Wer im Spätsommer durch seinen Garten geht und die langen, kraftvollen Triebe der Beerensträucher betrachtet, freut sich meist auf eine süsse Ernte. Doch aus der anfänglichen Freude wird schnell Ratlosigkeit, wenn die Pflanze innerhalb weniger Monate alles überwuchert und den gesamten Weg versperrt. Damit der Beerenstrauch im eigenen Umschwung nicht die Oberhand gewinnt und die Ernte im nächsten Jahr üppig ausfällt, müssen Hobbygärtner regelmässig ihre Brombeeren schneiden. Ein gezielter Rückschnitt lenkt die Kraft der Pflanze in die Fruchtbildung und verhindert ein undurchdringliches Dickicht.
Brombeeren gehören zu den beliebtesten Beerenarten in Schweizer Hausgärten. Sie sind anspruchslos, wachsen rasant und liefern ab August körbeweise süsse Früchte. Ohne regelmässige Pflege verwandelt sich der Strauch jedoch rasch in ein wildes Gestrüpp. Wenn Sie die Brombeeren schneiden, sorgen Sie dafür, dass Licht und Luft an alle Pflanzenteile gelangen. Das ist die wichtigste Voraussetzung für grosse, aromatische Früchte und beugt gleichzeitig lästigen Pilzkrankheiten vor. Wer hingegen darauf verzichtet, erntet meist nur kleine, saure Beeren im dichten Dornenwald.
Um beim Rückschnitt keine Fehler zu machen, muss man verstehen, wie der Strauch biologisch wächst. Die Pflanze folgt einem festen Rhythmus, den man kennen sollte.
Brombeeren tragen ihre Früchte fast immer an den zweijährigen Trieben. Das bedeutet, dass eine Rute im ersten Jahr aus dem Boden schiesst, im zweiten Jahr blüht sowie Früchte trägt und danach abstirbt. Wer also im Herbst alle Triebe bodennah abschneidet, wird im folgenden Sommer keine einzige Beere ernten. Bevor Sie also Brombeeren schneiden, sollten Sie genau hinschauen.
Die Unterscheidung ist im Spätherbst und Winter recht einfach, wenn man auf die Details achtet:
Gartenarbeit richtet sich nach dem Wetter und den Jahreszeiten. Das gilt auch für die Pflege der Beerensträucher im Obstgarten.
Bereits im Juli und August kann ein leichter Formschnitt stattfinden. Dabei werden vor allem die langen, störenden Seitentriebe eingekürzt, damit die Pflanze kompakt bleibt und die reifenden Früchte optimal Sonne tanken können.
Der eigentliche Hauptschnitt findet im Spätwinter statt, idealerweise an einem frostfreien Tag im Februar oder März, bevor der neue Austrieb beginnt. In milden Schweizer Regionen kann man auch schon im Spätherbst nach dem Laubfall die alten Brombeeren schneiden.
Einige moderne, dornenlose Züchtungen sind etwas empfindlicher gegenüber strengem Frost. In höheren Lagen der Schweiz wartet man mit dem Schnitt daher besser bis zum Ende des Winters, um Frostschäden an den verbleibenden Ruten zu vermeiden.
Ein sauberer Schnitt schützt die Pflanze vor Infektionen und sorgt dafür, dass die Wunden schnell verheilen.
Für die dünneren Seitentriebe ist eine scharfe Bypass-Schere ideal, da sie die Rinde nicht quetscht. Für die dicken, stark verholzten alten Ruten an der Basis greift man am besten zu einer robusten Amboss-Astschere, die durch ihre Hebelwirkung viel Kraft übertragen kann.
Wer dornige Sorten im Garten hat, sollte sich gut schützen. Feste Lederhandschuhe mit langem Schaft und eine robuste Jacke verhindern schmerzhafte Kratzer bei der Arbeit im dichten Gestrüpp.
Um keine Pflanzenkrankheiten wie die Rutenkrankheit von Strauch zu Strauch zu verschleppen, sollten die Klingen vor der Arbeit gründlich desinfiziert werden. Ein kurzes Abwischen mit Alkohol reicht dafür völlig aus.
Gehen Sie beim alljährlichen Hauptschnitt am besten systematisch vor, um die Übersicht im Beet zu behalten.
Schneiden Sie alle zweijährigen Ruten, die im vergangenen Sommer Früchte getragen haben, direkt am Boden ab. Lassen Sie keine langen Stummel stehen, da diese faulen und Schädlinge anlocken könnten.
Wählen Sie pro Pflanze die fünf bis sieben stärksten einjährigen Jungruten aus, die im kommenden Sommer Früchte tragen sollen. Alle überschüssigen, schwachen oder krank wirkenden Bodentriebe werden ebenfalls komplett entfernt. Das hilft, wenn Sie Brombeeren schneiden.
Die verbleibenden Jungruten haben oft lange Seitentriebe gebildet. Kürzen Sie diese Seitentriebe konsequent auf zwei bis drei Knospen, was etwa zehn Zentimetern entspricht, ein. Aus diesen Augen wächst im Frühjahr das neue Fruchtholz.
Binden Sie die ausgewählten Jungruten fächerförmig am Spalier fest. Verwenden Sie elastisches Bindematerial, damit die Triebe im Sommer unter der Last der reifen Früchte nicht abknicken.
Auch während der Hauptwachstumszeit im Sommer ist ein wenig Pflege für die Sträucher ratsam.
Wenn die neuen Ruten im Juni eine Höhe von etwa zwei Metern erreicht haben, schneidet man die oberste Spitze ab. Das stoppt das unkontrollierte Längenwachstum und regt die Bildung von fruchttragenden Seitentrieben an.
Triebe, die direkt aus den Blattachseln wachsen, werden regelmässig eingekürzt, damit der Strauch seine Energie in die reifenden Beeren steckt. Wenn Sie auf diese Weise Brombeeren schneiden, steigern Sie das Aroma merklich.
Ein festes System erleichtert die Pflege enorm. Wenn Sie neue Brombeeren pflanzen, sollten Sie sich schon vorab für ein passendes System entscheiden.
Beim zweiseitigen Spalier werden die tragenden Ruten nach links und die neuen Jungruten nach rechts geleitet. Das trennt die Generationen und macht die Arbeit im nächsten Winter kinderleicht.
Hierbei werden die Triebe strahlenförmig wie ein Fächer an einer Wand oder einem Gerüst festgebunden, sodass jedes Blatt Sonne abbekommt. Das erleichtert das spätere Brombeeren schneiden ungemein.
Für kleine Gärten gibt es kompakte Sorten. Auch hier muss man regelmässig die Brombeeren schneiden, um den Kübel im Zaum zu halten. Wer also keinen grossen Garten hat, kann diese Sorten problemlos in grossen Töpfen aufziehen.
Wer zu zögerlich agiert, riskiert, dass der Strauch vergreist. Altes Holz trägt nach zwei Jahren kaum noch Früchte und nimmt den jungen Trieben das nötige Licht weg. Mut zum radikalen Schnitt wird belohnt.
Schneiden Sie Triebe immer nah am Hauptast oder direkt am Boden ab. Lange, leblose Aststümpfe sterben ab und bilden perfekte Eintrittspforten für schädliche Pilze.
Achten Sie genau auf die Farbe der Rinde. Wer versehentlich die grünen Jungruten abschneidet, nimmt der Pflanze die komplette Erntebasis für das kommende Jahr.
Nach der Arbeit braucht die Pflanze Nährstoffe für den Neuaustrieb. Das gilt sowohl für alte Sträucher als auch, wenn Sie frisch Brombeeren pflanzen.
Eine Schicht aus Rindenmulch oder Kompost hält die Feuchtigkeit im Boden. Da Brombeeren Flachwurzler sind, reagieren sie empfindlich auf sommerliche Trockenheit.
Geben Sie im Frühjahr reifen Kompost oder einen organischen Beerendünger an die Basis, um das Wachstum der neuen Ruten optimal zu unterstützen.
Der regelmässige Rückschnitt mag im ersten Moment radikal erscheinen, ist aber der beste Weg für einen gesunden Beerenstrauch und eine reiche Ernte im Sommer. Wer regelmässig die Brombeeren schneiden und pflegen möchte, sichert sich Jahr für Jahr saftige Früchte aus dem eigenen Garten. Die passenden Gartenscheren, schützende Handschuhe und kräftige Beerenpflanzen finden Sie in den LANDI Läden in Ihrer Region.
Bei einer Herbstpflanzung bildet der Strauch im ersten Frühjahr kräftige Jungtriebe aus. An diesen einjährigen Ruten entwickeln sich im zweiten Jahr die Seitentriebe mit Blüten und Früchten. Die erste volle Ernte geniessen Sie somit im zweiten Sommer nach der Pflanzung.
Ja, für Balkon und Terrasse gibt es speziell gezüchtete Zwerg- und Kompaktbrombeeren (wie z. B. 'Black Cascade' oder 'Patio Black'). Wählen Sie ein Pflanzgefäss mit mindestens 25 bis 30 Litern Volumen, sorgen Sie für eine gute Drainage gegen Staunässe und achten Sie im Sommer auf regelmässiges Giessen.
Brombeeren sind mässig nährstoffbedürftig. Eine Gabe von organischem Beerendünger oder reifem Kompost im März zum Austrieb reicht in der Regel für die gesamte Saison aus. Eine Überdüngung mit Stickstoff sollte vermieden werden, da dies zu weichen Trieben und erhöhter Krankheitsanfälligkeit führt.