Wenn die Festtage vorüber sind und das neue Jahr beginnt, neigt sich auch der Glanz des Christbaums dem Ende zu. Die Nadeln beginnen zu rieseln, die Zweige trocknen aus und im Wohnzimmer stellt sich die unvermeidliche Frage: Wohin mit der ausgedienten Tanne? Wer seinen Weihnachtsbaum entsorgen möchte, hat weit mehr Optionen, als das Bäumchen einfach an den Strassenrand zu stellen. In der Schweiz lässt sich ein Tannenbaum entweder umweltgerecht über die kommunale Grünabfuhr recyceln oder mit wenig Aufwand als wertvoller Rohstoff im eigenen Garten weiternutzen. Ob als natürlicher Frostschutz für empfindliche Pflanzen, als strukturreicher Mulch oder als Brennholz für den nächsten Sommer: Mit den richtigen Handgriffen schenken Sie dem Baum ein zweites Leben. Wie Sie Ihren Christbaum vor dem Fest optimal auswählen und pflegen, erfahren Sie in unserem Ratgeber Christbaum kaufen und pflegen. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wann der beste Zeitpunkt zum Abschmücken ist, wie die offizielle Entsorgung abläuft und wie Sie den Baum im Garten clever verwerten.
Traditionell bleibt der Christbaum in vielen Schweizer Haushalten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar in der warmen Stube stehen. Andere Familien geniessen den festlichen Anblick bis Mitte Januar oder gar bis Maria Lichtmess Anfang Februar.
Aus praktischer und sicherheitstechnischer Sicht empfiehlt sich jedoch ein zeitnaher Abschied nach Dreikönigen. Durch die trockene Heizungsluft verliert der Nadelbaum täglich Feuchtigkeit. Ein stark ausgetrockneter Baum nadelt nicht nur bei jeder Berührung, sondern stellt auch eine erhebliche Brandgefahr dar, falls noch echte Kerzen oder funkelnde Lichterketten brennen. Sobald die Nadeln spröde werden und sich bräunlich verfärben, ist der ideale Moment gekommen, um den Baum abzuschmücken.
LANDI Praxis-Tipp: Vermeiden Sie das mühsame Nadelfegen im ganzen Haus mit dem «Leintuch-Trick»: Breiten Sie vor dem Abschmücken ein altes Bettlaken oder eine Plane unter dem Christbaumständer aus. Nachdem Sie allen Schmuck entfernt haben, lösen Sie den Baum aus dem Ständer und wickeln ihn komplett in das Tuch ein. So tragen Sie die Tanne sauber durch Flur und Treppenhaus nach draussen, ohne eine einzige Nadelspur zu hinterlassen.
Je nachdem, ob Sie in einer Wohnung oder in einem Haus mit Umschwung leben, bieten sich unterschiedliche Wege an. Beide Methoden haben ihre Berechtigung:
Kriterium | Kommunale Grünabfuhr / Häckseldienst | Weiternutzung im eigenen Garten |
Zeitaufwand | Gering; Baum an die Strasse stellen oder zur Sammelstelle bringen | Mittel bis hoch; Äste müssen abgeschnitten und zerkleinert werden |
Benötigte Ausrüstung | Eventuell Handschuhe und Schnur zum Bündeln | Astschere, Handschuhe, eventuell Gartenhäcksler |
Nachhaltiger Nutzen | Professionelle Kompostierung oder Biogaserzeugung im Werk | Nährstoffe bleiben direkt im heimischen Bodenkreislauf |
Kosten | Meist kostenlos oder durch Standard-Grüngutmarke gedeckt | Vollkommen kostenlos; spart Ausgaben für Rindenmulch |
In den allermeisten Schweizer Städten und Gemeinden gehört die Christbaumentsorgung im Januar zum festen Service der Abfallwirtschaft. Oftmals gibt es im Januar ein bis zwei feste Sammeltage, an denen ausgediente Weihnachtsbäume kostenlos an der Sammelroute der Grünabfuhr bereitgestellt werden können.
Damit Ihr Baum problemlos mitgenommen und recycelt werden kann, gelten folgende Grundregeln:
Besitzer eines Gartens oder grossen Balkons müssen ihren Baum nicht wegwerfen. Die Tanne ist ein wertvoller Helfer für das Gartenjahr:
Die abgesägten Tannenzweige sind ein hervorragender, luftiger Kälteschutz. Decken Sie damit empfindliche Rosen, winterharte Stauden oder das Hochbeet ab. Das Nadelkleid schützt vor frostigem Wind, starker Wintersonne und verhindert das Austrocknen des Bodens bei Kahlfrost. Weitere wertvolle Tipps zum Überwintern finden Sie in unserem Ratgeber zum Thema Topfpflanzen überwintern sowie zur Vorbereitung für einen winterfesten Garten.
Mit einem leistungsstarken Walzenhäcksler Okay 2000 W verwandeln Sie Äste und Nadeln in feines Häckselgut. Nadelholzschnipsel eignen sich perfekt als Mulchschicht unter säureliebenden Pflanzen wie Heidelbeeren, Rhododendren oder Hortensien. Sie unterdrücken Unkraut und halten die Bodenfeuchtigkeit. Zudem eignet sich das grobe Material ideal als strukturgebende Beimischung im Komposter Okay 300 l, um Fäulnisbildung vorzubeugen.
Die Idee, den Baum einfach im Cheminée oder Schwedenofen zu verfeuern, scheint naheliegend, birgt jedoch Risiken:
Nadelhölzer wie Tannen und Fichten enthalten grosse Mengen an Harz. Frisches oder erst wenige Wochen getrocknetes Holz verbrennt mit starker Rauchentwicklung, spritzt brennendes Harz umher (Funkenflug) und hinterlässt schmierige Russablagerungen im Kaminrohr.
LANDI Praxis-Tipp: Nutzen Sie den Stamm als Kaminholz nur, wenn Sie ihn mit einer Säge in handliche Scheite spalten und mindestens ein bis zwei Jahre an einem überdachten, gut belüfteten Ort trocknen lassen. Für das offene Feuer in der Gartenschale im kommenden Sommer ist das gut abgelagerte Nadelholz hingegen eine wunderbare Wärmequelle.
Das Entsorgen des Weihnachtsbaums muss keine mühsame Pflicht sein. Ob Sie den bequemen Abholservice Ihrer Schweizer Gemeinde nutzen oder das Holz als Frostschutz und Mulch im Garten verwerten: Mit einer guten Vorbereitung gelingt der Abschied sauber und umweltbewusst. Besuchen Sie Ihren LANDI Laden in der Region, entdecken Sie robuste Astscheren, Häcksler und Laubsäcke und starten Sie gut ausgerüstet in das neue Gartenjahr.
Nein, das ist in der Schweiz gesetzlich verboten. Auch wenn es sich um organisches Material handelt, gilt das Ablegen im Wald als illegale Abfallentsorgung und kann gebüsst werden. Zudem können Zuchtbäume Rückstände enthalten, die das ökologische Gleichgewicht im Wald stören.
Einige Wildparks und Bauernhöfe nutzen Nadelbäume als Beschäftigung oder Knabberspass für Ziegen, Kamele oder Elefanten. Dies gilt jedoch ausschliesslich für absolut ungespritzte Bäume ohne jegliche Schmuckreste. Bringen Sie niemals unaufgefordert einen Baum vorbei, sondern erkundigen Sie sich stets im Vorfeld beim Betreiber.
Wer einen lebenden Baum mit Wurzelballen gekauft hat, stellt ihn nach den Festtagen zunächst an einen kühlen, hellen Ort (z. B. Garage oder Wintergarten), um ihn langsam an die Kälte zu gewöhnen. Sobald der Boden im Frühjahr frostfrei ist, kann die Tanne im Garten eingepflanzt werden.