelmässiges Aerifizieren, um Bodenverdichtung durch häufiges Betreten vorzubeugen. Kahle Stellen, die durch intensives Spielen entstehen, lassen sich mit gezielter Nachsaat wieder auffüllen.
Diese kleinen Gewohnheiten machen bei der Pflege oft den Unterschied:
Diese Fehler bei der Rasenpflege lassen sich leicht vermeiden:
Ein gesunder Rasen ist kein Zufall, sondern das Ergebnis regelmässiger, gut abgestimmter Rasenpflege über das ganze Jahr. Wer Mähen, Düngen und Bewässern im Griff hat und zusätzlich mit Vertikutieren, Aerifizieren, Sanden oder Kalken für einen durchlässigen Boden sorgt, legt die Basis für eine dichte, belastbare Grasnarbe. In den LANDI‑Läden finden Sie das passende Saatgut, Rasendünger sowie Gartengeräte für Rasenmähen, Vertikutieren und Bewässerung, damit Sie Ihren Rasen gezielt pflegen können.
Je nach Modell mit GPS, Kameras und Sensoren.
Am geeignetsten ist ein Ort mit freier Sicht zum Himmel und genügend Abstand von Gebäuden (siehe Bedienungsanleitung).
Optisch mit Kameras und Sensoren oder mithilfe der gespeicherten Karte und GPS.
Es wird empfohlen den Rasenmäher Roboter inklusive Ladestation in einem Innenraum zu lagern. Dabei sollte beachtet werden, dass der Akku nicht unter einer Temperatur von -5 °C oder über 50 °C gelagert wird. Alle drei Monate sollte der Akku geladen werden, damit eine Tiefenentladung verhindert wird. Informationen zur Garantie sind in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ersichtlich.
Für einen Service oder eine Reparatur müssen Sie den Rasenmäher Roboter, die Ladestation, das Netzteil und auch den Garantieschein oder Kassenbon direkt in einen LANDI Laden bringen. Danach wird der Rasenmäher Roboter direkt in das Service-Center der LANDI Schweiz geschickt.