Wandern bedeutet, sich zu Fuss über längere Strecken in der Natur zu bewegen, meist auf markierten Wegen und mit einem klaren Ziel oder einer Rundtour vor Augen. In der Schweiz ist das Netz an Wanderwegen dicht und gut ausgebaut: Über 65'000 Kilometer signalisierte Pfade führen durchs Mittelland, durchs Alpenvorland und hoch in die Bergwelt. Wer mit dem Wandern beginnt, sollte sich zunächst über die eigene Kondition und die gewünschte Schwierigkeitsstufe klar werden. Die gelben Wegweiser der Schweizer Wanderwege unterscheiden grundsätzlich zwischen drei Kategorien:
Diese Einteilung nach Schwierigkeitsgrad hilft dabei, die passende Tour für das eigene Können zu wählen und Überforderung zu vermeiden.
Wandern ist in der Schweiz praktisch das ganze Jahr über möglich, allerdings verändert sich das Angebot stark mit den Jahreszeiten:
Vor jeder Tour lohnt sich ausserdem ein Blick auf die aktuelle Wetterprognose sowie auf allfällige gesperrte Wanderwege, etwa nach Unwettern oder Steinschlag.
Auch eine einfache Wanderung kann unangenehm enden, wenn die Sicherheit vernachlässigt wird. Ein paar Grundregeln helfen, Risiken zu minimieren:
Die Auswahl an Wanderrouten in der Schweiz ist riesig, und für praktisch jedes Bedürfnis gibt es eine passende Wanderung. Manche suchen eine ruhige Rundtour mit Blick auf kristallklare Bergseen, andere eine anspruchsvolle Bergwanderung mit Übernachtung in einer Hütte. Von sanften Uferwegen im Mittelland über Höhenwege im Berner Oberland bis zu einer traditionellen Suonenwanderung im Wallis oder Mehrtageswanderungen in Graubünden und im Tessin ist für jede Kondition und jeden Geschmack etwas dabei. Auch weniger bekannte Regionen wie der Kanton Zürich, die Ostschweiz mit dem Thurgau oder der Schwarzsee im Sensebezirk überraschen mit vielseitigen Wanderwegen, die deutlich ruhiger sind als die stark frequentierten Alpentouren. Themenwege zu Geologie oder Geschichte machen Wanderungen zusätzlich lehrreich, und wer neue Ideen sucht, findet auf der PlattformSchweizMobilRouten, gefiltert nach Schwierigkeit, Dauer und Region. Als Inspiration folgen im Anschluss in Kooperation mit derSchweizer Familiezehn der schönsten Familienwanderungen in der Schweiz.
Diese abwechslungsreiche Route bei Stans führt vorbei an der Ruine Rotzburg, durch die schluchtartige Rotzschlucht bis hinunter ans Ufer des Alpnachersees – ein Ort mit überraschender Industriegeschichte. Wer danach noch Kraft hat, steigt weiter zur Drachenfluh auf und geniesst von dort einen weiten Blick über die Innerschweiz. Rund 4,5 Stunden, mit einigen steilen und steinschlaggefährdeten Abschnitten.
Diese Wanderung im Wallis führt entlang der historischen Suone Grand Bisse de Vex, vorbei am brutalistischen Kirchenbau von Hérémence, bis zu den bizarren Erdpyramiden von Euseigne – schroffe, von Gletscher und Erosion geformte Felspfeiler, die an Kappadokien erinnern. Rund 3,5 Stunden, mit gemütlichem Ausklang im Café du Relais.
Eine anspruchsvolle Dreiketten-Wanderung im Prättigau, die vom Ausgangspunkt Seewis-Valzeina zunächst hinauf ins ruhige Hochtal Valzeina führt, dann über den Churberg zum Bergrestaurant Stams und schliesslich hinunter nach Trimmis. Wer die volle Strecke von rund 7,5 Stunden und über 1300 Höhenmetern scheut, kann die erste und letzte Etappe mit dem Postauto abkürzen und sich auf das dreistündige Herzstück konzentrieren.
Diese anspruchsvolle Wanderung führt von der Alp Sellamatt über karges Karstgelände hinauf auf den 2279 Meter hohen Brisi, einen der sieben Churfirsten. Der steile Aufstieg wird mit einem grandiosen Panorama über Säntis, Glarner Alpen und Walensee belohnt – eine spektakuläre Gratwanderung allerdings nur für trittsichere Wandernde, denn der Gipfelgrat fällt über 1800 Meter senkrecht ab. Rund 5,5 Stunden, mit Einkehr bei der Alpwirtschaft Wildmannli.
Diese Wanderung führt zunächst gemächlich zur Maighelshütte mit fantastischem Blick ins moorige Val Maighels, dann über den Lolenpass zu einer spektakulären Kehrenpassage, die praktisch senkrecht ins Tal der Unteralpreuss hinabführt. Über gut angelegte Treppenstufen ist der Abstieg auch für trittsichere Durchschnittswandernde gut machbar. Rund 5,25 Stunden, Ziel ist Andermatt mit Einkehrmöglichkeiten.
Diese gemütliche Rundwanderung im Süden des Kantons Freiburg führt vorbei an der malerischen Kapelle Notre-Dame de Niremont hinauf auf den 1514 Meter hohen Gipfel mit Blick auf Teysachaux und Moléson. Beim Abstieg lockt die urchige Alpwirtschaft «La Goille au Cerf» mit einem echten Freiburger Fondue. Rund 4 Stunden, ideal auch an einem kühleren Tag.
Diese eindrückliche Wanderung führt über das grösste Karstgebiet der Schweiz, wo Regen und Schmelzwasser tiefe Rinnen ins Kalkgestein gefräst haben – eine faszinierende, aber anspruchsvolle Kalkwüste, in der jeder Schritt bedacht sein will. Nach dem höchsten Punkt auf 2252 Metern geht es lange abwärts ins Klöntal, mit verdienter Einkehr bei der Alpwirtschaft Chäseren. Rund 5,5 bis 7 Stunden, bei Nebel oder Regen nicht empfehlenswert.
Diese Wanderung im Luzernischen führt über einen abwechslungsreichen Höhenweg mit Blick auf Pilatus und Berner Alpen hinab in den schattigen Chorbgraben und wieder hinauf zum idyllischen Höhennest Menzberg. Zum Abschluss lockt eine Einkehr im traditionsreichen Hotel Menzberg mit guter Küche. Rund 3,5 Stunden, gemütlicher Ausklang mit Busverbindung ab Menznau.
Diese abwechslungsreiche Wanderung beginnt am Aareufer mitten in Bern, führt durch die archäologisch reiche Engehalbinsel und mit der historischen Reichenbachfähre über den Fluss, bevor es durch offenes Landwirtschaftsland hinauf zum Schüpberg geht. Dort lockt das beliebte Schüpbärg-Beizli mit deftiger Küche, bevor die Route hinunter nach Schüpfen ausklingt. Rund 4,25 Stunden, mit Fähre als besonderem Zwischenstopp.
Diese ruhige Wanderung durch die sanften Hügel des Broyetals führt vorbei am Dorf Palézieux durch Wald und offenes Land bis zum idyllischen Lac de Bret, einem schmalen Stausee mit Blick auf die Savoyer Alpen. Am Ufer treffen ländliche Waadtländer Idylle und mondäne Genferseeregion aufeinander. Rund 3,5 Stunden, mit Einkehrmöglichkeit im Seerestaurant.
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Damit alle Wandernden sicher und rücksichtsvoll unterwegs sind, gelten auf Schweizer Wanderwegen einige grundlegende Regeln:
Wandern findet oft in sensiblen Ökosystemen statt, weshalb ein rücksichtsvoller Umgang mit der Natur wichtig ist:
Nicht jede Wanderung muss anspruchsvoll sein. Je nach Bedürfnis eignen sich unterschiedliche Routen:
Wichtig ist in jedem Fall, die Tour realistisch an die individuelle Kondition und Erfahrung anzupassen, statt sich an einem allgemeinen Schwierigkeitsgrad zu orientieren.
Wer eine Mehrtageswanderung plant, findet in den Schweizer Alpen ein dichtes Netz an Berghütten. Diese bieten neben einem Schlafplatz meist auch warme Mahlzeiten und die Möglichkeit, sich mit anderen Wandernden auszutauschen. Eine Reservation im Voraus ist besonders in der Hauptsaison empfehlenswert, da beliebte Hütten schnell ausgebucht sind. Für alpinere Routen lohnt sich zudem die Abklärung, ob der Zustieg zur Hütte einen Bergwanderweg oder bereits einen Alpinwanderweg umfasst.
Wer neu ins Wandern einsteigt, profitiert von ein paar einfachen Grundsätzen:
Einige Fehler wiederholen sich bei Einsteigern immer wieder und lassen sich mit etwas Vorbereitung leicht vermeiden:
Wandern verbindet Bewegung an der frischen Luft mit dem Erlebnis der Schweizer Landschaft, von sanften Uferwegen bis zu anspruchsvollen Höhenwegen. Mit der passenden Ausrüstung, einem realistischen Blick auf die eigene Kondition und etwas Planung steht einem gelungenen Wander-Abenteuer nichts im Weg. Wer für die nächste Tour noch Schuhe, Stöcke oder Funktionskleidung sucht, wird im LANDI-Sortiment fündig.
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Untrainierte Personen bewältigen an einem Tag meist problemlos zwischen 10 und 15 Kilometern auf flachembis leicht hügelige Gelände, sofern regelmässige Pausen eingeplant werden. Entscheidender als die reine Distanz sind dabei die Höhenmeter: Wer zusätzlich mehrere hundert Meter aufsteigen muss, sollte die Streckenlänge entsprechend reduzieren.
Spazieren bezeichnet kurze, entspannte Runden ohne besondere Zielsetzung, während Wandern längere, überwiegend zielgerichtete Touren auf markierten Wegen meint. Trekking geht darüber hinaus und umfasst mehrtägige Touren, oft mit Übernachtung in Hütten oder Zelten, teilweise auch abseits offizieller Wege. Bergsteigen wiederum bezeichnet das Erklimmen von Gipfeln, häufig mit technischer Ausrüstung wie Seil und Steigeisen, und setzt entsprechende alpine Erfahrung voraus.
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, da Geschmäcker und Ansprüche unterschiedlich sind. Als besonders beliebt gelten jedoch die Höhenwege im Berner Oberland mit Blick auf die Viertausender, die Rundwanderung um die Rigi mit Panoramaauf mehrere Seen sowie die Uferwege am Vierwaldstättersee. Auch dieSuonenwanderungenim Wallis und die Bergwelt Graubündens werden immer wieder als Höhepunkte genannt.
Abseits der bekannten Routen lohnen sich Wanderwege in der Ostschweiz, etwa im Thurgau, sowie ruhigere Ecken im Kanton Zürich und rund um den Schwarzsee imSensebezirk. Auch Themenwege zu regionaler Geschichte oder Landwirtschaft bieten eine willkommene Abwechslung zu den stark frequentierten Alpentouren und lassen sich oft mit einer einfachen Rundtour verbinden.