Wenn es an kühlen Herbst- und Wintertagen in der Wohnung ungemütlich zieht und die Heizkörper auf Hochtouren laufen, sind häufig poröse oder veraltete Fensterdichtungen die Ursache. Undichte Fenster treiben nicht nur die Heizkosten massiv in die Höhe, sondern lassen auch Strassenlärm und feuchte Zugluft ins Haus, was im schlimmsten Fall Schimmelbildung begünstigt. Das nachträgliche Abdichten von Fenstern gehört zu den wirksamsten und kostengünstigsten Massnahmen, die Sie als Heimwerker selbst umsetzen können. In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie undichte Stellen aufspüren, welches Dichtungsprofil für Ihre Spaltmasse am besten geeignet ist und welche Materialien aus dem LANDI Sortiment zuverlässig für wohlige Wärme sorgen.
Bevor Sie neues Dichtungsmaterial anbringen, sollten Sie die genauen Schwachstellen der Fenster lokalisieren. Zugluft entsteht meist an drei typischen Bereichen:
LANDI Praxis-Tipp: Nutzen Sie für einen schnellen Check den einfachen «Papiertest»: Klemmen Sie ein normales Blatt Papier zwischen Fensterflügel und Rahmen und verriegeln Sie das Fenster. Lässt sich das Papier mühelos herausziehen, schliesst die Dichtung an dieser Stelle nicht mehr dicht. Wiederholen Sie den Test an mehreren Stellen rund um den Rahmen. An windigen Tagen spüren Sie feinste Luftzüge zudem sofort auf, indem Sie eine brennende Kerze langsam am geschlossenen Fensterrahmen entlangführen – dort, wo die Flamme flackert, strömt Aussenluft ein.
Je nachdem, wie gross der Spalt zwischen Rahmen und Flügel ist, kommen unterschiedliche Dichtungsbänder zum Einsatz:
Material & Profil | Geeignetes Spaltmass | Haltbarkeit | Vor- und Nachteile | Idealer Einsatzbereich |
Schaumstoff-Dichtungsband | 1 bis 3,5 mm | 1 bis 2 Jahre | Sehr preiswert, flexibel; drückt sich jedoch schnell dauerhaft platt | Schnelle, temporäre Lösung für kleine Risse |
Gummidichtung E-Profil | 1,5 bis 3,5 mm | 4 bis 8 Jahre | Hohe Witterungsbeständigkeit, abwaschbar, bleibt dauerhaft elastisch | Kleine bis mittlere Spalten bei Kunststoff- und Holzfenstern |
Gummidichtung P-Profil | 2 bis 5 mm | 4 bis 8 Jahre | Hohlprofil füllt ungleichmässige Fugen perfekt aus, robust gegen UV-Licht | Ältere Fenster mit variierenden Spaltbreiten |
Silikondichtband (selbstklebend) | 1 bis 7 mm | Bis zu 15 Jahre | Extrem langlebig, transparent, passt sich fast allen Spaltmassen an | Dauerhafte Premium-Abdichtung, anspruchsvolle Fenster |
Silikon / Acryl (Kartusche) | Beliebig (Fugen) | 5 bis 10 Jahre | Dauerelastisch (Silikon) oder überstreichbar (Acryl) | Anschlussfugen zwischen Fensterrahmen und Wand |
Für eine fachgerechte Ausführung finden Sie in Ihrer LANDI alle benötigten Produkte:
Selbstklebende Dichtungsbänder lassen sich ohne Fachkenntnisse in wenigen Schritten montieren.
Reissen Sie alte Schaumstoff- oder Gummibänder vollständig ab. Schaben Sie hartnäckige Kleberückstände vorsichtig mit einem Spachtel oder Schaber ab. Achten Sie bei Holzfenstern darauf, den Lack nicht zu beschädigen.
Die Klebefläche muss absolut sauber, trocken, staub- und fettfrei sein. Wischen Sie den Fensterfalz gründlich mit einem in Brennsprit oder Reinigungsalkohol getränkten Lappen ab. Lassen Sie die Oberfläche vollständig abtrocknen. Auf schmutzigem Grund löst sich das Dichtband nach kurzer Zeit wieder ab.
Ziehen Sie die Schutzfolie des selbstklebenden Bandes stückweise ab. Kleben Sie das Band von oben beginnend ohne Zugspannung fest in den Falz und drücken Sie es gleichmässig an. Schneiden Sie die Bänder in den Ecken im 45-Grad-Winkel (auf Gehrung) mit einem scharfen Cuttermesser zu. So stossen die Profile nahtlos aneinander, ohne dass sich dicke Wülste bilden, die das Schliessen des Fensters behindern.
Schliessen Sie das Fenster probeweise. Der Griff sollte sich mit leichtem, spürbarem Widerstand schliessen lassen. Wiederholen Sie anschliessend den Papiertest, um sicherzustellen, dass die Dichtung ringsum plan anliegt.
Häufig entweicht Wärme nicht über den Fensterflügel, sondern über die Fuge zwischen Fensterrahmen und Wand:
Kombinieren Sie diese Massnahme im Winter idealerweise damit, Ihre Heizung zu entlüften, um maximale Heizeffizienz zu erzielen.
Nicht immer ist eine defekte Dichtung der Grund für Zugluft. Oft hat sich der Fensterflügel über die Jahre minimal verzogen oder abgesenkt:
LANDI Praxis-Tipp: Bevor Sie neue Dichtungen einkleben, prüfen Sie den Anpressdruck der Beschläge. An der Kante des geöffneten Fensterflügels befinden sich kleine Schliesszapfen (Exzenter). Diese besitzen eine Einkerbung oder einen Sechskant. Durch Drehen des Zapfens mit einem Inbusschlüssel oder Schraubendreher können Sie den Anpressdruck des Flügels an den Rahmen verstellen. Drehen Sie den Zapfen so, dass er näher zur Dichtung hinzeigt, zieht sich das Fenster beim Schliessen strammer an den Rahmen heran – und wird oft schon ohne neue Dichtungsbänder wieder absolut zugfrei.
Das Abdichten von Fenstern ist mit geringem Material- und Zeitaufwand verbunden, bringt jedoch sofort spürbaren Komfort: Zugluft verschwindet, Räume kühlen langsamer aus und die Heizkosten sinken spürbar. Mit den passenden Dichtungsbändern, dauerelastischem Silikon und ein paar einfachen Handgriffen machen Sie Ihre Fenster im Handumdrehen winterfest. Alles, was Sie dafür benötigen, finden Sie in Ihrem regionalen LANDI Laden und im Online-Shop.
Für Anschlussfugen zum verputzten Mauerwerk im Innenbereich ist Acryl ideal, da es überstrichen werden kann. Für Nassbereiche, Fensterbänke oder Dehnungsfugen ist Silikon besser, da es dauerelastisch und wasserabweisend bleibt.
Hochwertige E- oder P-Profil-Dichtungen aus EPDM-Gummi halten in der Regel vier bis acht Jahre. Silikondichtbänder erreichen sogar eine Lebensdauer von bis zu 15 Jahren.
Ja, selbstklebende Gummi- oder Silikondichtungsbänder eignen sich hervorragend für ältere Holzfenster. Achten Sie darauf, den Holzfalz vorab von losem Lack und Schmutz zu befreien und bei Kastenfenstern primär den inneren Flügel abzudichten, um Feuchtigkeitsstau im Zwischenraum zu vermeiden.