Wasser ist das Lebenselixier jeder Pflanze – doch zu viel Feuchtigkeit im Wurzelbereich wird schnell zum Verhängnis. Wenn überschüssiges Giess- oder Regenwasser nicht ungehindert versickern oder abfliessen kann, entsteht Staunässe. Die empfindlichen Pflanzenwurzeln ersticken, faulen und sterben schliesslich ab. Die wirksamste Vorsorge für kräftiges Wachstum und vitale Wurzeln ist eine fachgerecht eingebaute Drainage. Ob im kleinen Zimmerübertopf, im Balkonkasten, im Hochbeet oder im schweren Gartenboden: Erfahren Sie hier, wie eine Drainage funktioniert, welche Materialien sich am besten eignen und wie Sie Ihre Pflanzen zuverlässig vor faulenden Wurzeln schützen.
Der Begriff Drainage bezeichnet im Pflanzen- und Gartenbau alle Massnahmen und baulichen Schichten, die dazu dienen, überschüssiges Wasser gezielt und schnell aus dem Wurzelbereich abzuleiten.
Der Hauptzweck einer Drainage besteht darin, einen ungehinderten Wasserabfluss sicherzustellen. Pflanzenwurzeln benötigen nicht nur Feuchtigkeit und Nährstoffe, sondern zwingend auch Sauerstoff in den Porenräumen des Substrats. Eine funktionierende Drainage verhindert, dass sich Wasser im Topfboden oder in Bodenvertiefungen staut und das Wurzelwerk flutet.
Staunässe ist für Gewächse weitaus gefährlicher als kurze Trockenphasen:
Für die richtige Pflege ist die Unterscheidung dieser beiden Funktionen grundlegend:
Weil sich Staunässe im Verborgenen unter der Erde entwickelt, bleibt sie oft lange unentdeckt. Achten Sie auf diese vier typischen Warnzeichen:
Grundsätzlich profitiert nahezu jede Pflanze von einer Drainage. In folgenden Bereichen ist sie unverzichtbar:
Viele dekorative Pflanzkübel und Schalen aus Ton, Keramik oder Beton besitzen herstellungsbedingt kein Bodenloch. Hier ist besonderes Augenmerk erforderlich.
Das Abflussloch ist das unverzichtbare Sicherheitsventil des Topfes. Fehlt diese Öffnung, bleibt jeder Tropfen Wasser dauerhaft im Gefäss. Selbst sparsames Giessen führt durch fehlende Verdunstung in der Tiefe zu einer stetigen Anreicherung von Nässe.
Pflanzen sollten niemals direkt in geschlossene Gefässe eingepflanzt werden. Nutzen Sie stattdessen stets einen Pflanztopf als Innentopf. Für den Aussenbereich eignen sich wetterfeste Pflanzengefässe für den Outdoor-Bereich mit serienmässigen Abzugslöchern. Im Innenbereich können Sie den Innentopf nach dem Giessen kurz anheben, um überschüssiges Wasser aus dem Übertopf abzugiessen.
Ein weit verbreiteter Irrtum: «Eine Schicht Blähton im geschlossenen Topf reicht als Drainage völlig aus.» Das ist ein gefährlicher Trugschluss. Die Steine am Grund verschieben das Problem nur: Sobald das Sickerwasser über das Niveau des Blähtons steigt, faulen die Wurzeln genauso. Ohne Abflussloch entsteht lediglich eine unterirdische Pfütze, die nicht entweichen kann.

Für Gefässe aller Art bieten strukturstabile Alternativen zu Erden wie Blähton und Bims die beste Basis. Für schwere Pflanztröge im Freiland oder im Gartenbau greift man idealerweise auf gewaschenen Sand und Splitt zurück.
Verwenden Sie darüber hinaus stets hochwertige, durchlässige Pflanzenerden mit Faseranteil, die auch bei häufigem Giessen nicht verschlämmen.
Auch im gewachsenen Gartenboden und im Hochbeet entscheidet die Entwässerung über gesunde Ernten und vitale Stauden.
Viele Böden im Schweizer Mittelland zeichnen sich durch schwere Lehm- und Tonschichten aus. Sie halten Wasser extrem lange fest. Nach kräftigen Niederschlägen verdichten sich diese Böden, sodass Rasenflächen vermoosen und Gemüsepflanzen kümmern.
Um dichte Gartenböden dauerhaft aufzulockern:
LANDI Praxis-Tipp: Machen Sie vor dem Bepflanzen den Versickerungstest: Heben Sie ein 30 cm tiefes Loch aus und füllen Sie es mit Wasser. Warten Sie, bis es leer ist, und füllen Sie es direkt ein zweites Mal. Sickert das Wasser beim zweiten Durchgang langsamer als 2 bis 3 cm pro Stunde ab, ist der Boden massiv verdichtet und verlangt nach Sand oder einem Kies-Sickergraben.
Im Hochbeet führt Staunässe zur fauligen Gärung des organischen Materials:
Mit diesen Handgriffen topfen Sie Balkon- und Zimmerpflanzen fachgerecht ein:
Wählen Sie ausschliesslich Pflanzgefässe, die über mindestens ein Bodenloch verfügen. Bei länglichen Balkonkästen sollten mehrere Abzugslöcher über die Länge verteilt sein.
Legen Sie eine gewölbte Tonscherbe mit der Rundung nach oben über das Loch. So bleibt der Wasserabzug frei, ohne dass Schmutz die Öffnung verstopft.
Geben Sie eine 3 bis 6 cm dicke Schicht aus Blähton Capito oder Splitt in den Topf (rund 15 bis 20 Prozent der Gefässhöhe).
Legen Sie ein passendes Gartenvlies auf den Blähton, damit die Erde nicht zwischen das Tongranulat rieselt. Geben Sie die erste Lage lockere Erde darauf.
Setzen Sie die Pflanze mittig ein, füllen Sie die Ränder mit Substrat auf, drücken Sie alles leicht an (rund 2 cm Giessrand lassen) und giessen Sie behutsam an.
Setzen Sie die Pflanze mittig ein, füllen Sie die Ränder mit Substrat auf, drücken Sie alles leicht an (rund 2 cm Giessrand lassen) und giessen Sie behutsam an.
Warten Sie rund 15 Minuten. Schütten Sie danach das im Untersetzer oder Übertopf verbliebene Wasser konsequent aus.
Wichtig: Eine Drainageschicht ersetzt niemals ein Abflussloch! Ohne Bodenöffnung verbleibt das Wasser im Granulat und führt zeitverzögert ebenso zu Wurzelfäule.
Häufig fällt bei Pflanzgranulaten der Name Seramis. Doch wie grenzt sich dieses Produkt von herkömmlichem Blähton ab?
Seramis ist ein feines Tongranulat aus hochwertigem Westerwälder Ton. Im Unterschied zu hochgebranntem Blähton wird es bei schonenderen Temperaturen hergestellt, wodurch eine feine, mikroporöse Struktur entsteht.
Dank seiner feinen Kapillaren funktioniert Seramis wie ein mineralischer Schwamm: Es saugt Wasser und gelöste Nährstoffe blitzschnell auf, bindet sie im Korninneren und gibt sie gleichmässig an die Pflanzenwurzeln ab. Gleichzeitig bleibt zwischen den Körnern viel Luft, was das Durchlüften der Wurzeln sicherstellt.
Während Blähton meist als reine Drainageschicht am Gefässboden verwendet wird, ist Seramis ein vollwertiges Pflanzsubstrat. Es kann normale Blumenerde bei Zimmerpflanzen vollständig ersetzen.

Im LANDI Sortiment erhalten Sie hochwertiges Seramis Bio Tongranulat für die ganzjährige Zimmerpflanzenpflege. Zur sicheren Feuchtigkeitskontrolle empfiehlt sich der Giessanzeiger Seramis: Er zeigt durch einen Farbwechsel von Blau auf Rot zuverlässig an, wann Ihre Pflanze wieder gegossen werden muss.
Vermeiden Sie typische Missgeschicke bei der Pflanzenpflege:
Eine funktionierende Drainage ist die Lebensversicherung für Ihre Pflanzen. Ob im Blumentopf mit Blähton und Abflussloch, im Hochbeet mit Astwerk oder im Gartenbeet durch Quarzsand: Wo überschüssiges Wasser frei abfliessen kann, bleiben Wurzeln weiss, kräftig und sauerstoffversorgt. Für gleichmässige Feuchtigkeit ohne Nässegefahr im Wohnbereich bietet Seramis die perfekte Ergänzung. Investieren Sie beim Bepflanzen diese wenigen Minuten – Ihre Pflanzen danken es Ihnen mit vitaler Gesundheit und reicher Blütenpracht.
Blähton (Tonkugeln mit 8 bis 16 mm Körnung) ist für Töpfe und Balkonkisten das ideale Material. Es ist federleicht, zersetzt sich nicht, verdichtet nicht und bietet optimale Hohlräume für den Wasserabfluss. Bei sehr grossen, windanfälligen Kübeln auf der Terrasse kann auch Splitt oder Rundkies verwendet werden, um dem Gefäss zusätzliches Standgewicht zu verleihen.
Das Trennvlies verhindert, dass feine Erd- und Humusteilchen beim Giessen in die Zwischenräume des Blähtons geschwemmt werden. Ohne Vlies verschlammt das Granulat innerhalb weniger Wochen vollständig. Die Hohlräume verstopfen, das Wasser staut sich erneut und die Drainage verliert ihre Funktion.
Als bewährte Faustregel gilt eine Schichtdicke von 15 bis 20 Prozent der Gesamthöhe des Gefässes. Bei einem Topf mit 30 cm Höhe füllen Sie etwa 5 bis 6 cm Drainagematerial ein. Bei besonders feuchtigkeitsempfindlichen Pflanzen (wie Lavendel, Rosmarin oder Sukkulenten) darf die Schicht ruhig bis zu 25 Prozent betragen.